Beiträge von niggles

    ... größeren Festivals....


    in manch einem näheren oder auch entfernteren Nachbarland (von dem man's vielleicht zunächst gar nicht so erwarten würde) funktioniert das alles mittlerweile oft deutlich problemloser als auf der einen oder anderen Deutschen "WIR wissen wie's geht/ das haben wir immer schon so gemacht/ alles andere ist sowieso verboten!" Bühne.

    vs.

    ...kleines Singer and Songwriter Festival in BaWü


    Ich bin mir recht sicher dass da die eine oder andere Null Differenz vor dem Komma im Budget besteht. Auch im Vergleich mit dem Ausland (wenn´s da hin geht zieht die Nummer schon mal im VVK genug Leute dass sich die Reise überhaupt lohnt...).

    Schön wenn der Veranstalter sich dessen bewusst ist und auch so mit den Bands kommuniziert. Unschön und leider eine nicht weniger werdende Unsitte wenn er das nicht tut und dem auf einen spitz auf Knopf kalkulierten Fixbetrag gebuchten Technikdienstleister den schwarzen Peter zuschiebt.


    Die ehrliche, vielleicht etwas radikale Variante wäre hier nämlich oft: "Es gibt 10-20x XLR analog in (PA L/R, Monitor, Fills), ein paar sauber verlegte und getestete (!) geschirmte Cat.5e-Leitungen FoH<->Bühnenmitte bzw. Monitorplatz, Strom überall, ein paar gängige (e9xx/SM58) Handfunken um totales Frequenzchaos zu vermeiden, Moderationspult, Kommunikation (Shoutboxen, Funk), Hardware (Stative, Bühnenverkabelung inkl. Unterverteilungen, (Roll-)Riser) und ein Standardsetup inkl. Pultmann für Licht und ggf. Video.

    Backline, Pulte, Mikros, DI und IEM sind komplett euer Ding. Ausnahmen nur für extra einfliegende Künstler gegen extra Rechnung an den VA."

    Naja ein gluecklicher Kuenstler spielt besser. Wenn er besser spielt klingt er besser. Wenn er besser klingt krieg ich bessere Jobs.

    Tontechniker sein ist viel mehr Service industrie als sich viele eingestehen

    Ja, aber:



    was aber bei all der vorbereitung wirklich nerven kann, das sind die musiker! die wissen offenbar oft nicht, wie viel mühe wir uns machen und schaffen es regelmässig uns vor den kopf zu stoßen.

    beispiel: "ach so, ja ... wir haben heute doch noch einen einen bläsersatz dabei. kannst du uns noch irgendwie ein podest besorgen??" (ähem... und was ist mit mikros? monitoren? amps? subcores?). machmal kann man schon daran zweifeln, ob sie wirklich auf dem selben planeten leben...

    Das ist weder der Fehler der Musiker noch der der lokalen Techniker. Da klemmt´s beim Management der Künstler, entweder durch Unfähigkeit oder durch stumpfes Nichtvorhandensein. Gelegentlich ist es auch die Dreistigkeit dass man sich Arbeit und Kosten für eine vernünftige Vorbereitung auf Bandseite spart und dann drauf spekuliert dass die Örtlichen eh alles am Start haben - inkl. 9V-Blöcken und Ersatz für die seit 3 Gigs halbkaputten Klinkenkabel vom Keyboard...:cursing:

    Klar kann man das voraus ahnen und dann vor Ort den Coolen geben der das einfach aus dem Handgelenk schüttelt. Sollte allerdings vom Veranstalter dann auch extra bezahlt werden. Oder man bittet nach Ami-Manier die Mucker direkt zur Kasse :evil:

    Wirkt zwar auf den ersten Blick derbe OT, ist aber für Tourbetrieb tatsächlich sehr relevant: Der de-facto Standard für "Gastmulticore Ethercon" ist ein Cat.5e - Kabel mit NE8 Armaturen der 5er Serie. Das ist so in tausenden von Häusern und Vermietsetups verbaut und funktioniert mit allen gängigen Pulten und auch für Artnet.

    Nicht Cat.6A (das geht auch gar nicht sauber über die Stecker der 5er Serie) und auch nicht einfaches Cat.5 U/UTP.

    Contrik hat vor einigen Jahren die 6er Push/Pull-Serie für Cat.6 raus gebracht, vor allem auf Wunsch der Videofraktion zum Verkabeln von LED-Wänden. Mechanisch inkompatibel zur 5er Serie und im Audio-Bereich ein kompletter Flop - ich kenne bis heute kein Pult mit diesem Anschluss.

    Inzwischen gibt´s die Cat.6-fähige X6-W Serie als verbesserten, mechanisch zur 5er abwärtskompatiblen Nachfolger für beide Stecksysteme. Aber deshalb tauscht doch kein Mensch seine Leitungen aus.

    Die leidige Diskussion um "Cat.5 ist mir nicht gut genug, ich will mindestens Cat.6a" (steht so oder ähnlich in diversen Ridern) wurde letztlich nur durch die Geizkragen ausgelöst die Cat.5 Ethercon mit U/UTP verlegt bzw. angeschafft haben und dann auch oft noch mit der Kabellänge unnötig nahe an die maximal möglichen 110m ran gingen um sich unterschiedliche Längen zu sparen.

    Mit ordentlichen Cat.5e Leitungen S/FTP auf 70m Trommel plus ggf. 10m und 15m Patchkabel hatte ich da noch nie Probleme. Wo das nicht mehr reicht muss halt Glas her- "pushing the limits" braucht in diesem Bereich kein Mensch.

    Ich würde eher 39,- € für einen NE8FFX6-W rechnen. Das ist auch für CAT6a und damit die meisten unserer Audio-Netzwerke geeignet. Finde ich aber für eine amtliche Verlängerung auch nicht zu teuer...

    Welches Audionetzwerk fordert denn explizit Cat. 6a?

    wimre erinnere waren bei der ersten Serie die Druckgussteile wenigstens noch nicht im typischen Arri-Blau gehalten....

    Elemente der Konkurrenz zu übernehmen ist legitim, hier soll aber mMn zumindest von etwas weiter weg der Eindruck erweckt werden es handle sich um die Originale. Da ist die Grenze zum Plagiat einfach schon deutlich überschritten.

    Wenn sowieso neu verlegt werden muss: Glasfaser in jeden Raum. Die Komponenten sind inzwischen kaum teurer als bei Kupfer, nur die Endgeräte (Wandler, Switches) kosten etwas mehr. Vorteile:


    - komplett potentialfrei. Grössere Video-Extendernetzwerke haben fast immer Probleme mit Potentialverschleppung die sich sehr schwer eingrenzen lassen und dann mühsam mit Trenntrafos, anderen Netzteilen und ähnlichem Gebastel gelöst werden müssen. Und dann tauscht jemand einen kaputten Monitor aus und der Tanz beginnt von neuem...

    - vollständig resistent gegen elektromagnetische Einstreuungen. Klassische Cat.-Verkabelung in der IT verträgt es auch wenn im Kabelschacht nebenan ein paar hundert A fliessen, insbesondere einfache HDMI-Extender machen das nicht mit. Streaming/HDBitT ist wie du ja schon erkannt hast hier keine Lösung.

    - zukunftssicher: Glas geht schon in der einfachsten Ausführung bis 10GBit/s.


    Als Kamera dann gleich eine PTZ mit Glasfaseranschluss, das spart das Gewurstel mit externen Wandlern. Bei den Monitoren kommt man derzeit leider noch nicht um externe Wandler und Wandwarzen herum...

    Für An- und Abfahrt und nicht vermietete Standzeiten Vollkasko, wie bei Firmenfahrzeugen üblich. Sicherung der Bühne vor Vandalismus am Einsatzort ist Veranstalterrisiko! Vertrag entsprechend aufsetzen. In der Regel muss der dann für die Zeit in der die Bühne nicht bespielt wird einen Sicherheitsdienst stellen. Alles andere ist de facto nicht versicherbar.

    Echte Redundanz (2 PAs, 2 Pulte, 2 Cores auf unterschiedlichen Wegen, 2 Stromversorgungen...) wird in 99% der Fälle ausserhalb von Broadcast, Konzernhauptversammlung, WEF, SiKo und ähnlichem nicht gefordert oder bezahlt und ist angesichts der relativ geringen Ausfallhäufigkeit moderner, professioneller (!) Geräte auch nicht sinnvoll.

    Bei komplettem Stromausfall oder wenn der Radlader beim Transport des riesengrossen FoH-Pultes einer Gastproduktion zu selbigem die Yellow Jackets im Schlamm komplett durchgewühlt hat steht die Show eh erst mal, sich da gegen abzusichern macht nur punktuell Sinn (Notfalldurchsageanlage, Notbeleuchtung...).

    Was dagegen viel häufiger vorkommt und mit vernünftiger Infrastruktur schon im Vorfeld vermeidbar ist sind Ausfälle von sogenannten SPoFs (Single Point of Failure).

    Kabelbruch in der Schukoleitung zum FoH -> zweites Kabel als Backup, als Backup vom Backup bei Open Airs der kleine 2kW Benzingenerator. Dito bei Cat.-Leitungen; meistens ist nicht mal die Leitung selber defekt sondern die Crimpung im Stecker fratze, was je nach System uU. erst nach mehreren störungsfreien Tagen beim Anschluss eines Gastpultes auffällt.

    Eine fiese Falle sind auch Switches, Videowandler und Artnet-Nodes mit Steckernetzteilen. Die Dinger sind nicht nur mechanisch anfällig sonder auch teilweise sehr schlecht gegen Überspannung geschützt. Da kann ein etwas übereifriges Aggregat schnell mal eine ganze Festivalbühne lahm legen. Geräte mit internen Netzteilen kaufen (da ist mehr Platz für vernünftige Bauteildimensionierung), ggf. allzu schwindelige Wandwarzen gegen ordentliche Tischnetzteile austauschen und bei Medienservern und ähnlichem unbedingt eine USV vorschalten.

    Letztes Problem sind interne Layer 8 Fehler, sprich der Depp der beim Umbau den falschen Stecker zieht oder Musiker die sich über Stromausfall wundern wenn bei schwerem Bunkenregen im Zelt ihre ganzen Ikea-3er auf der Bühne volllaufen.

    Dagegen ist "redundant" ausser ggf. der USV an FoH und Systemcontrolling kein Kraut gewachsen. Da hilft nur robustes, sauber verlegtes IP44 -Stromzeug, klare Beschriftungen und eine konsequent nach Bereichen getrennte Stromversorgung ohne unnötige RCD-Reihenschaltungen. Und genau da klemmt es auf kleineren und mittleren Bühnen in der Praxis am allermeisten.

    Wobei ein richtiger Field-Stecker u.U. nochmal robuster ist,
    und ohne sackteure Adapter Ethercon -> RJ45 (oder Abschrauben der Tülle und verlieren der Kleinteile im inneren) in handelsübliche Netzwerkbuchsen passt.

    Aufgrund der Hebelwirkung muss aber das eingesteckte Kabel richtig zugentlastet werden,

    sonst belastet es die Buchse unnötig.

    Was ist an 15€ VK für einen NE8FF sackteuer? Da kenn ich Stecksysteme die für simple Verlängerungen wesentlich kostspieligere Spookies brauchen. NL8, CCZ 26-pol, Harting ohne Bügel an den Kabeln...

    Wenn bei so Zeug schon sinnfrei gegeizt wird ist es mit dem Rest des Materials meist auch nicht weit her.

    Extra Zugentlastung floppt. Das macht in der Praxis kein Mensch.

    "proper preparation prevents piss poor performance." Will heissen:

    Definierte Strukturen und Hierarchien schaffen Räume zum effizienten Arbeiten. Der Systech berechnet, hängt, verkabelt und checkt die PA und Ampcity. Der Monitorer baut, verkabelt und checkt Pultplatz und Monitoranlage. Der FoHler mikrofoniert, macht ggf. noch bei der Systemabstimmung mit und bringt seinen Arbeitsplatz an den Start.

    Keiner von denen muss beim Bühne bauen, Cases schieben, Stromkabel ziehen oder Backline wuchten helfen - dafür gibt's Gallowglass. Im Gegenzug arbeiten die Drei weitgehend solo (Easytilt!), behelligen den Tourleiter nicht mit lästigem Babykram wie der Frage nach Essen oder Getränken (gibt's eh, ansonsten halt "Golden Arches") und werden durch diesen vor nervigen Musikanten abgeschirmt bis es ernst wird -> Soundcheck.

    Wer so arbeiten kann schafft unglaublich was weg, behält den Überblick über den Zustand seines Materials und kann ggf. auch die oben erwähnten Taktiken anwenden um die Fehlersuche zu beschleunigen. Setzt allerdings eine professionelle Arbeitsethik bei den Handcrews (-> kein Dauergemaule über die feinen Herren die nix buckeln müssen) voraus. Da fehlt es in D/A/CH noch immer oft weit.

    "Zwei Gitarren, andere Instrumente, zwei drahtlose Gesangsmikrofone und einen "Fußeffekt" für den Gesang. - nur der "Fußeffekt" weckt natürlich die Phantasie

    Fusschalter zum Muten der Effektreturns würde ich jetzt mal sagen. Die Kollegen geben sich wohl keinen Illusionen hin was die durchschnittliche Qualität des Tonpersonals auf ihren Konzerten angeht.

    Und pünktlich zum letzten Takt der Band zog der Elektriker den großen Stecker, worauf ich ihn erstmal dezent zur Sau gemacht habe. Das konnte sein Ego allerdings nicht ab. Mußte er halt noch ne Stunde warten, weil wir ja noch Strom brauchten um das (hydraulische) Bühnendach runterzufahren

    Kein Aggregat dabei? Anfängerfehler...

    Vielen Dank für die Info. Das hilft weiter. Die HDBaseT Alliance denkt halt wie Installateure. Den mobilen Einsatz Ihrer Technologie haben die nicht wirklich auf dem Schirm.

    Völlig korrekt. Gilt nicht nur für Alliance-Produkte sondern im Prinzip für alle die Videosignale über Cat. - Leitungen quetschen. Wenn´s nicht anders geht (bestehende Installation) muss es halt sein, im mobilen Vermietbetreib hat das aber mEn nix zu suchen. Da ist mit Glasfaser eine wesentlich höhere Zuverlässigkeit und Flexibilität gegeben. Bei den hier diskutierten Längen über 100m sowieso.

    - Standsicherheitsnachweis inkl. Windlastberechnung ist erforderlich. Abnahme vor Ort erst ab Höhe über 5m, dann aber auch mit Baubuch.

    - grosse Bodenplatten oder Holzunterleger gegen Einsinken der Stützen bei Starkregen

    - Handkettenzüge sind nur Aufbauhilfen, im Betrieb mit Publikum müssen sie auf null Fallweg übersichert werden. Streng genommen ist das zwar keine Aufhängung über Personen, der Aufwand um es richtig zu machen (dann auch ohne Schrägzug...) ist aber so gering dass sich die Diskussion da gar nicht lohnt.

    - Abspannseile brauchen metallische Schlösser, Ratschgurte sind nicht zulässig.

    - Windverbände fehlen

    - LED Wand muss unten gegen Aufschwingen gesichert werden

    - ...



    Bitte lass dir die Konstruktion von einem Bühnenbauer/Rigger mit der nötigen Qualifikation, dem richtigen Material und den passenden Unterlagen dazu hinstellen. Dir fehlt offensichtlich das Wissen und die Erfahrung wie man so etwas sturmsicher und vorschriftengerecht aufbaut.

    Es gibt mehrere Varianten bei dem Hersteller


    https://www.dreitec.de/kabelme…-7-ac-mains-3x-1.5mm2.htm

    unter hochflexibel verstehe ich aber was anderes. "Anwendungsbereich: Installation" ist auch eine eindeutige Aussage. AWG26/7 in RJ45-Stecker zu crimpen ist ausserdem ein furchtbarer Krampf.

    Zurück zur Kernfrage: Klotz hat 1,5er Hybrid nur mit Cat.5e in Foliengesamtschirm. Meiner Erfahrung nach tut das aber bei allen vernünftigen digitalen TP-Audiomulticoresystemen (d.h. alles ausser "Behridas" AES50 und dem MADI-Bastard-Glump von Soundcraft) bis zur bei B16 maximal möglichen Länge von 60m völlig problemlos. Artnet ist eh kein Problem, und meine Einstellung zu Video über TP im Mobilbetrieb dürfte bekannt sein...

    gut, das hatte ich am Anfang überlesen. Trotzdem halte ich es für dezent unschlau so ein System ausgerechnet in einem ISM-Band zu betreiben...