Man muss doch alles relativieren. Ich kann mit 18ern gut arbeiten, aber längst nicht mit jedem 18er! Ich kann mit 15ern (oder Doppel-15ern) gut arbeiten, aber nicht mit jedem 15er. Das "Problem" ist doch unter anderem das Nicht-Vorhanden-Sein echter Bass15er. Wenn ein Doppel-15er-"Subwoofer" mit zwei LS bestückt ist, die unter 60Hz keinen Outputliefern, dann nehme ich NATÜRLICH lieber den 18er aus der gleichen Serie, das ist ja wohl verständlich. Ich verzichte doch lieber auf etwas Kick, wenn ich wenigstens dann Tiefbass habe, anstatt gar keinen zu haben.
Wenn ich allerdings IRGENDEINE Möglichkeit habe, unter 60Hz Bass zu bekommen (URPS oder auch irgendein Infrakistchen), dann sind NATÜRLICH die 15er die bessere Wahl.
Einige kennen meine Ansicht, dass Dynamik und Impulse unter 60Hz keine große Rolle spielen. Ich habs getestet (mit einigen Mitarbeitern und Gasttechnikern zusammen) und das ist nunmal mein Ergebnis. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Es geht hier ums Hörempfinden und nicht um Messwerte, auch wieder eine Relativierung (Niemenad würde eine Box kaufen, die einen 100% linearen Frequenzverlauf hat und trotzdem klingt wie eine Katze, die in der Autotür eingeklemmt ist). Unter 60Hz haben 18er keine ernsthaften Probleme mit Partialschwingungen.
In jedem Fall ist ein Doppel-15er, der den gleichen Frequenzumfang wie ein 18er liefert, diesem 18er vorzuziehen. Es gibt klanglich keinen Grund, der dagegenspricht, es sei denn, man steht auf Klangartefakte (Ich finde es auch manchmal lustig, was dabei rauskommt, wenn man Signale in manche Boxen schickt..... oder digitale Bildstörungen beim DVB-Empfang....).
Thema Verzerrungen: Bekanntermaßen ist K2 nicht sehr störend. Aber mancheiner mag eben garkeine Verzerrungen. Das ist klar, gar keine sind besser als gutmütige. Aber auf der anderen Seite gibts da die Röhren-Amp-Fetischisten, die auf die warme Verzerrung ( = K2) stehen, aber andererseits kein K2 aus den LS hören wollen..... was soll man dazu sagen?
Klar, K3 ist immer böse.
Thema URPS: Es gibt einige URPS-Fans, deren Messergebnisse ich gesehen habe. Der Anteil an Verzerrungen war bei allen sehr hoch, viele nehmen an, dass gerade dadurch der Klangeindruck des URPS entsteht. Es kann natürlich sein, dass sie alle ihren URPS falsch konstruiert haben (falsche LS/falsche Gehäusedimesionierung).
Eines noch: Einige sind ja der Meinung (wobei ich ihnen recht gebe), dass die hohe Verbreitung von 18ern durch den Teufelskreis zwischen "geizigen" Anwendern und sich darauf spezialisierender Industrie entstanden ist und den Anwendern "eingebläut" wurde "Nur 18er machen Bass". Es gibt aber auch das genaue Gegenbild: Ein Kollege sagte mir "18er sind doch scheiße, die kann man doch nur ganz tief trennen" und nannte mir noch die ganzen Probleme wie die Ausschwingzeit usw. Gut informiert über die "Misere" war er. Aber dann kaufte er sich die Bell VPS400 mit den Doppel-15er BP im Minigehäuse, der all diese Details sogar noch heftiger aufwies......