Hier gibts den kompletten Testbericht des Nexo Alpha von 1998:
http://passthrough.fw-notify.net/download/62549…lpha-report.pdf
Einfach mal beide Tests nebeneinander legen und die Messergebnisse analysieren, dabei kommen nämlich ganz gravierende Unterschiede zu Tage:
1.Sensitivity:
das HT16 mag nette lowmids zwischen 200 und 500 Hz machen, aber zwischen 550 und 1200 Hz folgt einen Einbruch größer 10 dB.
700 Hz fallen aufgrund einer heftigen Resonanz sogar auf 94 dB (1W/1m) zurück, das ist weniger als die beiden 8 Zöller machen wenn sie in ebener Schallwand montiert werden...
Der Einbruch wird mit "gewagter" 10 dB Anhebung im Controller-preset "korrigiert".
Das alpha M8 (80 Grad Top) erreicht ab 300 Hz 110 dB, bei 900 Hz sogar 113 dB (1W/1m), in der Mitten-Oktave also gut 10 dB mehr!
2. SPLmax:
auch hier findet sich der Einbruch beim HT16 wieder. Denn natürlich helfen die 10 dB Anhebung im DSP hier nicht weiter, so dass sich ganze 119 dB bei 700 Hz mit 10 % THD abrufen lassen, über die komplette Oktave von 600 bis 1200 Hz reicht es gemittelt immerhin für 126 dB.
Das schafft eine direktstrahlende PS10 im besagten Frequenzbereich auch (siehe PP Test 10/2010).
Die 140 dB SPLmax Herstellerangabe könnte das HT16 allerhöchstens bei 1,8 kHz mit Hilfe von 26 dB Ampgain (= 400 Watt) erreichen.
Wie lange dies der verwendete HF-Treiber (2,5" Diafragma) aushält, wie das wohl klingen mag und wie dies in der Praxis nutzbar sein soll, entzieht sich....
Nochmal zurück zu den 8ern: 10 dB Boost im Preset entsprechen "ja nur" einem Leistungsfaktor von 10, und das in der wichtigsten Mitten-Oktave wo sich Gitarren, Stimmen mit Dauerpegel, sowie Picollo Snare, Percussion etc. mit extremer Dynamik abspielen...
Wie sieht es da wohl mit der thermischen Belastung der 8 Zöller sowie deren Powerkompression und Haltbarkeit aus?
Ganz abgesehen von der Unmöglichkeit bei am Limit betriebenem System, Vocals und Snare noch über den Mix zu bekommen, denn genau dieser Frequenzbereich hängt ja schon längst am Anschlag während man im Lowmid noch Luft hat...
Das M8 Top hingegen bringt es im wichtigen Mittenbereich auf knapp 140 dB!
Und selbst mit nur 3 % THD liegt der SPLmax in weiten Bereichen noch über der 10 % Kurve des HT16.
Es braucht also weniger als ein Zehntel der Leistung um den SPLmax des HT16 zu überbieten und dann geht es erst richtig los!
Natürlich bedarf das M8 unterhalb 200 Hz Unterstützung vom B1 Bass da hier ein echtes 4 Wege Konzept verfolgt wurde.
Doch auch der HT16 SPLmax fällt unterhalb 200 Hz mit 10 dB pro Oktave ab und braucht zwingend Unterstützung durch die Subs.
Selbst mit den !DREI! bei der Messung verwendeten SW18 bleibt ein Einbruch von -6 dB um 110 Hz. Im Text ist vom "lückenlosen Übergang" zwischen Sub und Top zu lesen "wo die sonst übliche Schwachstelle hier ausbleibt".
????
3. Abstrahlung:
auf den ersten Blick sehen die Isobaren des HT16 ja ganz gut aus. Der zweite Blick offenbart aber in der Horizontalen eine echte Problemzone, nämlich wieder in der kompletten 600 bis 1200 Hz Oktave, und zwar zwischen 25 und 45 Grad off axis. In diesem Winkelbereich fällt der Pegel schlagartig um bis zu -18 dB zurück um dann außerhalb, im Winkelbereich zwischen 45 bis 90 Grad wieder zurück auf -9 dB zu klettern.
Im Text liest man von "einer perfekten Einhaltung der angegebenen Winkel" und von "einer kleinen Einschnürung die kaum einer weiteren Diskussion bedarf".
Außerdem "wie perfekt und schnell der Pegel für die darüber hinaus gehenden Winkel abfällt". "Die Directivity betreffend kann man nur höchstes Lob aussprechen".
Das ist so ziemlich genau das Gegenteil was die Messung über den 600 -1200 Hz Bereich dokumentiert.
Praktisch bedeutet das ganz klar: keinerlei Mitteninformation links und rechts im Bereich zwischen 25 und 45 Grad und noch jede Menge Restenergie zwischen 45 und 90 Grad neben der Box.
Wenn man diesen Lautsprecher im kompletten 90 Grad Winkel von links nach rechts durchschreitet ist dieser Effekt mit Sicherheit extrem hörbar...
Das M8 sieht hier auch alles andere als ideal aus, es ist aber nicht ganz so krass und wird zumindest zwischen 800 und 1200 Hz nochmal 80 Grad breit.
-> unter "Democracy for listeners" versteht man eher etwas Anderes...
4. Zerfallspektrum:
das HT16 hat eine heftige Resonanzen bei - wie schon aus der sensitivity ersichtlichen - 700 Hz, außerdem treten 550 und 200 Hz unangenehm hervor.
Genau an dieser Resonanz wird die meiste Energie in das Topteil gepumpt, das Zehnfache wie bei 250 Hz !
Auch beim M8 gibt es unschöne Resonanzen bei 1200 und 2000 Hz. Das Zerfallspektrum ist jedoch nicht direkt vergleichbar da damals noch mit alter MAXILS Software ausgewertet wurde.
Verglichen mit den oben genannten Punkten ist die, im ungefilterten Phasengang ersichtliche Laufzeit-Fehlanpassung zwischen 8" und 1,4", geradezu vernachlässigbar, nach der FIR-Filterung geht sie im verbliebenen Phasen-ripple oberhalb 1 kHz unter und wird vollens unsichtbar...
Auch eine Möglichkeit einen Systemamp "zur Pflicht" zu machen...
Angesichts dieser elementaren, in den Messergebnissen dokumentierten Mängeln des HT16 bleibt die Frage nach dem geradezu überschwänglich positiv geschriebenen Text und Fazit im Test?
Nun ja, man schaue auf die Rückseite des Magazins wen man dort als Dauer-Anzeigenkunden findet...
Da kann dann schon mal ganz offiziell dem "Entwickler" der Dank ausgesprochen werden, oder vielleicht doch besser der "Marketingabteilung"...