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  5. Boxen und Amps

Ampleistung/dimensionierung bei Parallelschaltung

  • RA-CG
  • 6. Juli 2004 um 18:07
  • RA-CG
    Beiträge
    1.205
    • 6. Juli 2004 um 18:07
    • #1

    Hi!

    Vielleicht ne etwas komische Frage, aber so wirklich beantwortet wurde mir die noch nirgends.

    Folgendes Angenommen:
    Box mit 8 Ohm Sprecher und 400 Watt

    Endstufe mit folgenden Angaben 8 Ohm - 400 Watt bzw 4 Ohm - 800 Watt

    Also eigentlich gerade richtig wenn ich eine Box an einen Ampausgang hänge.

    Was ist nun aber wenn ich zwei Boxen parallel schalte?
    Dann habe ich ja 4 Ohm. Wieviel Leistung muss ich dann da draufgeben? 800 Watt bei 4 Ohm? Wäre dann ja wieder ein Ampausgang der gleichen Endstufe für nun 2 Boxen? Passt das so, oder ist das voll daneben?

    Würde nun spontan denken das ich für 2 Boxen auch die doppelte Leistung brauche, aber an dem Amp verändere ich ja nichts. Wird das dann durch die halbe Ohmzahl am Ausgang "ausgeglichen"?

    Ist zwar doof zu schreiben was ich meine, aber ich hoffe mal ihr kapiert trotzdem was ich meine. Gerade wenn ich zwei Bässe durchschleife, oder Monitore hab ich ja die Problematik. Stell mir dann halt immer die Frage was wäre denn da die "richtige" Ampleistung... :roll:

  • mckrise
    Beiträge
    945
    • 6. Juli 2004 um 18:40
    • #2

    Hi!
    Stell Dir das so vor:
    Die Endstufe ist eine Spannungsquelle und liefert (angenommene) 100 Volt Spannung.
    Nach dem Ohmschen Gesetz hast du bei 100 Volt Spannung und einem Widerstand von 8 Ohm einen Strom von 12,5 A.
    I=U/R .
    Daraus resultiert eine Leistung von 12,5 A x 100 V = 1250 Watt
    P = U x I

    Schliesst Du nun aber an derselben Spannungsquelle (100 V) einen 4 Ohm Widerstand an, dann fliessen nach dem Ohmschen Gesetz 25 A Strom, was einer Leistung von 25 A x 100 V = 2500 Watt entspricht.

    Du kannst nun solange mehrere Boxen parallel schalten, bis die Strombegrenzung der Endstufe eingreift, bzw. etwas kaputt geht, weil die Endstufe für so geringe Widerstände (z.b. 2 Ohm tauglich ??) nicht gebaut wurde.

    (Beispiel stark vereinfacht... )... denn die Widerstände der Boxen sind frequenzabhängig!

    Zitat

    Folgendes Angenommen:
    Box mit 8 Ohm Sprecher und 400 Watt


    Die 400 Watt des Lautsprechers sind für das Beispiel uninteressant, denn die von Dir genannte Endstufe würde auch bei einer Box 8 Ohm und 100 Watt (Belastbarkeit, etc.) die 400 Watt liefern, denn die Endstufe sieht nur den Widerstand der Lautsprecher, nicht was sie abkönnen.

    Die richtige Ampleistung kann man nicht genau sagen, hängt sie auch vom Hersteller der Chassis ab.
    Aber die RMS-Leistung der Endstufe sollte größer sein als die RMS-Belastbarkeit der Lautsprecher.


    Viele Grüße
    MCKRISE

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 6. Juli 2004 um 19:18
    • #3

    Wobei in der Praxis noch zu beachten ist, dass sich bei Halbierung des Widerstands nicht die Leistung automatisch verdoppelt.
    Ist aber auch egal, die genauen Angaben zu der jeweiligen Endstufe kann man schließlich in der Anleitung nachsehen.

    Was anderes:
    Warum soll die Endstufe von der RMS Leistung größer dimensioniert werden als der Lausprecher?
    Wenn der Lautsprecher dadurch nahe seiner Leistungsgrenze betrieben wird, erzeugt dieser Eigenverzerrungen die dem original Signal beigemischt werden.
    Um sicher zu gehen, bin ich eher für höher dimensionierte Lautsprecher.

  • doublefishdesigns
    Beiträge
    1.174
    • 6. Juli 2004 um 19:37
    • #4

    ich zitier' mich mal selber:
    "ein verstärker bringt effektiv nur die leistung die als RMS oft zitiert wird, alles darüber ist für den lautsprecher schädlich > clipping

    anders ein lautsprecher:
    seine RMS leistung ist ein mittelwert, ein "richtiger" speaker kann in der regel das doppelte an leistung ab, da diese lediglich kurz anfällt wenn du ihn mit musikmaterial fütterst und nicht mit sinuswellen und er sich dadurch nach einem peak wieder erholen kann > Crest faktor

    ergo braucht es im idealfall einen verstärker, der die doppelte RMS-leistung unverzerrt abzugeben vermag, demnach braucht eine 300WRMS box eine 600WRMS endstufe

    auch wenn das unlogisch klingt"

  • Fabs
    Beiträge
    465
    • 6. Juli 2004 um 19:40
    • #5

    edit: ocb war schneller... aber egal steht eigentlich das gleiche drin :mrgreen: :edit

    musik besteht aber nicht aus gleichförmigen sinuswellen (stichwort crestfaktor).... der rms wert gibt den wert an den der lautsprecher über einen längeren zeitraum aushält

    und da der rms wert nicht der wert ist den der lautsprecher maximal verträgt (über kurze zeit) werden endstufen größer dimensioniert um die signalspitzen der musik sauber zu verstärken... das tut dem lautsprecher in dem moment überhaupt nix

    schlimmer ist dagegen ein zu klein dimensionierter verstärker der dann möglicherweise anfängt zu clippen... und dem lautsprecher eine gleichspannung zuführt-> sehr viel schädlicher als kurzzeitige "überlastung"

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 6. Juli 2004 um 19:50
    • #6

    OK, das klingt einleuchtend. So habe ich das noch nicht gesehen.

    Danke euch beiden.

  • RA-CG
    Beiträge
    1.205
    • 7. Juli 2004 um 09:08
    • #7

    Hi!

    Wenn die Ausgangsspannung der Endstufe immer gleich ist, dann ist mir das nach dem Rechenbeispiel oben ja nun klar.
    Sprich stark vereinfacht kann ich dann entweder einen 8 Ohm Sprecher oder halt zwei parallelgeschaltete 8 Ohm an die gleiche Endstufe hängen wenn die Leistung der Endstufe passend ist.
    Dann zieht die Endstufe aber wahrscheinlich auch deutlich mehr Saft, oder?

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