Also, mit Delay und Reverb hab ich das schon gemacht (Logic geöffnet und in die Live-Inputs Tap-Delay u. Renaissance-Reverb reingeladen), das ganze mit einem recht lahmen Rechner (333Mhz Celeron) u. günstiger Terratec-Audiokarte (EWS88MT). Hat für die Anwendung wunderbar gefunzt, allerdings würde ich von einer Verwendung als EQ/Dyn, u.ä. komplett absehen, aus folgenden Gründen:
- Latenz:
Klar, bei heutigen Systemen kann man diese extrem runterdrücken, ist jedoch rein prinzipiell immer höher als bei Outboard-Geräten bzw. DSP-Systemen (z.B. ProTools TDM/HD).
Kleiner Vergleich: Die RME-Hammerfall schafft eine min. Latenz von 1,5ms bei 44,1kHz - diese gilt allerdings nur für rein oder raus, ist also für die entsprechende Anwendung doppelt zu rechnen - hinzu kommt nocht die Latenz der Wandler (AD/DA, ca. 1ms) und die Software, welche manchmal richtig dick aufträgt.
Dagegen liegt die TC EQ-Station bei 1,54ms@48kHz für AD/Processing/DA, also vom Input zum Output.
(siehe auch: http://www.rme-audio.de/techinfo/lola_lomo.htm)
-Klang:
Mir sind nur wenige EQ-PlugIns bekannt, die eine entsprechende Audioqualität besitzen und dabei noch bezahlbar sind. Gerade schmalbandige Filter (z.B. zur Raumanpassung) ziehen oftmals Nachbarfrequenzen phasenmässig so sehr in Mitleidenschaft, dass diese teilweise unbeabsichtigt angehoben werden, und alles nur noch schlimmer machen. Dies ist übrigens auch bei vielen günstigen, digitalen Outboardgeräten der Fall (z.B. Behringer Ultradrive).
Auch sind viele PlugIns am oberen Frequenzende nicht kompensiert (wichtig bei 44,1/48kHz-Betrieb), d.h. die Filtergüte nimmt automatisch immer weiter zu, je näher man der halben Sampling-Frequenz kommt (daher der berüchtigte "scharfe" Klang digitaler EQ´s)
Die wenigen, wirklich guten PlugIn-EQ´s kommen meist mit einem sehr hohen Preis, einer extrem hohen Berechnungs- (also Latenz-)zeit oder im Zweifelsfall mit beidem daher.
- Zuverlässigkeit:
Bei einem normalen PC - eindeutig inakzeptabel. Wenn man manchmal so sieht, welche Kapazitäten ein Rechner allein für eine Mausbewegung oder der Suche nach einer CD im Laufwerk u.ä. in Anspruch nimmt, kann einem eigentlich regelmässig schlecht werden. Wenn wir mal irgendwelche Treiberprobleme etc. (bei Win-XP scheint übrigens jeder neue USB-Stick die Konfiguration nachhaltig zu verändern - daher mittlerweile im Studio ein absolutes NO) aussen vor lassen, ist mir allein die Ungewissheit, ob ich den Rechner im entscheidenen Moment überhaupt bedienen kann (oder ob er gerade wieder irgendwas sucht und die ganze Oberfläche einfach nur hängt) zu suspekt.
Was ich jedoch schon erfolgreich im Einsatz gesehen habe, war ein ProTools System als Voc-Channelstrip - hat astrein funktioniert. (war, glaube ich, auch bei Shania Twain im Einsatz - dort jedoch auch mit einem 2ten System als Havarie)
So genug Text, schönen Gruss Bo