Ein großartiger Thread. Danke für euren mannigfaltigen Input über die Jahre - vor allem auch an Nlate, zegi und JS-Sound!
Ich selber darf nach ein paar Jährchen Pause mal wieder ein Musical mischen. Kategorie III, also alles Amateure, aber eher gehobener Anspruch. Live-Musik aus Drums (E), Bass, 2xGtr, 2xKeys. Jeder Darsteller einzeln mikrofoniert: 14 Nackenbügel / Lavaliers von DPA / Sennheiser,
In diesem Musical gibt es keine gesprochenen Passagen. Dafür wechseln die Solisten in den Songs häufig. Es gibt so 3 bis 5 Haupt-Solisten; aber alle anderen kommen auch mal vor. Der Rest - also ALLE (solange sie nicht gerade Solisten sind) - macht den Chor.
Wie wir es bisher gehandhabt haben:
Wir hatten ein Pult mit User-Layer und genügend Fadern. Dort hatten wir alle Inputs gleichtzeitig aufliegen. Und zusätzlich Fader für Subgruppen (Band, Sänger männlich, Sänger weiblich) und Effekte.
In den Cues waren ausschließlich Mutes der in dem Song(part) nicht benötigten Mikros. Alle anderen Mikros waren in dem Song durchgehend offen; und ich habe die notwendigen Pegel-Anpassungen von Hand gefahren. Den Chor vor allem über die Sänger-Subgruppe, die Solisten mit der anderen Hand.
Was mich gestört hat:
- Durch die vielen offenen Mikros waren wir öfter mal nahe der Feedback-Grenze.
- Die Solisten musste man in den 14 Kanälen "suchen". Natürlich sind die im Ablauf aufgeführt. Aber wenn 4 Zeilen nacheinander von 11,4, 8, 3 kommen, dann kostete das Aufmerksamkeit. Bei den Haupt-Solisten kein Problem. Bei den selteneren Solisten eine Herausforderung.
- Die Regelung des Chores hat immer auch die Solisten beeinflusst, da alle Sänger in gemeinsamen Subgruppen waren.
Diese 3 Dinge möchte ich beim nächsten Mal anders machen.
Was ich vorhabe:
Ich möchte über DCAs mischen. Also je Cue das jeweils Wichtigste auf den DCAs liegen haben.
(Tatsächlich hatte ich mir das schon vor dem Lesen dieses Threads überlegt. Diesmal soll es ein X32 werden, da das Ensemble alles aus eigenem Material stemmen möchte. Damit bin ich nicht übermäßig vertraut; man liest beim X32 öfter, dass DCAs dort eine größere Rolle spielen, was wohl auch an den nicht so ausgeprägten User-Layern liegt. Und so war ich beim Lesen dieses Threads sehr erfreut, dass das Mischen über DCAs beim Musical wohl sehr verbreitet ist.)
Aktueller Plan sind
5 DCAs je Cue für die aktuellen Solisten,
2 DCAs je Cue für Chor (m/w),
1 DCA statisch für Band oder Effekt, da bin ich noch unschlüssig.
Von der Idee her würde ich die Solisten "Line by Line" mischen. (Wobei Soli in Songs ja häufiger nicht nur aus einzelnen Zeilen bestehen...) Ob ich die dann tatsächlich komplett runterziehe oder nur um 6 bis 12 dB absenke, das muss ich ausprobieren.
Die Frage zum Chor:
Ich habe im Thread verstanden, dass man lieber fadet statt mutet, damit sich der Bleed nicht so plötzlich ändert. Wenn das schon bei einzelnen Kanälen so ist, wie ist das dann erst beim Chor?
Also wenn ich sagen wir mal 12 Chor-Sänger habe und den Fader schnell runter/rauf ziehe - ändert sich dann das Gesamtbild nicht zu sehr?
Dankbar wäre ich für Hinweise zu letzterer Frage. Und natürlich auch zu allen anderen Aspekten.