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Sennheiser Sender/Empfänger ew112p für kirchlichen Einsatz

  • applefreak
  • 1. Juli 2013 um 18:40
  • applefreak
    Beiträge
    12
    • 1. Juli 2013 um 18:40
    • #1

    Hallo zusammen,
    ich bin verzweifelt. Sehr.
    Wir möchten als evangelisch Jugend unsere Videokamera mit einem Sennheiser Taschensenderset ausrüsten und hatten da das ew112p im Auge. Da wir bereits einige AKG Funkstrecken haben, die im Bereich 790-820 Mhz senden, sind wir etwas vorbelastet bei solchen Anschaffungen. Die AKGs können wir ab 2015 dann wohl entsorgen...

    Trotz aller Recherchen im Internet komme ich einfach nicht weiter: Ich brauche jetzt einfach mal eine konkrete, sichere Antwort, in welches Band wir jetzt investieren sollen.

    Wir möchten die Funkstrecke auf jeden Fall über 2015 hinaus verwerden. Außerdem soll sie in ganz Deutschland legal eingesetzt werden.
    Da wir doch eine kirchliche Organisation sind, müsste doch für uns die Anmeldegebühr in den Lizenzpflichtigen Bereichen entfallen, oder? Ist das sicher, kann man sich darauf verlassen? Natürlich gehören wir nicht zum professionellen Rundfunk, es geht dabei eher um Videodokumentationen und Theateraufführungen etc.

    Das E-Band wird ab 2015 stark beschnitten werden, richtig? Also fällt es praktisch raus.
    Das D-Band ist ab 2015 quasi gar nicht mehr erlaubt, auch richtig?

    Ein Verkäufer hat uns zum C-Band geraten... ist das gut? Kriegen wir das ohne Gebühren lizenziert?

    Was ist mit dem 1G8 Band? Das wäre doch optimal? Aber offenbar verkauft Sennheiser da keine Taschenempfänger, kann das sein?
    Warum nicht?

    Und wie läuft das mit der ortsungebundenheit? So ein kleines mobiles Set möchten wir natürlich nicht nur in einer Stadt oder so nutzen...

    LG Martin

  • simonstpauli
    Profi
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    Beiträge
    6.590
    • 1. Juli 2013 um 21:34
    • #2

    Beim D-Band kommt es darauf an, welche Generation das ist, es soll eine Nutzung in der Duplexlücke ermöglicht werden, also zwischen 821 und 832. Welche Sicherheitsabstände vorgegeben werden und welche sinnvoll sind, weiß ich nicht. Ich schätze, daß man 1MHz Abstand vorschreibt und mindestens 2 MHz Abstand sinnvoll sind, wenn daneben LTE-Aktivität stattfindet. Gehen wir also von 823 - 830 MHz aus. Das sollte eine Strecke im jetzt anmeldefreien Bereich ab 2015 können, damit sie weitergenutzt werden kann.

    Mit dem E-Band kommt man inzwischen in die Duplexlücke (ab 823 MHz) und auch in den ISM-Bereich (863-865 MHz), das ist für eine einzelne Kamerastrecke auf Nahdistanz gar keine schlechte Alternative ab 2015.

    Das C-Band ist auch unsicher, 710-790 MHz wird relativ sicher versteigert werden, allerdings ist eine Nutzung nach 2015 über einige Jahre sicher möglich und möglicheweise bleiben auch hier Teilbereiche erhalten.

    Ganz grundsätzlich rate ich immer dazu, eine Kabellösung als Ersatz bereitzuhalten.

    Wie das mit den Lizenzen bei kirchlichen Trägern läuft weiß ich nicht, einfach bei der zuständigen Bundesnetzagentur-Außenstelle nachfragen.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • applefreak
    Beiträge
    12
    • 2. Juli 2013 um 00:03
    • #3

    Super, vielen Dank.
    Gut ich werde dann mal bei der Bundesnetzagentur anrufen. Die Kabelalternative dabei zu haben ist klar, allerdings möchte ich, wenn ich jetzt eine neue Funkstrecke kaufe, diese natürlich länger als bis 2015 nutzen können und darum gehts mir eigentlich. Ich verstehe nicht, warum es in dem Bereich nicht einfach ein Frequenzband gibt, wo man vorerst sicher sein kann, dass auch für Funkmikrofone frei bleibt und zu dem man jetzt bei einem Neukauf ohne Bedenken greifen kann.

    Was würdet ihr denn jetzt kaufen, wenn ihr Verleiher oder Dienstleister währt?

  • thc
    Verifiziert
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    2
    • 2. Juli 2013 um 10:44
    • #4

    Der LTE-Ausbau der vorher unversorgten Gebiete gilt ja praktisch als abgeschlossen.
    Jetzt zeigt sich, dass ziemlich grosse weisse Flecken auf der Landkarte verblieben sind, wo gar kein LTE-Mast in der Nähe ist.
    Und selbst dort, wo einer steht, wird er nicht von allen drei Betreibern genutzt.
    Das bedeutet, dass im Upstream-Bereich des D-Bands doch noch reichlich Platz verblieben ist und voraussichtlich auch bleiben wird.
    Mit etwas Glück merkt das auch die BNetzA und verlängert einfach die Ende 2015 auslaufende Sekundärnutzung für diesen Bereich.
    Dann haben alle die gewonnen, die einfach ihre D-Band-Strecken weiter benutzen.

    Im E-Band ist es nicht ganz so einfach.
    Dort tummeln sich zwischen Duplexlücke und SRD-Band die ganzen LTE-Endgeräte, die breitbandig im Frequenzbereich ihres Mobilfunkanbieters senden und leider auch über die Grenzen des Bereichs hinaus.
    Das steht jedenfalls im Messbericht von APWPT und DKE AK 731.0.8, der sich über die Google-Trefferliste zum Suchbegriff Duplexlücke finden lässt.
    Ich hatte seit dem Lesen dieses Berichts vor, mal mit dem Sennheiser-WSM das E-Band zu scannen, während ein LTE-Gerät auf Mastsuche ist, bin aber noch nicht dazu gekommen.
    Wenn sich aber das Ergebnis dieses Berichts in der Praxis bestätigt, kann man Duplexlücke und SRD eigentlich vergessen.

    Jetzt zum C-Band.
    Da haben wir als ebenfalls kirchlicher Träger 8 Strecken am Start und uns von der BNetzA dafür 24 Frequenzen genehmigen lassen, selbstverständlich kostenpflichtig.
    Wobei das mit den Kosten angesichts des Preises für z.B. eine EW 300 G3 eher zu vernachlässigen ist.
    Und ich bin auch nicht begeistert von der Aussicht, dass sich das Spielchen mit der Digitalen Dividende wiederholen soll.
    Aber es gibt auch da einen Hoffnungsschimmer.
    Zum einen sind die jetzigen Primärnutzer nicht die vielen kleinen Veranstaltungstechniker, sondern die DVB-T-Betreiber.
    Also die Sendeanstalten von ARD und ZDF - und ob die sich so einfach vertreiben lassen, bleibt abzuwarten.
    Und selbst wenn, vermute ich, dass sich das Szenario vom D-Band wiederholt und auch dort im Upstream-Bereich reichlich Frequenzen frei bleiben werden.
    Warten wir es ab.

    Wenn ich mit den Strecken jetzt Geld verdienen müsste, würde ich C-Band kaufen.
    Wenn ich ein schmales Budget habe und mutig bin, würde ich gebrauchtes D-Band kaufen und in einem ungenutzten LTE-Upstream-Bereich betreiben.
    Dazu dann noch einen RF Explorer, um immer mal wieder den Bereich zu überprüfen.

    Gruß
    Claus

  • applefreak
    Beiträge
    12
    • 2. Juli 2013 um 21:55
    • #5

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das ist alles gar nicht so einfach. Ich muss nochmal drüber nachdenken. Die Bundesnetzagentur meinte, dass er überhaupt kein Band garantieren kann ausser die Duplexlücke im E-Band.... Ich finds verrückt dass man das einfach so mit den Nutzern von Funkstrecken machen kann ....

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