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Speaker alignment time, wie berechnen?

  • Machtl
  • 15. Juli 2005 um 09:43
  • Machtl
    Verifiziert
    Beiträge
    705
    • 15. Juli 2005 um 09:43
    • #1

    hi leute,

    mal wieder zum thema speaker alignment. also da hab ich z.B. ein
    topteil mit nem 15"er und nem 2"er-Horn. im datenblatt ist freundlicherweise schonmal angegeben:

    Low frequenzy alignment time: 0.38ms

    ok, aber auf was bezieht sich das eigentlich genau? 0.38ms sind ungefähr
    13cm. ist das jetzt dann die horntiefe vom hochtöner bis zum diaphragma, oder ist das die tiefe des bass-reflex kanals bis zur vorderkante des hochtonhorns, oder, oder, oder? :)

    also wie genau berechnet sich eigentlich der "virtuelle" tiefenabstand der einzelnen speaker zueinander. nehm ich z.B. bei nem sub die speakervorderkante oder die abdeckung hinten in der mitte?

    danke schonmal für die antworten der experten hier!

    ciao
    machtl

    MEB Veranstaltungstechnik
    Chamsys MagicQ Forum

  • gerald1
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    1.142
    • 15. Juli 2005 um 10:41
    • #2

    Die unendliche Geschichte von Zeit und Phase.

    @ Machtl
    Ich nehme an, das angegebene Speaker-Alignment bei Deinen Boxen bezieht sich reineweg auf die Mechanik. Die reale Zeit setzt sich aber am Ende in der Audio-Kette aus mehreren Faktoren zusammen und da kommt ja auch noch irgendwie die Weiche oder eben ein DSP oder sowas und somit auch die Faktoren Zeit und Phase oder eben Phase und Zeit, ja wie auch immer. Da haben wir sie wieder - die unendliche Geschichte. Da lasse ich jetzt mal die Frequenz außen vor. Sonst verplappere ich mich wieder, was sofort Volker auf den Plan ruft.
    Ich persönlich unterscheide hier Phase und Zeit. Ich weiß, es gibt sofort wieder Gegenargumente. Aber beim Einsatz von Controllern mag ich die DSP's wo man da getrennt (Phase und Zeit) agieren kann. Da wird die Auswahl der DSP's sehr eng.
    Die realistischste Optimierung der Audiokette incl. Deines Time-Alignments läßt sich nur oder eben am einfachsten Meßtechnisch ermitteln. Da gibt es mittlererweile ne Menge Softtools am Markt. Und wenn alles fertig ist, bleibt immer noch ein großes Spielfeld übrig.
    Gerald1

  • Machtl
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    705
    • 15. Juli 2005 um 10:59
    • #3

    hi,

    also als DPS fungiert hier ein dbx Driverack 260. bei dem kann ich zumindest das delay einstellen und den ausgang dann noch 5-gradweise
    drehen. aber du meinst wahrscheinlich eine frequenzabhängige phasenanpassung, oder?

    ok, also das ganze muß ja nicht super-mega-perfekt sein, mich würd mal zur mechanik/gemeometrie interessieren wie da angesetzt wird, also wird
    da der tiefenabstand von schwingspule zu schwingspule genommen oder?

    bei der anlage handelt es sich um die TFLV serie von Proel. sind pro seite 2 18er direktstrahlend/BR(TFLV118SP) und ein top(TFLV152). bekommen die eigenen teile erst im september geliefert und hab momentan gerade viel freizeit. haben bislang immer fertige setups oder fixe controller zu unseren systemen gehabt, und da direkte einmessen war halt noch nie so wirklich ein thema.
    na auf jeden fall hab ich mir eben grad nochmal die datenblätten so durchgeschaut, und wenn man das topteil aktiv trennt, also das ganze dann 3weg aktiv fährt, dann steht da im sheet low_frequency_alignment_time 0.38ms.

    weiters gibts ja für das system fertige setups für den xta dp226. allerdings sind da die meisten sachen vom werk aus gesperrt. was ich allerdings rauslesen konnte ist ein "delay" von 206,6mm für die subs vorgesehen. mich würd einfach mal interessieren wie man auf diese abstände kommt. einfach bei der übernahmefrequenz(100~125Hz) so eingemessen, daß ich phasenkohärent bin?

    ciao
    martin

    MEB Veranstaltungstechnik
    Chamsys MagicQ Forum

  • Volker Holtmeyer
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    • 18. Juli 2005 um 12:06
    • #4

    Ja, der letzte Satz trifft es ganz genau auf den Punkt. Bei der Übernahmefrequenz müssen Hochtöner und Tieftöner das Gleiche machen. So mal ganz platt ausgedrückt: Wenn sich das Diaphragma nach vorne bewegt, muss sich auch die Pappe nach vorne bewegen und umgekehrt.

    Das kann man nun auf zwei unterschiedlichen Wegen erreichen; mit einer Verzögerung (Delay) des gesamten Signals, das den einzelnen Wandlern zugeführt wird, oder aber auch durch eine Verschiebung (bzw. Drehung) der Phase der einzelnen Wege.

    Wenn man nur den Punkt der Übernahmefrequenz betrachtet, ist die Auswirkung in beiden Fällen eigentlich genau gleich. D.h. auch eine Phasendrehung verursacht bei der Übernahmefrequenz ein Delay. Eine Phasendrehung verursacht aber für jede Frequenz ein anderes Delay.

    Ein Beispiel: Wir haben eine Übernahmefrequenz von Hochton zu Tiefton von 1 kHz. Nun drehen wir die Phase des Tieftonweges um 180°. Das bedeutet bei der Übernamefrequenz ein Delay von 0,49 ms. * Für eine Frequenz von 900 Hz bedeutet das aber ein Delay von (Lambda = 0,38 m, Lambda/2 = 0,19 m, Delay = 0,19 m * 2,9 ms) 0,55 ms!
    Bei einer Phasendrehung erfährt also jede Frequnez ein anderes Delay (zu tiefen Frequenzen nimmt das Delay stetig zu)!

    Es ist in den meisten Fällen leider nicht damit getan, einfach den Versatz von Hochtöner zu Tieftöner zu messen und als Delay herzunehmen. Denn alle Filter - seien es elektrische (Frequenzweiche) oder auch "mechanische" durchs Gehäuseprinzip (z.B. Bassreflex) - verursachen eine Phasendrehung. D.h. allein durch die Ansteuerung und das Gehäuseprinzip kann schon ein Phasenunterschied zwischen Hochton und Tiefton auftreten, auch wenn Hochtöner und Tieftöner gar keinen räumlichen Versatz hätten.

    Das Sicherste ist also in der Tat, mit einem Messsystem die Impulsantwort aufzunehmen und sich den minimalphaseigen Anteil anzuschauen.

    *
    Lambda = c / f = (344 m/s) / (1000 1/s) = 0,34 m
    Eine komplette Wellenlänge ist 360°, folglich ist 180° die halbe Wellenlänge hier also 0,17 m.
    Der Schall breitet sich mit 344 Meter pro Sekunde aus, er braucht also eine Zeit von 1/344 Sekunden für einen Meter.
    Das sind 1/344 s/m = 0,0029 s/m oder 2,9 ms/m, was diese oft zitierten "3 Millisekunden pro Meter" sind.
    Das Delay ist nun 0,17 m * 2,9 ms/m = 0,49 ms

    http://www.volkerholtmeyer.de/

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