Mal ein paar Punkte:
Stereokanäle: Bei der SD8 ist kein vertikales Pairing nötig, da es "echte" Stereokanäle gibt. Diese haben dann sogar einen Regler für die Stereo-Basisbreite. Allerdings fällt dann der "Alternative Input" weg.
Effekte: Ist jede Menge hinzugekommen mit dem Overdrive-Update - sowohl im FX-Rack wie auch DynamicEQs und Multibandkompressoren für die Kanäle. Ich denke qualitativ werden die auch in Ordnung sein.
EQs: gibt es jetzt 24, das sollte reichen.
Matrix: Ist bei der Vi glaube ich grösser, mehr Inputs...
Gruppen/Auxe: kann man bei der Vi im laufenden Betrieb umstellen, bei der SD wird dafür die interne Busstruktur verändert, was einen 2-3 sekündigen Audio-Dropout mit sich zieht.
Local I/Os: Hat die Vi4 mehr, allerdings hat die SD8 direkt einen 2. Madi-Anschluss, welcher in dem aktuellen Vi4-Angebot (zumind. hier) nicht mit drin ist (aber nachrüstbar)
Übersichtlichkeit/Haptik: Ist bei der Vi genauso genial wie schwer zu beschreiben - wenn man davor steht rafft man es einfach, what you see is what you get. Es lädt direkt zum spielen ein. Bei der SD8 muss man etwas mehr "wissen", damit man sich keine faulen Eier legt. Ganz grosser Vorteil der Vi: Man kann durch die Multiscreens mit 2 Leuten gleichzeitig daran arbeiten. Und die Copy/Paste Funktion ist genial gelöst.
SD8 kann jetzt User Layers, bei der Vi wohl ab dem Update ca. November.
Szenenspeicher: Habe ich mich bei der Vi noch nicht so mit beschäftigt, aber bei der SD8 geht jetzt nach dem Update praktisch alles - z.B. in einer Szene nur den EQ von Kanal 13 - Auto-Update ist auch eine schöne Funktion beim Programmieren
Verarbeitung/sonstiges: Gefällt mir streckenweise bei der SD besser, z.B. sind dort die Netzteile Hotplug-fähig (ausser am MadiRack), die Vi muss man wohl dafür aufschrauben.
Das Stagerack ist bei der Vi4 voll modular, bei der SD8 (MadiRack) sind die 48 Inputs auf ein Blech geschraubt - es sei denn man nimmt das andere Rack, welches aber teurer ist.
Der Punkt Truckspace geht ganz klar ans Digico - immerhin ist ein Rack weniger zu transportieren, auch das Aufstellen geht etwas zügiger.
Das Vi wird im Betrieb schon recht warm (ungefähr auf Temperatur eines grösseren analogen Pultes), während das SD8 nach ca. 5 oder 6 Stunden gerade ganz leicht über Raumtemperatur lag, obwohl der Prozessor dort mit drin sitzt.
Die Talkbackmöglichkeiten sind bei Vi enorm, ich glaube 5 seperat anwählbare Wege. Dafür kann aber z.Z. wohl kein Rechner parallel angeschlossen werden, braucht man aber eigentlich auch nicht.
Der Editor der SD8 ist riesig, am besten holt man sich 2 Full-HD Bildschirme, dann kann man sich auch die Fader-Layer komfortabel zusammenbasteln.
Auf meinem kleinen 1024x768 Bildschirm hier am Tablet jedenfalls ist das echt mühselig.
So genug gelistet ![]()
ich finde die Vi-Serie ist tendenziell ein Top-Festival-Pult, auf dem sich nach ganz kurzer Zeit jeder wie bei analog (mehr sogar noch) zuhause fühlt, wo am FoH dank der massigen I/Os noch viel Siderackgeraffel mal eben angeschlossen werden kann und auch schnelle Änderungen über kurze Wege möglich sind. Vor allem da der Babysitter nicht nur daneben stehen, sondern im nächsten 8er-Block aktiv mit anpacken kann, wenn es schnell gehen muss.
Die SD8 ist eher eine etwas kompakteres, enorm leistungsfähiges Pult, zu dem man sich aber bezügl. Busstruktur etc. eher vorher ein paar Gedanken sollte, also m.M.n. eher für Tour, Theater, bestimmte Shows usw. geeignet. Wobei ich es aber auch für die einfachen R&R-Sachen nicht komplizierter finde als ein M7, wenn da ein vernünftiges Grundsetup drin steckt.