Moin,
bei jeder Dimensionierung einer Beschallungsanlage steht man vor dem Problem, den maximal erforderlichen Schalldruckpegel zu ermitteln. Bedingt durch die Unwirren des menschlichen Hoerempfindens ist aber die erforderliche Schalleistung eine Funktion der Frequenz, wenn verschiedene Frequenzen mit gleicher Lautheit reproduziert werden sollen.
Fuer den Fall der Wiedergabe von Musikkonserven vereinfacht sich das Problem deutlich - es ist lediglich die Leistungsverteilung des jeweiligen Musikprogrammes zugrundezulegen. Ich habe aus 350 Alben verschiedenster Genres zufaellig jeweils einen Titel gewaehlt, und die Leistungsverteilungen gemittelt. Erkenntnis: interessant.
Doch an dieser Stelle entbrennt der Streit - die Genres sind zufaellig gewaehlt. Welche Anforderungen stellt "typischer" Rock'n'Roll, akustischer Jazz, Schranz, Dub, Minimal, Knarrzzzz, Oiiink, etc. pp? Gibt es Unterschiede in der typischen Leistungsverteilung verschiedener musikalischer Genres? Und wenn ja - wie sehen die Anforderungen genau aus, und welche Genres muessen als problemtraechtig angesehen werden?
Wenn die geforderte Leistungsverteilung bekannt ist, muessen die frequenzbedingt erforderlichen Spitzenschalldruecke mit nahezu gleichem Klirrverhalten wiedergegeben werden koennen*. Allerdings wird die Ermittlung der erforderlichen Leistungsverteilung zusaetzlich erschwert, da oftmals Ueberhoehungen im Uebertragungsfrequenzgang zur Klangformung eingesetzt werden (am haeufigsten wohl im Tieftonbereich). Diese Klangformung ist individuell unterschiedlich, stellt aber mit u.U. <+6..>+9dBSPL einen betraechtlichen Teil der Anforderung dar.
Was will ich eigentlich? In erster Linie geht es darum, die Genres erfahrungsgemaesz in einige Kategorien einzuordnen. Z.B. vermute ich, dass akustischer Jazz, klassische Soloinstrumente, Orchester und alle Arten unverstaerkter Instrumentalensembles nahezu identische Anforderungen haben**.
Wenn die Kategorien feststehen gilt es, repraesentatives, zufaelliges und aussergewoehnliches Material zu sammeln und auszuwerten. Dabei zeigt sich, inwieweit Unterschiede zwischen den Anforderungen einzelner Kategorien bestehen. Als drittes waere es hilfreich, ueber das Ausmasz der Klangformung zu debattieren, um ein paar Richtwerte zu erhalten.
Mancher mag meinen, der Umstand sei trivial und ich haette zuviel Tagesfreizeit; ein anderer stellt im Zweifelsfall eben mehr Mat hin. Darum hier mal ein kleines Rechenbeispiel: mit einem Monosystem soll in 15m Abstand Konservenmusik mit einer Lautheit von 94 phon wiedergegeben werden ("mit Bumms untenrum"). Welchen Schalldruckpegel bei 60Hz / 120Hz / 250Hz / 1kHz in 1m Abstand haetten's denn gerne^?
Ich waere ueber eine Diskussion sehr erfreut.
Gruesse, Sven
* Wobei es noch die ein oder andere Nebenanforderung gibt...
** Ausser natuerlich es handelt sich um ein Piccolofloetenoktett...