Ich habe einmal einen 1,5stündigen Vortrag eines Professors der Politikwissenschaften zuhören müssen, bei dem es um die Gerechtigkeit unseres Wahlsystems ging. Inklusive Beispielrechnungen mit Überhangmandaten und was es da sonst noch so an Geschichten gibt.
Ganz im Detail ist nicht mehr alles da, aber eine Sache hab ich noch im Ohr und versuche sie morgen zu beherzigen.
Das System beruht auf der Annahme, bzw. funktioniert nur vernünftig, wenn man tatsächlich die Partei wählt, mit deren Inhalten man sich am ehesten identifiziert. Das Ganze "ich wähle Partei XY,damit die andere nicht die Regierung bildet" oder "ich wähle nur eine große Patei, weil die Anderen die 5% Hürde eh nicht schaffen" usw. verzerrt das Ergebnis in der Weise, dass wir da sind, wo wir sind, nämlich eine weitestgehende Alleinherrschaft der großen Parteien. Stellt euch vor, jeder würde das beherzigen, dann hätten wir womöglich 2-4 Parteien mehr im Bundestag und die Regierungsbildung würde zwar schwerer werden, aber man hätte ein Gleichgewicht zwischen den zentralen Themen der verschiedenen Parteien. Als Beispiel die wirtschaftliche Herangehensweise der FDP und das Verständnis von Daten und Privatsphäre einer Piratenpartei würde klasse zusammenpassen. Alternativ das ökologische Verständnis der Grünen mit den sozialen Ideen der SPD oder so.
Wie gesagt diese Idee ist nicht von mir, sonder von jemanden, der sich mit der Materie sehr gut auskennt und das Ganze mit wirklich wissenschaftlicher Herangehensweise betrachtet. Als ich das hörte, erschlossen sich mir so einige Dinge.
Also nicht verzagen und wählen gehen!!! Selbst bei den "Kleinen" lohnt jede Stimme, wie auch schon ganz richtig vom Herrn ADMIN erklärt.
Dazu fällt mir nur noch der feine Herr Urlaub ein:
Die dich verarschen, die hast du selbst gewählt (ob durch "nicht wählen" oder wie auch immer)
Darum lass sie deine Stimme hör'n, weil jede Stimme zählt