Beiträge von AlphaC

    Die MC² Delta 100 kenne ich gut. Ist eine klasse Endstufe. Die Linea Research hatte ich auch mal da: Klang und Output sind ebenfalls gut, aber der DSP rechnet leider anders als alle anderen...


    MC² (XTA) verwendet PEQs mit Constant Bandwidth a.k.a. Constant Q Charakteristik (wie die meisten aus dem englischsprachigen Raum, also BSS, dbx, XTA, Xilica, Crown, JBL, EV, Dynacord, QSC, Yamaha, Ashly, und deren chinesische Kopien). Presets, die für diese Controller bzw. Endstufen erstellt wurden sind daher weitestgehend kompatibel.


    Presets der anderen Fraktion der Adaptive Q PEQs (Powersoft, Lab.Gruppen / Lake) müssten neu eingemessen werden (umrechnen funktioniert nicht!). Alternativ kann man sich die Filter händisch mit dem LPI Presetgenerator von Seeburg "umbauen". Der HDLM8 / DSP2.6 kann beide PEQ Typen.


    Und Linea... aus unerklärlichen Gründen mussten die als kleiner Hersteller einen ganz eigenen Weg gehen... Schade.

    Also wenn ich mir die PP Testberichte von beiden Produkten anschaue, dann hat die HLS24 lediglich im Bereich zwischen 100 und 250Hz die Nase vorn, im Mittelton bis 2k ist die T24N stärker, und darüber sind beide etwa gleichauf... jeweils bei 10% Klirr. Und während die T24N einigermaßen die Directivity liefert die drauf steht, macht die HLS24 horizontal irgendwas zwischen 80°...135° und vertikal zwischen 20°...40°... ;)

    Dass an manchen Modellen 32A Powercon dran sind heißt nicht, dass die an 32A 230V betrieben werden müssen. Der Hersteller hat dann lediglich dafür Sorge getragen, dass die Endstufe auch in einem 110V Netz (dann! mit 32A) funktioniert.


    Was die Leistungen von Endstufen in der Praxis angeht sollte man sich mal in Erinnerung rufen, dass Audioendstufen keine Schweißgerätetreiber sind. Die müssen die Leistung gar nicht dauernd bringen. Und: Auch ein "2000W Chassis" verträgt die Leistung nicht und niemals als Sinus! Wozu auch. Ein Sinus Dauerton ist höchstens ein Störsignal, aber keine Musik.


    Die Belastbarkeiten von Chassis werden nach AES Norm mit bandbegrenztem Rauschen oder Sinus Bursts mit bestimmtem Signal-Pause-Verhältnis ermittelt. Von daher sind Endstufen, die NICHT Dauerleistungen in diesen Größenordnungen liefern können, auch ein Betriebssicherheitsfaktor für die angeschlossenen Lautsprecher...


    Überhaupt finde ich das Wettrennen um immer höhere Leistungen zumindest bedenklich. Ich halte nicht viel davon Energie sinnlos zu verheizen. Hoher Wirkungsgrad ist für mich der sinnvollere Ansatz. Und wenn's nicht laut genug ist: Stellt man halt ein paar Kisten mehr hin. Ist ohnehin besser für die Gleichmäßigkeit in der Fläche...

    Nein, "Wunderboxen" bauen wir bei Seeburg keine. Wir halten uns an die Gesetze der Naturwissenschaften und liefern ehrliche Datenblätter - wie sonst nur wenige Wettbewerber.


    Ich persönlich bin kein Freund von "PAX-Zahlen", da je nach Zählweise und Packungsdichte die Größenordnungen sehr weit auseinander gehen, und folglich User über nicht vergleichbare Zahlen diskutieren. Hinzu kommen sehr weit auseinanderklaffende Pegelanforderungen, zwischen Lounge Musik, Akustik-Jazz, Bierzelt und Metal-/Technohöhle.


    Sinnvoller finde ich über Reichweite bei Pegel X zu sprechen. Ich habe mal vor einiger Zeit ein Excel Sheet erstellt, in dem (mit ein paar vereinfachenden Annahmen) näherungsweise Reichweiten berechnet werden können. Und da komme ich für ein Pärchen K20 bei einem LAeq von 100dB (115dB peak) auf etwa 13m "Reichweite", bzw. 170m² beschallte Fläche. Mit 2 Gästen pro m² macht das 340 PAX.


    Reichen mir aber schon 95dB LAeq (110dB peak) liegt die Reichweite bei 23m, die beschallte Fläche bei 540m², macht 1080 PAX.


    Noch was zu PAX Zahlen: Ich selbst habe ein paar Jahre lang einen Club betrieben, der hatte einen Hauptraum, der in etwa 10 x 13m beschallter Fläche hatte. Daher finde ich die o.a. Zahlen sehr plausibel. Im Mittel hatten wir dort 300...400 Gäste im Durchlauf. Zu Spitzenzeiten (einschließlich zweier Nebenräume) aber über 700... Wie viele haben wir nun also beschallt? 300 oder 700?


    PS: Reichweite = FOH Entfernung * 1,5 (oder anders herum: FOH liegt bei 2/3 der Raumtiefe). Pegel bezieht sich auf FOH Position.

    Ja, bei Waveguides muss man immer danach schauen, welche Konfigurationen für das jeweilige System in der Praxis am häufigsten vorkommen. Das Galeo S Waveguide hat dafür eine Vorkrümmung von etwa 5°. Das funktioniert kleinen Winkeln noch recht gut und ermöglicht dafür sehr große Splaywinkel. Beim Galeo C ist die Vorkrümmung etwas geringer. Bei kleinen Winkeln hat man damit etwas mehr Performance und dafür sind extreme Splays nicht mehr ganz sauber.


    Letztere sollten aber ohnehin nach Möglichkeit vermieden werden. Ein LA performt am besten, wenn es wenig gekrümmt und flach über die Audience hinweg strahlt. Je höher man es (z.B. aus optischen Gründen) fliegen muss, desto aufwändiger wird es, eine gleichmäßige Frequenz- und Pegelverteilung zu erhalten. Die Performance leidet auf jeden Fall.

    Spulen mit besonders niedrigem ohmschen Widerstand sind nicht immer sinnvoll. Je nach Weichenplan ist deren Widerstand in der Filterfunktion berückstichtigt und beabsichticht.


    Der Querschnitt des Drahtes ist weniger von Belang, relevant ist einzig der ohmsche Widerstand. Spulen mit sehr kleinen Induktivitäten und/oder mit Kern können also recht geringe Drahtstärken haben, große Luftspulen hingegen brauchen dicke Drähte.


    Als Daumenregel kann man hernehmen: DC Widerstand der Spule sollte nicht größer sein, als 10% der angeschlossenen Lautsprecherimpedanz, bei sehr hoch belastbaren Lautsprechern nicht mehr als 5%. Bei einem 8-Ohm Chassis wäre man damit bei 0,4 ... 0,8 Ohm Spulenwiderstand maximal.


    Ist der Widerstand der Spule zu hoch fällt darüber zu viel Leistung ab, die Spulen erleiden thermische Schäden.

    Das sind dann halt Bandpässe 6ter Ordnung mit zwei unterschiedlich abgestimmten Volumina. Nix neues. Gab es schon dutzendfach in verschiedener Ausprägung. Ganz prägnant fällt mir da der d&b B2 ein... Wie präzise sowas funktioniert hängt von mehreren Faktoren ab, so z.B. vom verwendeten Chassis und der Auslegung dieses Bandpasses (große/kleine Volumina, Tunings eher nah oder eher weit entfernt, etc.). In der Hochzeit dieser BP6-Typen ging es hauptsächlich um hohen Wirkungsgrad bei relativ niedriger unterer Grenzfrequenz. Entsprechend sind die Resonatorvolumen sehr groß (in Bezug auf das Tuning). Kommt dann ein eher schwach motorisiertes Chassis dazu, wird es ein sehr unsauberer, brummeliger "One-Note-Bass". Der K&F B5 ist (mit Originalbestückung) wohl in diesem Zusammenhang negativ in Erinnerung...


    Mit entsprechend passenderen Chassis und anderen Gehäuseauslegungen kann sowas durchaus recht präzise spielen, dann geht aber der Wirkungsgradvorteil gegenüber Bassreflex flöten. Erst recht wenn man ganzheitlich Umbautes Volumen, Gewicht und SPL in Verhältnis setzt. Außerdem bleibt halt immer der akustische Tiefpass, der in so einer Box "eingebaut" ist. Mit diesem hat man immer mal das Gefühl einen "stumpfen" Bass zu haben, ohne echte Attack...

    Abgesehen davon sagt der Durchmesser des Lautsprechers erst einmal nichts über seine untere Grenzfrequenz aus. Es gibt 8" Hi-Fi Chassis die auch bis 30Hz hinab spielen... oder um beim Beispiel zu bleiben: Es gibt 18er, die tiefer reichen sind als manche 21er... Mit solchen Spielereien holt man sich allerdings gern auch Probleme ins Haus, da es nicht selten schwierig ist, zwei unterschiedliche Subs, erst recht wenn sie unterschiedliche Bauarten aufweisen, vernünftig zusammenzubringen.

    Also ich würde bei einem Markenprodukt immer wenn möglich Original-Ersatzteile verwenden und nicht mit anderen Komponenten herumexperimentieren. Wenn Du die Box mal verkaufen willst oder musst, dann ist das im Originalzustand immer besser, und die herstellerseitigen Presets passen korrekt.


    Die Simulationsmöglichkeiten mit WinISD sind nicht ausreichend um zu ermitteln ob ein Chassis passt oder nicht. Es sind zu viele Eigenschaften, welche WinISD nicht berücksichtigt (nicht berücksichtigen kann!) die auf das Ergebnis Einfluss haben. WinISD taugt nur gerade so dazu, die Performance unter 500Hz zu schätzen(!).


    Bei Deinen Messungen gibt es außerdem offenbar erhebliche Probleme: Die gemessenen Induktivitäten der Chassis sind sehr unwahrscheinlich! Normalerweise sind diese unter 2mH, bei Mitteltönern eher unter 1mH! Bei Hochtönern irgendwo zwischen 0,2 und 0.02...

    4711 : Interessante Punkte. Gehen wir die mal durch.

    1: EASE Focus 3 ist sehr verbreitet und sollte von jedem hauptberuflichen Tontechniker bedienbar sein. Ggf. bietet Seeburg seinen Anwendern gern persönliche Einweisungen an. Kostenlos.

    2: Fähige "Systemer" sollten fit genug sein mit jedem professionellen Produkt zurecht zu kommen. Dass es von diesen allgemein nicht sooo sehr viele gibt, bereitet auch den "Großen" regelmäßig Probleme.

    3. Zutreffend. Aber auch ein alter Hut. Und die meisten Nutzer brauchen "morgen" keine 50-100 Kisten, sondern Produkte die für sie funktionieren und Geld verdienen.

    4. Hier hat sich über die letzten Jahre sehr viel getan. Bis auf ein paar alte Produkte ist da kaum noch "Mittelmaß" im Portfolio.

    5. Stimmt. Der ist gut. Vor allem im Verhältnis zu den Anschaffungskosten.

    6. "Ständig neue Subs"? Welche? Immer wieder Speaker oder Ampmodule gewechselt? Ja, je einmal in 10-15 Jahren. Bei den Speakern vor allem aufgrund der Insolvenz eines Lieferanten. Das Betraf in gleicher Weise aber auch KS-Audio, Kling&Freitag, etc... Ansonsten wurde gerade die TS-Serie ersetzt, welche je nach Produkt 10-18 Jahre unverändert gefertigt wurde. Das spricht doch eher für lange Produktlebenszyklen. Zum Thema Invesitionssicherheit: 10 Jahre Ersatzteile nach Abkündigung des Produkts sind ziemlich komfortabel, oder?

    7. Auch dieser Punkt hat sich in den letzten Jahren deutlich gebessert und liegt nicht unerheblich an der Qualität der Anwender. ;)


    Inwiefern es mit einer K24 schwer sein soll einen guten Vocal-Sound hinzubekommen kann ich nicht nachvollziehen. Ich hab damit keine Schwierigkeiten und viele andere auch nicht. Von daher fällt das vielleicht eher in den Bereich Hörgewohnheiten, Mischtechniken, Systemsetup, etc.?


    PS: Meine Ausführungen sollen keineswegs in der Form interpretiert werden, dass ich mit allem Zufrieden sei. Interessanterweise hast Du zwei Punkte, die mir persönlich (und auch vielen Seeburg Kunden) noch auf den Nägeln brennen, gar nicht erwähnt.... Aber Du kannst davon ausgehen, dass auch an diesen gearbeitet wird. 8)

    Für jene die es interessiert: Ich hab spaßeshalber mal eine 50Hz Rechteckwelle synthetisch generiert. Diese ist insofern schon idealisiert, als dass sie kaum bei einem analogen Gerät je so ankommt. Aber egal. So schaut sie aus:


    Nun die Welle mit 12dB Tiefpass bei 200Hz versehen:


    Jetzt mit 12dB Tiefpass bei 100Hz:


    Und schließlich mit 12dB Tiefpass bei 100Hz und Hochpass bei 30Hz:

    Die Produkte klingen ohne Zweifel sehr gut. Aber er hat eine sagen wir mal recht spezielle, sehr puristische aber auch teilweise naive Sicht auf viele Dinge. Ob er das selbst glaubt was da in der Grafik gezeigt wird, oder ob das seine Marketingabteilung verzapft hat, schwer zu sagen... Aber auch das ganze "super analog" und "MHz Sampling" ... geht schon ganz schön derbe in Richtung Hi-Fi Esotherik.

    Bei einen korrekt konstruierten Line Array hört der Zuhörer immer nur einen kleinen Ausschnitt des Arrays - und nicht, wie in der Grafik suggeriert wird, alle Quellen auf einmal (und gleich laut). Das ist das eine.


    Das andere ist, dass die Grafik die Existenz von Kohärenz negiert, und überhaupt sehr wenig Verständnis davon aufzeigt, wie Schallwellen sich neben Begrenzungsflächen ausbreiten.


    Im Idealfall funktioniert so ein Array wie ein einziger großer Lautsprecher. In der Praxis gelingt das auch über ein sehr breites Frequenzspektrum zumindest in der Hauptabstrahlrichtung sehr gut. Sonst würde diese Produktgattung auch nicht eine solche Verbreitung erlangt haben, und sich ihre definitionsgemäßen Eigenschaften und Vorzüge nicht einwandfrei experimentell nachweisen lassen.


    Wie ich eingangs erwähnte stehen für mich Beam Steering und Array Processing daher diametral auseinander. Beam Steering stört oder vernichtet gezielt Kohärenz zur Beeinflussung der Abstrahlung. Curved Arrays beeinflussen die Abstrahlung mechanisch. Array Processing dient dann auch nicht der Abstrahlungsbeeinflussung, sondern der Glättung des Frequenzgangs auf der "Empfängeroberfläche". Idealerweise ohne Beeinflussung der Zeit (Phase... Kohärenz).

    Das "Line-Up" ist für mich nicht ganz schlüssig. Array Processing ist nicht gleich Beam Steering! Array Processing könnte man eher als "Beam Smoothing" bezeichnen, da es dort darum geht das Abstrahlverhalten eines mechanisch (!) gecurvten Arrays zu optimieren. Beim Beam Steering wird hingegen versucht das Abstrahlverhalten eines geraden (!) Arrays künstlich zu verbiegen.


    Während ich Array Processing für durchaus sinnvoll halte (d&b ArrayProcessing, Martin MLA, oder auch EASE Focus + FIR Maker), habe ich persönlich bisher noch kein Beam Steering System gehört, das mir klanglich gefallen hat. Klang für mich immer flach, leblos und kraftlos. Ob das mit der Technologie selbst zu tun hat oder an anderen Faktoren liegt, darüber kann man nur spekulieren. Ein System voller künstlicher Interferenzen erscheint jedenfalls im Widerspruch zu hoher Impulstreue zu stehen...

    Nun, zum einen wird meine Behauptung von zahlreichem Kundenfeedback gestützt, zum anderen habe ich die K24 zwar nicht entwickelt, aber umfangreich gemessen und gehört. Daher glaube ich sie sehr gut zu kennen. Die K20 geht auf meine Kappe, und sicherlich ist sie in einigen Punkten "hübscher" geworden. Das macht die K24 aber nicht automatisch unbrauchbar. ;)

    Pegel sicher, aber die K24 finde ich auf Grund des 600 Hz Problems (siehe Polar Plot) gerade für so schmale Räumlichkeiten ungeeignet. Outdoor gerne, da fällt diese Problematik nicht so ins Gewicht. Aber nah an einer Wand würde ich die K24 eher nicht empfehlen, da brauchst du „saubere Coverage“ möglichst ohne solche Resonanzen. K24 für mehr Pegel, K20 für saubere Coverage. Meine Meinung.

    Ich glaube du liest den Polar Plot falsch! On axis gibt es ein 600Hz Loch, welches klanglich jedoch keinem auffällt, da es zu schmal ist fürs Gehör. Da die Polar Plots aber auf die 0°-Achse normalisiert sind, schaut es so aus, als ob off-axis starke Überhöhungen vorhanden wären.


    Dem ist aber nicht so, da das Loch im DSP nicht ausgeglichen wird! Ergo: Kein 600Hz Problem. Die K24 ist auch in schmalen Räumlichkeiten gut geeignet. 8)

    Ein funktionierendes Line Array muss "windanfälliger" sein als ein Point Source. Das ist prinzipbedingt, da der Pegelabfall eines LA in dessen Nahfeld deutlich geringer ist als beim PS. Wenn dann mal der Wind reinbläst ist der Pegelsprung entsprechend größer als beim PS. Ein nicht "windanfälliges" LA funktioniert nicht. 8)