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  4. Boxen Reparatur und Selbstbau

Wie entkoppelt man am besten Boxen vom Boden?

  • SnuSnu
  • 11. September 2003 um 13:51
  • Uwe 1
    Beiträge
    1.692
    • 14. September 2003 um 19:56
    • #41

    So ich habe, weils mir nun wirklich keine Ruhe gelassen hat, heute in meinem Arbeitszimmer ein kleines Experiment durchgeführt. Dort stehen uralte russische S 100 Boxen (sackschwer, dreiwege 12" Bass, 6,5" Mitten und HT) eben genau auf Spikes, der Fußboden aus Laminat (schwimmend verlegt). Audio-Test CD rein und von 20 bis 150 Hz durchgetestet. Bei Zimmerlautstärke gab es bis auf die Gläser in der Vitrine keine erwähneswerten Störungen. Dann habe ich die Boxen auf die Kopffläche gedreht, um zu sehen oder besser zu hören, wie´s klingt, wenn die Teile ohne Spikes auf der ganzen Fläche stehen und das Ergebnis war zum Weglaufen. Bereits bei normaler Lautstärke waren hörbar Störgeräusche zwischen Box und Fußboden zu verzeichnen. Bei Partylautstärke zwischen 30 und 70 Hz rappelt der ganze Fußboden mit.
    Nun auch wenns Voodoo sein soll, zumindest funzt es :o . Es kann ja nur mit einer höheren inneren Dämpfung der Verbindung zusammenhängen.
    Fairerweise möchte ich noch dazu sagen, das ich zum Vergleich dann eine Fußmatte unter die Box legte und es rappelte fast nix mehr. Also das geht sicher auch 8)

    Ich bin auf die Antworten unserer Akustikprofis echt gespannt.

    Uwe, der eigentlich nix von Voodoo hält :D

    Party-DJ im Ruhestand

  • Adam Selene
    Profi
    Beiträge
    2.271
    • 14. September 2003 um 23:08
    • #42

    Ich denke, was da gerappelt hat war die Box (nicht ganz eben) auf dem Fußboden (auch nicht ganz eben). Da hört man in der Tat schon "atmende Spalten" von ein paar Hundertsteln. Wie Du selbst ausprobiert hast, reicht da auch eine dünne ausgleichende Zwischenlage.
    Was die Sptkes also bei Dir machen, ist nicht irgendwas an irgendwas koppeln, sondern durch den hohen Anpressdruck der winzigen Auflageflächen der Spikes Rappelgeräusche verhindern. Das tut aber auch ein Gummifuß, der ja eigentlich in punkto Ankoppelung genau das Gegenteil eines Spikes bewirken soll. Oder ein Filzlappen.
    Nun ja, erlaubt ist, was hilft. Den von den "High-Endern" postulierten Effekt der starren Verbindung erreicht man aber nicht durch Spikes. Sondern durch Festschrauben der Box. Ich habe so eine Anschraubmöglichkeit mal bei ein paar Standboxen (zwecks Sicherheit in kinderhaltigen Wohnungen, nicht zwecks High-End) vorgesehen, aber niemand wollte sich M10 Schwerlastanker in den Estrich drillern :cry: Da haben die Leute eher ihre Kinder abgewatscht.

    Adam

    "Dave...my mind is going...I can feel it...I can feel it."

  • Flywheel
    Beiträge
    68
    • 15. September 2003 um 10:07
    • #43

    Hi,
    eine wirksame Körperschallentkopplung wird bei Maschinen (z. B. Kältemaschinen) dadurch erreicht, dass man die Anlage erst einmal auf eine schwere Betonplatte auflagert (verschraubt) und diese Betonplatte dann auf einen Dämmtoff z. B. auch Sylomer, es gibt auch andere, auflagert.

    Durch die Betonplatte wird die Masse des Erregers erhöht, wodurch die Schwingung gemindert wird. Der Dämmstoff muss so berechnet werden, dass die Resonanzfrequenz des Systems um mindestens Faktor 1,4, besser 3 unter der niedrigsten Anregungsfrequenz liegt. Das wird schon ganz schön schwierig bei 20 Hz.

    Dann sollte das ganze auf einer möglichst schweren Gegenmasse aufgestellt werden. Im Keller bietet sich der Fußboden, der meist die Gebäudesohle darstellt, an. Hängt man die Boxen an die Decke ist die Gegenmasse meist deutlich kleiner. Und wenn da drüber direkt die Wohnung eines Fremden liegt, würde ich die Boxen dort nicht anhängen.

    Falls Du es trotzdem machen willst: Von der Fa. G+H Montage gibt es Stahlfederelemente mit Haken und zusätzlichem Dämmstoffeinlagen (Stahlfedern haben nämlich bei höheren Frequenzen Eigenresonanzen, die sich negativ auswirken können). Die nennen sich „Decken und Rohrabhänger“ und gibt es für verschienden Belastungen.

    Eins ist sollte aber klar sein. Man kann keine Disco-Pegel fahren, ohne dass es zu Übertragungen in einem Gebäude kommt. Ich kenne ein Bauvorhaben, da wurde eine Disco im 2. UG in einem größeren Wohnhaus gebaut. Die gesamte Disco wurde als vollständig enkoppelter Betonkörper elastisch in dem Gebäude aufgelagert und trotzdem waren im 3. OG noch Geräusche mess- und hörbar!

    Bei der Aufstellung von Boxen in Wohnräumen, z. B. auf entkoppeltem Laminat, hat man schon ein einigermaßen kompliziertes System. Die Dämmschicht unter dem Laminat ergibt ein Resonanzsystem, der schwimmende Estrich ein weiteres und dann noch die Auflagerung der Boxen...

    Gruß Flywheel

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