Beiträge von simonstpauli

    ganz besonders erstaunt mich im moment ein eigentlich guter freund. er hat eine gut gehende firma (solides handwerk, nix VA technik), hat sogar vor einigen jahren einen umweltpreis vom land baden-württemberg bekommen. er ist definitiv kein dummer zeitgenosse.

    aber er beschäftigt mich nahezu täglich mit zig links zum thema corona - und er hält das für ein abgekartetes spiel der politiker, die letztlich nur herausfinden wollen, wie weit sie mit uns gehen können. alternativ kommen auch gedanken zu einer art weltverschwörung, die mit "erfundenen" viren dem mittelstand das letzte geld aus der tasche ziehen wollen.

    in allen seinen theorieen sind nachvollziehbare tatsachen und hahnebüchene hirngespinste derart eng miteinander verwoben, dass er den überblick verloren zu haben scheint. er ist fest davon überzeugt, dass er recht hat.

    fast täglich schreibe ich ihm meine gedanken dazu, versuche ihn zu überzeugen, dass er wenigstens im moment seine kontakte einschränken sollte, aber letztendlich bin ich ratlos, wie ich damit umgehen soll.

    Das sind harte Nüsse.

    Ein Experiment also. Bei dem viele Staaten ihre Wirtschaft abwürgen. Mit dem Gedanken würde ich argumentieren, wem soll das nützen? Außer der Umwelt, das ist ja ein schöner Nebeneffekt. Aber den hätte man auch weniger schmerzhaft haben können.

    Bei Kurzarbeit zahlt der Staat ja 60% (bzw. 67% wenn zumindest ein Kind auf der Steuerkarte eingetragen ist). Durch die Steuerprogression kommt dabei mehr raus, als die Zahlen erstmal vermuten lassen.
    Weiß jemand, ob es für den AG möglich ist, dass auf 100% aufzustocken, wenn der Mitarbeiter z.B. noch einen oder zwei Tage die Woche arbeitet (Lagerarbeiten, Prüfarbeiten, Fortbildung...).

    Es läuft eher andersherum.

    Der AG zahlt weniger, durch das Kurzarbeitergeld wird 60%/67% des weggefallenen Gehaltes wieder aufgestockt. Damit es nicht zu einfach wird, gibt es Tabellen, auf denen von der Steuerklasse abhängige KAG-Werte zu Soll- und Istgehalt abgelesen und voneinander subtrahiert werden.
    Bis jetzt war es so, daß der AG trotzdem den AG-Anteil zur Sozialversicherung in voller Höhe zahlen musste. Das ist jetzt geändert worden. Ebenso die Schwelle, ab der Kurzarbeit beantragt werden kann.
    Zahlen muß erstmal der AG, der Zuschuss kommt dann vom Amt zum AG.

    nunja... immerhin hat es solide 17 Beiträge gedauert, bis dieses Thema, welches das zugegebenermassen kaum zu widerstehen Schlagwort Delayline im Titel beinhaltet, dann doch erst zaghaft, aber am Ende ganz standesgemäss zielsicher die Abbiegung hin zu einer Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Haas-Effekts und der damit verbundenen obligatorischen Frage "wieviele Milisekunden benutze ich so" genommen hat.


    Manche Dinge... ändern sich halt nie...:saint: <3 :S

    Wo wir schon beim Thema Haas sind.

    Nicht machen. Dadurch wird mehr zerstört (Kohärenz) als gewonnen (Ortung).

    Grob erklärt ist das hier:
    https://www.merlijnvanveen.nl/…delay-that-s-the-question

    Und überhaupt ist das eine gute Basis-Lektüre zu Delaylines.

    Ich mache es so:

    Je nach Mix, Content und Raum sind Delaylines bei mir zu ca. 80% mono, 20% stereo.

    Stereo dann, wenn der Mix halbwegs monokompatibel ist und Stereo-Effekte im Content eine Rolle spielen. Also Stereo nicht zur Ortung, sondern als künstlerisches Mittel benutzt wird.

    Ich route gerade ein paar Cat-XLR-Umsetzer-Leiterplatten. Wie wäre denn der gemeinsame Standard, auf den wir uns einigen wollen? 8)

    Für mich ist der Standard TIA568A. Damit wären wir weitgehend kompatibel zur Netzwerk-Verkabelung. Bezüglich der Polarität schlage ich vor, die "vollen" Farben als heiß und die "weißen" als kalt zu definieren.

    Irgendwir erschliesst sich mir der Sinn einiger postings hier nicht. Meine Regel: kann ich zu einem Thread etwas sachliches beitragen dann poste ich etwas. Wenn nein lasse ich es. Es war eher Zufall das ich im Netz diesen post gefunden habe. Was soll daran bitte verwerflich sein. Einige Behauptungen zu den HLA woofern sind schlichtweg falsch. PS.: ich suche HLA Tops und Woofer sowie die kleinen 4892. nach der Logik hier müsste ich ja überall posten wie scheisse gross und schwer die sind!

    Jetzt mal Butter bei die Fische: Welche Behauptungen meinst Du denn konkret?

    Du meinst, dat Zeuch wird vorm Benutzen geschützt ...^^

    Andererseits ist es ja auch ein schönes Ratespiel. Soo viele Permutationen sind es ja nun auch nicht. Jedenfalls nicht so schlimm wie Analog-Multicore-Voodoo: "Rate, welche Wege noch sicher spielen"

    Es gibt ja witzigerweise Standards bei der RJ45-Belegung.

    Typ 4 scheint mir mit T568A übereinzustimmen.

    Typ 2 bis auf die falsche Polarität mit T568B.

    Insgesamt sieht mir das nach reinem Protektionismus aus.

    Wenn ich aus dem Vollen schöpfen könnte:

    FireFly Glasfaser-Infrastruktur (Single Mode), FireFly Netzwerkswitche (oder andere Switche mit den entsprechenden Firefly-Modulen), Dante-Netzwerk.

    Bei geringerem Budget:

    Analog Twisted Pair (also Netzwerkleitung z.B., ist preisgünstig auch auf Rolle zu haben, macht bis zu 4 Kanäle Audio). Mikrofonpegel vorher aufholen, symmetrisch und Trafo-getrennt Line-Pegel auf Strecke übertragen. Es wird einen leichten Pegel- und Höhenabfall geben, der wird aber erträglich sein.

    Ich finde interessant, dass soviele Neuerungen von Herstellern unserer Branche bereits auf der NAMM gezeigt werden.

    Scheint der PLS ja wirklich den Rang abgelaufen zu haben, oder wie seht ihr das?


    Die NAMM hatte ich bislang eher als Messe mit Fokus und Zielgruppe Musiker verstanden und weniger professionelle VT.

    Die PLS arbeitet meiner Meinung nach seit Jahren hart daran, völlig bedeutungslos zu werden. Auf ganz vielen Ebenen.

    ...

    Und konsequenterweise müsste dann auch das Personal so vorhanden sein, dass jemand die Show fahren könnte, wenn der FOH oder der Lichtmensch plötzlich dank Norovirus ausfällt.

    ...


    Guter Punkt.

    Sowas hatte ich schon. Es war alles redundant. Also alle technischen Systeme, das heißt, wir haben zu einer bestehenden Tonanlage eine weitere dazugebaut, von vorne bis hinten. In den anderen Gewerken sag es ähnlich aus Und es gab natürlich zwei Crews, die nicht zusammen gegessen haben. Das hatte natürlich seinen Preis, den der Kunde gerne bezahlt hat, weil ihm die Veranstaltung sehr wichtig war.

    Pult oder Stagebox im Lager ausserhalb der Location ist kein Backup, ebensowenig wie die extra Ethercon-Trommel die noch aufgerollt im Case hinter der Bühne steht. Wenn Reserve für den Ausfall von Komponenten vorgehalten wird muss die erstens zeitnah in Betrieb genommen werden können und zweitens vor der Show mindestens schon mal mit dem tatsächlichen Showsetup getestet worden sein. Also gab es *kein* Backup.

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    Bei einer Show mit solcher Öffentlichkeitswirkung kann man sich aber schon mal die Frage stellen ob der Zusatzaufwand für ein zweites Pult, zweite Stagebox und zweite Leitung angesichts des finanziellen Schadens bei einem Abbruch wirklich so ins Gewicht gefallen wäre.

    Natürlich gab es kein Backup. Nenn mir eine Show dieser Größenordnung, die mit redundanten Pultsystemen fährt. Die Anzahl bewegt sich meiner Erfahrung nach im Promille-Bereich. Aus genannten Gründen.

    Die Öffentlichkeitswirkung kommt alleine daher, daß der Abend ausgerechnet in der Elbphilharmonie stattfand. Andernfalls hätte das niemanden über das Maß des umgefallenen Reissacks interessiert. Ich hoffe, daß die Presse-Hysterie bezüglich der Elbphilharmonie mit den Jahren langsam nachlässt, das ist schon nicht mehr schön.

    Fakt ist: Keiner weiß was, und der oder die was weiß, sagt nix.

    Ist genauso nützlich wie diese ganzen Unfall Threads.

    Ich würde auch nix sagen, wenn ich mehr wüsste. Was möglicherweise der Fall ist ;-) Das Pultmodell tut hier z.B. nichts zur Sache, der Vorgang hätte mit (fast) jedem Modell genau so passieren können.

    Nur so viel:

    1. Die Fixierung auf die Location ist völlig fehl am Platz, die Elbphilharmonie hat damit nichts zu tun, außer der Tatsache, daß der Ausfall in deren Saal passiert ist.

    1a. Die Hausanlage war sicherlich völlig intakt und in der Lage, Notfalldurchsagen zu reproduzieren. Und zwar redundant.

    2. Man hat sich für einen Show-Stop und gegen eine Backup-Lösung (wie auch immer geartet, Hauspult, Miete, whatever) entschieden. Wer das entschieden hat, hat sicherlich alle Möglichkeiten abgewogen und sich für eine Wiederholung als bessere Variante als einen suboptimalen Mix oder eine längere Wartezeit nach einer sowieso schon erfolgten Unterbrechung entschieden. Das finde ich völlig in Ordnung und gut begründbar.

    3. Vollständige Redundanzen sind bei solch kleinen und unwichtigen Produktionen relativ unüblich. Man beschränkt sich oft auf redundante Netzteile und Multicore-Verbindungen, die beiden am Meisten von Ausfall betroffenen Teile eines Pultsystems. Weitergehende Redundanzen gehen schnell ins Geld und das will kaum jemand bezahlen, vor Allem in Anbetracht der Seltenheit von Show-Stops durch Pult-Komplettausfälle.


    3a. Wichtige Produktionen gibt es in meinen Augen in unserer Branche generell kaum. Krankenhäuser sind wichtig. Eine sauber ablaufende Evakuierung ist wichtig. Wasserversorgung ist wichtig. Dort brauchen wir Redundanzen. Bei einer reinen Spaß-Veranstaltung nicht. Es stirbt oder verhungert niemand, wenn eine Show mal abgebrochen wird.

    Sqelch auf Mid ist ausreichend und kann das Problem beseitigen.

    Absolut.


    Es sollte eigentlich jedem klar sein, daß der Squelch auf den niedrigsten möglichen Wert eingestellt werden sollte. Das ist absolutes Grundwissen.


    Wenn ich den Squelch auf einen höheren Wert stelle, muß ich einen guten Grund dafür haben. Den kann ich hier nicht erkennen.


    Also: Squelch auf LOW! Nur, wenn es Probleme mit RF-Einstreuungen gibt, über das Hochsetzen des Squelch überhaupt nachdenken.


    Ist bei ausgeschaltetem Sender der Empfangsbalken unter dem Squelch-Wert? Ja? Super! Nein? Andere Frequenz wählen.

    (Diesen Test gerne auch unter Realbedingungen machen, also mit Publikum während der Veranstaltung, wenn kein Scanner vorhanden)


    Und checken, was der Grund für den schwachen Empfang ist.

    Das betrifft nur die Taschensender? Sind die Antennen frei und ohne Hautkontakt? (Letzterer dampft massiv und verstimmt die Sendeantenne zusätzlich)

    Sind die Empfangsantennen in Ordnung? (Ja, auch eine 2003 kann defekt sein, ist mir selbst schon passiert, von heute auf morgen)

    Ist die Verkabelung in Ordnung?

    Mal ganz nüchtern betrachtet:


    Der Squelch ist zu hoch eingestellt. Wenn der Empfangspegel unter den Squelch-Wert sinkt, wird das Audiosignal gemutet.


    Grundsätzlich Squelch auf Low, wenn kein hohes RF-Grundrauschen vorhanden ist. Ansonsten wird ohne Not die Reichweite massiv gesenkt.


    Dann kann man weitere Aspekte der Drahtlosübertragung analysieren:


    Warum ist die Empfangsstärke nicht höher? Antennensystem überprüfen. Sender überprüfen. Erste Fresnelzone frei?


    Wie sieht die RF-Umgebung aus? Frequenzscan (z.B. mit RF Explorer) plus Frequenzmanagement.

    Mal rein hypothetisch ... wäre es möglich, bei einem vorhandenen Monitorpult, heute ist ja alles digital und hängt irgend wie zusammen, den FOH einfach auf die Monitor Kiste umzurouten? :/

    Rein praktisch habe ich das zu Analog-Zeiten schon gemacht. FOH-Pult war aus dem Spiel und ich habe auf dem Monitorpult einfach noch einen Stereo-Weg mehr gemischt.
    Heutzutage kann man (vorausgesetzt, es liegen alle relevanten Inputs an und es ist noch ein Stereo-(oder auch nur ein Mono-)Bus frei) sogar per Remote relativ komfortabel von einer Position vor der PA aus mischen, das Vergnügen hatte ich damals nicht.

    EDIT:

    Einfach so das Monitorpult für einen bereits programmierten FOH-Mix nutzen bedarf einer komplexen Vorbereitung, kann man machen, habe ich aber noch nicht beobachten können. Ein ausgedientes FOH-Pult habe ich dagegen schon als Backup auf der Bühne gesehen. Falls es zum Ausfall gekommen wäre, hätte der Kollege dann den Vorjahresmix auf der alten Kiste fahren können.

    Generell gibt es diverse Stufen von Redundanz, die meistens aber eben nicht zum Einsatz kommen, weil es zu teuer ist.

    Interessant. Beim WOA ist mir diesbezüglich nichts zu Ohren gekommen. Soo viel Strecke mussten die Main-Hangs auch gar nicht machen, bei 2 Delay-Lines. Ich selbst saß ein paar Meter hinter der PA, hab dementsprechend sehr wenig davon gehört (das GSL ist wirklich angenehm ruhig nach hinten). Das Slapback-Echo von den Videowalls auf Höhe der ersten Delay-Line war allerdings etwas nervig.


    Zum Thema höhere Windanfälligkeit:


    Ich denke mir das folgendermaßen zusammen: höhere Directivity sorgt dafür, daß sich Verwehungen stärker auswirken. Wenn jetzt also ein Windstoß die komplette Abstrahlung eines Line-Array-Hangs beispielsweise nach unten drückt, passiert etwas, was der normale Zuhörer ansonsten durch schnelles Zulaufen auf die PA erleben würde. Sowas macht während einer Veranstaltung ja normalerweise niemand. Die erhöhte Präzision eines Line-Arrays ist bei starkem und stark wechselndem Wind tatsächlich ein Nachteil. Was auch dringend vermieden werden muß ist, daß sich der Hang aufschaukelt.

    Ein einzelnes großes Hornsystem (Jericho z.B.) ist da gemütlicher, aber auch weniger präzise.

    Horn-Cluster liegen irgendwo in der Mitte. Je nach Rigging kann das dann auch arg in die Hose gehen, wenn sich die Elemente gegeneinander bewegen.