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  4. Boxen Reparatur und Selbstbau

aktive oder passive Entzerrung

  • bassking67
  • 11. März 2005 um 16:53
  • bassking67
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    • 11. März 2005 um 16:53
    • #1

    Hallo zusammen,

    'mal eine grundsätzliche Frage zur "Entzerrungsphilosophie" bei Lautsprechern. Ist es besser, Frequenzgangkorrekturen in der passiv- Weiche vorzunehmen und somit im Prinzip Wirkungsgrad zu verbraten oder, wenn man eh' schon einen programmierbaren parametrischen EQ im Signalweg hat, diesen zur Entzerrung zu verwenden und die passive Weiche wirklich nur zur Trennung? Bei den "namhaften" Herstellern scheint es da auch unterschiedliche Philosopien zu geben. Wie seht Ihr das denn so?

    Gruss

    C.

  • Peerless
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    • 11. März 2005 um 16:59
    • #2

    beides kombinieren ;)

    noch besser sind passende treiber die nich viel entzerrung brauchen.

    im besten fall hat man ne box die schon von alleine klingt und dann fummelt man mit dem controller setup halt den letzten schliff.... wobei das auch wieder ne philisophiefrage ist. aber eigentlich willst du ja keinen zusätzlichen controller verkaufen

    http://www.ae-rental.de

  • Hörnli
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    • 11. März 2005 um 18:17
    • #3

    Moin,

    grungsätzliche Dinge muß man in jedem Fall mit der passiven Weiche erledigen. Als Beispiel nehme ich mal eine 12"/1". Eine schlichte Trennung von 1" und 12" hätte einen erheblichen Sprung bei der Trennfrequenz zur Folge, da der 1" wesentlich lauter ist. Ich nehme mal eine Trennfrequenz von 1,5 kHz an. Senkt man nun am EQ den zu lauten 1" um die zumeist nötigen 12dB, um die er nunmal lauter ist, ab; so wird dem 1" über seinen Weichenzweig unterhalb der Trennfrequenz 12dB mehr zugeführt. Dadurch verschiebt sich die reale Trennfrequenz um fast eine Oktave nach unten. Dieses Problem lässt sich also nicht EQen. Überhaupt sind aus dem Grund der Trennfrequenzverschiebung EQ- Eingriffe im Bereich der Trennfrequenz heikel.
    Wenn man schon dabei ist die Trennung perfekt mit der Passivweiche zu erledigen, wozu in diesem Fall natürlich an den notwendigen Widerständen Verlustwärme entsteht kann man auch gleich noch eine grundsätzliche Korrektur am Höhenabfall des 1" vornehmen.

    Die Feinheiten sind dann durchaus EQ-bar, wobei die passende Auswahl der Komponenten sich durch EQen nicht ersetzen lässt. Die Komponenten haben physikalische Grenzen die sich nich überlisten lassen. Zumal eine Box die ohne jeden EQ Konserve ordentlch wiedergibt eine immens nervenschonende Vorteile hat. Für Dryhire gedachte Boxen müssen das können.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • bassking67
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    • 14. März 2005 um 09:21
    • #4

    Das stimmt natürlich, im Bereich der Übergangsfrequens sollten die Empfindlichkeiten auf jeden Fall zusammen passen, sonst klappt das nicht...

    Gruss

    C.

  • Hörnli
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    • 15. März 2005 um 02:46
    • #5

    Moin,

    Schwierig wirds beim Selberwasteln. die Phasenlage muß auch noch passen, sonst gibts Nebenkeulen, die gerade bei Monitoren alle Nerven rauben können. Leider ist nicht alles was auf Achse einen "schönen Amplitudenschrieb" hat ein guter Lautsprecher.

    Hast Du einen speziellen Anwendungsfall?

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Mechwerkandi
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    • 15. März 2005 um 08:54
    • #6
    Zitat von "Hörnli"


    Senkt man nun am EQ den zu lauten 1" um die zumeist nötigen 12dB, um die er nunmal lauter ist, ab; so wird dem 1" über seinen Weichenzweig unterhalb der Trennfrequenz 12dB mehr zugeführt.

    Bitte um Nachhilfe!

    Angenommen, alle Pegelsteller bleiben unangetastet, der Eq ist zunächst mal "flat".
    Jetzt senke ich am Eq den zu lauten HT ab.

    Für mein Verständnis wird jetzt das Summensignal "hinterm" Eq leiser.
    Wieso wird da woanders was lauter?

    Ich könnte das verstehen, wenn ich das Minus vom Eq über eine generelle Pegelanhebung versuche auszugleichen, also über alles lauter stelle, aber das ist ja nicht der Weg, dann könnte ich genauso ja über den Eq den "leiseren" Bass anheben?
    Der Effekt wäre der gleiche.

    IMHO hat eine Pegeländerung im Signal keinen Einfluss auf die Trennfrequenz der Weiche.

  • bassking67
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    • 15. März 2005 um 10:01
    • #7

    Hörnli

    Anwendungsfall ist ein Sub / Sat System, pro Seite 1* 15" BR Bass (Fane Colossus) + Tops 10" (McKenzie) + 1" (Sammi), Sub und Sat aktiv getrennt.

    Gruss

    C.

  • Hörnli
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    • 16. März 2005 um 05:26
    • #8

    Moin;

    @ Mechwerkandi: Zitat: >> Angenommen, alle Pegelsteller bleiben unangetastet, der Eq ist zunächst mal "flat". Jetzt senke ich am Eq den zu lauten HT ab.
    Für mein Verständnis wird jetzt das Summensignal "hinterm" Eq leiser.
    Wieso wird da woanders was lauter? <<

    :D Hast Recht, war schlecht formuliert. Ich versuchs mal besser:

    Verbessertes Eigenzitat:
    >> Als Beispiel nehme ich mal eine 12"/1". Eine schlichte Trennung von 1" und 12" hätte einen erheblichen Sprung bei der Trennfrequenz zur Folge, da der 1" wesentlich lauter ist. Ich nehme mal eine Trennfrequenz von 1,5 kHz an. Senkt man nun am EQ den zu lauten 1" um die zumeist nötigen 12dB, um die er nunmal lauter ist, ab; Zum Beispiel mit einem HiShelf ab 1,5 kHz, so bleibt der Pegel unterhalb 1,5 kHz unverändert. Bei einer 12 dB/OktavWeiche ist er bei 750 Hz 12 dB leiser, plus die 12 dB die er zu laut ist bedeutet das (vereinfacht), daß der 1" ab 750 Hz läuft. Damit verschiebt sich die reale Trennfrequenz um fast eine Oktave nach unten. Dieses Problem lässt sich also nicht EQen. Überhaupt sind aus dem Grund der Trennfrequenzverschiebung EQ- Eingriffe im Bereich der Trennfrequenz heikel. <<

    Zitat Mechwerkandi:
    >> IMHO hat eine Pegeländerung im Signal keinen Einfluss auf die Trennfrequenz der Weiche. <<

    Widerspruch, Euer Ehren : Bei einer korrekten Weiche ist die Verschiebung zwar vernachlässigbar, im beschriebenen Fall verschiebt sich die vom 1"er (gesehene) Trennfrequenz massiv in die "Gefahrenzone".

    Ich kann Dir leider keine schönen Kurven (Computerdoofie) übermitteln, kannst Du Dir aber selbst aufmalen. Beginne mit der Beschriebenen Box, 1" 12dB zu laut ( -3 dB Punkte bei 1,5 kHz !! ), dann male den zur Entzerrung gedachten HiShelf ( Spiegelung des Summenfrquenzganges) dazu und konstruiere die resultierenden Kurven für 12" und 1" getrennt. Nimm der Einfachheit halber 12 dB Flanken für alles.

    Habe mir das gerade mal aufgemalt. Wenn man nun den passiven -3 dB Punkt des 1" um eine Oktave höherlegt (3 kHz) bekommt man eine mit HiShelf EQ bare Box mit verdoppelter Flankensteilheit des 12". Danke für den Denkanstoß.

    Das wäre allerdings ein Gefummel mit den Phasenlagen. Wenn 1"er nicht so einen komplexen Impedanzgang hätten, und Hörner nicht immer zu klein wären, wäre alles einfacher. Ich jedenfalls machs mir ab jetzt einfacher und werde alles Aktiv fahren, das mit den Passivweichen ist gerade für Selbstbauer ein Zeit- und Materialaufwendiges Vergnügen und so betrachtet nicht billig. Tolle Sache einen 1" an der Untergrenze des Horns einfach mit 48 dB/Oktave "abzuwürgen" :D

    @ bassking: Wenn Du immer die selben Frequenzen mit dem EQ bearbeiten musst lohnt es sich schon die PassivWeiche im Top zu ändern. Deine Aktivweiche ist mit einer Trennfrequenz für beide Wege (analog) ? Wo liegen überhaupt die Problemstellen?

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • bassking67
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    • 16. März 2005 um 10:54
    • #9

    Hörnli

    als Weiche dient ein DBX Driverack PA. Alternativ, wenn die Tops alleine laufen, habe ich sowieso einen programmierbaren parametrischen EQ im Rack. => es ist also kein Problem, immer dieselben Frequenzen zu bearbeiten.

    Zu den Problemstellen; ich habe noch nicht gemessen, aber so gehörmässig die üblichen Verdächtigen; CD Hornetzerrung und ein bisschen aufdringliches im Bereich um 4 kHz (2-3 dB Korrektur) und vielleicht ein bisschen Schwäche im Grundtonbereich (2-3 dB Korrektur nach oben)

    Gruss

    C.

  • bassking67
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    • 16. März 2005 um 10:55
    • #10

    kleiner Nachtrag; die Empfindlichkeit des 1" habe ich an der Trennfrequenz natürlich schon angepasst.

    Gruss

    C.

  • Mechwerkandi
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    • 16. März 2005 um 14:59
    • #11
    Zitat von &quot;Hörnli&quot;


    Danke für den Denkanstoß.

    Yo, is schon ok.
    Ich weiss jetzt auch, wo es gehakt hat:
    Ich bezog mich auf den f-gang der Passiv-Weiche, Du auf den resultierenden f-gang der beiden Chassis, was natürlich ein himmelweiter Unterschied sein KANN.

    Verbleibt dann immer noch die Variante, anstatt den HT zu bremsen, den Bass entsprechen anzuheben.

    Dann müssten sich die Verhältnisse ja eigendlich umkehren?
    Oder, alternierend:
    Die Übergangsfrequenz der Weiche nach oben verschieben, sorgt für längere Haltbarkeit der HT.
    (Ist aber auch ein alter Hut...) :wink:

  • Hörnli
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    • 17. März 2005 um 03:29
    • #12

    Moin,

    @ Mechwerkandi: Zitat : >>Verbleibt dann immer noch die Variante, anstatt den HT zu bremsen, den Bass entsprechen anzuheben.<<

    Die notwendigerweise von ihrer Form Identische Entzerrung würde das selbe Ergebnis liefern, hierber könnte man sogar richtigerweise von einer Anhebung des 1" unterhalb des -3 dB - Punktes seines Weichenzweiges sprechen. Rund wird die Sache erst wenn man den -3 dB Punkt der resultierenden Kurve aus EQ und Passivweiche als virtuellen -3 dB - Punkt designt.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Hörnli
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    • 17. März 2005 um 04:04
    • #13

    Moin,

    @ bassking : Von der Wirkungsgradbetrachtung sehe ich in der Praxis keine Probleme einen 1" mittels Spannungsteiler abzusenken. Das ist auch besser für den Impedanzverlauf den die eigentlichen Filter vor dem 1" "sehen". Der wird flacher, und kommt näher an die Nennimpedanz, was die Filter besser arbeiten lässt.

    Dagegen würde ich beim 12" immer auf die "aktive" Entzerrung zurückgreifen, die Du ja immer zur Verfügung hast. Ich spare mir das Löten von Weichen bei meinem nächsten Projekt ganz, die bezahlbaren DigiWeichen haben ohnehin 6- Wege und eine kleine Endstufe ist billiger als der Verkaufspreis meiner Nerven. Zudem kann ich dann auf alle Parameter per Knöpfchen zugreifen, und ohne Griff in die Bastelkiste, Änderungen auch mal an die verschiedenen Stacking/Flugvarianten/Leistungsverteilungen anpassen.

    Wenn Du nicht messen kannst bleibt meine Quick&Dirty Meßmethode übrig, bei der ich mit einem Meßmikrofon (billigstes !) die zu lauten Frequenzen am Feedback erkennen kann. Das hilft beim Gegencheck des Gehörten. Man findet immerhin die zu laute Frequenz, das ist mit den Ohren schwierig obwohl Überhöhungen sehr störend sein können.

    Vorsicht beim Feedbacken, Maßnahmen gegen 1"- Tod und Hörschutz einsetzen !!

    Wenn Du mit Korrekturen im - 6 dB - Bereich auskommst, kannst Du erstmal beruhigt sein. Anhebungen mache ich nur Breitbandig beim 1". Absenkungen mache ich selten schmäler als 1/3 - Oktave. Aus einer miesen Box wird mit Entzerrung keine Gute, irgendwann ist auch Schluß, und man muß sich mit dem Klang einfach anfreunden, oder neu bauen.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • bassking67
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    • 17. März 2005 um 09:52
    • #14

    @ Hörnli

    => na, genauso habe ich's auch gemacht; Wirkungsgradanpassung beim 1" und am 10" nichts ausser der Trennung

    => ich kann schon messen, das ist nicht das Problem (ich hatte nur noch keine Zeit, denn trotz aller MLS und Zeitfensterungen messe ich am liebsten im Freien)

    => die "Feedback Methode" verwende ich auch, um fiese Raumresonanzen zu finden

    => na, das mit mieser Box ist hoffentlich nicht auf meine bezogen. (McKenzie war das PA Label von Wharfdale, und die wussten schon, wie man gute Lautsprecher baut, auch wenn der Vertrieb über Monacor war und Sammi ist zwar ein Koreaner (der grösste) aber macht auch (zumindest zum Teil) gute Komponenten.

    Gruss

    C.

  • Hörnli
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    • 17. März 2005 um 18:21
    • #15

    Moin,

    @ bassking: Zitat : >>
    => die "Feedback Methode" verwende ich auch, um fiese Raumresonanzen zu finden << :)
    >>
    => na, das mit mieser Box ist hoffentlich nicht auf meine bezogen. (McKenzie war das PA Label von Wharfdale, und die wussten schon, wie man gute Lautsprecher baut, auch wenn der Vertrieb über Monacor war und Sammi ist zwar ein Koreaner (der grösste) aber macht auch (zumindest zum Teil) gute Komponenten. <<

    :lol: Nein ganz sicher nicht, richtig designt und noch wichtiger, liebevoll betrieben, klingt meistens gut. (wo man Schwänze noch vergleichen kann, Küsse niemals!)

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • bassking67
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    • 18. März 2005 um 15:50
    • #16

    Hörnli

    Zitat

    wo man Schwänze noch vergleichen kann, Küsse niemals!

    ich habe immer gedacht ich bin nicht schwer von Begriff, aber da fällt mir nur eines ein: Häääää?

    Gruss

    C.

    P.S.: und ansonsten vielen Dank für Deine Beiträge, ich scheine also nicht so daneben zu liegen

  • Hörnli
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    • 21. März 2005 um 05:14
    • #17

    Moin,

    @ Bassking : :lol: Der Einfluss des "Gewusst wie" ist sehr groß. Oft größer als der Einfluß großer teurer Geräte. Oder: technische Daten einer Lautsprecheranlage sagen nichts über den Klang auf einer Veranstaltung. Its the Engineer !

    Viel Spaß mit Deiner Anlage !

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

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