Beiträge von niggles

    Wie erreiche ich bei den gegebenen Vorraussetzungen, also

    - 12V Amping

    - 600-700 Ah vorhandene Bleiakkus für eine Nacht Rave

    Warum unbedingt 12V? Ich weiss schon, CarHifi-Endstufen mit gigantischen Fantasie-Leistungsdaten gibts billig beim schnellen Ali. Die sind aber in der Regel nicht annähernd Volllast-Dauerbetriebsfest (weil das im Auto eh keiner aushält...), haben aufgrund abenteuerlicher Netzteilkonzepte einen grauenhaft schlechten Wirkungsgrad und können auch klanglich (Dämpfungsfaktor...) nicht mal annähernd mit einer ganz normalen 2x500W-Mittelklasse-PA-Endstufe mithalten.

    Im ELA Bereich in Stadien und grossen Hallen ist es gängige Praxis Endstufen intern mit 24V oder 48 V zu betreiben damit man die bei totalem Stromausfall zur Notfallalarmierung einfach automatisch auf ein Regal voller Bleibatterien umschalten lassen kann. Und die wissen auch warum...

    Einfache Rechnung (gebrückte Ausgangsstufe):

    12V DC entsprechen mit Signal ca. 8,5Veff und damit an 4 Ohm mickrigen 18W Dauerleistung.

    Bei 24V sind es bereits 75W, damit ist zumindest im Hoch-/Mitteltonbereich schon was anzufangen.

    Bei 48V stehen 290W Sinus an 4 Ohm an, das macht mit einem Pärchen W-Bins oder ähnlichem schon ganz anständig Radau. Und das alles ohne anfällige, verlusterzeugende Spannungspumpenschaltungen.

    12V x 600Ah entsprechen gerade mal 7,2 kWh. Das hat eine PA dieser Grössenordnung mit modernem Material unter Vollast schon rechnerisch in 2-3 Stunden verfrühstückt. Mit dem von dir angedachten Setup ist in der Praxis wesentlich früher Schluss weil erstens die Unterspannungsabschaltung da rein grätscht und zweitens der Wirkungsgrad von Car-HiFi-Endstufen unterirdisch schlecht ist.

    Besorg dir eine alte, komplett horngeladene Modular-PA in passender Grösse, die hat vor allem im Bassbereich einen deutlich besseren Wirkungsgrad. Und dann häng da ein paar dicke alte ELA-Endstufen im Notstrom-Modus (24 oder 48 V Gleichspannung) und einen entsprechend abgestimmten Controller davor. Damit sparst du dir auch die Verluste von Wechselrichter und Netzteilen.

    2. Man hat sich für einen Show-Stop und gegen eine Backup-Lösung (wie auch immer geartet, Hauspult, Miete, whatever) entschieden. Wer das entschieden hat, hat sicherlich alle Möglichkeiten abgewogen und sich für eine Wiederholung als bessere Variante als einen suboptimalen Mix oder eine längere Wartezeit nach einer sowieso schon erfolgten Unterbrechung entschieden. Das finde ich völlig in Ordnung und gut begründbar.

    Pult oder Stagebox im Lager ausserhalb der Location ist kein Backup, ebensowenig wie die extra Ethercon-Trommel die noch aufgerollt im Case hinter der Bühne steht. Wenn Reserve für den Ausfall von Komponenten vorgehalten wird muss die erstens zeitnah in Betrieb genommen werden können und zweitens vor der Show mindestens schon mal mit dem tatsächlichen Showsetup getestet worden sein. Also gab es *kein* Backup.

    Zitat

    3. Vollständige Redundanzen sind bei solch kleinen und unwichtigen Produktionen relativ unüblich. Man beschränkt sich oft auf redundante Netzteile und Multicore-Verbindungen, die beiden am Meisten von Ausfall betroffenen Teile eines Pultsystems.

    Bei einer Show mit solcher Öffentlichkeitswirkung kann man sich aber schon mal die Frage stellen ob der Zusatzaufwand für ein zweites Pult, zweite Stagebox und zweite Leitung angesichts des finanziellen Schadens bei einem Abbruch wirklich so ins Gewicht gefallen wäre.

    KS hat so was ähnliches bei der CPD als "Autocurve" Option, irgend ein kleinerer Amihersteller hatte das mWn vorher auch schon mal im Einsatz. Als besonders zuverlässig im Tour-/Vermietbetrieb haben sich wohl beide Lösungen nicht herausgestellt. Das ist eher was für Festinstallationen mit variablen Saalkonfigurationen.

    Mobil finde ich rein elektronische Lösungen wie bei EAW Anya/Anna sinnvoller.

    Drehung um die Hochachse lässt sich bei Aufhängung an einem einzelnen Punkt auch manuell mit Schnüren schnell erledigen. Während der Show muss das ja wohl seltenst geändert werden. Und ob das bei grösseren Arrays jenseits der üblichen 500 kg pro Banane wirklich gebraucht wird...?

    Aus der Miniklinkenbuchse eines üblichen Laptops kommt nicht annähernd genug Pegel raus um ein Gerät mit symmetrischem Audioeingang sauber mit LTC zu versorgen. Ausserdem stimmt beim direkten Anschluss ohne Adapter die Pinbelegung nicht. Häng ein Audiointerface mit symmetrischem Ausgang dazwischen, dann geht das.

    Theoretisch geht das, in der Praxis sollte man es bleiben lassen. Gerade bei suboptimalen Bedingungen (Staub, Hitze) geht solches Netzteilgeprügel ziemlich auf die Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Geräte.

    Wenn möglich versuche ich immer maximal 2 grosse Subs auf eine 4-Kanal-Systemendstufe zu patchen, egal welcher Hersteller.

    Wenn der Preis so wichtig ist, das es für was maßgeschneidertes nicht reicht, dann währe ganz ordinär ein Behringer RX 1202 FX eine sehr simple und relativ aufgeräumte Geschichte.

    Billiger und viel passender wird es in dem Preissegment denke ich nicht werden.

    Wer meint dass so was eine geeignete Zentrale für eine Festinstallation ist sollte das mit dem Gewerbe besser bleiben lassen. Nicht weil Behringer auf der Kiste steht sondern weil es für das bisschen Geld schlicht nicht möglich ist die Mechanik und Elektronik so auszuführen dass das einem regelmässigen Veranstaltungsbetrieb länger als 1 Jahr stand hält...

    Monacor macht das schon richtig. Die verkaufen ähnliche Geräte, aber zum dreifachen Preis und mit sehr reduziertem Funktionsumfang. Dafür hält das dann wenigstens mal ein paar Jahre.

    Wenn die Funktionen (Kanal-EQ, FX, Dynamics, Delays) nicht mehr reichen muss eh eine Digitallösung mit programmierbarem Touchscreen ran. Die früher praktizierten Sachen mit DIN-Modulareinschüben oder extra gefrästen Platten und von Hand verdrahteten Bedienelementen will ausserhalb von echter ELA mit Notfallalarmierungsaufgabe doch eh keiner mehr bezahlen.

    In einer Festinstallation sollte auch das Thema Haltbarkeit und Service bedacht werden. Die Geräte sind da zumeist 24/7 am Strom und bekommen Staub, Dunst und Feuchtigkeit in ständig wechselnder Intensität ab. Da hab ich bei OEM-Chinesenware wie DAP oder Wharfedale regelmässig schlechte Erfahrungen gemacht.

    A&H Qu-Pac kann so was recht gut. Die Kiste ist zwar zum Mischen im eigentlichen Sinne völlig unbrauchbar, aber als Installationsmixer gar nicht mal so verkehrt. Alleinstellungsmerkmale: halbwegs flüssigkeitsdichte Frontplatte ohne Schieberegler oder grossen Multi-Encoder und der Qu-Control-Modus in dem sich die gesamte Bedienoberfläche auf Mutes, Fader und ggf. Player/Recorder reduzieren lässt. Und das auch noch vom Einrichter ziemlich frei konfigurierbar.

    " It could be valued at more than 12 times that, the multiple that Ardian paid when it acquired the company from investor Odewald, one of the people said."


    Und das von 2016 - heute, Respekt.

    Das sind Phantasiezahlen die nur die Gier der Finanzmärkte widerspiegeln.

    Daubert & Belz ist ein grundsolider, ehrlicher Mittelständler der blöderweise im "Pro Audio" Markt in einer Liga spielt in der sich sonst nur noch Grosskonzerne halten können. Und auch die teilweise nur mit einer Preispolitik (L'Acoustics) bei der offensichtlich ist dass das von irgendwoher fremdfinanziert werden muss.


    Der Einstieg von Ardian hat d&b damals kurz vor knapp den Hintern gerettet weil sie ihren Qualitätsanspruch und die hohe Fertigungstiefe nicht aufgeben wollten. Fragt mal einen d&b-Mitarbeiter warum es auf der D12 V-Presets gibt obwohl die Leistungsdaten der Endstufe für dieses System hinten und vorne nicht reichen...

    Den Renditeerwartungen des aktuellen Finanzmarktes hält das aber wohl nicht mehr stand. Ardian greift ja gleichzeitig bei Audiotonix zu, da ist mit MI-Ware sicher kurzfristig mehr Kasse zu machen...

    Lt. Beschreibung sind das zwei getrennte Traversen, also brauchts auch zwei Winden die jeweils eine Traverse komplett tragen. Muss man halt ggf. die Verkabelung der Lampen so ändern dass die Traversen mechanisch getrennt voneinander gefahren werden können. Die Frage ist eher wie gross der Höhenversatz ist - reicht es die Traverse bei gleichbleibendem Winkel am Rand ganz runter zu fahren um auch in der Mitte noch sinnvoll ran zu kommen?

    Dass sich die Belastbarkeit des Systems deutlich verringert wenn die Zugstange oder Traverse nicht waagerecht montiert wird ist auch klar; Das sollte aber mit den angegebenen Werten (3,5m Länge, 8 PAR + LED + ML, Traglast pro Winde bis zu 300kg) noch machbar sein. Die Frage ist eher ob man die Traversen dann nicht gleich durch Zugstangen (50mm Stahlrohr) ersetzen lässt, das erleichtert die Montage und spart auch Gewicht.

    Gar keine Kettenzüge. Handbetätigte Seilwinden an der Wand. https://www.schnakenberg.de/bu…hzuege/handwindenzug.html


    Vorteil: Deutlich geringerer Wartungsaufwand als Elektrische Züge weil die ganze Elektroprüferei und die spezifischen Sicherheitseinrichtungen für fremdkraftbetätigte Bühnenmaschinerie weg fallen. Die textilen Kettensäcke bei Handkettenzügen sind auch ein lästiges Problem, die werden nämlich mit der Zeit brüchig.

    Diese Handwindenzüge sind C1 / DGUV V17, also keine Übersicherung nötig; das wäre mir für eine Schule auch zu fehleranfällig. Bedienung ist idiotensicher: Kurbel ausklappen und drehen für rauf und runter. Und bei Nichtbenutzung kommt ein Schloss ran.

    Ausserdem muss dann keiner mehr auf die Leiter um Lampen umzuhängen oder Leuchtmittel zu wechseln. Das ist nämlich wirklich unfallträchtig...

    das 2028 gibt es auch als Kapsel für Shure oder Sennheiserfunksysteme einzeln zu kaufen.


    Ich komme bei den meisten Tagungen, gerade bei ungeübten Rednern (typische Bürgermeisterhaltung, mikro ist vor der Brust), deutlich besser klar mit dem Beta87a als mit dem Richtcharakteristik-Verwandten aber dynamischen Beta58

    Beta58 ist in etwas das am schlechtesten geeignete Mikrofon für diese Anwendung. Das hat auch ausser der Bezeichnung "Beta" und der RC genau gar nix mit dem 87er zu tun. Da ist das SM58 noch deutlich besser...

    Bei Sprachbeschallung für Tagungen und andere Industrienummern ist die Anforderung bei Handmikros heutzutage zu 100% drahtlos. Damit ist das dpa2028 raus.

    Die anderen drei habe bzw. hatte ich immer wieder mal auf der Bühne. So richtig zufrieden war ich damit nie, denn Kondensatormikrofone nehmen vor allem auf etwas grösseren Bühnen mit ungünstiger Akustik (offene Bühne in Hotelsaal oder Messehalle) sehr viel Hintergrundkrach, Reflexionen und Spill von Main PA und Frontfills mit der dann mühsam mit Expander und abenteuerlichem EQing wieder verringert werden muss. Im Bereich TV / weltweit übertragene PKs etc. nimmt man das aber öfter mal in Kauf weil sich so die Sprachverständlichkeit in der Sendung auch bei katastrophaler Mikrofonhaltung besser gewährleisten lässt.


    Im Einzelnen:


    Shure KSM9: Klingt von den dreien noch am neutralsten, ist aber komischerweise relativ feedbackempfindlich.


    Shure Beta87: enorm durchsetzungsfähiges Standard-Handheld für Halbplaybackshows bei Gala/Industrie, taucht daher auch im Tagesprogramm auf weil man sich sparen will dafür eigene Strecken aufzubauen. Klingt offen aber oben herum eher aggressiv (8kHz) und hat bei extremer Nahbesprechung üble Probleme mit Ploppgeräuschen die auch mit kreativem Einsatz von EQ und Multibandkompressor nicht weg gehen.


    Sennheiser 965: etwas neutraler als das Beta87, kämpft aber mit den gleichen Nebengeräuschproblemen. Sehe ich eigentlich immer nur mit Schaumstoffsocke drüber, aber das löst das Problem nur begrenzt und verbiegt den Frequenzgang in den Höhen unangenehm.


    Ich bevorzuge für diese Anwendung dynamische Mikros mit relativ enger Richtcharakteristik (e945). Für Publikumsfragen mit teilweise Sprechabständen über einem halben Meter kann man sich drüber streiten ob da nicht doch ein Kondensatormikro besser funktioniert, dann aber auf keinen Fall das KSM9.

    dies geht von 823 bis 865 MHz und der Bereich von 823 bis 832 ist anmeldefrei und legal nutzbar weil der in eine LTE Mittenlücke fällt. Da lassen sich drei (bis zu acht) mit hoher Wahrscheinlichkeit störungsfrei betreibbare Frequenzen finden

    Genau das würde ich nicht machen; auch die E-Band-Mittenlücke steht mittelfristig zur Disposition.

    In einer öffentlichen Einrichtung ist es zudem völlig normal dass Funkstrecken bei der BNetzA angemeldet sein müssen. mWn können die sich sogar auf Antrag von den Gebühren befreien lassen.

    Von daher würde ich mal die Handwerklichen Fehler aus dem System ausbügeln, den Squelch hoch stellen und abwarten.

    Wenn ich mir allein die Verkabelung des Audioprozessors, die nicht vorhandene Befestigung der Strecken, das Gebaren der Firma beim Auftreten von Störungen und den fehlerhaften Anschluss der Antennen gewärtige geht mir das Messer in der Hose auf beim Gedanken dass dafür meine Steuergelder drauf gegangen sind...