Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich möchte hier mal eine lockere Talkrunde einwerfen, wenn's interessiert.
Ich selbst habe nun 14 Jahre in der Audiobranche aufm Buckel. Was alles mit einer Conrad-Elektronik Lichtorgel angefangen hat, ist heute schon recht amtlich. In der Historie hat sich viel entwickelt und ich viel Geld investiert. Ich will euch einfach mal meine Frikadelle ans Ohr tackern und danach eure Erfahrungsberichte lesen. Das Thema könnte dann durchaus spannend für diejenigen werden, die noch ganz am Anfang stehen.
Als ich angefangen habe, habe ich nicht gleich das billigste Zeug gekauft. Ich habe gespart und dann war ich einkaufen. Ein großer Moment, Augen groß wie Bauklötze, als ich mein hart erjobbtes Geld in zig Kartons Technik gesteckt hatte. Meine Mom ist ausgerastet... kurze Zeit später die Nachbarn auch. Damals kaufte ich ein Oshino 3-Kanal Mischpult, 2 Gemini Plattenteller und ein IMQ Stageline Doppel DJ-CD-Player und eine UrLucas. Ich wollte bei der Soundanlage nicht sparen und habe mich schon damals gegen die preiswerte Powerworks-Serie von HK entschieden. Achso beim Headphone war es auf Anhieb der HD25. Beim Equipment habe ich dann sehr schnell eingesehen, dass günstig nicht zwangsweise gut war. Das Oshino-Pult war der Preis-/Leistungssieger schlechthin. Das hatte ich lange Jahre. Die Plattenteller blieben auch 1,5 Jahre und sind dann zu relativ guten Konditionen noch im Gebrauchtmarkt weggegangen. Der IMQ Stagelineline Doppel CD mit Pitch-Joystick hat nicht lange überlebt. Das Teil war sowas von schlecht, dass ich mit großem Arbeitseinsatz (morgens vor dem Schulunterricht im Schwimmbad, nachmittags und abends auch noch anderswo) recht schnell einen Denon 2000F MKIII gekauft hatte. Riesen Diskussion daheim, ihr könnt's euch vorstellen. "Soooviel Geld für einen CD Spieler..." "Ich zur Mama: Meine Arbeit, mein Geld. Mein CD-Player :-)". Ich fand CD übrigens damals schon besser als Schallplatte. Schallplatte war aber Pflicht! Es ging los, Mixtapes, Mixtapes und nochmal nen 10er Pack TDK Mixtapes. Alle mussten wissen, ich bin DJ. Es wussten dann alle und die ersten Parties gingen los. Ja, noch mit der selbstgelöteten Conrad Lichtorgel und diversen Klemmlampen mit bunten Glühlampen drin. Geilomat, wir waren die Könige, wenn wir eine Party gemacht haben. Der Sound mit der UrLucas ging voll in Ordnung. Andere Mitschüler haben nur Papas Hifiboxen geschrottet. Bei mir alles easy! In der Disco war der Platz neben der DJ Kanzel "reserviert". Immer den Blick auf DJs Plattenkiste. Meine Vorbilder waren damals richtige Partyhengste und haben Stimmung zelebriert. Ansporn für mich "das will ich auch". Ich war wie ein Bazillus, meine Schuhsohlen waren schon neben der DJ Kanzel eingebrannt. Ich bekam schlussendlich die Gelegenheit und durfte auch mal. Es folgte noch der ein oder andere DJ Contest. Plötzlich kam man in Kontakt mit "wichtigen" Leuten. Ich sollte mal ins Studio kommen, da wird gerade noch ein billiger DJ für eine Produktion gebraucht. Alles klar, ich war dabei und ab dann ging es los. Platte in die Charts gerade so in die Top50 Media Control geschafft und dann kamen die DJ Bookings. Erstes Geld, gleich wieder los einkaufen und den Oshinomixer in Rente schicken. Ich hatte mich in den DJM500 verliebt. Und durch die Cluberfahrungen am Technis, fand ich die Gemini-Plattenteller gar nicht mehr so cool. Also zwei 1210er MKII gekauft. Lichttechnik hatte ich immer noch kein Update gemacht. Für die Party unter Freunden hatte mein Freund Conrad ausreichend bunte Glühbirnen. Es folgte dann der Umstieg vom Hobby zum Beruf. Behringer sei Dank (5 Jahre dort) kam ich rum und habe viel erlebt. Durch Bookings konnte ich das verdiente Geld wieder reinvestieren. T4 Bar mit PAR56 und kleinem DMX Pult und meine UrLucas waren mit mir unterwegs. Nach der Hoch-Zeit in den Clubs und der ständigen Reiserei war ich ausgepowert und habe 3 Jahre kein DJ Pult mehr angefasst. Der Umschwung! Ich fing danach wieder an, aber nur noch in der Partyschiene. Das war lustiger, ich hatte mehr Spaß mit den Gästen und ich wollte ja auch die Stimmung zelebrieren. Der König am Micro war nicht tot zu kriegen
So kamen dann diverse Aufträge für mich, eine T4 Bar und UrLucas. Hochzeiten, Geburtstage und wieder von vorne.... Ich habe mir Ratschläge aus dem Deejayforum geholt und immer auf die Profis gehört. Kauf dir nie den ganz billigen Schrott. Nimm zumindest die Mittelklasse. Das habe ich auch gemacht und bin bis heute nicht schlecht damit gefahren. Ich habe nicht viel herumprobiert (Geld war knapp), sondern auf die Profis gehört. Es war gut so. Es kamen dann eine weitere T4-Bar, ein.... zwei.... drei... Martin-Effekte (alle sagten mir Kauf Martin, die laufen auch ohne Ausfall den ganzen Abend. Und das war tatsächlich so), eine Seeburg 2.1 Tonanlage, ein Rodec MX180 MKIII, Serato Scratch Live. 3 Jahre später zurück zum DJM 600, hab den Flanger vermisst. Das war dann mein Setup, was sich bewährt hatte. Soviel zu meiner Geschichte bis hier hin, als Party-PAler.
Ich wollte mehr und ging den Schritt in Richtung LED. Sparen war angesagt und zwar viel sparen. In den letzten vier Jahren hat sich aber soviel verändert, dass ich leider auch Geld opfern musste, um dahin zukommen, wo ich jetzt bin. Für größere Parties musste schnell mehr Licht her. Also billig gekauft: Masse statt Klasse. Es hat funktioniert. Hier habe ich mich mal gegen die Profimeinung gestellt und mit günstigem Zeug Aufträge reingeholt, die ich sonst nicht bekommen hätte. Es war nicht blauäugig gedacht, sondern ich wollte es. Hatte Ziele vor Augen, die ich auch erreicht habe. Diverse Updates (DJM800, Serato gegen Traktor Scratch getauscht, einige PAR56 Floorspots) sind dann gelaufen bis ich 2010 alles auf LED umstellen wollte. Das habe ich in einer Saison geschafft und war bis heute ein teures Unterfangen. Heute ist mein Equipment so konfiguriert, dass ich sowohl kleine Parties, aber auch 300 PAx Firmenfeier selbst ausstatten kann und ggf zu meinem vorhanden Krempel noch passendes Zeug dazuleihen kann. So bin ich flexibel. Die Umstellung auf LED habe ich nicht bereut. Ich hatte dadurch gegenüber anderen DJs einen Zeitvorsprung in meiner Region. Und dadurch auch recht gut verdient. LED PARs waren halt flexibler als Halogen PAR56/64. Heute ziehen erst die anderen nach und ich wage den Schritt in den PA Bereich. Kaufe mir nur noch Material, was ich für Party-PA und für PA einsetzen kann. Dimmen kann man ja immer.
Für mich haben sich folgende Regeln bewahrheitet:
1.) Forum lesen! Party-PA vor allem
2.) Auf die Profis hören, zu 80%. ![]()
3.) Entscheidung für sich finden, ob ich jemals in den PA-Sektor kommen will.
4.) Umschauen, was andere so machen (z.B. Youtube)
5.) Nicht gleich alles blind kaufen. Erstmal ansehen und dann ein Urteil bilden.
So, fertig mit der Geschichte. Ist jetzt leider etwas persönlicher von mir geworden. Ich würde mich freuen, wenn ihr euren Weg und eure Geschichte erzählt.
vg, Marco