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offener Talk: Hobby...Party-PAler...PAler: Euer Weg.

  • Marco Maribello
  • 2. Dezember 2011 um 17:29
  • Marco Maribello
    Verifiziert
    Beiträge
    849
    • 2. Dezember 2011 um 17:29
    • #1

    Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich möchte hier mal eine lockere Talkrunde einwerfen, wenn's interessiert.

    Ich selbst habe nun 14 Jahre in der Audiobranche aufm Buckel. Was alles mit einer Conrad-Elektronik Lichtorgel angefangen hat, ist heute schon recht amtlich. In der Historie hat sich viel entwickelt und ich viel Geld investiert. Ich will euch einfach mal meine Frikadelle ans Ohr tackern und danach eure Erfahrungsberichte lesen. Das Thema könnte dann durchaus spannend für diejenigen werden, die noch ganz am Anfang stehen.

    Als ich angefangen habe, habe ich nicht gleich das billigste Zeug gekauft. Ich habe gespart und dann war ich einkaufen. Ein großer Moment, Augen groß wie Bauklötze, als ich mein hart erjobbtes Geld in zig Kartons Technik gesteckt hatte. Meine Mom ist ausgerastet... kurze Zeit später die Nachbarn auch. Damals kaufte ich ein Oshino 3-Kanal Mischpult, 2 Gemini Plattenteller und ein IMQ Stageline Doppel DJ-CD-Player und eine UrLucas. Ich wollte bei der Soundanlage nicht sparen und habe mich schon damals gegen die preiswerte Powerworks-Serie von HK entschieden. Achso beim Headphone war es auf Anhieb der HD25. Beim Equipment habe ich dann sehr schnell eingesehen, dass günstig nicht zwangsweise gut war. Das Oshino-Pult war der Preis-/Leistungssieger schlechthin. Das hatte ich lange Jahre. Die Plattenteller blieben auch 1,5 Jahre und sind dann zu relativ guten Konditionen noch im Gebrauchtmarkt weggegangen. Der IMQ Stagelineline Doppel CD mit Pitch-Joystick hat nicht lange überlebt. Das Teil war sowas von schlecht, dass ich mit großem Arbeitseinsatz (morgens vor dem Schulunterricht im Schwimmbad, nachmittags und abends auch noch anderswo) recht schnell einen Denon 2000F MKIII gekauft hatte. Riesen Diskussion daheim, ihr könnt's euch vorstellen. "Soooviel Geld für einen CD Spieler..." "Ich zur Mama: Meine Arbeit, mein Geld. Mein CD-Player :-)". Ich fand CD übrigens damals schon besser als Schallplatte. Schallplatte war aber Pflicht! Es ging los, Mixtapes, Mixtapes und nochmal nen 10er Pack TDK Mixtapes. Alle mussten wissen, ich bin DJ. Es wussten dann alle und die ersten Parties gingen los. Ja, noch mit der selbstgelöteten Conrad Lichtorgel und diversen Klemmlampen mit bunten Glühlampen drin. Geilomat, wir waren die Könige, wenn wir eine Party gemacht haben. Der Sound mit der UrLucas ging voll in Ordnung. Andere Mitschüler haben nur Papas Hifiboxen geschrottet. Bei mir alles easy! In der Disco war der Platz neben der DJ Kanzel "reserviert". Immer den Blick auf DJs Plattenkiste. Meine Vorbilder waren damals richtige Partyhengste und haben Stimmung zelebriert. Ansporn für mich "das will ich auch". Ich war wie ein Bazillus, meine Schuhsohlen waren schon neben der DJ Kanzel eingebrannt. Ich bekam schlussendlich die Gelegenheit und durfte auch mal. Es folgte noch der ein oder andere DJ Contest. Plötzlich kam man in Kontakt mit "wichtigen" Leuten. Ich sollte mal ins Studio kommen, da wird gerade noch ein billiger DJ für eine Produktion gebraucht. Alles klar, ich war dabei und ab dann ging es los. Platte in die Charts gerade so in die Top50 Media Control geschafft und dann kamen die DJ Bookings. Erstes Geld, gleich wieder los einkaufen und den Oshinomixer in Rente schicken. Ich hatte mich in den DJM500 verliebt. Und durch die Cluberfahrungen am Technis, fand ich die Gemini-Plattenteller gar nicht mehr so cool. Also zwei 1210er MKII gekauft. Lichttechnik hatte ich immer noch kein Update gemacht. Für die Party unter Freunden hatte mein Freund Conrad ausreichend bunte Glühbirnen. Es folgte dann der Umstieg vom Hobby zum Beruf. Behringer sei Dank (5 Jahre dort) kam ich rum und habe viel erlebt. Durch Bookings konnte ich das verdiente Geld wieder reinvestieren. T4 Bar mit PAR56 und kleinem DMX Pult und meine UrLucas waren mit mir unterwegs. Nach der Hoch-Zeit in den Clubs und der ständigen Reiserei war ich ausgepowert und habe 3 Jahre kein DJ Pult mehr angefasst. Der Umschwung! Ich fing danach wieder an, aber nur noch in der Partyschiene. Das war lustiger, ich hatte mehr Spaß mit den Gästen und ich wollte ja auch die Stimmung zelebrieren. Der König am Micro war nicht tot zu kriegen :) So kamen dann diverse Aufträge für mich, eine T4 Bar und UrLucas. Hochzeiten, Geburtstage und wieder von vorne.... Ich habe mir Ratschläge aus dem Deejayforum geholt und immer auf die Profis gehört. Kauf dir nie den ganz billigen Schrott. Nimm zumindest die Mittelklasse. Das habe ich auch gemacht und bin bis heute nicht schlecht damit gefahren. Ich habe nicht viel herumprobiert (Geld war knapp), sondern auf die Profis gehört. Es war gut so. Es kamen dann eine weitere T4-Bar, ein.... zwei.... drei... Martin-Effekte (alle sagten mir Kauf Martin, die laufen auch ohne Ausfall den ganzen Abend. Und das war tatsächlich so), eine Seeburg 2.1 Tonanlage, ein Rodec MX180 MKIII, Serato Scratch Live. 3 Jahre später zurück zum DJM 600, hab den Flanger vermisst. Das war dann mein Setup, was sich bewährt hatte. Soviel zu meiner Geschichte bis hier hin, als Party-PAler.

    Ich wollte mehr und ging den Schritt in Richtung LED. Sparen war angesagt und zwar viel sparen. In den letzten vier Jahren hat sich aber soviel verändert, dass ich leider auch Geld opfern musste, um dahin zukommen, wo ich jetzt bin. Für größere Parties musste schnell mehr Licht her. Also billig gekauft: Masse statt Klasse. Es hat funktioniert. Hier habe ich mich mal gegen die Profimeinung gestellt und mit günstigem Zeug Aufträge reingeholt, die ich sonst nicht bekommen hätte. Es war nicht blauäugig gedacht, sondern ich wollte es. Hatte Ziele vor Augen, die ich auch erreicht habe. Diverse Updates (DJM800, Serato gegen Traktor Scratch getauscht, einige PAR56 Floorspots) sind dann gelaufen bis ich 2010 alles auf LED umstellen wollte. Das habe ich in einer Saison geschafft und war bis heute ein teures Unterfangen. Heute ist mein Equipment so konfiguriert, dass ich sowohl kleine Parties, aber auch 300 PAx Firmenfeier selbst ausstatten kann und ggf zu meinem vorhanden Krempel noch passendes Zeug dazuleihen kann. So bin ich flexibel. Die Umstellung auf LED habe ich nicht bereut. Ich hatte dadurch gegenüber anderen DJs einen Zeitvorsprung in meiner Region. Und dadurch auch recht gut verdient. LED PARs waren halt flexibler als Halogen PAR56/64. Heute ziehen erst die anderen nach und ich wage den Schritt in den PA Bereich. Kaufe mir nur noch Material, was ich für Party-PA und für PA einsetzen kann. Dimmen kann man ja immer.

    Für mich haben sich folgende Regeln bewahrheitet:
    1.) Forum lesen! Party-PA vor allem
    2.) Auf die Profis hören, zu 80%. :)
    3.) Entscheidung für sich finden, ob ich jemals in den PA-Sektor kommen will.
    4.) Umschauen, was andere so machen (z.B. Youtube)
    5.) Nicht gleich alles blind kaufen. Erstmal ansehen und dann ein Urteil bilden.


    So, fertig mit der Geschichte. Ist jetzt leider etwas persönlicher von mir geworden. Ich würde mich freuen, wenn ihr euren Weg und eure Geschichte erzählt.

    vg, Marco

  • djobi
    Verifiziert
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    85
    Beiträge
    5.132
    Marktplatz Einträge
    1
    • 2. Dezember 2011 um 18:01
    • #2
    Zitat

    Ich selbst habe nun 14 Jahre in der Audiobranche aufm Buckel. Was alles mit einer Conrad-Elektronik Lichtorgel angefangen hat, ist heute schon recht amtlich.


    ha, das kommt mir sehr bekannt vor!
    Ich bin mir gerade nicht sicher, ob der Alukoffer mit der Lichtorgel noch in irgendeiner Ecke im Lager liegt - oder schon längst bei Ebay einen neuen Anwender gefunden hat :)

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
    zur Miete: TW Audio Sys One B30/T24, M15, Global 4 Punkt Truss, Le Maitre Trockeneisnebel, A&H GLD80, QU-24, ew100 1G8, Nexo PS10 + PS15
    aktuelle Gebrauchtgeräte

  • ometa
    Beiträge
    712
    • 3. Dezember 2011 um 02:45
    • #3

    Hab mit Blockflöte angefangen.
    Später Schlagzeug in der Musikschule.
    Verschiedene Auftritte als Sänger.
    Aufnahmetechnik, PA-Technik, Produktionen im kleinen Stil - mehr privat, als sonst was. Investiert in Mehrkanal-Aufnahmetechnik (ADAT), Mikros, Synthies, Sample-Player, PCs mit entsprechender Software (Atari, Cubase, usw.).
    Vieles wieder verkauft. Private Pause.
    Der Kumpel von damals checkt heute grosse Nummern als Produzent. Er könnte mir sicher Kontakte zu den Größen des Geschäfts beschaffen - nur habe ich zu ihm selbst kaum noch Kontakt - er jettet ständig durch Europa und macht Coca-Cola-Trucks, Sylvester-Partys an der Akropolis und so'n Zeugs - lebt im Hotel und hat Handy-Rechnungen über hunderte Euros...
    Da ich inzwischen ein geregeltes Einkommen und Privatleben habe, dachte ich, ich könnte so neben her wieder Hobbymässig quereinsteigen. Aber hat sich erledigt. Meine Energie hat nicht gereicht. Zuviele bieten inzwischen mehr und besseres Equipment - ohne annähernd Ahnung mitzubringen. Der Trend ist leider, dass der Preis zählt - egal mit welcher Qualität.
    Ich hab nicht den Saft und die Kohle, das Gegenteil zu beweisen.
    PA-, Musik-, Live-, und sonst was Business geht heutzutage eigentlich nur ohne Familie und bei Verzicht - oder grossen Einschränkungen - im privaten Leben. Wer jung ist, kriegt das vielleicht auf die Reihe.

    Ich hab mich reduziert auf eine Mini-PA mit guter Grundausstattung. Das biete ich im kleinen Rahmen ohne Gewinnabsichten an, so wie ich es leisten kann. Das macht mir mehr Freude, als an Kommerz zu denken. Ich suche mir die Aktionen aus, wo ich mit meinem Equipment solide Audio anbieten kann, und muss nicht der Nachfrage hinterher rennen.
    Alles ganz entspannt und Spass dabei. Hier und da gibbet ein paar Euros Unterstützung, wenn die Party ein Erfolg war.
    Mein Fazit: Nur anbieten, was man auch leisten kann und was einem Spass macht.

    http://www.nachdenkseiten.de

  • Kracky
    Profi
    Reaktionen
    2
    Beiträge
    12.055
    • 3. Dezember 2011 um 03:45
    • #4

    Uh..., Musik war und bleibt mein Ding, an Instrumenten war ich durchschnittlich ebenso am Gesang was für mich bedeutet ich werde wohl besser nicht den Kasper vor Herrn Bohlen spielen. Rein um mir meinen Lebensstandard während des Bundes zu sichern habe ich kurzfristig mein Hobby zum Nebengewerbe gemacht, 6,5 Jahre lang DJ für Kohle und ich muss sagen ich habe kein Leid ertragen müssen außer den R5 den ich damals eher kurzfristig mein eigen genannt habe. Über das Aus der Discotheke bei der ich bzw. wir als fest Angestellte DJs, heute in neudeutsch Resident beschäftigt waren, sowie das ableben einer lokalen Band wurden die ein oder anderen Licht als auch Ton technischen Anlagen unser. Ganz offiziell haben wir unser Geschäft nun fast 12 Jahre und inzwischen sind wir in der Liga bis 5000 PAX, also dem größten anzunehmendem Fest das es in unserer ländlichen Umgebung gibt angekommen. Recht deutlich in einem Investitionsbereich weit über dem Party Niveau, meine musikalische Ader kann ich inzwischen sehr erfolgreich live ausleben und ich bereue es bis heute keinen Tag Investitionen in professionelle Produkte getätigt zu haben. Es musste nicht immer neu sein, aber gut! Finanziell sind wir sicher nicht reich geworden, im Gegenteil auch wir haben heute noch mit Phasen zu kämpfen wo es schlicht einfach eng wird aber der Erfolg gibt uns recht und die Aussichten sind mehr als zufriedenstellend.
    Ich kann jedem nur empfehlen, Qualität zahlt sich aus, aber dazu gehört eben nicht nur die Technik sondern auch das eigene Vermögen dies dem Anlass entsprechen hochwertig ein zu setzen.

    Nichts ist eine bessere Visitenkarte wie ein absolut erfolgreicher Job!

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

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