Ja, und FIR Filter haben keine Rückkopplungen, brauchen daher deutlich mehr Laufzeit (= Delay), daher denke ich mal, das es bei z.B. 6 FIRs mit steilen Flanken schon zu hörbaren Delays kommen könnte.
Tomy
Ja, und FIR Filter haben keine Rückkopplungen, brauchen daher deutlich mehr Laufzeit (= Delay), daher denke ich mal, das es bei z.B. 6 FIRs mit steilen Flanken schon zu hörbaren Delays kommen könnte.
Tomy
Mir ist nicht klar, warum die meisten Leute von "schau dir mal den Phasengang" an sprechen:
JEDER EQ (bis auf FIR) BASIERT auf Phasenverschiebung! Das ist das Prinzip, das dahinter steht! Wieso also "Phasenschweinerei"? Dann dürftet ihr Summen-EQs und genauso die EQs von den Pulten nicht verwenden. Und erst recht nicht die Low-Pass Filter, die ja (sogar!) Phasenverschiebungen von mehr als 360° machen können! (Stichwort: Frequenzweiche).
Grüße,
Hermann
... diese "Phasenschweinereien" sind dann ein Problem, wenn der Klang eines Instrumentes (z.B. Klavier, Gitarre, ...) das Gehör nicht "in einem Stück" erreicht.
Wenn ich ein LS-System habe, wo z.B. der Grundton eines Klangs das Ohr früher als die Obertöne erreicht (bzw. umgekehrt ...), dann ist die Ortbarkeit im Gesamtklanbild nicht optimal.
Eine in der Amplitude UND im Phasengang optimierte Kiste klingt einfach homogener und bringt Instrumente und Stimmen authentischer rüber.
Viele Grüsse sendet
Das Gehör kann die relative Phasenlage (sofern sie nicht zufällt 180° ist und man schön mittig steht) nicht auswerten - das ist uns bekannt. Natürlich ist es etwas anderes bei Filtern in Frequenzweichen X.ter Ordnung. Das nenne ich dann Gruppenlaufzeit und nicht Phasenschweinerei. Mit einem Equaliser eines Mischpultes schafft man keine hörbaren Gruppenlaufzeiten!
Das Problem liegt meiner Ansicht nach REIN im Verstärkungs/Frequenzweichen/Lautsprecher-Bereich.
Ich denke, Du siehst das auch so.
Das ursprüngliche Thema war aber Equaliser - und ich bin der Ansicht, dass ein (handelsüblicher) Equaliser keine Phasenverschiebung schafft, die als Gruppenlaufzeit das Gehör erreicht. Und wenn die Leute, die einem EQ "Phasenschweinerei" vorwerfen, mal ein Pult ohne "Phasenschweinerei" (also ohne EQ und ohne Low-Cut) zum Arbeiten hätten - dann würden sie sich ihre "Phasenschweinereien" herwünschen, wetten dass??
Übrigens bin ich seit ich mich mit der Thematik befasse ein richtiger Fan von niedriger Ordnung bei Frequenzweichen geworden - ich denke, Deine Boxen bauen auch auf das "flache" Prinzip? Stichwort: Transienten...
Ich sprach vom EQ und nicht von Lautsprecher-Systemen.
Ich denke, wir verstehen uns, oder?
Grüße,
Hermann
Hallo Hermann,
ich bin in der Tat kein Freund von Filtern hoher Ordnung. Bei PAs setze ich höchstens Filter 3. Ordnung - manchmal sogar (wenn es leistungsmässig "geht" ...) nur 2. Ordnung ein.
Wenn mir der Klang eines Systems nicht gefällt (wobei ich immer u.a. mit Gesangsstimmen, Naturinstrumente und perkussive Sachen "teste" ...), dann geh ich auf die Suche und werde oft nicht nur beim Amplitudenverlauf sondern auch beim Zeitverhalten als Ursache für klangliche Defizite "fündig".
Schlimm wird es, wenn sich der Phasengang eines Gesamtsystems nicht nur durch eine konstante Zeitverzögerung vom Verlauf der Minimalphase unterscheidet (... ist besonders bei den Trennfrequenzen zu beobachten ...).
Fazit: Ein linealglatter Amplitudenverlauf auch 0°-Achse allein garantiert noch lange kein ausgewogenes, neutrales Klangverhalten. Eigentlich sollte sowas bekannt sein, aber selbst Industrieanbieter machen hier oft viele - unnötige - Fehler.
Bei den Filtern in einem Kanalzug einer Konsole sehe ich auch keine Probleme bezüglich der Phase. Jede Änderung in der Amplitude bedingt eine Phasenänderung (... bekanntlich kann man ja auch aus dem Amplitudenverlauf die Minimalphase berechnen ...).
Viele Grüsse sendet