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Welchen Amp für was benutzen?

  • Nyt
  • 12. April 2007 um 10:52
  • Nyt
    Gast
    • 12. April 2007 um 10:52
    • #1

    Hallo,

    ich habe mir neulich einige Gedanken über verschiedene Verstärker und Ihre Einsatzmöglichkeiten gemacht.

    Ich habe zwar eine gewisse Erfahrung im Elektrobereich, bei Elektronikfragen bin ich aber definitiv nicht in der Lage mir selbst ein Ergebnis zu stricken.
    Also wende ich mich hiermit an euch.

    So habe ich mir neulich die Frage gestellt, ob ein Verstärker tatsächlich bei allen Frequenzen einen gleich hohen Output bringt oder ob es hier Unterschiede gibt?
    Da Leistungsangaben meist in 20-20kHz und 1kHz angedruckt werden, vermute ich, daß es einen Unterschied geben muß.
    Wenn ja, wäre eine Angabe mit X-Watt bei 1kHz/1%THD für einen Amp der einen Bass treiben soll doch nicht wirklich aussagekräftig. Und so müsste man doch im Gegenzug bei den Herstellern einen Chart (Frequenz/OutputPower) anfordern um sich ein Bild über die Einsatzmöglichkeiten eines Amp’s zu verschaffen?

    Genauso sieht es mit Leistungsspitzen aus.
    Hat jeder Verstärker einen ähnlich hohen Headroom?
    Da ich mal vermute das dies nicht so ist, wäre eine solche Angabe doch auch sehr Interessant für den Verwendungszweck?
    Denn ich stelle mir vor, daß beim Einsatz als BassAmp ein hoher Headroom sehr gut ist. Und genauso interessant wäre auch eine Angabe wie lange diese Mehrleistung gehalten werden kann.

    Ich bitte darum meine obigen Aussagen zu korrigieren oder zu bestätigen.

    Ziel meiner Überlegung ist, wie finde ich heraus, welcher Amp für eine Bassbox besser geeignet ist?

  • Volker Holtmeyer
    Profi
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    • 12. April 2007 um 11:38
    • #2

    Der Frequenzgang eines Leistungsverstärkers ist in der Regel sehr linear und zwar weitgehend unabhängig vom Eingangssignal und der angehängten Last. Mit Deiner ersten Vermutung liegst Du also falsch.

    Mit Deiner zweiten Vermutung liegst Du hingegen goldrichtig. Die abgegebene Leistung ist abhängig vom Crest-Faktor des Eingangssignals und natürlich auch von der Impedanz der Last.

    Sehr schön beschrieben in folgendem Skript:
    http://www.anselmgoertz.de/Page10383/Anse…dt/daga00et.pdf

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • f8274
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    • 12. April 2007 um 12:13
    • #3
    Zitat

    Der Frequenzgang eines Leistungsverstärkers ist in der Regel sehr linear

    Volker, ich vermute, Du hast ihn missverstanden. Dass Endstufen den Frequenzgang nicht signifikant verbiegen, steht hier wohl außer Frage.

    Vielmehr geht es Nyt - so wie ich ihn verstanden habe - darum, dass Endstufen über das Frequenzspektrum unterschiedliche Leistungen abgeben können. Das ist auch einfach abzulesen aus den Herstellerangaben, wo meist eine um 15% höhere Leistungsabgabe bei 1 KHz im Vgl. zur Leistung zw. 20 Hz- 20 Khz. genannt wird.

    Selbiges gilt für Lautsprecherhersteller und ihre Leistungsangaben zu den Aktivmodellen, also zu den darin verbauten Class-D-Endstufen. Wenn bspw. ein Ampmodul 750W an 4 Ohm bei 1 Khz, und 390W an 8 Ohm bei 1 KHz. leistet, frage ich mich, wieviel davon noch bei 60 Hz in einen Subwoofer ankommt, da das Netzteil hier ungleich größer ausgelegt sein muss, um ihre Leistung bei derselben Verzerrung (meist 1% THD) liefern zu können.

    Gruß O.

  • Nyt
    Gast
    • 12. April 2007 um 13:27
    • #4

    Oli du hast mich richtig verstanden.
    Genau das war mein Gedankengang.

    Das das Netzteil Einfluss auf den Headroom hat ist mir klar. Aber wie erkenne ich ob ein Amp wirklich Basstauglich ist?

    Und was ich an dem Skript nicht wirklich verstehe ist auf Seite 3 ganz oben... Das steht, daß ein reines Basssignal aus einem aktiv getrenntem System einen sehr geringen Crestfaktor hat.
    Oder redet der Autor hier von einem nachträglich komprimierten Signal?
    Weil ich war eigentlich der Meinung, daß ein reines Basssignal einen hohen Seitelfaktor haben müsste, da es sehr stark schwankt.
    Und habe daraus gefolgert das Amps mit hohem Headroom Basstauglich sind.
    Was demnach ja Falsch wäre?

  • Volker Holtmeyer
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    • 12. April 2007 um 16:22
    • #5

    Prinzipiell (also von technischer Seite) ist es einer Endstufe egal, bei welcher Frequenz ihr Leistung "entnommen" wird. Zu beachten wäre allenfalls, welche Bandbreite (!) das Signal hat.

    Etwas genauer definieren müsste man hier den Begriff "Basstauglichkeit". Generell - und da hat Nyt Recht - ist der Crest-Faktor üblicher Musik im Tieftonbereich recht groß. Aber etwa bei Techno-Stücken, bei denen es z.B. lange und teife Sythyteppiche gibt, sieht das über diesen kurzen Zeitraum betrachtet, ganz anders aus. Hier gleicht das Signal u.U. schon fast einem Sinus, was einem Crest von 3 dB entspräche. Womit das Netzteil sehr schnell "ausgelutscht" ist.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • Nyt
    Gast
    • 12. April 2007 um 19:01
    • #6

    Heißt das im Umkehrschluss, daß jeder Amp der
    bei 1kHz/1%THD 500Watt bringt,
    bei 60Hz/1%THD ebenfalls diese 500Watt leistet,
    bzw. bei 15kHz/1%THD auch 500Watt, usw...
    (Ausgehend von der gleichen Bandbreite das Signals)

  • f8274
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    • 13. April 2007 um 00:33
    • #7

    Nein.

    QSC gibt bzw. gab bisher bspw. für unterschiedliche Messungen auch differente Leistungen an, also

    a) Messung bei 1 KHz (ElA) und

    b) Messungen bei 20 Hz - 20 KHz (FTC)

    führten zu ca. 10-20% Leistungsabweichung, die bei der 1 KHz.-Variante höher ausfiel.

    Beispiel:

    http://www.qscaudio.com/products/amps/…powerlight2.htm

  • Nyt
    Gast
    • 13. April 2007 um 09:42
    • #8

    Die Unterschiede zwischen diesen beiden Messungen sind mir auch aufgefallen. So bin ich ja auf die Idee gekommen...

    Die Frage ist jetzt liegt die ca. 10-20% höhere Ausgangsleistung an der benutzten Frequenz oder an dem schmaleren Frequenzband?

    Hier müsste ich wissen wie die Messung 20-20k durchgeführt wird.
    Wird ein breitbandiges Signal angelegt
    -Dann liegt die geringere Leistung an der größeren Bandbreite-
    oder wird mehrfach in einzelnen Frequenzen gemessen und dann ein Durchschnitt gebildet?
    -Dann müsste es Einzelfrequenzen geben die einen deutlich niedrigeren Output haben als die Leistungsangabe 20-20k und diese wäre an sich unnütz-

  • Volker Holtmeyer
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    • 13. April 2007 um 10:49
    • #9

    Der Unterschied liegt natürlich an der unterschiedlichen Bandbreite. Alles Andere wäre ja auch fatal!

    Gemessen wird mit einem Rauschen (also alle Frequenzen gleichzeitig).

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • f8274
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    • 13. April 2007 um 11:13
    • #10

    Wenn ich mich richtig erinnere, wird bei der FTC (20 Hz - 20 KHz) ein gemittelter Wert angegeben, wobei eine Toleranz von 3 dB gewährt wird. Daher ist die Messung bei einem festen Frequenzwert durchaus der Vergleichbarkeit dienlich, jedoch wären auch mir 60 Hz lieber als die marketingtauglicheren 1 KHz. Würde mich nicht wundern, wenn die Branche allmählich in Richtung "Komfortabel aufgerundete Addition aller Kanäle mit maximaler Musikleistung bei millisekunden andauernden Peak und maximaler Verzerrung" abdriftet, da sie offenbar selbst wenig zur Vergleichbarkeit beitragen will.

    Welcher Endstufenhersteller kann schon einen Frequenzschrieb zu der Leistungsabgabe seiner Produkte anbieten?!

    Daher werden eigene Praxiserfahrungen immer wichtiger, doch dazu muss man das Produkt leider ersteinmal kaufen, um es anschließend beurteilen zu können.

  • Nyt
    Gast
    • 13. April 2007 um 13:46
    • #11

    Ok...
    Ihr seid euch da nicht einig,
    trotzdem ziehe ich für mich jetzt folgendes Resume:

    Ich muss nicht auf Technischedaten achten, wenn ich einen Amp nur in einem bestimmten Frequenzband benutzen möchte, da es der Technik egal ist welche Frequenz verstärkt wird.

    Ein Unterschied zwischen den 1k und 20-20k Leistungsangaben lässt darauf zurückschließen, wie viel Mehrleistung ein Amp bei schmalerem Band freigibt.

    Brauche ich einen schmalbandige Verstärkung wie z.B. Bass von 20-100Hz orientiere ich mich ehr an dem 1k Wert.
    Arbeite ich Fullrange (breitbandig) interessiert mich ehr die 20-20k Leistungsangabe.

    Alles andere muss ich dann wohl (wenn ich mal nen Tag Zeit habe) mit verschiedenen Amp’s ausprobieren.

    Danke

  • MarkusZ
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    • 13. April 2007 um 15:19
    • #12

    Meine Herren

    10% Leistungsunterschied entspricht einer Pegeldifferenz von weniger als einem halben dB :!:
    Aus "wissenschaftlicher" Sicht mag das ja ungeheur spannend und wichtig sein; aber über die Relevanz in der Anwendungspraxis brauchen wir uns wohl nicht wirklich zu unterhalten.

    Die unterschiedlichen Leistungsangaben im erwähnten Beispiel beziehen sich ja nicht nur auf unterschiedliche Testverfahren sondern auch auf unterschiedliche THD-Werte (0,03% gegenüber 1%)!

    Markus Zehner

    http://www.zehner.ch/

  • f8274
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    • 14. April 2007 um 00:17
    • #13

    Berechtigter Einwand!

    Gruß f 8274

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