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Trockene Kondensatoren --> wie feststellen

  • fschleif
  • 30. März 2006 um 09:58
  • fschleif
    Beiträge
    950
    • 30. März 2006 um 09:58
    • #1

    Hallo!

    Man hört immer öfter, dass Kondensatoren einer Alterung unerliegen und somit ihre Kapazität mit der Zeit verlieren (das Dielektrikum verliert seine Eigenschaften??). Welche Auswirkungen das hat, kann ich mir vorstellen. Allerdings handelt es sich hierbei ja um einen schleichenden Prozess, so dass man den "Schaden" unbemerkt entstehen lässt. Macht es also Sinn, pauschal nach einer gewissen Zeit die Elkos zu tauschen, oder sollte man die Kapazität messen und mit den Sollwerten vergleichen um dann zu entscheiden, ob ein Tausch notwendig ist. Wie hoch dürfen die Abweichungen liegen?
    Ich setze relativ viel Camco DL 3000 ein, die ich immernoch für feine Stufen halte, die allerdings mittlerweile typischerweise ein gewisses Alter erreicht haben...

    Grüsse

    Frank

  • MK
    Profi
    Beiträge
    373
    • 30. März 2006 um 10:14
    • #2

    Hallo,
    es ist nicht grundsätzlich so, dass alle Elkos mit der Zeit nachlassen, sondern zwischenzeitlich eher der Ausnahmefall. Handelt es sich dabei um Netzteil-Siebelkos, fängt der Verstärker bereits im Leerlauf oder bei geringer Belastung zu brummen an (100 Hz). Im Röhrenzeitalter gab es das recht oft, bei modernen Endstufen eher selten.
    Trocknet ein Elko im Signalweg aus, so sind die Auswirkungen sehr unterschiedlich. Wenn Du den Verdacht hast, leg ein Signal an einen Kanal der Endstufe an, dann an den anderen. Dabei darf klanglich kein Unterschied festzustellen sein. Wenn doch, dann ist was faul. (Wichtig: gleiche Box an gleicher Stelle, gleicher Pegel!) Die Wahrscheinlichkeit, dass in beiden Kanälen der gleiche Elko zur gleichen Zeit kaputt geht, ist sehr klein, weshalb diese Methode sicher zum Ziel führt.

    Gruß
    Martin

    Glaube nur, was auch wissenschaftlich untermauert werden kann, menschliche Sinne lassen sich zu leicht besch... - äähh betrügen!

  • fschleif
    Beiträge
    950
    • 30. März 2006 um 10:20
    • #3

    Danke schonmal für die schnelle Antwort.
    Ich hatte eher an die Elkos im Siganlweg gedacht - ein Brummproblem gibt es nicht. Ich weiss soagr nicht, ob es überhaput ein Problem gibt. Ich hatte es so verstanden, als dass die Elkos schleichend ihre Kapazität verlieren, die Stufe also z.B. ihre Impulsfestigkeit einbüsst. Da hatte ich dann die Vermutung, dass das in gewissem Rahmen bei allen Elkos gleich geschieht, man also keinen Unterschied feststellen kann. somit kann ich nicht feststellem, ob die Stufe noch die Performance bringt, die sie als "Neugerät" aufweist...
    Nach Deinem Post gibt es dnn bei Elkos nur Sekt oder Selters - will sagen, entweder das Ding ist kaputt, oder es hat die spezifizierten Werte... Ist das so? Dann müsste man sich ja keine weiteren Gedanken machen, so lange man keine Klangeinbussen feststellen kann.

  • MK
    Profi
    Beiträge
    373
    • 30. März 2006 um 10:25
    • #4

    Es gibt schon auch diesen schleichenden Prozess, der ist allerdings zwischenzeitlich wirklich sehr selten geworden. Meist sind Elkos beleidigt, wenn sie über mehrere Monate oder Jahre keine Spannung zu sehen bekommen. Soll heißen: Du nimmst ein lange nicht benutztes Gerät aus dem Regal , schließt es an, und es tut nicht mehr so richtig. Dann handelt es sich oft um einen beleidigten Elko, der dann entweder nix mehr tut, oder einen Kurzschluss macht.

    Wenn Du also das Gerät regelmäßig benutzt und nix hörst, lass es gut sein.
    Gruß
    Martin

    Glaube nur, was auch wissenschaftlich untermauert werden kann, menschliche Sinne lassen sich zu leicht besch... - äähh betrügen!

  • fschleif
    Beiträge
    950
    • 30. März 2006 um 10:32
    • #5

    Wunderbar!
    Das wollte ich doch eigenltlich genau hören . erspart eine Menge Arbeit :D

    Die Stüfchen sehen schon des öfteren mal Strom - dann lass ich alles wie es ist und werde erst aktiv, wenn ich definitiv einen Ausfall merke...

  • Thorgy
    Beiträge
    1.146
    • 31. März 2006 um 20:36
    • #6

    Off Topic:

    MK
    Meinen Beifall hast du! Das war mit wenigen Worten was gesagt, was Hand und Fuß hat!

    Grüße

    Aus Augsburg

    Ich bitte von Mails, wie "Schick mal die Daten für die 3 Wegekiste", abzusehen. Danke.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 1. April 2006 um 08:05
    • #7

    shittige Chinaelkos halten 2000 Betriebsstunden, ordentliche Qualitäten um 5000h. Die muß man erstmal hinter sich haben bevor das zum Thema wird, und das dauert. In den ersten 2 Jahren nach Neukauf ist mit solchen Gags imho nicht zu rechnen.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • MK
    Profi
    Beiträge
    373
    • 3. April 2006 um 10:27
    • #8

    Die Haltbarkeit von Elkos hängt in erster Linie von deren Betriebsart ab.
    Was sie nicht mögen:
    Hohe Ströme (deswegen gehen Netzteilelkos auch eher kaputt als die im
    Signalweg)
    Falsche Polung
    Lange Betriebspausen (Jahre)
    Hohe Temperaturen

    Wenn ein Elko immer brav unter richtig gepolter Spannung steht und kaum Ströme aushalten muss, hält er sehr lang. Das mit den Betriebsstunden halte ich für eine Vermutung, oder hast Du das schon mal ausprobiert :?:

    2000 Stunden entsprechen 83,3 Tagen. Ich habe elektrische Chinauhren und Radiowecker, die schon zig Jahre im Dauerbetrieb laufen, ohne mit der Wimper zu zucken!?!? :wink:

    Martin

    Glaube nur, was auch wissenschaftlich untermauert werden kann, menschliche Sinne lassen sich zu leicht besch... - äähh betrügen!

  • evoice
    Beiträge
    107
    • 3. April 2006 um 11:31
    • #9
    Zitat

    shittige Chinaelkos halten 2000 Betriebsstunden, ordentliche Qualitäten um 5000h

    ... kenne Crowns die schon >15 Jahre auf dem Buckel haben und seitdem klaglos ihren 10 Std. Dienst in Dissen verrichten (>50.000 Std. (vorsichtig gerechnet)) ...

  • schrecki7289
    Beiträge
    7.887
    • 3. April 2006 um 13:19
    • #10

    Dann müsste die Stufe in den 15Jahren jeden Tag 9 Stunden gelaufen sein.
    Findest du nicht, dass das etwas unrealistisch ist?
    :roll:

    Gruß
    Thomas

  • evoice
    Beiträge
    107
    • 3. April 2006 um 13:41
    • #11

    Nein. Tagsüber Cafe, Kneipe mit Hintergrund/ Zonenbeschallung. Abends dann Disse, Einsatz Microtech 1200 und Macrotech 2400. 10Std. am Tag/ 6 Tage Woche

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 4. April 2006 um 08:15
    • #12

    Erklärung zu meiner Angabe:

    Die Standzeit von Elkos ist maßgeblich davon abhängig wie hoch diese belastet werden. Die von mir verwendeten Herstellerangaben beruhen auf der zugesicherten Mindestlebensdauer und maximaler Belastung. D.h. nach Ablauf dieser Zeitspanne steigt die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls an.
    Wer besonderen Wert auf langlebige Hochleistungsendstufen legt verbaut im Netzteilbereich Low ESR Typen mit >5000h ("very long life"), das entspricht dem Besten was der Markt überhaupt zu bieten hat.

    Auf die Lebensdauer der Elkos hat Einfluß:
    Ihre Belastung, dabei spielt das Netzteildesign eine tragende Rolle, wenn man zB aus Platzgründen die Kapazitäten sehr knapp oder gar unterdimensioniert hat, die Eigenerwärmung nicht weggekühlt wird oder gar Fremdwärme den Elkopark mit aufwärmt, wenn das Gerät permanent mit Höchstlast an 2 Ohm betrieben wird, sehr hohe Schaltfrequenzen, wenn die höchstzulässige Spannung der Elkos auch ständig reingeladen wird (geringe Sicherheit nach oben), - führt das zu kurzer Standzeit, ebenso der Serienbetrieb bei dem extrem hohe Strompeaks entstehen (das wird gern gemacht um Elkos niederer Spannungsfestigkeit zu verarbeiten da diese billiger und kleiner sind)

    Manu

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • DJheini 16. Februar 2021 um 08:53

    Hat das Thema aus dem Forum Boxen und Amps nach Selbstbau und Reparatur Technik verschoben.

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