Beiträge von ERICH

    Ich habe gute Nachrichten.

    Das System funktioniert.


    Ich habe kurzerhand den defekten Sender komplett geschlachtet und die Kontaktplatine so umgeschnitzt, das ich die Angänge direkt anlöten konnte.

    Dann noch ein Kabel dran, zugentlastet, das klaffende Loch vom Display zugeklebt und fertig.


    Belegung:

    Pin 1 -> +
    Pin 2 -> nicht belegt

    Pin 3 -> -

    Gehäuse -> Schirm/Masse



    Der Vergleich zur Funkstrecke war auch zufriedenstellend.

    Beides klingt komplett gleich.


    Ich konnte dieses UFO sogar auf einer Veranstaltung unter reellen Bedingungen testen.

    Der Keyboarder wollte spontan doch noch ein wenig Background mitsingen und ich hatte das Teil vom Funkstreckenvergleich her noch im Gepäck.

    Das hat problemlos funktioniert - kein Brummen, keine Einstreuungen vom Dimmer oder ähnliches.


    Jetzt bleibt noch die Aufgabe das Ganze in ein ordentliches Gehäuse zu packen.

    Da wird wohl ein wenig Alu - Dreherei notwendig werden.

    Schon klar, ich hab nur sicher gestellt, das keine Verwechslungen passieren.


    Die XA scheint mir sehr auf Monitor Anwendung mit den üblichen Bodenkoppel- und Reflektionseffekten abgestimmt zu sein.

    Ich hab sie Mal beim Thomann in der Testkammer gehört. Da lagen bestimmt 20 Monitore unten dort und man konnte alle per Einspieler und Mikro ausprobieren.

    Da hat das Teil auf mich einen sehr erwachsenen Eindruck gemacht.


    Das zu trennen finde ich auch richtig. Mufus sind sicher schick und ich hab auch einige im Lager. Aber eben auch Boxen, die speziell Topteil oder Monitor sind und das ohne die sonst entstehenden Kompromisse.

    Das mit der Einbindung des eigenen Laptops per USB Soundkarte Handhabe ich übrigens genau so. Nicht, was der Gedanke aufkommt, das ich da stümperhaft bin.


    Ich sehe die mechanische Stabilität und die oft verbauten, minderwertigen Wandler mit irgendwelchen Sound - Verschlimmbesaerungen nicht als Bühnentauglich an.


    Dieser Idealismus muss in Anbetracht eines Laien-Umfeldes auf einer Veranstaltung aber leider oft hinten anstehen.

    Das kann ich leider nur sehr bedingt nachvollziehen.

    Wenn ein Sänger sein eigenes Mikro mitbringt, dann wird das auch ohne Diskussion angesteckt.

    Wer seinen eigenen Zuspieler mitbringt und bedient sollte auch eingebunden werden können. Das ist Teil des Beschaller Handwerks. Das die Miniklinke der quasi Standard an neumodischer consumer Elektronik mag ich zwar auch nicht - ist aber halt leider so.


    Ablehnen würde ich aber die Bedienung der Geräte. Das soll der Besitzer machen.

    Ich hab da schon schöne Episoden erlebt - mit Passwort Sperre, die plötzlich reinhaut und so.


    So ein Miniklinken Kabel im Pultcase kostet nix und ist sehr oft wirklich nützlich. Und sei es für die Pausenmusik, die der Bandmischer einspielen möchte oder gar ein wenig Abbau Musik vom Mobiltelefon.

    Das mit dem zu hohen HT Anteil kann ich gar nicht nachvollziehen.

    Im Gegenteil in meinem Controller Setup für die Box habe ich per high shelf noch mal knapp 2dB zugegeben.

    Die Box klingt an sich tendenziell sogar eher etwas gedeckt.

    Mir persönlich gefällt das sehr gut.


    Was die erreichbare Lautstärke angeht habe ich noch nie einen Engpass erlebt.

    Auch Open Air nutze ich die gern.

    Ich denke andere 12" Tops machen das auch nicht viel anders. Für viel mehr Geld mag da noch bissl was mehr gehen - das ist aber denke ich hier auch wurscht.


    Hier ein Bild eines Open Airs mit Klassik und Band Teil. Front waren 2 der HK, 6x15"Bass und 2x18" Sub. Hinter dem FoH stand dann nochmal eine Delayline - auch HKs.

    Da es ein Picknick war und die Leute fast alle saßen war die Höhe der Tops in Ordnung und ich habe nur ein paar Brettchen zum neigen untergelegt.


    Alles im grünen Bereich.


    Natürlich würde ich bei einem Bratgitarren Konzert dieser Größe grundsätzlich meine 4 Doppel 12" Tops stellen. Aber darum geht es hier ja nicht. Und das ist auch eine ganz andere Preis und Größenklasse.

    Ok, dann von mir der konkrete Tipp mit der HK K5 112FA.


    Ich hab die passive Variante seit es sie gibt (das müssen fast 5Jahre sein) und bin immer noch sehr zufrieden.

    Ich hatte damals ein ähnliches Pflichtenheft und insgesamt etwa 10 weitere Kandidaten getestet.


    Wenn du möchtest kannst du sie bei mir anhören.


    Dazu 2 Kurbelstative (die Thomann Hausmarken Teile sind günstig und stabil) und fertig ist die Sache. Keine Neigeadapter, Bügel oder weiteres notwendig.

    Es geht mir jetzt nicht darum eine bestimmte Box zu bewerben.

    Aber in solchen Boxen Themen wird irgendwie immer wild darauf los diskutiert ohne, das es ein eindeutiges Pflichtenheft gibt.


    Wenn man zu den nachstehenden Punkten möglichst präzise und realistische Angaben macht kann man das Angebot schon sehr weit eindampfen.

    Die übrig bleibenden Kandidaten können dann diskutiert und getesteten werden.


    Klangcharakter

    Lautstärke

    untere Grenzfrequenz

    Abstrahlung

    Stativbefestigung/Neigung

    Flugpunkte

    Aktiv/Passiv

    Systemeinbindung

    Eingänge

    Signalverarbeitung

    max. Größe

    max. Gewicht

    max. Preis

    Farbe

    Wetterbeständigkeit

    Transportmöglichkeit (Case/Hülle)


    ... und einiges, was mir gerade nicht durch den Kopf geht.


    Ich hatte seinerzeit eine solche Liste - das war sehr hilfreich. Auch wenn nicht immer alles 100% passen kann, so ist es doch eine wichtige Entscheidungshilfe.


    In der Industrie würde niemand z.B. eine CNC Maschine ohne ein solches Pflichtenheft auswählen.

    Die Gefahr nicht wirtschaftlich damit arbeiten zu können währe viel zu groß.

    Da wir hier im Pro- Brett sind möchte ich nochmal einhaken und zur Diskussion stellen, das Abstrahlwinkel und Neigemöglichkeiten sehr wichtige Faktoren sind.


    Bei je einem Top pro Seite muss das einfach passen, da gibt es keine Möglichkeit zu tricksen.


    Als positives Beispiel möchte ich erneut die HK L5 112F nennen.

    Diese hat ein asymmetrisches Horn mit einer breiten Abstrahlwinkel im Nahfeld und einem engen auf die Distanz.

    Zudem hat sie 2 Flansche. Einmal 3 und einmal 7 Grad geneigt.

    Zusammen mit einem Kurbelstativ kommt man leicht auf die nötige Höhe und bekommt eine sehr gleichmäßige Abdeckung hin.


    Meiner Meinung nach sind Abstrahlung und Neigemöglichkeit 2 sehr wichtige Punkte, die in das Pflichtenheft einer Neuanschaffung gehören.

    Was nützt eine laute, gutklingende Box, wenn sie mit ihrer 60 Grad Abstrahlung und geradem Flansch sinnlos über die Köpfe der Leute schießt und viele gar nicht erreicht?


    So etwas unterscheidet meiner Meinung nach die Spielkinder, die paar Boxen hanben, weil es cool ist und die jenigen, die ein ordentliches Werkzeug für anstehende Aufgaben haben wollen.

    Irgendwie kommen Begriffe wie Abstrahlwinkel und Ausrichtungsmöglichkeiten in solchen Diskussionen viel zu selten vor.


    Es sucht sich doch auch niemand ein Auto nach Reifengröße aus und lässt sich später überraschen, ob es 2 oder 5 Sitze hat oder ausversehen ein Hundefänger ist.

    Günstig, laut und gutklingend sind auch die HK Linear 5 112 FA.


    Ich nutze die passive Variante und bin sehr zufrieden.


    Zudem haben die einen Neigeflansch und ein asymmetrisches Horn (Nahfeld strahlt breiter ab), was beides für eine gute Abdeckung der zu beschallenden Fläche sorgt.

    Doch, der ist super. Diese alten Trafo Amps sind wesentlich robuster, als die modernen SMD Dinger.


    Ich würde dazu jedoch unbedingt einen

    Mackie SRM1550


    Bass zu den Tops empfehlen. Der passt auch viel besser zu der gewünschten Optik.

    Diese brutale Methode habe ich auch ein Zeit lang genutzt.

    Jedoch hatte ich mehrfach Ausgangsstufen, die das sehr übel genommen haben und arg verzerrte Signale ablieferten.


    Die saubere Variante einer passiven summierung per DI ist eine Stereo Di am Ausgang der Quelle und danach per XLR - Y Kabel zusammenfassen.


    Diese Variante hat bei mir bisher immer problemlos funktioniert.



    Mir kam noch ein Gedanke zur Beschaltung.

    Die Skizze würde die gemessenen Widerstände und das klicken der Kapsel bei 2 von 3 Messevorgängen sauber erklären.


    Die Schaltung erinnert mich an diese Spar- "balanced" XLR Ausgänge, die statt eines 2. Ausgangstreibers einfach einen Widerstand verwenden.


    Bei einer Mikrokapsel aber wohl eher nicht das, was man braucht.


    Kann es sein, das der 500Ohm Widerstand nur eine Art Grundlast für die Versorgungsspannung ist, die hier nicht gebraucht wird?

    Es ist eine dynamische Kapsel.

    Ein Durchgang zwischen einem der Kontakte und dem Gehäuse gibt es nicht.


    Es kann etwas dauern, bis ich einen funktionierenden Sender messen kann - ich bleibe da aber dahinter.