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Der Deboinker und warum er ein Snare Bottom Mic braucht

  • guma
  • 23. Juli 2009 um 17:46
  • wora
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    • 26. Dezember 2010 um 13:42
    • #41
    Zitat von "guma"

    Kleine Korrektur: Das ATM 450 hat nicht wie von Wolfgang angegeben "einen maximalen Inputpegel von 141dB" sondern einen Grenzschalldruck von 152 dB mit der -10dB Vordämpfung und K = 1% und sollte daher für die Anwendung völlig problemlos funktionieren, wenn man auf die Superniere verzichten kann.


    oh, da hab ich beim überfliegen der technischen daten nicht genau genug gelesen. danke.
    durch die seitliche einsprechrichtung und das geringe gewicht des mikrofons verspreche ich mir damit eine einfache und sichere positionierung.

    das unangenehme zerren des C391 kenne ich übrigens auch, das hab ich vor jahren schonmal als snare bottom probiert, doch das geht leider nicht. schade drum, ich denke von der klanglichen performance her hätte das auch gut passen können.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • habu
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    • 28. Dezember 2010 um 16:31
    • #42

    Also ich habe aus ermangelung an anderen möglichkeiten auch schon ein Shure Beta 87A eingesetzt (obwohl es laut Datenblatt "nur" 140,5 dB verträgt) und mir hat es recht gut gefallen.
    Auserdem endlich mal eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für das Beta 87A.

    Gruß an alle und einen Guten Rutsch

  • guma
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    • 28. Dezember 2010 um 16:48
    • #43

    Stimmt, habe ich auch schon erfolgreich benutzt. Das Modell 'A' ist ja auch eine Superniere und ich habe es ebenfalls nicht zum hörbaren Verzerren bringen können. Man sieht daran sehr schön, daß die Herstellerangaben nicht immer 100% vergleichbar sind. Vielleicht ist es bei shure auch löblicherweise geschickt platziertes understatement.

  • guma
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    • 28. Dezember 2010 um 20:53
    • #44

    Ebenfalls interessant für die snare bottom Anwendung, wenn auch nicht ganz billig, wird wohl das neue Shure Beta 181 mit austauschbaren Kapseln ( Niere, Superniere, Acht, Kugel ) und 149 bis 153,5 dB Grenzschalldruck ( 1%K ) je nach Kapsel, das wie das ATM 450 eine seitliche Einsprechrichtung hat.

    Leider gibt es noch keine Datenblätter ( bei shure ja eh nur sehr "gemittelte", wenig aussagekräftige plots ). Ich vermute allerdings, da die äussere Bauform und der Preis für alle Kapseln gleich ist, dass es sich eine Art Doppelmembran-System wie bei Großmembranen handelt, über das die verschiedenen Richtcharakteristiken erzeugt werden ( für eine klassische "Einzel"-Kleinmembran müsste das Gehäuse für die unterschiedlichen Laufzeiten variieren ). Das hat zur Folge, dass die Richtcharakteristik über den Frequenzgang nicht ganz so präzise eingehalten werden kann. Das spielt natürlich für sehr laute Quellen wie snare nur eine untergeordnete Rolle.

  • wora
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    • 29. Dezember 2010 um 01:00
    • #45

    das klanglich beste ergebnis bei snare bottom hatte ich übrigens mit einem 4050 in nierenstellung.
    leider ist das teil aber sehr schwer und deshalb je nach aufbau des drumsets eventuell schwer anzubringen, weil das stativ damit kippelig wird wenn man es weit ausziehen muss.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 29. Juni 2011 um 23:45
    • #46

    Nachdem ich diese Anordnung schon eine Weile in Gebrauch habe, noch folgende im Verlauf gewonnenen Erkenntnisse:
    - die klanglichen Vorteile dieser Anordnung sind außerordentlich konsistent und reproduzierbar, also weniger "umgebungsabhängig" als ich erwartet habe.
    - da die Anteile des Snaresounds, die nicht Bestandteil des direkten Weges "Snare-Mikro-PA" sind, immer Cluster im zeitlichen Verlauf darstellen, die definitiv nichts zum Attack der Snare beitragen sondern wie z.B. Reflektionsmuster im Bühnenraum im weitesten Sinn das "Boing" verstärken oder färben, verhilft man den Lautstärkeverhältnissen im zeitlichen Verlauf des Originaltons der Snare eigentlich nur zu ihrem ursprünglichen Recht. Hierbei ist ein weiteres typisches Beipiel für eine solche unerwünschte Beimengung zum Oton, das mit einem Raumsound, wie man ihn im Studio gerne hat, definitiv nicht vergleichbar ist, das Übersprechen der Snare auf ein davor stehendes Vocalmicro. Zerlegt man dieses meist leider unvermeidbare "Ereignis" mal gedanklich in seine Bestandteile, so kann man schnell feststellen, dass man hier nicht nur ein überlagertes zweites Signal mit einer dem Abstand Snare-Vocalmikro entsprechenden Verzögerung hat, sondern insbesondere, wenn dieses Vocalmikro mit einer gewissen Lautstärke in verschiedenen Monitoren auftaucht :D , ein sehr komplexes Gebilde mit einem erstaunlich langen und hässlichen zeitlichen Verlauf, was mir jeder bestätigen wird, der schon mal das besagte Vocalmikro PFLt hat, um sich in einer Gesangspause darüber die Snare anzuhören. :lol: Da man das nun nicht mit einem Gate eliminieren kann, hilft es dem Snaresound, den Attack-Anteil im Snare-Mikro-PA Anteil des Snare-Gesammtsounds wie anfangs beschrieben mit der entsprechenden Kompressoreinstellung zu erhöhen. Eine typische Stelle, an der sich Studio- und Livearbeit ziemlich unterscheiden.
    - Ich wurde in Frankfurt darauf angesprochen, dass man mit dem beyerdynamic M422 als Bottom Mikro nicht zurecht käme:
    Dafür kann das Mikrofon nichts ! Die häufigste Fehlbedienung für das Bottom-Mikro ist, dass man es zu laut macht. Die zweithäufigste Fehlbedienung ist, dass man den Sinn der Klangregelung als "Frequenzweiche" für das Bottom Mikro nicht verstanden hat. Hier liegt ja der besondre Vorteil des M422, das die "Weichenarbeit" besonders leicht macht. Umgekehrt ist es eben ziemlich sinnfrei ( wie ich es leider immer wieder erleben darf ) mit einem zweiten SM57 unter der Snare die volle Grütze als "Interferenziator" dazuzuschieben und auf die Wunderwirkung des "Phase Reverse" Schalters zu hoffen.

  • guma
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    • 22. Februar 2025 um 00:07
    • #47

    Noch eine Erkenntnis zum Snare bottom Mikro:

    Nach der berichteten Nummer mit dem aus dem Snare Top Mikro rausgepoppten HICON XLR habe ich versucht, im Mitschnitt aus dem Bottom Mikro eine erträgliche Snare zu basteln. Mal davon ab, dass trotz vieler Tricks kein brauchbarer attack rauszuholen war (nein replacement ist erst mal keine Option):

    Wenn ich den Hochpass/lowcut, den ich für die Doppelmikrofonie im Bottomkanal meist auf 500-600Hz hochziehe wieder auf reinen Basscut runter drehe und das vom Top getriggerte Gate ausschalte, ist das Snare bottom Mikro für die Kick ruinös Shocked Darüber habe ich eigentlich nie nachgedacht, weil ich, als ich das mit dem 'Deboinker' und dem bottom Mikro angefangen habe, von Anfang an diese Schalte und Filterung auf die Kanäle gepackt habe. Hätte ich damals mal dieses 'Kick+bottom unbearbeitet' Hörerlebnis gehabt, hätte mich das bei der Findung meiner auch für den Erhalt des Kick sounds perfekten Lösung eher ausgebremst b.z.w. das bottom Mikro als solches verhindert.

    Im Nachgang und nachdem ich allerhand verschiedene Mikros für botton benutzt/gehört habe, würde ich sagen, dass es Mikroseitig einige gute Lösungen gibt, das aber nur gut mit den oben genannten Prinzipien für die Kanalbearbeitung funktioniert.

  • wora
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    • 22. Februar 2025 um 14:30
    • #48

    die lösung mit dem getriggerten gate auf SN bottom nutze ich mittlerweile auch schon lange. das war eine gute idee von dir.

    ich ziehe den locut beim SN bottom mikro aber mittlerweile sogar bis in den kHz-bereich rauf, sodass ich hier wirklich nur den teppich dazu mische. wegen der einfachheit den anbringung bin ich da mittlerweile bei einem Pro35 gelandet. am schönsten fand ich dort zwar mein AT4050, aber das ist einfach zu groß für den job und erfordert ein weiteres stativ.

    den fehlenden attack bei reiner abnahme von unten kann ich bestätigen. das bottom mikro ist eine gute ergänzung - vor allem bei tiefen snares - aber nur von unten gefällt mir auch nicht so richtig.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • guma
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    • 22. Februar 2025 um 15:25
    • #49

    Ja da haben wir wohl ähnliche Erfahrungen gemacht, das c414TLII und das AT4050 sind sich ja nicht ganz unähnlich. Ich nutze aus Praktikabilitätsgründen derzeit am häufigsten das Audix micro-D für bottom und da die Halterung des Herstellers ganz und gar ungeeignet für diese Anwendung ist, habe ich das Mikro in eine der alten pro35/350 Halterungen gepackt, die nach Umrüsten auf das neue AT system übrig waren. Das hält perfekt in der gewünschten Position und ist noch nie runtergefallen. ;)

  • guma
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    • 22. Februar 2025 um 22:40
    • #50

    Wenn ich darüber nachdenke, dass mein Threadstart schon über 15 Jahre her ist, befällt mich ein leichtes Gruseln aber obwohl das folgende Zitat auch schon 14 Jahre her ist, fällt mir noch was dazu ein:

    Zitat von wora

    das klanglich beste ergebnis bei snare bottom hatte ich übrigens mit einem 4050 in nierenstellung.
    leider ist das teil aber sehr schwer und deshalb je nach aufbau des drumsets eventuell schwer anzubringen, weil das stativ damit kippelig wird wenn man es weit ausziehen muss.

    Du könntest ein K&M 233 dafür nehmen. Der Teller ist klein aber schwer, sodass das Mikro ohne Galgen unter der Snare plaziert werden kann. Dazu die herstellereigene Spinne (neue Gummis Pflicht!) Dann ist der Schwerpunkt des Mikros nur gering aus der Mittelachse des Stativs und steht recht sicher.

  • wora
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    • 23. Februar 2025 um 02:35
    • #51

    dass ich das AT4050 nochmal dafür hernehme, bezweifle ich ein bisschen. ich komme mit der Pro35 variante wirklich gut zurecht und da muss ich mir gar keine weiteren gedanken um die halterung machen.

    wenn ich studiojobs machen würde, wäre das sicherlich etwas anderes, denn dort kann man natürlich jede nuance der klangverbesserung gebrauchen. aber live finde ich den klangvorteil des 4050 nicht wirklich entscheidend... zumindest in der klasse, in der ich mittlerweile so arbeite. jobs vor 15.000 leuten mache ich ja fast gar nicht mehr.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • karel noon
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    • 15. Juni 2026 um 12:14
    • #52

    Kommen wir nun zu etwas komplett anderem: genau das umgekehrte.

    Mich nerven aktuell die ganzen Snare die mir so unterkommen, kein Ton, klingen von Natur schon wie eine Mischung aus schlechtem Chris Lord Alge sample und übungspad.

    Egal ob Holz oder Metall, 3 oder 8 Zoll…..

    Es wird mal wieder Zeit für ein wenig boink in der Snare.

    Muss ja nicht gleich St. Anger sein….

    Also wer hat gute Tipps und Tricks, gerade auch im spiel mit den zwei Mikros um einer toten Snare wieder Leben einzuhauchen?

    Und findet ihr das alle gut wie die aktuell klingen?

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • guma
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    • 15. Juni 2026 um 12:35
    • #53

    1. Du schaltest einfach das komplette, von mir beschriebene Processing einfach erst mal aus. ;)

    2. Du sagst dem Drummer, er soll mal seine Snare so stimmen, dass sie TONE hat.

    3. Wenn das nicht genug ist, nimmst Du eine Transe und gehst beim Sustain in den + Bereich

    4. Du drehst einen DYN-EQ im gewünschten BOING bereich ins +

    5. Du drehst am Comressor die Attack Zeit auf Kurz und bügelst den Anschlag weg. Dann kommt das Boing von alleine :)

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