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Zur Qualität von Billig-Mics (oder: Behringer vs. Haun)

  • F.A.Bi.A.N.
  • 27. August 2006 um 01:32
  • Ansch
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    392
    • 28. Dezember 2006 um 00:36
    • #41

    Ich habe mit meinem Behringer ECM 8000 auch mal einige Vergleichsmessungen gemacht.
    Dabei erhalte ich folgenden Amplitudenfrequenzgang:
    http://www.paforum.at/daten/images/Ansch/ecm8000/ECM8000.png
    Im Tieftonbereich wurde eine Tieftonmesskammer mit 1150 Hz oberer Grenzfrequenz verwendet (maximale Ausdehnung 45 mm), im Mitteltonbereich ein 15 cm Konuschassis, im Hochtonbereich eine Seidenkalotte.
    Als Referenzmikrofone habe ich RFT Gefell MK 103 (fug = 2 Hz) im Tieftonbereich und RFT Gefell MK 202 (fog = 40 kHz) im Hochtonbereich verwendet. Die Referenzmics wurden am am Präzisionsimpulsschallpegelmesser 00 00017 als Vorverstärker betrieben, der Wechselspannungsausgang war mit dem Soundkarteneingang verbunden. Das Messprog war Steps im Zweikanalmodus.
    Der Fgang passt auch halbwegs mit dem von Behringer angegebenen überein. Hinsichtlich der Empfindlichkeit stelle ich an diesem Mic eine Tagesform fest, die Empfindlichkeit schwankt im Bereich +- 0,5 dB.
    Allerdings ist mein ECM 8000 schon ein paar Jahre alt.

    Wirklich überrascht hat mich das Klirrverhalten des Mics:
    http://www.paforum.at/daten/images/A…0/klirr1kHz.png
    Zum Verfahren:
    Genutzt wurde die Messkammer am Kopfhörerausgang der Soundkarte (am Verstärker rauscht es zu stark bei geringen Pegeln, in der Messkammer reichen einige mV für heftige Pegel) Gemessen wurde mit Arta im SPA Modus und linearer Mittelung.
    Eine Vergleichsmessung mit Gefell MK 202 wurde durchgeführt. Diese zeigt, dass Messkammer und Kopfhörerverstärker nicht ursächlich für die Verzerrungen sind.
    Das Behringer Messmic wurde an einem Thomann Millenium Micpreamp betrieben, dessen Verstärkung angepasst wurde, so dass -6 dB FS des Soundkarteneingangs erreicht wurden. Der Preamp wurde separat durchgemessen und hat einen Klirrfaktor von 0,05%.
    Das MK 202 wurde wieder am Präzisionsimpulsschallpegelmesser 00 00017 betrieben, der Wechselspannungsausgang war mit dem Soundkarteneingang verbunden. Durch Umschalten der Messbereiche (dass eine sinnvolle Anzeige erreicht wurde) wurde die Aussteuerung des Soundkarteneingangs konstant gehalten.
    Fazit:
    Mein Behringer ECM 8000 klirrt gewaltig, bzw. lässt sich oberhalb von ca. 100dB nicht einsetzen.
    Dennoch verwende ich es recht gerne z.B. für Messungen auf der Wiese um Amplitudenfrequenzgänge aufzunehmen (dort sind mir die hochwertigen Messmics eigentlich zu schade)


    Viele Grüße
    André

  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 28. Dezember 2006 um 19:32
    • #42

    Hallo,

    sollte es wirklich so große Streuungen beim ECM 8000 geben?

    Hier mal das Klirrverhalten meines Exemplars, ermittelt in einer kleinen Druckkammer. Testfrequenz war 160 Hz, tendenziell ist die Frequenz aber unwichtig (gemessen bei 20, 40, 80, 160 und 320 Hz).

    Gerade eben habe ich auch mal bei 1kHz getestet (die Druckkammer ist dann allerdings keine Druckkammer mehr), dennoch erhalte ich auch hier etwa 1% THD bei 117 dB. Das gleiche Ergebnis mit einem im Nahfeld gemessenen Mitteltöner (Alpha 6).

    Messkette: Behringer ECM 8000, Monacor MPA-102, Soundblaster MP3+ USB
    Software: ARTA Spectrum Analyzer

    Grüße
    Matthias

  • Ansch
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    12
    Beiträge
    392
    • 28. Dezember 2006 um 20:12
    • #43

    Dein Plot ist mir bekannt.
    Ob hier Serienstreuungen verantwortlich sind kann ich nicht einschätzen, wie gesagt ist mein Behringer schon etwas älter, vielleicht liegt es daran (wie ebenfalls geschrieben kommt es v.a. auf der Wiese zum Einsatz und ist mir im Laufe der Zeit schon einige Male runtergefallen).
    Bei verschiedenen Frequenzen habe ich auch gemessen, auch im Tieftonbereich mit Messkammer und immer mit Gefell Mikro gegengemessen.
    In der Tat ergeben sich kaum Unterschiede für unterschiedliche Frequenzen und immer liegt der Klirr der sonstigen Messkette (gegengemessen mit mit Gefell MK 202 - Grenzschalldruck ca. 158 dB @ THD = 3%) unter 0.1% (eher in der Größenordnung 0,05%).

  • elektrikus
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    234
    • 30. Dezember 2006 um 09:20
    • #44

    Hallo Zusammen,

    bei der Messung des Klirrfaktors eines Mikrofons sollte man sichergehen, daß der Klirrfaktor auch vom Mikrofon und nicht vom Lautsprecher kommt. Bei Schalldrücken um 120 dB oder darüber kann man sich da nicht mehr so sicher sein.
    Hohe Schalldrücke (bis zu 140 dB) mit geringem Klirrfaktor erzeugt man mit einem Lautsprecher im abgestimmten Helmholtz-Resonator. Das funktioniert natürlich nur bei einer Frequenz, aber da eben sehr gut.

    Gruß

    Elektrikus

    Wer amtliche Signaturen nachmacht oder verfälscht,
    oder nachgemachte oder verfälschte amtliche Signaturen in den Umlauf bringt
    wird mit Ohringer nicht unter 2 Jobs pro Woche bestraft.

  • Ansch
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    Beiträge
    392
    • 30. Dezember 2006 um 12:28
    • #45

    Das ist durchaus richtig, deshalb wurde auch in einer Druckkammer gemessen (bei mir in einer mit f_og = 1150 Hz). Dort reichen ca. 100 mV für 116 dB. Bei dieser Spannung klirrt auch der Visaton FRWS5-8 noch nicht sonderlich (lenkt ja kaum aus).
    Zusätzlich wurde ja eben mit hochwertigem Mikrofon gegengemessen, um eben genau den Klirr der sonstigen Messkette auszuschließen. Der Mikrofonvorverstärker, an dem das Behringer ECM 8000 betrieben wurde, wurde separat durchgemessen.

    Viele Grüße
    André

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