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bei onkel bill spielt ne rentnerband...

  • outliner
  • 23. Juni 2006 um 20:51
  • outliner
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    • 23. Juni 2006 um 20:51
    • #1

    ...seit 20 jahren dixieland...
    diese zeile kennen wir aus udo lindenbergs "andrea doria".
    was aber in der realität machen,wenn fünf rüstige musikanten mit zusammen etwa 200 jahren bühnenerfahrung einen sound liefern,das sogar der taubste rentner nach dem zweiten lied die flucht ergreift und der spärliche applaus die insgeheime bitte versteckt:macht doch mal pause!
    so geschehen heute.ich hatte bis zum eintreffen der truppe den job,mit etwas volksmusik aus der konserve und ein paar einspielungen für ein ballett die zeit bis zum "grossen liveact" zu überbrücken.
    die band stellte zwei dap-audio mc12 auf stativen auf und ich bekam augenblicklich angst.
    das schlagzeug ohne abnahme,bis auf ein sennheiser konnte ich die mikros nicht identifizieren,hall ohne ende,ein am limit laufender bassamp und insgesamt ein sound der nur als mulsch oder besser gesagt müll zu bezeichnen war.
    die sängerin verstand man zwar nicht,aber bis auf ein paar patzer eigentlich ein geiler beat!
    ich habe ganz einfühlsam versucht,auf die fehler hinzuweisen,technisch wie mixtechnisch.
    manche hinweise wurden beherzigt,andere ignoriert.
    aber irgendwie kam ich mir dabei doof vor.auf der anderen seite kann ich es nicht sehen,wenn sich jemand auf der bühne zum obst macht.
    keine ahnung,was die von mir gedacht haben,aber wenn so ein jungscher typ alten hasen was sagt,ist es immer ein komischer beigeschmack und irgendwie für beide seiten peinlich.

    wie handhabt ihr solche sachen?lasst ihr die leute ins messer rennen und sich blamieren oder versucht ihr,vorsichtig einzugreifen?

    Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.

  • Eliminator
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    • 24. Juni 2006 um 00:21
    • #2

    Meistens hört man solche Sachen wie "Das machen wir schon immer so!"

    Meistens sind in meinem Falle die "Anschlußacts" dazu bereit, über meine Anlage zu spielen, womit man schon mal ein wenig Kontrolle drüber hat. Ansonsten gehe ich hin und geb den Leuten vorsichtige Tips "Ihr habt da wohl ein Problem mit der Anlage, gebt mal weniger Hall und die Gitarre auch was leiser"

    Wenn sie das dann nicht interessiert, haben sie Pech gehabt. Dann einfach hingehen und dem veranstalter unauffällig eine visitenkarte zukommen lassen.

    Gruß,

    Klaus

    FOH = Holz vor der Hütte!

  • outliner
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    3.031
    • 24. Juni 2006 um 00:32
    • #3
    Zitat von "Eliminator"

    Wenn sie das dann nicht interessiert, haben sie Pech gehabt.


    ja sicher,aber die alten herren taten mir regelrecht leid,auch wenn sie ein wenig reserviert/pikiert schienen bei meinen hilfsversuchen.
    und ein wenig respekt hat man ja auch.die haben schliesslich schon musik gemacht,als ich noch quark im schaufenster war...
    übrigens:der spruch"das machen wir immer so" kam tatsächlich. :?

    Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.

  • Eliminator
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    3.105
    • 24. Juni 2006 um 12:34
    • #4

    Vergiß nicht, daß man nach 40 Jahren Bühnenpräsenz auch einen gewissen Hörschaden mit sich trägt, d.h. daß der Sound sich für die Jungs selbst wahrscheinlich wirklich gut anhört, nur für einen Menschen mit "komplettem Frequenzgang" halt nicht.

    So war ich zuletzt auf einem Konzert bei Deep Purple, wo der Bassist sage und schreibe 4 (!) 8x10" Boxen aufgefahren hatte. Ich stand ziemlich weit vorne im Bereich vor dem Bassisten und habe fast nur Bass gehört!

    Wobei der Sound bei diesem Konzert ansonsten grandios war.

    Aber sag mal einem Opa, daß er schlecht hört!

    Wenn eine Band auf meine Tips hin sogar arrogant reagiert, dann laß ich sie tun was sie wollen, stell mich ans Achteckkarussell und mach mir einen Spaß aus ihrem Grottensound.

    FOH = Holz vor der Hütte!

  • scanzy
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    782
    • 24. Juni 2006 um 12:41
    • #5

    Also wenn ich eine Band höre, die vom Sound her nicht so überzeugend ist und ein paar Grundsätzliche Fehler seitens des Mischers gemacht werden, würde ich auch gerne desöfteren mal zum Mischer gehen und ihn auf einige Sachen hinweisen,

    ABER:

    1) Man weiß ja auch nie, mit was für Problemen die aus technischer Sicht bereits im Vorfeld zu kämpfen hatten. Das kennt wohl jeder von uns auch.
    Oft liegt das auch nicht unbedingt am Mischer, sondern auch an der Technik oder Location (Mischen ist halt nicht immer einfach)

    2) Es nervt mich als Mischer auch, wenn man unter Zeitdruck steht, Technik nicht wie gewünscht funktioniert und man mit sonstigen Problemen zu kämpfen hat, und sich dann irgendein Hans vorm FOH aufbaut und mir erklären will, wie ich meinen Job zu machen habe! Klar, auch ich bin immer für alle Kritiken und Hinweise offen, aber manchmal nervt das schon enorm!

    Man muss, wenn man das dann will, wissen, wie (und vor allem zu welchem Zeitpunkt) man den Mischer auf kleinere Fehler oder den Sound anspricht. Wenn sich ne Band selbst mischt, würde ich höchstens vor dem Gig meine Hilfe anbieten und auf den (schlechten) Sound (z.B. beim Soundcheck) hinweisen. Während des Gigs wird das natürlich schlecht...

    Greetz

  • Fornax
    Beiträge
    957
    • 26. Juni 2006 um 09:30
    • #6

    Nuja, aber. Wenn man so einen Job nicht zum ersten Mal macht, hat man doch eine gewisse Routine und fährt änliche Einstellungen am Pult und Effekten wie schon zuvor. Sicherlich muß man das im gewissen Rahmen an die akt. Gegebenheiten anpassen.

    Bei einigen scheint aber da eine Mischung aus Ignoranz, Selbsverliebtheit und Hörschaden ("Das machen wir schon immer so [*schlecht*].") die Sache zum Negativen hin zu beeinflussen. Meißt fehlt auch der AB-Vergleich des Klanges und der aktive Protest des (angesoffenen) Pulikums.

    Siehe auch hier.

    Der Lauteste ist nicht immer der Klügste.

  • manuela
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    9.103
    • 26. Juni 2006 um 10:36
    • #7

    Wie so ziemlich jede Fa. hab ich auch schonmal die guten alten PUHDYS gehabt... das hat meiner Hochachtung gegenüber alten Bands sehr geholfen, wären doch alle so ! :wink:
    Wenn Musiker mit so viel Erfahrung nichts gutklingendes hinbekommen ist meist das Equipment überholungsbedürftig - nichts gegen alte Sachen aber ab und zu mal frische Röhren oder ein Recone wirkt echte Wunder, besonders bei den Tanzmuckern.
    Leider werden die auch meist unterbezahlt und können sich nicht alles immer leisten. Das muß man dann mit etwas Gaffa und Phantasie kompensieren :P

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Eliminator
    Beiträge
    3.105
    • 26. Juni 2006 um 21:42
    • #8
    Zitat

    , besonders bei den Tanzmuckern.
    Leider werden die auch meist unterbezahlt und können sich nicht alles immer leisten.

    Es gibt glaube ich keine besser bezahlten Amateurmusiker als Tanzmucker!

    Wenn ich sehe, was die sich hier für Gagen erlauben... und dann noch nur Midifiles abspulen und mit viel Gnadenhall dazu "singen".

    Die Krönung habe ich zuletzt erlebt, der hatte schon gar kein Keyboard mehr dabei, sondern nur noch ein Notebook mit Karaoke-Midifiles.

    Gruß,

    Klaus

    FOH = Holz vor der Hütte!

  • outliner
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    Beiträge
    3.031
    • 26. Juni 2006 um 23:48
    • #9

    "gnadenhall",geil :grin:
    nur mit noti ankommen ist aber schon frech.wenigstens sollten sie so tun,als ob...

    und wenn es denn wenigstens abgerockte markenware gewesen wäre,was da gestanden hätte.im party-daheim-brett hätten wir denjenigen gesteinigt,der mit solchem equipment omas geburtstag bedröhnen möchte.
    in dem moment,wo damit geld verdient wird,erwarte ich wenigstens ansatzweise professionelles material.
    wenn sie nicht spielen oder singen können,es sei verziehen.aber mit boxen um 100 eu auf ner bühne zu stehen finde ich dagegen beschämend...

    Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.

  • Eliminator
    Beiträge
    3.105
    • 27. Juni 2006 um 17:58
    • #10

    Wenn die Mucke ok ist, dann könnte man über das Equipment ja noch hinwegsehen.... Aber manche schaffen es ja noch, mit halbwegs amtlichem Equipment einen Grottensound zu fabrizieren.

    Was meint Ihr, was ich am häufigsten von Hobbysängern zu hören bekomme, bevor sie auftreten???


    "Kannst Du auch ein bischen Hall draufmachen?"

    Sie bekommen dann ein noch gnädigeres Delay(bin ja kein Schweinhund).

    FOH = Holz vor der Hütte!

  • scanzy
    Beiträge
    782
    • 27. Juni 2006 um 21:01
    • #11

    Jaja, ist halt schwer mit dem guten Sound:

    -Schlechte Band + Schlechter Mischer= schlechter Sound
    -gute Band + schlechter Mischer= schlechter Sound
    -guter Mischer + schlechtes Equipment=schlechter Sound
    -schlechter Mischer + gutes Equipment= schlechter Sound
    -guter Mischer + schlechte Band= bringts auch nicht

    Also doch guter Mischer + gutes Equipment + gute Band: Leider viel zu selten! :grin:

  • Fornax
    Beiträge
    957
    • 28. Juni 2006 um 08:14
    • #12

    Gibts aber, und dementsprechend gut ist die Stimmung im Saal. Das war bisher jedesmal spürbar.

    Der Lauteste ist nicht immer der Klügste.

  • der bastler
    Beiträge
    245
    • 28. Juni 2006 um 10:21
    • #13

    Was noch schlimmerist:
    Guter Mischer+Gute Band+maßlos überdimensionierte Anlage+einen tauben menschen der die Lautstärke regelt. :grin:

    War beim Vader auftritt auf dem Hell Flame letztes Jahr...mein Kollege hat sich wegen des bassdrucks sein Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen.. :roll: :grin:

    "Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt."
    (Albert Einstein)

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 28. Juni 2006 um 11:59
    • #14

    hm, das hört sich wirklich etwas heavy an.
    Fakt ist aber daß man Metal nicht immer vorschriftsmäßig beschallen kann, sonst fragen die Gäste wanns endlich losgeht :wink:
    ein par 5 minütige Peaks gehören da schon zum guten Geschmack. Der Durchschnitt sollte aber den zulässigen Werten entsprechen.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

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