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Alterungsprozess bei Hochton-Diaphragmen?

  • Audiowerk
  • 3. Juni 2010 um 21:23
  • Audiowerk
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    2.757
    • 3. Juni 2010 um 21:23
    • #1

    Liebe Kollegen,

    der Threadtitel sagt es im Prinzip bereits, was mich interessiert: ich frage mich, ob bei den heutzutage üblichen Diaphragmen in Hochton-Kompressionskammertreibern ein Alterungsprozess einsetzt, der z. B. dazu zwingt (oder zumindest es empfehlenswert macht), diese nach einer gewissen Spieldauer auszutauschen. Konkret habe ich z. B. Hochtonkabinette, die jetzt circa 17 bis 18 Jahre alt sein dürften und in denen immer noch die erste Diaphragmenbestückung spielt. Die Kisten sind irre viel herumgereist und haben dementsprechend was mitgemacht - mechanisch wie elektrisch. Nicht, dass die jetzt merkwürdig oder in irgendeiner Weise auffällig klängen oder sowas... ich frage mich aber, ob es eventuell einen Aha-Effekt gäbe, wenn ich da jetzt zwei neue Diaphragmen für 170 Euro einschrauben würde (ups, klingt ja plötzlich so crisp).

    Für Meinungen und Erfahrungen bin ich dankbar!

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 3. Juni 2010 um 22:30
    • #2

    ich kann aus meiner erfahrung heraus zumindest das pferd von hinten aufsatteln: mir ist in der praxis noch nie ein derartig altes diaphragma untergekommen, welches noch einwandfrei spielte. die fehlerursachen waren meist rissige klebeverbindungen, beschädigte membranen kommen an zweiter stelle. zugesetzte luftspalte würde ich auf rang drei anordnen.

  • mattias bost
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    • 4. Juni 2010 um 10:45
    • #3

    Hallo,

    wobei sich mir erstmal die Frage stellt, was ist mit "einwandfrei spielen" gemeint?

    Mit Sicherheit wird die "Aufhängung" weicher, wie bei normalen Chassis, ob das klangliche Auswirkungen hat, hmm, der Treiber wird ja oberhalb der Reso betrieben und ist dort durchs Horn belastet, dürfte eigentlich keine Welten ausmachen. Die von Fabian aufgeführten ersten beiden Fehler sind für mich bereits Defekte, rissige Klebeverbindungen und beschädigte Membranen werden, wenn der Treiber rangenommen wird, dies nicht allzulange überleben und zum Aus führen. Meist nimmt man nen Treiber ja auseinander, weils irgendwie nicht mehr so klingt wie man es für richtig hält, da finden sich dann schon erste Defekte. Ferner verspröden die Aufhängungen (aus Kunststoff) irgendwann unwausweichlich durch Entweichen der Weichmacher, auch das dürfte recht flott zum Defekt bei belasteten Treibern führen. Bei Treibern mit Membranen aus Kunststoff gleiches Problem. Je mehr getreten, desto schneller altern die Kunststoffe.

    An meinen 25 Jahre alten S3 Treibern konnte ich nur folgendes feststellen, einen bei Terzmessungen sehr gleichmäßigen Verlust von 1dB über den gesamten Übertragungsbereich, Klirr wich geringfügig (im Rahmen der Messgenauigkeiten) ab, IM habe ich nicht gemessen. Diese Treiber sind aber auch nicht "verhauen" worden, eigentlich nur gealtert!!! Den Wirkungsgradverlust würde ich fast eher auf Verlust an Magnetfeldstärke schieben, denn auf weichere Aufhängung.

    Was für Treiber haste denn? Bei manchen ist ja Aufhängung und Kalotte aus einem Metallstück, wenn deine schon derart lange leben...

    Grüße
    Mattias

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 4. Juni 2010 um 12:03
    • #4
    Zitat von "mattias bost"

    wobei sich mir erstmal die Frage stellt, was ist mit "einwandfrei spielen" gemeint?


    ich meinte damit "wie neu und innerhalb der herstellerspezifikation".

    Zitat von "mattias bost"

    Die von Fabian aufgeführten ersten beiden Fehler sind für mich bereits Defekte


    in der praxis wird doch meist so lange verliehen, bis es nicht mehr geht. subtile abweichungen vom hersteller-soll spielen eher die untergeordnete rolle.

  • Audiowerk
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    • 4. Juni 2010 um 12:04
    • #5

    Es handelt sich um italienische Treiber von RCF, um die N681 mit Diaphragma M59.

    Setzt man die Boxen unter Strom, spielen die erst einmal, und es klingt auch nicht seltsam. Nun höre ich deren Sound aber halt schon kontinuierlich über 15 Jahre, so dass ich befürchte, dem ganz normalen Phänomen der schleichenden Verschlechterung eventuell zu unterliegen, die man ja wegen ihrer langsamen Kontinuität gar nicht wahrnimmt.

    Ich weiß wohl, dass ich gleiche Boxen nicht als 12" / 1", sondern als 15" / 1" im Range habe. Deren Treiber ist erst vier Jahre alt, und der macht einen gänzlich anderen Sound (es ist aber auch nicht mehr der RCF, sondern ein BMS4550). Da es sich nicht mehr um den gleichen Treiber handelt, ist der Vergleich schwierig. Ich vermute schon, dass der 4550 qualitativ hörbar mehr drauf hat als der N681.

    Rein optisch wirkten die Diaphragmen intakt. Ich habe allerdings nicht bei starkem Licht oder mit Lupe draufgeschaut - nur bei normaler Neonfunzel. Vielleicht lass' ich mir wirklich mal zwei neue Burschen kommen und baue die ein.

    Danke vorab für die Postings.

  • Jens Droessler
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    • 4. Juni 2010 um 14:11
    • #6

    Lass doch erstmal einen kommen. Wenns dann im A/B-Vergleich keine deutliche Verbesserung gibt, hast du etwas Geld gespart...

    Ich kenne aus eigener Erfahrung drei Möglichkeiten für den Hochtönertod:
    1. Thermische Überbelastung (Verkokelt)
    2. Mechanische Überbelastung (Schwingspule reicht die Scheidung vom Diaphragma ein)
    3. Feuchtigkeit im Treiber (kann zur mechanischen Überbelastung führen, da das Diaphragma höher belastet wird durch die Flüssigkeit, kann aber auf Dauer auch zu rissigen Diaphragmen führen)

    Das dritte ist der Hauptgrund für den Tod von Hochtönern bei mir, weil so einige Künstler auf der Bühne einfach rumsauen und es die Wedges erwischt. Seltsamerweise passiert das so gut wie nur im Dryhire...

    Das gesagt spielen Hochtöner bei mir üblicherweise bis sie kaputtgehen, außer in den großen Hornsystemen, wo Buch geführt wird über die Betriebsstunden und irgendwann getauscht wird. Klangunterschiede werden im Rahmen der Möglichkeiten ausgeglichen. Andererseits werden die "guten" Boxen selten so alt im Lager, dass man aus Altersgründen tauschen müsste.

    Um zum Thema zu kommen: Einige Treiber verändern sich mit der Zeit hörbar, einige unmerklich. Probier es aus...

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