Beiträge von pfeiffe

    najaaaaa. "XYZ hat aber gesagt" ist nun in der Tat ein ziemlich schwacher Beleg, auch wenn es ein Professor war. Wenn dieser seinen Job ernstnimmt wird er seine Aussage auch belegt haben und diesen Beleg auch beim Weitergeben der Information angeführt haben.


    Ich würde mich in der Tat ebenfalls freuen, wenn hier im Forum mehr Informationen aus gesicherten und belegbaren Quellen gepostet werden und nicht Infos ala "mir wurde gesagt dass" als absolute Wahrheiten verkauft würden. Das passiert in der Welt im Moment echt schon zur Genüge... Das hier ist ein Fachforum und soll auch gerne ein solches bleiben. Nichts für ungut aber man sich nicht sicher ist darf man auch gerne einfach mal die Klappe halten... ;)

    ich mache das als Monitormann. Es ist genau wie oton sagt, man kann Teile davon übernehmen wenn man Monitor über die Front macht und kann dann auch zu passablen Ergebnissen kommen aber wirklich gut geht das nur mit seperatem Monitorpult.

    Hi,


    InEar sollte mE wenn möglich immer mindestens Stereo sein. Mono nur wenn es nicht anders geht. Man bekommt auch schon mit sehr sparsamen Panning einen wesentlich transparenteren Sound hin, was am Ende dazu führt die Musiker*innen ihre eigenen Signale besser aus dem Mix heraushören können und somit keine Pegelorgien notwendig sind. Es braucht dann auch weniger EQ auf den Einzelsignalen, weil die Signale nicht nur im Frequenzspektrum differenzierbar sein müssen, sondern sich zusätzlich quasi automatisch über das Stereobild differenzieren.


    Mit ein wenig Erfahrung sind InEar Mixe eigentlich sehr einfach und schnell vorzubereiten, weil es unabhängig von der Umgebung und den verwendeten Signalen eigentlich kaum Überraschungen gibt. Das wichtigste ist (wie beim FOH Mix auch) eine funktionierende Gainstruktur. Für mich hat sich aus vielen vielen Gigs mit verschiedenen Bands irgendwann folgendes System für die Vorbereitung von IEM Mixen herauskristalisiert:


    - alle Kanalfader auf 0db

    - alle InEar Masterfader auf 0db

    - alle Inputgains auf die Erfahrungswerte für die jeweiligen Quellen abzügl. ein paar db

    - alle IEM Sends für "Bandmitglieder" auf -5db, alle Sends für "mein Instrument" auf 0db

    - alle IEM Sends für "mein Gesang" bei den Vocalisten auf +5db

    - den IEM Send für alle Vocals beim Drummer auf -5db

    - den IEM Send für den Bass beim Bassisten auf +5db

    - alle IEM Sends für den Cuemix auf -5db


    Im Soundcheck dann die Fader erstmal nicht mehr anfassen und beim Abhören des eigenen Cuemix über die Inputgains einen für sich selbst angenehmen Mix hinbasteln. Mit den oben genannten Pegelverhältnissen passt das dann zu 95% für die komplette Band und es sind idR nur noch sehr wenige Anpassungen notwendig. Natürlich sollte die ganze Sauce dann noch mit EQ, Kompression, Reverbs (!), Ambiencemics etc... passend abgeschmeckt werden ;) . Mit ein wenig Erfahrung und Geschick funktioniert das auf diese Art und Weise bei mir seit sehr vielen Gigs mit den unterschiedlichsten Bands ganz hervorragend.


    Wichtig für guten InEar Sound ist außerdem noch:


    - gute Hörer (!!!) Eigentlich sind für einen guten inEar Sound angepasste Hörer Pflicht, ansonsten muss es mindestens ein ordentlicher 2-Wege Hörer sein. Die richtigen Ohrpassstücke sind superwichtig, die Teile müssen absolut bombenfest und wirklich tief im Gehörgang sitzen, sonst kommt da insbesondere im LF Bereich nichts vernünftiges mehr raus.


    - die Hörer müssen in den Ohren sein und die Mixe müssen laut (!) auf den Ohren sein. Wenn da ständig ein Hörer rausgenommen wird und/oder der Mix einfach zu leise auf den Ohren ist, wird der InEar Sound immer beschissen sein.


    - Bei größeren Shows wenn es schnell gehen muss oder bei Tourproduktionen mit wenig Changeoverzeit / keinem echten Soundcheck ist eigene Mikrofonie und ein analoger Signalsplit sehr hilfreich.

    - Thema Kommunikation. FOH -> Mon funktioniert bei IEM nicht mehr gut über die klassische Shoutbox. FOH->Mon während der Show müssen daher mit Matritzen o.ä. gestrickt werden, damit während des cuens in die Wege die Kommunikation mit dem FOH oder der restlichen Crew nicht abreisst.


    Wenn man die Basics beachtet ist das Mischen von InEar Wegen eigentlich sehr dankbar und auch relativ einfach. Ich habe mir über die Jahre noch ein System gebastelt wie ich meinen Bands über ein spezielles Pre/Post Setup einen dynamischen Mix anbieten kann, der die jeweils eigenen Kanäle auf den Ohren statisch lässt. Auch Effekte und gezielte Kompression sind wirksame Werkzeuge, die den InEar Sound nochmal wesentlich verbessern können. Zusammenfassend würde ich sagen, dass mit IEM wenn die Rahmenbedingungen stimmen und alle ein wenig wissen was sie tun hervorragende Ergebnisse erzielt werden können, die im Vergleich zu konventionellem Monitoring viele Vorteile haben.


    Beste Grüße,


    pfeiffe

    habs gestern ausprobiert, das File lässt sich nicht auf einer älteren firmware Version laden. Die Lösung war dann doch das Pultupdate durch die Örtlichen, die zum Glück auch sehr kooperativ waren. :thumbup:

    Wenn Du das auf einem Editorrechner mit der älteren firmware zu laden geschafft hast, unbedingt eine 'restructure' Prozedur drüber laufen lassen:

    Files -> Session Structure -> Restructure, dabei alle anderen buttons auslassen z.B. nicht! rebuild banks, weil das Deine user layer zurücksetzt

    danach die session speichern.

    Was genau macht der Restructure Befehl außer Ins/outs neu einpflegen? Wenn ich was an den In/Out/Matrix/etc... Konfiguration ändere vrestehe ich warum ich ein restructure brauche, aber warum meinst Du dass ich die Session restrukturieren lassen muss wenn ich nichts an der In/out config ändere?

    noch eine Frage an die Digico Jünger:


    Ist es möglich ein File in der Version runterzukonvertieren, also zB von V1096 auf V978? Oder bleibt mir da nur übrig die Örtlichen davon zu überzeugen dass es doch eine sehr gute Idee wäre mal wieder ein Pultupdate zu machen? :saint:

    das ist dann eine fehlanpassung, dadurch wird der angezeigte pegel vermindert, also falsch angezeigt.


    ich hab das ding jetzt gerade nicht zur hand, wie lang ist die antenne im ausgezogenen zustand? das ist doch sicher ein halber meter, oder?

    in der regel nutze ich zwischen 20 und 25cm.

    Die Antenne ist 38cm lang, was wenn ich mich nicht verrechnet habe dem lambda/halbe Wert von etwa 400Mhz entspricht.

    man macht die antenne auf lambda halbe. das ist dann die hälfte der wellenlänge.

    es geht aber auch lambda viertel, dann ist die antenne nur ein bisschen unempfindlicher.

    also für einen zu scannenden Frequenzbereich von 400Mhz-800Mhz für zB gemischt IEM und Mics bräuchte ich idealerweise eine Antennenlänge von rund 37cm? Das würde dann ja recht genau der Antennenlänge vom RF Explorer entsprechen.


    Das Einkürzen der RF-Explorer Antenne würde demnach nur bei Frequenzen oberhalb von ca. 500Mhz Sinn machen oder liege ich da falsch?


    Außerdem: wie macht sich eine zu lange Antennen bemerkbar?

    Ableton ist als Zuspielsoftware im Theaterbereich zusammen mit Qlab inzwischen tatsächlich ein Standard den man kennen und bedienen können sollte wenn man dort Jobs als Operator annimmt. Das hat auch durchaus seine Gründe:


    Ableton ist mit der Session Ansicht einfach ungeschlagen wenn es um das Erstellen von Shows geht, bei denen Multitrackzuspielungen mit komplexen Fades und Routings auf Sichtcues am Ende auf einfache Art und Weise gefahren und repoduzierbare Ergebnisse trotz "Faktor Mensch" auf der Bühne (Theater ist keine Timecode Show) liefern. Auch das Einprogrammieren von Mikrofon Mutes, die Fernsteuerung von Pultparametern oder das synchronisieren mit der Lichtfraktion per Midi sind problemlos und sehr flexibel möglich, was das Programm im Theaterbereich wirklich zu einem mächtigen Zuspielwerkzeug macht.


    Cuelab hat seine Stärken in der einfachen Bedienung und der sehr guten Integration von unterschiedlichen Medien (z.B. Video), was es vor allen Dingen für kleinere Bühnen interessant macht, wo es beispielsweise keine eigene Videoabteilung gibt...


    Dass Dir das vorher nicht gesagt wurde / gesagt werden konnte ist natürlich ärgerlich. Für mich gehört die Kenntnis beider Programme jedoch fest zu dem was man als Theater-Tonler*in können/wissen muss. Dass ich auf solchen Jobs meinen eigenen Läppi mit den entsprechenden Programmen mitbringen musste ist mir jedoch noch nie passiert - dass Dir die entsprechenden Arbeitswerkzeuge vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt werden ist meiner Erfahrung nach auch in dieser Branche absolut selbstverständlich.

    Nachfrage: Hat jemand den RF-Explorer im Einsatz in Verbindung mit der Shure-WWB6 und nutzt dies ähnlich, wie ich es mir vorstelle

    Das schroben ich und auch ein paar andere bereits weiter oben: Ich habe das genau so in Benutzung und viele andere hier im Forum auch. Das Setup funktioniert genau so wie Du es beschrieben hast einwandfrei.

    Das Setup nutze ich auch.


    RF-Explorer Handheld (ca. 350€) per USB an den PC. Dann mit Touchstone Software (Du brauchst die Pro Lizenz zum Exportieren des Scans) den Scan auf dem PC durchführen und speichern. Anschließend den Scan in WWB6 laden und die benötigten Frequenzen rechnen lassen.


    Funktioniert tadellos, ist schnell, zumindest für meine Zwecke ausreichend präzise und dazu auch noch einigermassen erschwinglich.

    erstmal nochmals besten Dank, das konvertieren von SD9 nach SD10 hat mit dem Converter problemlos geklappt, die Show liess sich einwandfrei laden - alles cool !


    Obwohl das nicht wirklich zum Ausgangsthema passt hier noch eine kurze Frage fürs Pultfile basteln:


    Das Abhörsignal im Kopfhörerausgang springt ja nach dem Abwählen eines Inputs oder Busses von zB Solo1 (mit angewählter "headphones" Option) auf den Master zurück (man hört dann das Master-Summensignal im Kopfhörer). Das ist für meine Arbeitsweise soweit auch cool und genauso gewollt.

    Wie verhält sich jedoch das ausgespielte Signal aus dem SOLO1 Bus, wenn ich mir den Bus auf einen physikalischen Output abgreife und dort zB einen externen Kopfhörerpreamp oder eine InEar Strecke dranhänge? Spielt der Solobus beim Abwählen eines Auxweges o.ä. dann ebenfalls das Mastersignal aus, oder bleibt der Bus dann stumm?


    Danke für die Antwort und viele Grüße in die Runde,


    pfeiffe

    wie sieht es denn mit unterschiedlichen Stageracks aus? Laut dem (übrigens überaus freundlichen und hilfreichen) Supportmitarbeiter aus England haben die verschiedenen Stageracks systembedingt teils unterschiedliche interne Gainstrukturen, so dass bei einer Übertragung eines Files auf ein anderes System mit ggf. auch unterschiedlichen Stagerackkonfigurationen Anpassungen der Gains notwendig sein können.


    Der Channelcount für die von mir betreute Produktion geht gerade steil in Richtung 72in/34out, so dass mehrere Stageracks zum Einsatz kommen werden. Wie genau die Konfiguration der Racks für Proben und Shows sind versuche ich gerade herauszubekommen, will da aber wenn möglich böse Überraschungen vermeiden.


    Kann mir jemand dazu Genaueres sagen?

    Besten Dank Guma! :thumbup:


    Dann werd ich mir mal ein File bauen. Morgen starten die Produktionsproben auf dem kleineren Pult, bleibt zu hoffen dass am Showtag alles glatt läuft. Da ich von klein > groß konvertiere bin ich da jetzt aber erstmal zuversichtlich. Die Software schaut ja schon auch aus als hätte man sich da ein paar mehr Gedanken gemacht und das nicht nur mal schnell hingeschustert ;)


    Danke nochmal für die schnelle Info!


    Paul

    Moin,


    kann mir jemand von Euch regelmässigen Digico Usern auf die Schnelle sagen inwieweit Pultfiles zwischen den verschiedenen Pultversionen kompatibel sind? Ich habe gesehen, dass es da Converter auf der Digico HP gibt, werde daraus aber noch nicht so 100% schlau und würde mich über Eure Praxiserfahrung freuen. Wie genau habe ich mir das vorzustellen, wie zuverlässig funktioniert das und was gibt es zu beachten? Konkret geht es um


    1) SD9 --> SD10

    2) SD11 --> SD10 (bitte hier nicht nach Sinn oder Unsinn fragen... :cursing: )


    Besten Dank und liebe Grüße in die Runde,


    Paul

    Hi Krzysztof,


    es ist schön dass Du Dich mit den Möglichkeiten Deines Mischpults auseinandersetzen möchtest. Es gibt haufenweise Informationen im Netz, die Dir die grundlegende Arbeitsweise eines Kompressors mit bunten (teilweise auch bewegten) Bildern sehr detailreich erklären. Es wäre schön wenn Du erst die schon vorhanden Informationsquellen im Netz ausschöpfen würdest bevor Du diese Fragen hier postest. Damit sparen sich alle Arbeit (Du beim Formulieren der Frage und alle anderen beim Schreiben der Antwort).


    Da die Infos wirklich einfach im Netz zu finden sind spar ich mir jetzt eine Antwort auf Deine Frage. Eines möchte ich Dir jedoch noch mitgeben: Tontechnik ist ein Dreischritt. Du hast eine Ausgangssituation x und eine Wunschvorstellung y. Je nach technischen Möglichkeiten und Know How kannst Du die Ausgangssituation durch den Einsatz von Tontechnik gezielt in die Wunschvorstellung überführen. Das bedeutet in der Praxis:


    1. Du hörst ein Signal (z.B. Deine Stimme) über die PA ab und beurteilst das Ergebnis

    2. Du entwickelst eine konkrete Wunschvorstellung wie das Signal am Ende klingen soll und gleichst diese Vorstellung mit dem Ist-Zustand ab (zum Beispiel: Stimme klingt zu dumpf, zu schrill, hat zu viel Dynamik, zu trocken, etc...)

    3. Du benutzt gezielt die verfügbaren tontechnischen Mittel um von x nach y zu kommen


    Wenn Du einen der drei Schritte überspringst oder Dir irgendwo unsicher bist, stocherst Du beim Drehen an den Reglern und Knöpfen komplett im Dunkeln und das Ergebnis ist nicht mehr als Zufall. Wenn Du nicht beurteilen kannst was Du hörst, weil Dir die entsprechende Hörerfahrung fehlt (oder Du mal wieder vom Veranstalter einen bescheidenen Mischplatz zugewiesen bekommen hast ;) ), wirst Du generell Schwierigkeiten haben guten Ton zu machen. Wenn Du keine konkrete Vorstellung davon hast was Du eigentlich erreichen willst, wird jede Aktion am Pult niemals zielgerichtet sein, sondern immer zufällig bleiben. Wenn Du nicht weißt, wie Du Deine Zielvorstellung technisch erreichen kannst, weil Du Deine Werkzeuge noch nicht verstanden hast, wirst Du ebenfalls mit Sicherheit nicht die richtigen Einstellungen am Pult finden.


    Ich habe bei Deinem Kompressorprojekt das Gefühl, dass es zumindest an Punkt 2 und 3 bei Dir noch hapert. Warum willst Du überhaupt komprimieren? Musst Du überhaupt komprimieren? Was ist das, was Dir an der unkomprimierten Stimme nicht gefällt? Erst wenn Du diese Fragen für Dich sehr genau beantworten kannst, macht der Griff zum Kompressor überhaupt Sinn. Wenn Du weißt was Dir an dem was Du hörst nicht gefällt und Du sicher bist dass der Kompressor diesen Missstand lösen kann, solltest Du Dich technisch sehr genau mit dem Kompressor auseinandersetzen um ZIELGERICHTET von x nach y zu kommen. Alle Antworten wie "nimm diese Ratio, diesen Threshhold, diesen Release sind VÖLLIG daneben, weil die drei oben geschilderten Schritte aus der Ferne einfach nicht zu beurteilen sind und niemand Dir die entsprechenden Entscheidungen und Beurteilungen abnehmen kann. Ob das Ergebnis der "Fremddiagnose" oder des Preset-Tipps dann in irgendeiner Form Sinn macht ist dann wirklich nur absoluter Zufall...


    Tipps:

    - Bemüh das Internet und mach Dich schlau was ein Kompressor genau macht und wie die verschiedenen Parameter funktionieren. Wenn Du eher in der analogen Welt unterwegs bist, kann ich Dir als Literaturtipp das Buch "Mixing Audio" von Roey Izhaki sehr ans Herz legen. Hier bekommst Du einen SEHR guten Überblick über alle relevanten Bereiche und Werkzeuge der Tontechnik incl. gut gemachten Audiobeispielen. Das Buch liest sich hervorragend, ist nur leider ziemlich dick, auf englisch und nicht ganz billig ;)

    - setz Dich in Ruhe zu Hause hin und probiere das gelernte mit verschiedenen Quellen aus. Stell verschiedene Parameter ein und hör Dir den Unterschied im Ergebnis an. Versuche dabei stets ZIELGERICHTET zu arbeiten.



    Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg und Spaß beim Forschen! Sollten nach Deiner Recherche und dem Ausprobieren noch Fragen übrig geblieben sein beantworte ich (oder jemand anderes) sie Dir bestimmt gerne hier.


    Soweit beste Grüße,


    pfeiffe