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Gutes Mikro für Film-Vertonung am PC

  • Hatchetman
  • 23. Mai 2004 um 23:27
  • Hatchetman
    Beiträge
    5
    • 23. Mai 2004 um 23:27
    • #1

    Hi,

    ein Freund von mir, der als Hobby Kurzfilme am Computer designed bräuchte meine Hilfe was das Vertonen der Filme angeht.
    Ich habe Erfahrung mit der Bearbeitung und Herstellung von Soundfiles am PC. Ich benutze dafür Goldwave, einen recht guten Sound Editor.
    In dem nächsten Film, den dieser Freund erstellen will, soll es zu Dialogen kommen, die dementsprechend von realen Personen gesprochen und aufgezeichnet werden müssen.
    Dafür, und nun komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen, bräuchte ich ein recht gutes Miko - nehme ich an, denn ich habe eigentlich kaum Erfahrung was das Aufzeichnen von Synchronisationsstimmen angeht. Ich weiß, dass dies eine eigenständige Branche ist, in denen ausgebildete Profis an großen Gerätschaften sitzen und die Aufnahemen im Tonstudio überwachen. Das kann ich natürlich nicht bieten. Ich habe lediglich eine recht gute Soundkarte (Creative Live! Player 5.1) und würde mir dazu ein Mikro kaufen, damit ich die Texte der Sprecher aufnehmen kann. Es ist, wie schon gesagt, alles auf Hobbyniveau.

    Die Frage ist nun:
    Kann jemand ein gutes und für einen Studenten erschwingliches Mikrofon empfehlen (<100 Euro). Gibt es dazu noch Zubehör, das man sich holen sollte, wie einen Ploppfilter z.B.?

    Besten Dank für die Hilfe.

    Greetz
    Hatchetman

  • logi
    Beiträge
    862
    • 24. Mai 2004 um 00:01
    • #2

    Was normalerweise im besseren Tonbereich gut funktioniert, klappt auch da. Schau dich im Gebrauchtmarkt um, eine Kugel ist sehr passend da keine Rückkopplungsgefahr und vom Prinzip glatterer FG und wenig Poppempfindlichkeit. Das ganze als Kondensator passt prima. Z.B. bei Audio Technica das ATM10a, eine recht ausgeglichene Kugel, ansonsten einfach ausprobieren. Auch schön: Großmembraner mit umschaltbarer Richtcharakteristik, da wird es dann doch eng mit 100,-- Euro :mrgreen:

    Gruß Frank

  • Hatchetman
    Beiträge
    5
    • 24. Mai 2004 um 00:08
    • #3

    Ich bin zwar Student der Technischen Informatik, aber mal abgesehen von Übertragungsfunktionen und Bodediagrammen hatte ich noch nicht viel mit Mikrophonen zu tun.
    Also bitte: Wenn Fachbegriffe, dann Erläuterung.
    Kugel? Kondensator? Großmembraner? Richtcharakteristik? FG?

    [edit]
    FG=Frequenzgang?
    Wie dem auch sei. Was dem Profi wie die Frage eines Anfängers vorkommen wird (was es ja auch ist): Wie spricht man am besten in ein Mikro? Ich habe mir sagen lassen, dass man am besten am Mikro vorbeispricht. Stimmt das? Gibt es Unterschiede im Winkel und Entfernung zum Mikro wenn man leise redet oder schreit?
    [/edit]

    Greetz
    Hatchetman

  • logi
    Beiträge
    862
    • 24. Mai 2004 um 00:59
    • #4

    Also ganz kurz, näheres sollte doch mit Hilfe eines guten Buches erkundet werden, im übrigen ist das hier ja das PA-Forum, da gehe ich normalerweise von einem gewissen Stand aus und PA (=Public Adress) ist eine Synchronisierung von Film nicht gerade...

    Die Richtcharakteristik eines Mikrophons benennt eine Seite die bevorzugt Schall aufnehmen kann, darstellbar z.B. in der Form einer Niere (möglichst viel Auslöschung bei 180°, also hinten, mit guter Empfindlichkeit auf der 0° Achse, also vorne) oder Kugel (Empfindlichkeit überall gut, Kugelförmig).
    Indem eine Richtung empfindlicher gemacht wird, wird leider gleichzeitig die Poppempfindlichkeit erhöht (durch Einsprechen in das Mikro werden Explosivlaute speziell bei Lauten wie P, B, usw. "verstärkt", das hat etwas mit der Art zu tun wie eine Richtcharakteristik im Mikro erzeugt wird, würde hier aber zu weit führen).

    FG hast du selber richtig erkannt, nämlich Frequenzgang. Dieser sollte möglichst keine Frequenzen betonen oder schwächer abbilden (sieht man an "Senken" oder "Berge" im Verlauf, da im Fall einer Aufnahme der menschlichen Stimme diese möglichst natürlich abgebildet werden soll. Natürlich existieren verschiedene Mikros für verschiedene Instrumente die teilweise einen krummen Verlauf haben, eben speziell für diese gedacht um einen spezifischen Sound zu erzeugen. Der Mensch ist im übrigen sehr trainiert einen "schlechten" Verlauf einer Frequenzkurve im Stimmenbereich zu hören, wir trainieren ja schließlich täglich.

    Kondensator ist nur eine Bezeichnung für ein Arbeitsprinzip, dabei stehen sich ein hauchdünnes Plättchen und eine feste Platte gegenüber und es wird eine Spannung (Polarisationsspannung) angelegt (Elektroden, diese bilden dann einen Kondensator). Durch Einsprache ändert sich der Abstand der Plättchen (Kapazitätsänderung) und induziert eine sich veränderne Spannung im Takt der Musik, Sprache... Ein Vorteil ist, daß die Membran aufgrund der wenigen Masse sehr schnell einem Impuls folgen kann, also relativ klangneutral ist.

    Dann gibt es noch das Prinzip der dynamischen Mikros (incl. aller Derivate), diese arbeiten wie ein Lautsprecher. D.h. eine an der Membran befestigten Spule, die sich in einem Magnetfeld (Polen) frei bewegen kann, wird durch Schalldruck in diesem bewegt und ändert damit die elektrische Spannung (Tauspulenprinzip). Vorteil: robust, verträgt hohe Schallpegel, ist aber bedingt durch die schwerere Membran incl. der Spule träger in der Signalverfolgung und schlechter im Frequenzgang.

    Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit reinbringen.

    Gruß Frank

  • Hatchetman
    Beiträge
    5
    • 24. Mai 2004 um 16:11
    • #5

    Ok, danke.

    Greetz
    Hatchetman

  • Hatchetman
    Beiträge
    5
    • 27. Mai 2004 um 14:44
    • #6

    Jetzt muß ich doch mal kurz nachhaken.

    Da wurde nämlich eine recht wichtige Frage übersehen. :wink:

    Zitat


    Wie dem auch sei. Was dem Profi wie die Frage eines Anfängers vorkommen wird (was es ja auch ist): Wie spricht man am besten in ein Mikro? Ich habe mir sagen lassen, dass man am besten am Mikro vorbeispricht. Stimmt das? Gibt es Unterschiede im Winkel und Entfernung zum Mikro wenn man leise redet oder schreit?

    Greetz
    Hatchetman

  • logi
    Beiträge
    862
    • 27. Mai 2004 um 18:56
    • #7

    Also das Mikro zeichnet erstmal das auf was reingeht. Wenn es von vorne besprochen wird, funktioniert es im allgemeinen (bei einer Nierencharakteristik und so weiter) recht gut. Probleme können dann entstehen, wenn diese in einem best. Abstand besprochen werden. Am besten du probierst das selber, nimm die flache Hand und sprich ein Wort mit einem oder mehreren Explosivlauten normal in die Hand. Dann gehe mit der Hand, ausgehend von deinen Lippen, immer weiter weg. Du merkst dann, wo es einen starken, explosionsartigen Aufprall gibt. Dieser wird dann nicht gänzlich am Gitter und Schaumstoff verwirbelt, sondern setzt sich zur Kapsel durch. Ein Super-Anti-Popp-System haben sich die Leute von Neumann beim Gesangsmikro ausgedacht, wirklich sehenswert.

    Zum zweiten ändert sich mit dem Abstand oder schreien vs. flüstern proportional der Spannungsverlauf. Je höher der Schalldruck, je höher die Ausgangsspannung. Das hört man wiederum an unterschiedlich lauten Übertragungen z.B. der Stimme.

    Gegen diese Popgeräusche wurden (Studio Großmembranmikrophone haben i.d.R. keinerlei Popschutz) für Aufnahmebedingungen äußere Popschütze erfunden, das sind mit Gaze oder feinmaschigen Gitter bespannte Metallringe, die die Explosivgeräusche verwirbeln.

    Gegen die unterschiedlichen Lautheiten beim Besprechungsabstand gibt es sog. Kompressoren. Dort kann ein Schwellenwert eingestellt werden, ab dem der Spannungsabfall nach oben und unten korrigiert wird. Meist kann noch ein Steigungsrate bzw. ein Abfallrate eingestellt werden, dann die Schnelligkeit, mit der der Kompressor eingreift, usw.

    Zusammengefaßt: Entweder die Exlosivlaute am Mikro verbeizischen lassen oder mit einem wirksamen Poppschutz bekämpfen.
    Bei der Abstandsänderung hilft entweder dieser Kompressor oder superschnelle Finger (die zu lautes und zu leises nachregeln können) und ein SprecherIn/SängerIn der/die immer denselben Output hat (also kaum machbar).

    Gruß Frank

  • Hatchetman
    Beiträge
    5
    • 27. Mai 2004 um 19:10
    • #8

    Danke Logi, das war sehr informativ. Mal sehen wie ich das umgesetzt bekomme. Wird schon hinhauen. Ich habe mit meinem Kumpel Kontakt zum Offenen Kanal Berlin aufgenommen und die zeigen sich sehr interessiert an dem Projekt. Wenn es also soweit ist, werde ich da vieleicht noch weitere professionelle Hilfe bekommen.

    Greetz
    Hatchetman

  • logi
    Beiträge
    862
    • 27. Mai 2004 um 19:14
    • #9

    Wichtig ist immer das selbst auszuprobieren und sich so weiterzutasten, also viel Spaß noch damit.

    Gruß Frank

  • niggles
    Profi
    Reaktionen
    843
    Beiträge
    4.313
    • 27. Mai 2004 um 19:18
    • #10

    Ein Mikro allein reicht nicht, um mit dieser Soundkarte auch nur irgendetwas aufzuzeichnen. Für dynamische Mikros hat der Vorverstärker zu wenig Gain und rauscht zuviel, für Kondensatormikros fehlt die Phantomspeisung. Also muß noch ein Mikrovorverstärker her, das Minimum ist sowas wie ein Midiman DMP oder Behringer :mrgreen: Ultragain, die ganz billigen Kisten wie ART Tube MP bzw. Millenium MIC 1 rauschen zu sehr. Notfalls tuts auch das kleinste Behringer-Pult aus der UB-Serie, aber da ist schon wieder aufpassen bzgl. Phantomspeisung (nicht normgerecht, da nur 12-15 V) angesagt.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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