Hallo zusammen,
hier mal wieder ein Problem aus der Praxis.
In unserer Kirche spielt die Band aus den Boxen im Altarraum - also von vorne - und die elektronische Orgel aus den Boxen, die zwischen den alten Orgelpfeifen auf der Empore stehen - also von hinten.
Damit ergeben sich zwei unterschiedliche Immissionsorte, je nachdem, wer gerade mit Spielen dran ist - und das natürlich innerhalb eines Gottesdienstes.
Die Alternative, die Orgel über die PA spielen zu lassen, haben wir schon probiert, ist aber u.a. vom Organisten abgelehnt worden.
Ich tendiere derzeit dazu, zwei Messmikros für die beiden Ersatzimmissionsorte vor den Boxen zu nehmen und das Signal für den LEQ zusammen zu mischen. Die Korrekturwerte würde ich für die beiden maßgeblichen Immissionsorte ermitteln und dann den kleineren verwenden.
Das Ganze ist auch tatsächlich nicht nur theoretischer Natur, da die Orgel 115 db(C) Peak aus den Boxen abgibt und wir damit in der ersten halben Stunde des Gottesdienstes in den Bereich >85dB LEQ kommen.
Gibt es fachlich an der geplanten Vorgehensweise etwas auszusetzen?
Gruß
Claus
Korrekturwerte nach DIN 15905-5 bei zwei Schallquellen
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Bei uns in Gottesdiensten kommt es nicht zu Graüschpegeln, bei denen die DIN 15905-5 greifen würde, da geht es meist doch noch etwas "besinnlicher" zu. Eine Orgel mit einem Leq von über 85 dB ist schon beachtlich. Betet ihr dazwischen nie?
Die Lautsprecher werden ja auch etwas von den zu "Beschallenden" entfernt stehen. da sollte es eigendlich keine Probleme geben. Anders sieht es natürlich bei so manchen Sakralbands aus, aber auch die spielen doch eher sanfte und besinnliche Musik und keinen Hardrock. Also für eine Kirche würde ich den Aufwand nicht machen, zumal es meist auch nicht zu erwarten ist das ein "Gottesdienstteilnehmer" die Kirche wegen Gehörschädigung verklagt. -
In Kirchen mit Gebläseorgeln ist das ja auch kein Thema.
Ich habe am Sonntag mal gemessen und die Orgel hat am Immissionsort etwa 97 dB Kurzzeit-LEQ - auf Dauer wäre das Gehörschutz-Niveau.
Dazu kommt, dass in der ersten halben Stunde wenig Liturgie und ganz viel Musik dran ist.
Wenn dann noch lärmbelastungsmäßig erschwerend hinzukommt, dass nicht die "normale" Gottesdienstband spielt, sondern die "Jugendband", wo es schon mal etwas lauter wird, kommen wir in den Problembereich.
Jetzt fehlt nur noch ein warum auch immer mißgünstiger Zeitgenosse, der danach über ein Gehörproblem klagt, dass seit dem sonnntäglichen Gotttesdienst da ist - wo es mal wieder viel zu laut war und überhaupt die ganzen englischen Lieder und so - und schon haben wir ein Problem.
Ausserdem bin ich nicht alleine auf der Welt, sondern wir wechseln uns in einem Team an der Technik ab.
Da ist es gut, wenn alle Aspekte auch in unkritischen Veranstaltungen wie "normalen" Gottesdiensten von allen mal trainiert werden können. Und dazu gehört neben Kanälen an/aus und laut/leise auch das Abmischen der Aufnahme und demnächst eben auch die LEQ-Messung.
Deshalb möchte ich diese auch so korrekt vornehmen, wie es uns mit unseren Mitteln möglich ist.
Gruß
Claus