Beiträge von emerge

    Ähnliche Diskussionen hatten wir ja schon häufiger, unter anderem z.B. >hier<.

    Ich persönlich halte idiotensicher konstruierte Anlagen im unbeaufsichtigten Betrieb für sehr sinnvoll. Die genannten Aktivboxen werden in meinen Augen so beworben und sind daher ein Garantiefall – vor allem da thermische Überlast zu den einfach erfassbaren Größen gehört.

    Möchte ungern am FOH stehen, 500 Handys zwischen mir und der Bühne und Schwups ist die Kontrolle über all das schöne Regelwerk verloren

    Von welcher Entfernung/Veranstaltungsgröße sprechen wir hier?

    Grundsätzlich sind Kabelbindungen natürlich zu bevorzugen. Ein gangbarer Weg wäre eine verdrahtete Ethernetverbindung zwischen FOH und Bühne, dann kannst Du am FOH einen günstigen Access-Point für's WLAN aufstellen und als Backup einen PC in's Netzwerk hängen.

    Maßgeblicher Immissionsort ist der Punkt im Publikumsbereich, wo der höchste Pegel erwartet wird. Man muss mit dieser Erwartung nicht richtig liegen, man sollte nur gut begründen können, warum man denn gerade diesen Punkt erwartet hat. (Und wenn da ein Marshall Full Stack und als PA zwei magere 10/1-Boxen stehen, dass in halt der maßgebliche Immissionsort auf Achse des Gitarren-Amps zu erwarten.)

    Wie bestimmst Du K1 und K2 in diesem Fall?

    Oder würde man K1 = K2 = 0 setzen und "möglichst nahe dran", d.h. irgendwo über der ersten Reihe messen?

    Also Selbstkontrolle kann man ja messen, mache ich eigentlich auch bei jedem Gig. Aber in so einem Club ist das Ganze wie du ja selber gemerkt hast quasi nicht wirklich "rechtlich" messbar, also würde ich auf eine "offizielle" Messung verzichten, solange es geht.

    Vielleicht war das in meinem Ursprungspost nicht ganz eindeutig formuliert: In erster Linie geht es natürlich um Selbstkontrolle: "Offiziell" würden die Protokolle in jedem Fall erst im Rahmen einer Klage, vorher wird da ja nichts veröffentlicht.
    Die Frage ist also: Wie würde man diese Selbstkontrollmessung idealerweise durchführen?

    Man sollte dafür sorgen, dass alle Konzertbesucher gesund nach Hause kommen. Als geeigneter Messort scheint mir deshalb der lauteste Publikumsbereich zu sein (bzw. darauf umgerechnet).

    Jap, genau so schreibt das die Norm ja auch (in meinen Augen ebenfalls vollkommen zu Recht) vor. Die Bestimmung des richtigen Korrekturfaktors ist im kleinen Club nur eben extrem schwierig, weil viele relevante Schallquellen erst nach dem Aufbau/Changeover verfügbar sind.


    Wie will man also die Band trennen? Schlagzeuglärm gut, Gitarrenlärm böse?

    In meinen Augen sagt die Norm tatsächlich genau das. Aber vielleicht kann ADMIN dazu mehr Einblicke geben?


    Im Zweifelsfall hätte ich lieber ein Protokoll, mit dem ich nachweisen kann, dass ich nur so 2 oder 3 dB drüber war und nicht 10 dB

    Du würdest also am ehesten über der ersten Reihe mit positivem Korrekturfaktor messen? Aus dem Bauch raus würde ich befürchten da je nach Genre eher in Richtung +10dB zu kommen – ein Beckengewitter wenige Meter vor dem Mikro wird von der A-Kurve ja kaum gedämpft und würde vom positiven Korrekturfaktor auch noch künstlich verstärkt.
    Vermutlich muss ich einfach mal ein paar Daten sammeln…

    warum? Müsst ihr messen ? In gut 50 % der Fälle hat man in kleinen Clubs eh keine Chance, 99 leg Pegel einzuhalten, also warum messen wenn man es nicht zwingend muss ?

    Naja was heißt müssen… Wenn ich die aktuelle Rechtsauslegung richtig deute ist der Veranstalter (das sind nicht selten wir) im Zweifel in der Pflicht nachzuweisen dass es keine Gefährdung des Publikums gab.

    Darüber hinaus ist so ein knallrotes Dosimeter auch immer ein einigermaßen probates Mittel um den netten Kollegen von der Band daran zu erinnern dass seine Gage nicht mit dem Durchschnittspegel steigt. ;)

    Und nicht zuletzt ist ein bisschen Selbstkontrolle natürlich auch nicht schlecht. Ob die Messung am Ende bei 102dB Leq steht wird bei uns in den meisten Fällen herzlich egal sein – trotzdem hilft es einzuschätzen was man dem Publikum (und nicht zuletzt den eigenen Ohren) gerade zumutet.


    alles was ich tun kann, ist meine anlage soweit möglich im griff zu haben. wenn die gitarre zu laut von der bühne bläst, brauch ich sie schonmal gar nicht auf die PA legen... das hilft mir ein bisschen weiter ;-)

    was ich also messe, sind die von unserer technik verursachten pegel. denn nur dafür kann ich verantwortlich sein.

    Aus der Sicht eines (externer) Technikdienstleisters bin ich da voll und ganz bei Dir – als Haustechniker ist die Sache aber schon schwieriger: Grade wenn das Haus auch die Rolle des Veranstalters übernimmt ist man ja gerade im kleinen Rahmen sehr schnell für alle technischen Aspekte zuständig.

    Ansprechpartner für den Gast ist der Veranstalter, der dafür Sorge zu tragen hat dass von seiner Veranstaltung keine Gefährdung ausgeht. Ob die jetzt durch die Gitarrenanlage oder durch die "Gesangsanlage" entsteht ist dem Gast vermutlich herzlich egal.
    Das ist aber einer der Punkte die wir gerne diskutieren können: Betrifft die DIN wirklich alle Lautsprecher oder kann man die Band ausnehmen?

    meiner meinung nach bräuchte man für die backline eine eigene messung, sobald deren pegel nennenswert beim publikum ankommt.


    bisher habe ich da persönlich aber versucht, keine schlafenden hunde zu wecken. diese mess-problematik ist, je nach situation, derart komplex, dass es bei ernster herangehensweise finanziell gesehen wohl überhaupt keinen sinn mehr machen würde, konzerte in kleinen clubs zu veranstalten!

    Jap, das entspricht auch meiner Erfahrung mit gemessenen Veranstaltungen, allerdings waren die bisher groß genug dass man die Backline mit zwei zugedrückten Augen vernachlässigen konnte.

    Im konkreten Fall reden wir von weniger als 10m Abstand zwischen Bühnenvorderkante und Rückwand des Raumes. Entsprechend hat die Bühne einen derart großen Anteil am Gesamtpegel, dass die klassische Messung der PA überhaupt keine Aussage über die tatsächlichen Pegel im Publikumsbereich mehr macht.

    Eine separate Messung der Backline würde natürlich helfen, ist aber praktisch wohl nicht durchführbar; selbst wenn man den finanziellen Aspekt außer Acht lässt.

    Im Rahmen einiger technischer Erneuerungsarbeiten soll in meiner Heimatlocation endlich auch auf eine normgerechte Schallpegelmessung umgestellt werden.

    Der gesetzliche Rahmen ist soweit klar – die grundsätzliche technische Herangehensweise auch: Für die angestrebten negativen Korrekturwerte wird der Messpunkt nahe an die Beschallungsanlage verschoben und vor Veranstaltungsbeginn die Pegeldifferenz zum maßgeblichen Immersionsort bestimmt.


    Nun geht es in diesem Fall um einen kleinen Club mit guten 150 PAX, bei dem der Bühnenlärm einen relevanten Anteil des Pegels im Publikumsbereich ausmacht: Das Fullstack des aufstrebenden Gitarrengottes ist wohl leider auch eine Form "elektroakustischer Beschallungstechnik" und damit relevanter Teil der Messung.

    Durch die praktische Unmöglichkeit die Backline in die Ermittlung der Korrekturwerte einzubeziehen müsste die Messposition doch wieder in den Publikumsbereich wandern; würde dort aber auch die beständigen Beckenteppiche besonders engagierter Schlagzeuger auffangen (und mit positiven Korrekturfaktoren versehen!) – vom Publikum gar nicht zu reden.

    Im sowieso schon kritischen Kampf um die 99 will man das natürlich soweit möglich verhindern.


    Also: Welche praktischen Erfahrungen gibt es zur Umsetzung der DIN 15905-5 in kleinen und mittelgroßen Clubs?

    Mir persönlich kam tatsächlich gerade in diesem Metier nur sehr selten eine vernünftige Messung unter. Wenn's hochkommt liegt am FOH ein günstiger Handpegelmesser bereit…


    Beste Grüße

    emerge

    Als der leidgeplagte Kollege am Monitorplatz den David im Ausgangspost erwähnt hat muss ich mich in die Klagerei einreihen. Dass die Anzeige des Routings nicht den tatsächlichen Signalfluss wiedergibt darf einfach nicht passieren und war in der beschrieben Situation wirklich äußerst unglücklich.


    Besonders schade ist dabei, dass ich die Bedienoberfläche der Pulte je nach Anwendung eigentlich für sehr gelungen halte. Nur auf ganz wenigen Konsolen hat man einen derart vollständigen Satz fest zugewiesener Potis für den Kanalzug; das hat schon auf dem ein oder anderen kleinen Festival mit stetig wechselnden Künstlern und entsprechend viel Dreherei für Entspannung gesorgt. In solchen Situationen könnte ich mir fast keine bessere digitale Bedienoberfläche vorstellen – wenn das Ganze eben auch ausreichend stabil wäre. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht aber auch einfach immernoch analogverwöhnt.

    Nicht unbedingt, aus den zur Verfügung stehenden Größen (z.B. Pre-Fader Pegel und Faderposition) kann man ja theoretisch durchaus neue berechnen. Soweit ich weiß passiert das z.B. für die komplexen Anzeigen in der Dynamicsection bereits.

    Inwiefern das für Post-Fader Werte die z.B. auch durch Inserts beeinflusst werden möglich ist kann ich aber nicht sagen.


    Ansonsten kann ich Dir empfehlen, die tolle Aufgabenverwaltung für Mixing Station zu verwenden, Du kannst auf der Homepage einfach Bugs melden und neue Features anfragen: https://dev-core.org/mixing-st…on-bugs-feature-requests/

    Für Deinen Wunsch gibt es schon einen Eintrag: https://bugs.dev-core.org/T1177

    Unabhängig davon: Was mach man mit Post-Fader Metern?

    Sehr interessanter Link, Danke!


    Automatikmischer und Optogates an den Mikros sind verdammt gute Ideen, das muss ich am Monitorplatz mal testen.
    Zum FOH hatte ich mit Einstreuungen oder schlechter Sprachverständlichkeit bisher allerdings keine Probleme: Schlussendlich macht es in erster Linie in Spielpausen Sinn kurze Anweisungen durchzugeben, und da ist der Bühnenlärm ja minimal.

    In solchen Fällen hat es sich für mich bewährt ein paar Mikros auf der Bühne zu platzieren (wenn das zeitlich und szenisch möglich ist), die dann ausschließlich an meinem Kopfhörer aufliegen. Hat man den in Spielpausen auf zumindest einem Ohr, können die Musiker diskret Anweisungen durchgeben.
    Bei extrem zugebauten Trommlern ohne Sichtkontakt stelle ich auch bei vernünftigen Monitorplätzen gerne ein Mikro auf kleinem Stativ mit der gleichen Funktion dazu.


    Das gilt natürlich in erster Linie für Jobs mit Anspruch an das Ambiente, für die klassische Rock'n'Roll Nummer macht das keinen Sinn – da hat man meiner Erfahrung nach aber auch weniger das Problem der Platzwahl.


    Nichtsdestotrotz natürlich: Klares IDN.

    Nein, meines Wissens nach können die Pulte nur mit genau einer Stagebox kommunizieren.
    Man kann also weder zwei Mini 16, noch eine Mini 16 und eine Mini 32 linken und gleichzeitig verwenden.


    Wenn Du unbedingt mehr Kanäle über Madi brauchst könntest Du eine entsprechend konfigurierte Compact Stagebox probieren. Das sollte auch mit den SI zu mehr nutzbaren Kanälen über das digitale Core führen. Getestet hab ich's noch nie.
    Wegen des Anschaffungspreises ist es da aber eventuell sinnvoller, ein kleines Analogcore zusätzlich zu legen oder die Compact zuzuleihen.

    &quot;patec&quot; schrieb:

    Die Fernbedienung einer S32 als "X32 Core mit Anschlüssen" ist ja aber gerade nicht möglich. Ob das technisch möglich wäre bzw. ob die S32 alle dafür erforderlichen Bauteile beinhaltet, kann ich nicht sagen.


    Dafür gibt's ja das X32 Rack – wäre für Dich eventuell auch eine Alternative? Allerdings sind 3HE für 16 Inputs leider auch ne Menge.

    Vielen Dank für eure Vorschläge.
    Auch Funktionen mit gesetztem Isolate werden auf den Expression von Shows überschrieben, die speichern wohl wirklich den kompletten Status des Pultes. Ich hab das grade kurz ausprobiert.
    Naja, dann muss es eben mit statischen Layern gehen.

    Kennt jemand eine Möglichkeit, auf einer Expression 2 die Custom Layer szenenspezifisch zu speichern?


    Ich habe nächste Woche nen Kofferjob für ein kleines zweitägiges Festival mit teils sehr verschiedenen Inputs, die ich mir gerne vorher vernünftig zurechtgelegt hätte.
    Allerdings scheint (zumindest im Editor) jegliche Änderung der Faderbelegung auf Show-Level gespeichert zu werden – ich will aber nicht nach jeder Band eventuelle globale Änderungen wieder verlieren.


    Hab' ich einfach irgendwo einen Haken übersehen, oder geht das prinzipiell nicht?

    Hallo Ulf,


    hast Du die Anbindung an Dein Linux eigentlich lösen können?


    Beim aktuellen Problem würde ich am ehesten auf die Verkabelung tippen. AES50 kann erfahrungsgemäß gerätespezifisch ziemlich empfindlich auf verschiedene Arten von Schirmung reagieren.


    Zu der Problematik hatten wir ja hier schon einige Diskussionen (konkret z.B. in diesem Thread).


    Exakt Dein Problem wird z.B. im ProSoundWeb beschrieben:
    http://forums.prosoundweb.com/…php/topic,143428.310.html

    Hallo zusammen,


    ich suche für einen kleinen Liveclub (150 Pax, Rock) ca. 20km südlich von Heidelberg einen Raumakustiker für die akustische Optimierung des Konzertsaals.


    In dem Laden stehen in den kommenden Monaten einige bauliche Veränderungen und Renovierungsarbeiten an, in deren Zuge sich eine akustische Optimierung anbieten würde – auch wenn der Saal momentan nicht unbedingt furchtbar klingt. Mir selbst fehlt zum einen die Erfahrung in der aktiven akustischen Gestaltung von Räumen, zum anderen bin ich zu sehr an Raum und Anlage gewöhnt um das objektiv beurteilen zu können.


    Es geht in erster Linie um ein Beratungsgespräch vor Ort, in dem ich gerne eine unabhängige Meinung dazu hören würde wie der Raum momentan klingt, ob- und in welchen Bereichen eine Optimierung sinnvoll wäre und vielleicht auch wie man diese konkret durchführen könnte. Das schließt Kommentare zur Optimierung und Erweiterung der vorhanden Beschallungsanlagen ein.


    Im Voraus vielen Dank für Adressen, Kontakte und konkrete Angebote (gerne gleich mit Preisvorstellung per PN)!

    Ich verwende wann immer ich mit einem X32 zu tun habe ganz gerne die extern entwickelte Android App Mixing Station. Davon gibt's ne kostenlose Version und eine kostenpflichtige (irgendwas um 5€), wobei letztere einfach ein paar nützliche Zusatzfunktionen hat:
    https://dev-core.org/mixing-station/mixing-station-xm32/


    Die App erweitert die Pultfunktionen an einigen Stellen, wobei besonders hilfreich ist, dass man mittlerweile große Teile der Ansicht frei konfigurieren und belegen kann. Ich hab beispielsweise für kleine "Monitor per Tablet"-Geschichten Shortcuts auf die Sends-on-Fader Ansichten für alle relevanten Auxwege (ähnlich wie bei Soundcraft SI).


    Ein bisschen schade ist, dass im Vergleich zur iPad-App nach einem WLAN-Verbindungsabbruch eine komplett neue Verbindung aufgebaut werden muss (dauert ein paar Sekunden und muss manuell ausgewählt werden). Beim iPad läuft das wohl automatisch. Das passiert bei mir aber vielleicht einmal im Quartal und ist daher noch absolut tragbar..


    Der Entwickler scheint auch hier im Forum unterwegs zu sein und wohl gerade dabei, die App noch auf weitere Pulte zu portieren.