Der Wert kann wirklich nie größer sein als die Stromaufnahme.
Natürlich nicht, damit hätten wir die Physik überlistet.
Aber dann hat man eine undefinierte P.M.PO. Angabe wie damals die Stereoanlagen aus dem Quelle Otto Neckermann Katalog oder irgendwas aus dem Mediamarkt usw.
Als undefiniert würde ich das nicht bezeichnen. Guck dir doch mal ein paar Tests aus der Production Partner an, da ist bei Endstufentests sehr genau beschrieben, unter welchen Umständen welche Leistungen erreicht werden. Viele seriöse Hersteller geben auch an, mit welchen Signalformen die Datenblattangaben ermittelt wurden.
In meinem Beispiel mit der LR 44M20 oben: Die Endstufe kann natürlich NICHT 20kW Dauerleistung abgeben (oder nur für eine sehr geringe Zeitspanne). Muss sie auch überhaupt nicht, es gibt keinen Lautsprecher der 5kW Dauerleistung auch nur ansatzweise verarbeiten kann.
Linea Research gibt z.B. den Crestfaktor an und die dazugehörige Leistung: 1500W / 8Ohm bei 6dB Crest, 3000W / 4Ohm bei 9dB Crest und 5000W / 2Ohm bei 12dB Crest. Die Leistungsangaben entsprechen dabei immer 750W abgegebener Dauerleistung pro Kanal, gut 2Ohm weicht etwas ab, das wären dann 625W Dauerleistung. Multipliziert mal 4 sind das 3000W abgegebene Leistung und plus Verlustleistung der Endstufe selber (ca. 85% Gesamtwirkungsgrad) kommt man auf ca. 3,5kW Eingangsleistung und damit knapp im Bereich der Möglichkeiten eines Schuko-Anschlusses.
Da ist kein Voodoo oder unrealistische PMPO Angaben dabei, das ist praxisgerecht für Musikwiedergabe. Die Energie für die Signalspitzen wird aus der fetten Elkobank in der Endstufe und der kurzfristig deutlich höheren Stromaufnahme genommen.
Wer deutlich mehr Dauerleistung will (wofür auch immer, die handelsüblichen Pappen mit 4" Spule können es jedenfalls nicht) muss eben ein 50kg Eisenschwein schleppen, wird damit bei normaler Musik aber keinen dB mehr aus seiner Anlage rausholen.