Beiträge von simonstpauli

    das intermodulationsstörungen im empfänger durch mischen verschiedener frequenzen entstehen, wissen auch die hersteller. deshalb haben gute empfänger einen bandpassfilter vor dem mischer, der nur das beabsichtigte band durchlässt. dadurch spielen frequenzen, die nicht aus dem eigenen band kommen, im mischer keine rolle mehr. somit kann es da also eigentlich keine probleme durch das mischen mit frequenzen aus anderen bandbereichen geben.


    davon, dass intermodulationen in reinen verteilverstärkern entstehen, die ja nicht mischen, habe ich noch nie etwas gehört. signalstörungen können dort ja eigentlich nur passieren, wenn die eingänge mit zu viel signal überfahren werden und es zu vielen oberwellen durch clipping kommt.

    so habe ich das damals jedenfalls verstanden.

    Grundsätzlich entstehen die Intermodulationsprodukte bei jeder Verstärkung, also auch in Boostern, aktiven Antennen und aktiven Antennenverteilern. Beim Überfahren sehr deutlich, bei Pegeln darunter aber immer noch, nur mit geringerer Stärke. Diese können dann im Grenzfall ausreichen, um einen Dropout zu provozieren.

    ...Ja, aber wenn ich 20 Strecken passiv splitten will, brauch ich auch wieder Booster, damit sich das am Ende mit den HF-Pegeln noch ausgeht. Da muss ich mir dann auch Gedanken drum machen, was der Booster an IM sieht bzw. produziert....

    Ja, das ist wohl so. Daher finde ich die Idee mit den Zonen schon super.

    Also z.B. vorne passiv splitten (1->3 für die drei Bänder A, B, C), dann Bandpassfilter für das jeweilige Band, dann aktiv auf die Empfänger dieses Bandes. Das würde ich als elegant bezeichnen.

    Was leider vom Routing schnell wieder recht komplex wird - selbst wenn man beim Quellsignal selber die Kompression gebrauchen kann, sind die Sidechainabgriffe bei vielen Pulten leider „Pre-Processing“.

    Da ich sehr oft mehrere Quellen habe, die Hintergrundmusik wegdrücken sollen, schicke ich die sowieso erstmal auf einen Bus.

    Konkrete Anwendung hatte ich gerade wieder, Moderations-QL1, es sollten bei den Umbauten Interviews aus dem Greenroom stattfinden. Nun hatte ich auch mal Lust, unabhängig von der Zietplanung der Interviews, die nicht immer so streng war, auf Toilette zu gehen und bin generell faul, also hab ich mit Ducker auf alle relevanten Hintergrund- und Einspieler-Quellen gebaut, Sidechain ein Bus, auf den alle Mikros gehen. Ducking auf -40 dB mindestens, also "Musik aus". Hold und Release lagen zusammen bei ca. 3 Sekunden und ergaben einen sauberen Fade In nach dem Interview. Bei Anmoderation der Bands musste ich nur daran denken, den Hintergrundmusik-Kanal in der Moderation runterzuziehen, nach Abmoderation wieder hochzuziehen.

    Bei dieser Verfahrensweise ist eine stramme Kompression auf dem Sidechain-Bus wichtig, zusätzlich zu der sowieso schon strammen Auto-Levelling-Kompression in den Kanälen (ich weiß ja nie, wie laut die Interview-Gäste sind).

    Ich halte mich von aktiven Antennensplittern aus genau diesem Grund fern, wann immer ich kann.

    Wie Lisa schon erwähnt hat, muß es nicht automatisch zu einem großen Problem werden, aber der Noisefloor wird erhöht und wenn es ganz dumm kommt, fallen Intermodulationen genau in Nutzbereiche und das bißchen Energie mehr ist genau das bißchen zu viel, um an einer bestimmten Stelle einen Dropout zu erzeugen. Also z.B. 500+600=700, was ein 700er-Empfänger nie produziert hätte.

    Idealerweise kommt man mit passiven Splittern aus und weiß, daß die erste aktive Komponente der Empfänger ist. Die Sennheiser-Philosophie baut ja darauf auf, daß es in den meisten Fällen so funktionieren sollte. Oder die von Dir beschriebene Aufteilung, wo aktive Komponenten nur für einzelne Bänder genutzt werden.

    Tip für WWB:
    Tools - Equipment Profiles - Profil auswählen - Unter Compatibility -> "+" eine neue Kategorie erstellen, ich nenne sie mal "robust - Aktivsplit" Dort den Frontend-Filter weiter aufziehen. Dann kann bei der Koordination bei Bedarf diese Stufe gewählt werden.
    Oder direkt neue Geräte erstellen, dazu das Profil kopieren.

    Wobei der Ducker beim M32 eine Betriebsart des Gates ist. Für diese Anwendung ist der Ducker auch grundsätzlich zu bevorzugen, da sich die Absenkung definieren lässt. Beim Compressor ist diese abhängig vom Mikrofonpegel.

    Guter Punkt.

    Wenn ich es mit einem Compressor mit Sidechain mache, komprimiere ich die Sidechain ebenfalls sehr großzügig.

    Hat es eigentlich inzwischen irgendjemand geschafft die dlive über einen 10g Glasfaser Switch zu schicken ohne Fehler? Falls ja, über welchen und wie sind die genauen Einstellungen? Am liebsten was gängiges, ubiquity, netgear, cisco usw…

    Warum sollte man das tun wollen?

    Giga-ACE ist ein Layer2-Point-to-Point-Protokoll, kein Netzwerk-Protokoll. Das bedeutet grundsätzlich spielt das mit Layer2-Switchen. Daraus folgend würde ich das als eigene Verbindung behandeln und mit Medienkonvertern einzeln auf Fasern bringen.

    Ich hab das mal in einer Installation gemacht. Kleine Gastro, ca. 100 Plätze. Die Bühne sollte erweiterbar sein. Also sowieso schwierig mit festen Positionen. Subs hinstellen auch. Also aus der Not eine Tugend gemacht.
    Pro Seite gab es einen Schlitten mit 8"-Tops, 12"-Subs und 8"-Sidefills an Schiene. Das war schon ein bißchen Aufwand, mechanisch verschieben plus anderes Preset im Controller laden, damit die Delay-Line in time ist, aber es hat sehr schön getönt, fand ich.

    ...

    Mit Tops die weiter tragen habe ich auch schon Erfahrungen gemacht.


    Erst mal fällt mir da auf das es einen unterschied Zwischen Openair und Indoor gibt. Im Openair verhält sich bei Windstille alles ziemlich so wie man es erwarten würde. 6db Abfall usw...


    Indoor kann eine stärkere Richtwirkung (z.B. Fohhn PT70, Horntops, Tops) zu mehr Reichweite führen. Das fällt dann zwar immer noch mit -6db/Entferungsverdopplung ab, ein anderes, schlechter gerichtetes Topteil ist da aber aufgrund von Destruktiven Interferenzen oft noch schlechter. Genau so verhält es sich auch bei einem eng vs. breitstrahlenden Top in einem eher schlauchigen Raum. Da komm einem das passend abstrahlende Top einfach lauter vor, da es sauberer und klarer klingt und weniger Auslöschungen provoziert.

    Das ist ein richtig guter Punkt.
    Und ich würde nochmal von der nominalen Abstrahlung auf die frequenzabhängige erweitern. Schlechter richtende Topteile können auch eng abstrahlen, aber hier und da böse Sidelobes haben und die werden dann fröhlich von den Flächen reflektiert und interferieren.

    Es gibt durchaus Richtrohre, die eine relativ geringe Verfärbung haben. Ich nutze sie z.B. für Chor. Da reicht der Frequenzgang nach unten.

    Sind das besonders lange Rohre? Anders geht es ja physikalisch ja nicht.

    Zitat von floger

    Das ist bekannt. Da wo ein Richtrohr am unempfindlichsten ist stehen aber gerne mal die Lautsprecher. Das wäre dann auf jeden Fall mal ein Gewinn. Alles eine Frage der Ausrichtung.

    Ja, wollte es nur noch mal in Erinnerung rufen.


    Zitat von floger

    Dem würde ich widersprechen.

    Daß die Richtcharackteristik eines Mikrofons außerhalb des Hallradius verloren geht? Mit der aktuell geltenden Physik ist das einfach so. Daß sie zur Kugel wird, war provokant formuliert, das passiert natürlich nur näherungsweise. Aber das Prinzip ist damit erklärt.

    Dass es physikalische Grenzen gibt ist klar. Aber angenommen, das Polarpattern wäre perfekt, warum soll es seine Wirkung verlieren? Der Hallradius ist ja durch das Verhältnis zwischen Direkt- und Raumanteil definiert. Durch die Richtwirkung wird aber ein Teil des Raumanteils ausgeblendet.

    Also zunächst mal ist das Polar Pattern durch die Länge des Rohrs begrenzt. Die bestimmt, ab welcher Frequenz die Richtwirkung eintritt. Wellenlänge der Eckfrequenz = nötige Länge des Rohrs. Was dafür sorgt, daß die Off-Axis-Verfärbung bei Richtrohren massiv ist. Bei Filmdrehs, wo man nur Dialog einfangen will, ist das voll in Ordnung. Bei einer Instrumentengruppe möchte ich aber schon bisweilen einen stärker nach unten erweiterten Frequenzgang,

    Weiterhin hat das Richtrohr prinzipbedingt eine große Keule auf 180°. Wichtig, wenn hinter dem Mikrofon Schallquellen sind, die näher am Mikrofon sind als die Quelle, die wir abnehmen wollen.

    Und außerhalb des Hallradius funktioniert das Richtrohr nicht mehr. Also das ganze Wirkprinzip fällt zusammen. Es basiert ja auf Auslöschung. Da außerhalb des Hallradius keine Korrelation mehr besteht, kann sich auch nichts mehr auslöschen, die Keule wird also zur Kugel.
    Heißt konkret, daß das Polar Pattern nur für Direktschall gilt. Und das auch nur innerhalb des Frequenzbereichs, der durch die Rohrlänge möglich ist.
    Und: Das gilt für alle Richtcharackteristika, nur beim Richtrohr ist es wesentlich wahrscheinlicher, daß man auch mal außerhalb des Hallradius gerät.

    Punkt drei hatte Gerd ja in einem andern Faden kürzlich aufgegriffen - es ist für eine gleichmäßigere Pegelverteilung sinnvoll, die Schallquelle möglichst hoch zu hängen, um weniger Unterschied beim Abstand zwischen Hörer vorne und Hörer hinten zur Box zu haben. Damit fällt der entfernungsbedingte Pegelabfall dann nicht so stark unterschiedlich aus, aber es ist ein höherer Pegel der Box erforderlich, um in der ersten Reihe die gleiche Lautstärke zu erzielen.

    Vielleicht entsteht dadurch auch das subjektive Gefühl, hinten "mehr Druck" zu haben?

    Hier geht es ja explizit um Topteile und um die Konstruktion derselben. Durch ein anderes Systemdesign hätte man dann ja ggf mehr Druck unabhängig von der LS-Konstruktion.

    1. Seemannsgarn.
    Gesamt-Gain bei der entsprechenden Frequenz zählt und durch mehr Preamp-Gain und weniger Fader-Gain ändert man den nicht, wenn man den gleichen Pegel erreichen will und sich weiterhin im linearen Bereich des Preamps bewegt. Falls nicht, wird der GBF niedriger, nicht höher.

    2. In der Regel nutzen wir Richtmikrofone, wie stark die gerichtet sein sollten, um die Quelle gut abzubilden und Störschall auszublenden, hängt von der Geometrie auf auf der Bühne ab. Richtrohre sind regelmäßig zu eng für meine Anwendungen. Außerdem sind sie klanglich unterlegen, wenn sie nicht das Zehnfache kosten. Kann für Nischenanwendungen was sein, aber eher im Theater (Mikrofon muß weit weg sein) oder an Filmsets (Klassisches Angeln). Gut sind auch kurze Richtrohre als Atmos für InEars in Verbindung mit normalen oder breiten Nieren.

    3. Wenn wir Druck als Lowmids definieren: Nein. Physikalisch nicht möglich. Bei höheren Frequenzen ist Einiges möglich, siehe DSL - Jericho Horn.

    es gab da mal eine studie zu gehörschäden. da wurde versucht zu ermitteln, wo hörschäden durch zu lautes musikhören auftreten. und bei den Inuit hat man erstaunlicherweise die größten hörschäden gefunden. der grund war aber nicht laute musik, sondern weil die schon in jungen jahren in einer eher ruhigen umgebung nicht mehr mit pfeil und bogen auf jagd gehen, sondern mit gewehren! und offenbar haben sie ihre ohren dabei nicht geschützt, sodass durch die knalltraumen schon bei jungen menschen unwiderbringliche gehörschäden entstanden sind.


    zum ergebnis der studie gehörte übrigens auch, dass man seine ohren durch langsame lautstärkesteigerung besser schützen kann. plötzliche laute ereignisse schaden den ohren demnach am stärksten.


    über diese studie wurde mal im PP ausführlich geschrieben. das ist aber schon über 20 jahre her, ich weiß nicht mehr wie der autor hiess. aber es war sehr interessant.

    Das klingt logisch. Also heute wissen wir das ja mit den plötzlichen lauten Schallereignissen.

    Ja das gibt es oft. Das stimmt. Ab einer bestimmten Größe muss man auch fragen was man der ersten Reihe noch zumuten kann. Wenn ich im Stadion genug Bass auf den Boden stelle das es für alle reicht , ist es in den ersten 10 Reihen auch schon echt knorke. Da muss dann schon was hochgehängt werden. Das muss man immer gut planen und es gibt kein pauschales richtig oder falsch.

    Genau der richtige und wichtige Punkt. Die Pegelverteilung der Bässe. Bei gestellten Bässen ist da irgendwann Ende, wenn man hinten Druck haben will. Oder halt andersherum hinten mit weniger Druck leben, damit es vorne erträglich bleibt.

    Und wie funktioniert das ?

    LA soll doch Zylinderwelle mit -3 db je Entfernungsverdopplung haben .

    Direktstrahlende Bässe geflogen hätten doch -6 db .

    Das ist bei der Positionierung von Subs im Rig gar nicht der Hauptpunkt, jedenfalls nicht für mich. Zumal die Zylinderwelle teilweise ja schon in den Lowmids nicht so richtig weit kommt. Das wäre insofern passend mit den 6dB Verlust pro Entfernungsverdopplung.

    Wichtig ist das Abstands-Verhältnis vom entferntesten zum nächstgelegenen Zuschauerpunkt. Das möchte ich verringern und damit auch die Pegelunterschiede. Also z.B. ein Sub auf der Null-Linie auf dem Boden oder im Rig macht einen sehr großen Unterschied vorne, hinten ist es irgendwann egal.

    Da hab ich auch eine QL1 Story mit übernommener Show:

    1 Funk Empfänger auf 2 Kanäle aufgelegt, wahlweise Headset oder Handmikro. Also immer schön drauf achten dass der andere Kanal gemutet ist. Kein Problem, wären da nicht die beiden Kanäle pre Fade/OnOff im Dugan insertiert gewesen.

    ...

    Pre Fade/OnOff im Dugan, darauf kommt ja auch erstmal Niemand. PreFade nimmt schon ernsthaft viel von der Dugan-Funktionalität weg, PreOnOff zerstört das PlugIn komplett.