Wie äußert sich das Altern von Pappmembranen klanglich? Wer hat da Erfahrungen sammeln können? Könnte es sein das alles dumpfer klingt, oder eher der Klirrfaktor zunimmt?
Habe ein paar Turbosound TQ445 ( aus einem House-Club) bekommen. Der Sound ist gar nicht wie ich ihn von Turbosound kenne. Mitten brüllen zwischen 3 und 6kHz brutal los. Könnte Reconing Besserung bringen?
Klangänderung von alten Lautsprechermembranen
-
-
daran liegt es in diesem konkreten fall nicht (und es ist darüber hinaus auch unwahrscheinlich).
laut dem test der tq445 in PP 7-2006 ist bereich zwischen 3-8khz tatsächlich 4-5db über dem niveau der benachbarten bänder.
man sieht es auch auf der herstellerseite (dort nur stark geglättet):
http://www.turbosound.com/showroom/tq445dp/frequency.html -
Bei gebrauchten LS mit "merkwüdigem Klang" lohnt sich meist als erstes mal der Blick, ob in dem Ding überhauot originale Chassis drin sind - gerade bei Kisten aus Disco-Installationen erlebt man da oft "merkwürdiges"...
-
Treiber sind definitiv original, auch die Polung ist korrekt.
FABIAN: Schade, leider gibt es bei PP keine Möglichkeit einzelne Artikel zu kaufen.
Der Frequenzgang auf der Homepage unterscheidet sich stark von dem im PDF, komisch.
Zum Vergleich:
http://www.turbosound.com/showroom/tq445/frequency.html
und im PDF:
ftp://ftp.turbosound.com/datasheets/tq445.pdf (Seite 3)Also nochmal am Controller schrauben...
Trotzdem zurück zur Frage: Klingen alte Pappen dumpf oder schrill?
-
Zitat von "schmittie"
Trotzdem zurück zur Frage: Klingen alte Pappen dumpf oder schrill?
aus Erfahrung: meist eher dumpf, muffig, "leblos" - schrill hätte ich noch nie erlebt...Ein Blick wäre evtl. aber auch die interne Weiche wert - evtl. hat sich das was "gelupft", so daß Anpassungsglieder nicht mehr so laufen, wie gewünscht...
-
Weichen sind OK. Nichts locker, keine Zeichen von Überhitzung. Auch kein Geruch

Habe mir eben die PP mit dem Test bestellt. Dann werden wir sehen. Hatte immer das Gefühl das ein Loch entsteht wenn ich die nervigen Frequenzen ziehe. Darum der Gedanke mit den alten Pappen... Die Freuquenzgang von der Hompage stimmt aber ziemlich mit meinem Hörempfinden überein, hatte den allerdings nie beachtet und mir gleich das PDF angeschaut. -
Und der zugehörige Controller zieht das nicht glatt?
-
Rein technisch betrachtet, was kann da passieren, ausser reellen Defekten im Sinne von "kaputt":
>> Membranaufhängung/-einspannung wird aufgrund von Materialermüdung "weich". Der mechanische Widerstand der Einspannung sinkt.
>> Die hochbelastete Verklebung Sicke/Spider zum Chassis gibt nach, auch hier im Grunde Materialermüdung. Systembedingt kann die Verklebung nur nach "vorne" nachgeben, der Fehler ist häufiger zu beobachten, wird aber oft falsch gedeutet.
>> Das Magnetfeld im Antrieb ändert sich über die Zeit. Zunächst homogenisiert es sich, dann lässt es langsam nach.
>> In passiven Netzwerken können Kondensatoren altern, und ihre Kapazität ändern. Auswirkungen??Hab' ich noch was vergessen?
-
Hallo,
Irgendwie scheint sich auch die Null Lage der Membran zu verändern. ich habe einen fenton NS 15350 hier, da lässt sich die Membran fast nur noch in eine Richtung bewegen, vom Magneten weg. Und die Aufhängung ist dermaßen weich geworden, das man die Membran nach vorne pusten könnte. -
Zitat von "matthias falke"
Irgendwie scheint sich auch die Null Lage der Membran zu verändern. ich habe einen fenton NS 15350 hier, da lässt sich die Membran fast nur noch in eine Richtung bewegen, vom Magneten weg.Zitat von "Mechwerkandi"
>> Die hochbelastete Verklebung Sicke/Spider zum Chassis gibt nach, auch hier im Grunde Materialermüdung. Systembedingt kann die Verklebung nur nach "vorne" nachgeben, der Fehler ist häufiger zu beobachten, wird aber oft falsch gedeutet.Systembedingt hält die Verklebung nach "hinten", im Sinne von "Richtung Antrieb", besser als entgegengesetzt.
Nach "vorne" wird die Verklebung mehrheitlich auf Zug beansprucht, mit einem gewissen Anteil an Schälbeanspruchung, auf einem relativ geringen Querschnitt aus Umfang und Dicke der Klebefuge.
Nach "hinten" kommt eine Scherkomponente dazu, und obendrein auf einem erheblich grösseren Querschnitt, der Kreisringfläche am Chassis.
Wenn da mechanisch etwas nachgibt, ist die Richtung damit vorgegeben.Nachsatz:
Doppelspider-Chassis à la Gauss sind da im Vorteil, weil sich die Kräfte besser aufnehmen lassen. -
Zitat von "Mechwerkandi"
>> Das Magnetfeld im Antrieb ändert sich über die Zeit. Zunächst homogenisiert es sich, dann lässt es langsam nach.
Wie kommt das zustande? Magnet? Aber dann würde Reconing ja auch nichts bringen... hmmm. -
Zitat von "Jens Droessler"
Wie kommt das zustande? Magnet? Aber dann würde Reconing ja auch nichts bringen... hmmm.
Aus dem Physikunterricht meine ich behalten zu haben,
das Wärme/Hitze auf Dauer den Magneten entmagnetisiert. -
Zitat von "DJheini"
Aus dem Physikunterricht meine ich behalten zu haben,
das Wärme/Hitze auf Dauer den Magneten entmagnetisiert.
Zzgl. Vibrationen/Erschütterungen...Herstellungsbedingt ist das Magnetfeld nicht homogen. Die HiFi Freaks gehen soweil, das sie die Chassis regelrecht "ablagern".
Ich halte das allerdings für etwas übertrieben.
Die Alterung lässt sich aber technisch rückgängig machen, Aufmagnetisieren, eine seriöse Reconing Firma würde auch den Antrieb wieder in den Urzustand versetzen.
Ich habe alte Jensen-Chassis gesehen, die konnten gerade mal noch die Befestigungsschrauben halten... -
-
Zitat von "matthias falke"
Hatten also eine sehr schmale Hysteresekurve.
-
Ich denke das beste Beispiel ist wenn man mal in ein neues Kino geht und dann in ein altes.
Da sind teilweise auch Chassis dabei die teilweise 10-15 jahre jeden tag ran müssen.
Denke da kann man dann sehen was Chassis leisten können und sollen.
-
Hitze sollte doch kein Problem sein. Die Curie-Temperatur sollte nicht erreicht werden.
Erschütterungen allerdings schon. Es gibt Hersteller, die tunen die Lautsprecher via Hammer auf das Gehäuse
Aber so harte Stöße sollten doch selten sein... -
Zitat von "Jens Droessler"
Aber so harte Stöße sollten doch selten sein...
Es kommt aber oft vor, dass Cabinet`s über Kopfsteinpflaster gerollt weden und da kommen die Feldlinien schon durcheinander. -
Zitat von "Jens Droessler"
Die Curie-Temperatur sollte nicht erreicht werden.
Das Erreichen der Curie-Temperatur hat mit dem beschriebenen Verlust an Feldstärke wenig zu tun. Dann wäre sie schlagartig ganz fort.
Dauermagnete, gleich welcher Art, sind nicht temperaturstabil. -
Richtig. Das war wiedereinmal stark vereinfacht von mir. Der Flussverlust über Temperatur ist aber nicht linear, sondern steigt erst "kurz" unterhlab der Cureitemperatur merklich an. Alles, was deutlich drunter liegt sollte nicht gravierend sein, und wenn ich mich recht erinnere, sogar "eigenreversierend". Aber das ist alles schon lange her. Ich habs vllt. falsch in Erinnerung. Ich meine mich auch zu erinnern, dass die üblichen Magnetwerkstoffe über die Zeit auch ohne weiteres Zutun (d.h. einfach schon durch Lagerung) langsam Fluss verlieren.
Lässt sich ND eigentlich auch so einfach aufmagnetisieren?
-