Da ich meine Seeburg Mini PA nun komplett habe und gestern auch mal aufdrehen konnte, hier ein kleiner Testbericht darüber.
Material:
Der TSMini Sub dp ist ein 12“ ND Bass mit gerade mal knapp 23kg Gewicht. Kann man problemlos allein ins Auto tragen. Die 8/1 Inch TSMini Topteile habe ich in einer Softbag von Seeburg. Damit ebenfalls super zu transportieren. Die Gehäuse sind einwandfrei in der Verarbeitung. Konnte keine Schwachstellen erkennen. Aufgeschraubt habe ich nichts. Denke das Innenleben wird auf hohem Niveau sein. Die Anlage verbraucht nicht viel Platz im Kofferraum, Bass und Topteile passen in einen Seat Ibiza oder auch VW Polo (oder vergleichbare Kleinwagen).
Aufbau:
Die Verkabelung ist mehr als einfach. Am aktiven Bass (TSMini Sub/dp) gibt es eigentlich keine Schalter oder Potiknöpfe (außer Schalter für Frequenztrennung der Topteile und on/Off für den Strom). Mann kann da absolut nichts verkehrt machen. Einfach XLR rein und die Tops über Speakon verbinden... FERTIG. Man muss keine Lautstärkenpotis aufdrehen, nichts. Ein kinderleichtes System, was auch jeder, der sich ab und zu diese Anlage aus dem Verleih holt, begreifen wird. Etwas blöd finde ich, dass man die TSMini Topteile nur über einen 36mm => M10 Adapter auf ein Stativ stellen kann. Aber die M10 Gewinde an allen Seiten machen die Box mit U-Bügel sehr flexibel in der Anwendung.
Sound:
Ich habe verschiedene Radio-Charts (House, Pop, Rock) über einen CDJ400 am Rodec MX180 Pult abgespielt. Halleluja ist der Sound geil. Mein erster Eindruck nach ein paar Sekunden, wow was ein ausgewogener Klang. Da kann die vergleichbare HK Anlage (ich habe die (Lucas 600/1000) häufiger aus einem Verleih und früher selbst die Ur-Lucas gehabt) nicht ganz mithalten. Das Seeburg Setup klingt von Höhen bis Bass solide abgestimmt und voll. Bei den kleinen HK aktiv PAs hatte ich immer den Eindruck, da läuft ein Topteil und da läuft ein Bass. Ich kann das jetzt nicht so ganz erklären, aber bildlich gesprochen fehlt mir im Vergleich bei den genannten HKs irgendwie die „aktustische Verbindung“ zwischen Top und Bass. Das ist mir als erster nennenswerter Unterschied aufgefallen. Jetzt aber mal weiter. Der 12“ Bass klingt amtlich und direkt. Meines erachtens weniger wabbelig wie der 15er aus der Lucas. Der Druck ist gut, aber wahrscheinlich würde ein 15er Bass noch fetter klingen. Dennoch scheint der 12“ Bass sehr harmonisch zu den 8“ Tops zu laufen. Für eine Anpassung in verschiedenen Räumlichkeiten habe ich einen DSP8024 dazwischen gehangen und ein wenig am EQ gestellt. Den Bass etwas angehoben, bringt zusätzlichen Punch, den ich von einem 12er Bass eigentlich nicht so erwartet hätte. Vermutlich fällt mir hier der gravierende Unterschied zu den neuen Neodym-Technologien besonders auf. Die Höhen habe ich auch noch leicht abgesenkt. Alles nur grob eingestellt. Ein EQ muss aber nicht zwingend sein. Ich glaube die meisten Geburtstagsparties können auch ohne laufen. Im Zweifelsfall reicht auch der Mischpult EQ für die meisten Anwender aus. Das finde ich an der Anlage klasse. Lautstärke konnte ich nicht ganz aufreißen aber die Topteile laufen ziemlich laut. Ich habe bei ¾ aufdrehen am Mischpult schon genug gehabt.
Mein Fazit: Preis/Leistung stimmen einwandfrei. Zudem kann das Gewicht ein entscheidener Faktor im Verleihbetrieb sein. Kofferraum auf, Anlage rein und ab geht's. Mit einem Neupreis von ca 2.300,- Euro (kommt das hin? Ich habe kein Vergleichsangebot.) ist die Anlage sicherlich nicht billig, aber das Geld wert.
Gerne dürft ihr zu meinem ersten Praxisbericht Stellung beziehen.
Nachtrag:
Hatte die Anlage nun zwei mal an Party-DJs rausgegeben. Beide Male mit gutem Feedback zurück. Einer davon hat schon wieder bestellt und das obwohl er vorher immer nur zwei 12er Speaker + Amp geliehen hatte.