... noch ein paar Anmerkungen:
Natürlich hat unser "Test" keinerlei Anspruch auf wissenschaftlich exakte, 100% objektive Ergebnisse. Dazu fehlen auch Aufnahmen und Messungen. Mir ging es für mich vor allem um eine Überprüfung und Reflektion der eigenen Gewohnheiten. So ist auch meine Intention für andere zu verstehen. Darüber hinaus bin ich seit längeren damit unzufrieden, dass uns die üblichen Dynamischen ein nicht EQ-bares, weil zerklüftetes Präsenzanhebungsgebirge und eine ebenso zerklüftete Richtcharakteristik im Präsenzbereich aufzwingen. Diesen Bereich möchte ich eigentlich lieber mit dem Channel-EQ selbst bestimmen und eine definierte Niere dazu haben. Die Lösung mit den Großmembranen ist zwar nicht neu aber ich hatte mir da folgendes ergrübelt: Die typischen Schwächen in der Richtcharakteristik und die Nichtlinearitäten der Großmembranen ( Bass und oberste Höhen ) sind genau für die E-Gitarren ohne Bedeutung, da man sie dafür eh wegfiltert. Dafür würde die E-Gitarre von der Impulstreue ( ich weiß, ein 12"er Speaker ist auch nicht gerade ein impulstreues System aber der Unterschied ist trotzdem deutlich als "dynamischer" hörbar ), vom gutmütigen linearen oder allenfalls etwas breitbandig welligen Frequenzgang und von der zwischen 200Hz und 5-7 KHz sehr gut eingehaltenen Niere profitieren.
So wars denn auch in der Praxis. Mit einer satten Hochtonabsenkung sollten eigentlich auch einige sehr viel billigere Modelle, als die von mir getesteten in Frage kommen und damit der sm57-Preisvorteil nicht mehr so entscheidend sein. Dass es für manche Stilarten Perlen vor die Säue ist und manche Amps eine derartig "flachmachende Dynamikbremse" darstellen, ist schon klar. ( manche Britpopper haben auch die positive Fähigkeit einem Akkord ein durchaus dynamisches Profil zu verpassen :wink: )
Das Thema mit den Umgebungsgeräuschen ist vielleicht nicht so ganz vorrangig vor einem lauten Gitarrenamp. Ich wollte allerdings mit dem Gerücht aufräumen, Großmembranen hätten da ein grundsätzliches Problem. Interessant war trotzdem, zu hören, wieviel Drumset man in der o.g. Anordnung noch über das Gitarrenmikro hört und dass es tatsächlich hörbare Unterschiede zwischen den Mikrofonen gibt.