Hallo zusammen
bei meinen Endstufen-Basteleien ist mir eine Sache noch unklar:
Wie klingen eigentlich verschiedene Endstufen, wenn sie übersteuert werden?
Ich rede jetzt nicht von den Instrumental-Amps, wo Übersteuerung zur Klangformung eingesetzt wird, sondern von Fullrange PA Endstufen.
Natürlich liesse sich vor die Enstufe ein Limiter schalten, der Clipping des Amps verhindert. Aber ich wollte auch keine Limiter disktutieren, sondern Amp-Konzepte.
Üblicherweise hat die Musik eine hohes Peak / Average Verhältnis, d.h. die Maximalleistung des Amps wird extrem selten ausgenutzt. Andersrum ausgedrückt, steuert man im Mittel z.B. die Endstufe mit 20% ihrer Leistung aus, werden ständig Impulse gekappt, weil das Netzteil des Amps die nötige Spitzenspannung gar nicht liefert.
Wenn das alles wäre, hätte die Lehrmeinung recht, dass man das in Grenzen nicht störend wahrnimmt, sondern der Sound nur lauter und fetter wird.
Also zumindest bei einer meiner Endstufen ist das nicht der Fall - es klingt einfach LÄSTIG wenn auch nur kurze Beckenschläge die Endstufe in die Begrenzung treiben. Ich habe mir das auf einem Oszi angesehen, da ist es wirkilch kaum zu erkennen - meine Ohren sind hier empfindlicher! !
(Nein, ich verrate jetzt nicht das Fabrikat. Ist schon älter und treibt eine Mittelhochton-Sektion an. Unverzerrte Peaks habe ich mit so um 450 Watt gemessen, als Dauerleistung ist die Hälfte angegeben. Wohl ziemlich weiches Netzteil...)
Zurück zur SCHALTUNGSTECHNIK.
Wenn die Endtransistoren voll durchgeschaltet sind, liegt maximal die Netzteil-Spannung am Ausgang. Über die negative Rückkoppelung wird normalerweise die Ausgangsspannung von der Eingangsspannung subtrahiert und mit der Open-Loop-Verstärkung der Schaltung wieder an den Ausgang gelegt - ausser wenn die Endtransistoren schon voll an sind! Dann klappt die ganze Rückkoppelung nicht mehr. Die übliche Differenzstufe am Eingang und/oder die nachfolgenden Spannungsverstärker gehen dann wohl ebenfalls in die Begrenzung. Wie bzw. wie schnell die Schaltung bei geringerem Eingangssignal wieder in den linear verstärkenden Normalzustand zurückkommt, ist die Frage.
Vielleicht sind verschiedene Schaltungen verschieden gut bei diesem overload recovery? Schaltungen ohne Über-Alles-Gegekopplung müssten darin besser sein. Wer weiss näheres dazu?
Na ja, Schaltungen ohne Gegenkopplung sind wohl nicht so klangneutral. Genau so wenig glaube ich, dass ein einfacher Diodenbegrenzer in der Endstufen-Schaltung gut wäre, dafür ist die Diodenkennlinie nicht steil genug, auch bei weniger als Vollaussteuerung würde sie den Klirr erhöhen. Oder andersrum ausgedrückt, die unverzerrte Ausgangsleistung verringern.
Gibts vielleicht einen einfacheren Weg, die völlige Übersteuerung der gesamten Endstufen-Schaltung zu verhindern, als einen separaten Limiter davor zu schalten?
Danke für alle Tips