Zitat von "zegi"Man könnte natürlich auch weiterhin das alte Analogmuco weiter benutzen und am FOH auf Digital switchen. Das dürfte für viele Clubs preiswerter sein und auch die praktische Umsetzung ist problemlos.
Ich frage mich allerdings, wieso es um ein digitales Muco geht. Müsste der Ansatz nicht eher sein, einen Mischer (bzw. dessen Steuerung) über WIFI mit der Stagebox zu verbinden, und die Audiosignale dort zu lassen, wo sie sind? Solche Ansätze gibt's im Kleinformat schon etliche. Wie Praxistauglich die für die grossen Shows sind, weiss ich nicht.
Ich bin da realistisch gesehen eher bei niggles.
Mir ist ja selbst die Variante "Steuerung über WLAN" zu unsicher und ich sorge in solchen Szenarien immer (immer) für eine verkabelte Backup-Lösung. WLAN ist meiner Meinung nach nicht die Lösung. Auch kein Aufgebohrtes.
Nun ist es ja so, daß hier explizit ein drahtloses Multicore in die Diskussion gebracht wurde und das interessiert mich technologisch schon. Die Frage ist erst mal, aus welcher Richtung gehen wir das an:
- Audio-Hersteller, die drahtlose Übertragung von Audio-Signalen bereits praktizieren? Hier haben wir in der Tat schon Latenzen von deutlich unter 5ms erreicht, es scheint noch niemand unter 1ms gekommen zu sein. Dafür werden selten mehr als 2 Kanäle pro Strecke übertragen. Ich stelle mir übrigens ein Multicore aus Shure ULX-D gerade lustig vor. Das wäre dennoch für mich derzeit die Lösung, die einem Drahtlosdigitalmulticore am nächsten kommt. Steuerdaten sind ja nicht so groß und nicht so zeitkritisch, die könnte man dann mehr oder weniger tunneln.
Testaufbau: 32 in 16 -> am FOH 16 Taschensender und 8 Quad-Empfänger, auf der Bühne 32 Taschensender und 4 Quad-Empfänger. Latenz knapp 6 ms (bzw. ca. 6.4ms in HD-Mode, der dann durchaus Sinn ergibt.), Kosten will ich gar nicht wissen. Die Frage ist, wäre bei einer Komplettlösung auf dieser Plattform eine drastische Reduzierung der Latenz und der Kosten möglich?
- die IT-Branche, die heute schon große Bandbreiten mit für uns zu hohen Latenzen übertragen kann? In der Netzwerk-Denke ist oft zugunsten der Bandbreite die Maximallatenz höher. Im Schnitt kann man ganz anständige Werte erreichen, irgendein Paket kommt dann aber mal viel zu spät an. Für uns der Aussetzer. Für die IT hat es dann halt mal kurzzeitig etwas länger gedauert. Man könnte hier mit einer sehr großzügigen Fehlerkorrektur arbeiten, bei der dann ziemlich viele Pakete fehlen dürfen, diese kostet natürlich auch wieder Zeit (codieren + decodieren).
Testaufbau: Dante redundant über 2x AirFibre (ein Mal 5GHz-Bereich, ein Mal 24GHz) auf 2 verschiedenen Wegen. Wie lange spielt das stabil, welche Dante-Latenz kann sauber erreicht werden? Kosten 4-stellig