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Sprachbeschallung in Halle - wie würdet ihr das machen??

  • Martin Krenn
  • 14. Juli 2009 um 08:18
  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
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    • 22. Juli 2009 um 10:25
    • #41
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Es ist auch kaum jemandem zu vermitteln, das vor noch gar nicht langer Zeit derartige Veranstaltungen mit einem 160W "Gigant" Mischverstärker und zwei Boxen beschallt wurden. Mit hervorragender Sprachverständlichkeit und durchaus angemessenem Pegel.


    ... oder mit noch weniger - geschehen um 1978 ... 1979:
    Eminent II (ca. 80 Watt) für Gesang, Akkordeon und "Schweineorgel", zwei "Gesangssäulen" (mit Breitbändern !), Schlagzeug (unmikrofoniert), Bass (fette London-City-Bassbox, unmikrofoniert), Gitarrencombo (unmikrofoniert), KEINE Monitorbox ! - und ca. 3000 Gäste, die getanzt haben und es hat sich niemand über "zu leise" beschwert - dagegen ist es heute auf Veranstaltungen nicht selten der Fall, daß sich Gäste oder Veranstalter über "zu laut" beschweren (manchmal ist weniger mehr). Die persönliche, subjektive Wahrnehmung aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten am Ort des Geschehens ist entscheidend.

    Zur ursprünglichen Frage: Ich würde (heute !) in einer halligen Umgebung eher keine "normalen" PA-Kisten, sondern Richtstrahler (Cardioidlautsprecher) verwenden ... und vermutlich sogar die alten Gesangssäulen aus den 70ern den "normalen" PA-Kisten (insbesondere jenen der Budget-Liga) vorziehen. :wink:

  • Mechwerkandi
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    • 22. Juli 2009 um 10:35
    • #42
    Zitat von "Sound-Klinik"


    Die persönliche, subjektive Wahrnehmung aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten am Ort des Geschehens ist entscheidend.


    Full ack!

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Zur ursprünglichen Frage: Ich würde (heute !) in einer halligen Umgebung eher keine "normalen" PA-Kisten, sondern Richtstrahler (Cardioidlautsprecher) verwenden ... und vermutlich sogar die alten Gesangssäulen aus den 70ern den "normalen" PA-Kisten (insbesondere jenen der Budget-Liga) vorziehen.


    Wenn wir das gleiche beschreiben, meinst Du eine Art von vergrössertem Zeilenlautsprecher mit ~ 4x8" oder 4x10" Chassis mit Doppelkonus.
    Etwas OT:
    Ist das System eigendlich mal in irgendeiner Form weiterverfolgt worden? Oder heisst das heute alles line-array?? :wink:

    Nachsatz:
    Dynacord DT 63/65. Bei http://www.el-me-se.de hat es eine schöne Beschreibung...
    Aber das ist ja alles zu einfach. Das hat ja nicht mal einen Controller. Und erst die Klinkenstecker. igitt, wie uncool...

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    7.900
    • 22. Juli 2009 um 10:55
    • #43
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Wenn wir das gleiche beschreiben, meinst Du eine Art von vergrössertem Zeilenlautsprecher mit ~ 4x8" oder 4x10" Chassis mit Doppelkonus.


    Falls du die alten (und von uns damals verwendeten - flachen) Dynacord-Zeilen meinst: die hatte mehrere kleine Koppelkonus-Chassis und setzten sich in Sachen "Reichweite" und Sprachverständlichkeit (Gesang war auch o.k. :wink: ) gut durch. Die Chassis waren "zickzackförmig" angeordnet. :)

    Zitat von "Hörnli"

    Etwas OT: Ist das System eigendlich mal in irgendeiner Form weiterverfolgt worden? Oder heisst das heute alles line-array?? :wink:


    Falls du "Cardioid" meinst: Für Sprache hab ich ja diese Interferenzstrahler (vorn Addition ... hinten recht breitbandig Auslöschung) - ansonsten gibt es da noch eine Kiste mit 2 x 10" (übereinander angeordnet und in Cardioidbauweise - d.h. zwei unterschiedliche Schallführungen -> Interferenz) und 6 x 3" (zeilenförmig übereinander). Ich arbeite an einer passiven Lösung und werde mir dabei genügend Zeit lassen.

    Zitat von "Mechwerkandi"

    Nachsatz:
    Dynacord DT 63/65. Bei http://www.el-me-se.de hat es eine schöne Beschreibung...
    Aber das ist ja alles zu einfach. Das hat ja nicht mal einen Controller. Und erst die Klinkenstecker. igitt, wie uncool...


    Zwei Geräte davon hatten wir (auf dem Foto) im Einsatz ... die Lautsprecherkisten sind allerdings nicht abgebildet.

  • Martin Krenn
    Beiträge
    120
    • 22. Juli 2009 um 11:56
    • #44

    so, nun melde ich mich auch nochmal zu Wort:

    Zitat von "Mechwerkandi"


    1.300 Gäste in einer 900 m² Halle, die für 800 Gäste bestuhlt war. Auch ok. Muss ziemlich voll gewesen sein.


    Sonntag Morgen wurde noch kräftig nachbestuhlt - dort standen 140 Biertischgarnituren welche wenns echt eng runtergeht 1.400 Personen fassen könnten. Selbst wenn pro Garnitur nur 8 Personen sitzen sinds immer noch über 1.100... und ja - die Halle war sehr voll!

    Ich selbst würde mir nie zumuten zu urteilen ob eine VA gut oder schlecht war. Die Aussagen bzgl. Stimmung im Barzelt oder Sprachverständlichkeit in der Halle stammen vom VA bzw. seinen Mitarbeitern. Ich denke schon, dass man einen Teil dazu beitragen kann, dass eine VA gut läuft - aber sollte es mal nicht so laufen, dann einfach den Gästen die Schuld zu geben davor würde ich mich hüten!!

    Zitat von "Mechwerkandi"


    es hat irgendwie funktioniert und die Mehrheit wird zufrieden gewesen sein...


    Ich denke doch... vom VA war zumindest nix gegenteiliges zu hören. :wink:

    Dank euch allen nochmal für eure Ratschläge.

    lG
    Martin

  • michael beyer
    Beiträge
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    • 22. Juli 2009 um 14:46
    • #45
    Zitat

    Das Problem bei solchen Abläufen entsteht primär in der individuell stark abweichenden Einschätzung über den Anteil des technischen Aufwandes am Gelingen der Veranstaltung.
    War sie "gut", lage es selbstverständlich an der Anlage.
    War sie "schlecht", lag's an den Künstlern. Oder an den Gästen. Oder beides.

    Dies ist deine Interpretation der Zeilen, nicht die Aussage von Martin Krenn. Genau das meinte ich weiter oben in der Diskussion. Wollte ja nichts mehr dazu beitragen, aber bei diesem Beispiel konnte ich nicht anders.

  • Mechwerkandi
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    • 22. Juli 2009 um 15:35
    • #46
    Zitat von "Sound-Klinik"


    Falls du "Cardioid" meinst:


    Nein. Ich meinte eigendlich diese beschriebenen Flachboxen...
    Aber macht nix. Ein bisschen SK Werbung lesen hat mir schon gefehlt. :wink:

    Was cardoide Systeme angeht, habe ich einen Isophon-Artikel von Ende der '60 Jahre gelesen, der den gleichen technischen Zusammenhang allerdings für eine Kino-Lautsprecher Anwendung beschrieben hat.
    Ich finde das technisch ausgesprochen interessant.
    Kannst Du dazu allgemein zugängliche Literatur empfehlen?

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 22. Juli 2009 um 18:02
    • #47
    Zitat von "Mechwerkandi"

    Was cardoide Systeme angeht, habe ich einen Isophon-Artikel von Ende der '60 Jahre gelesen, der den gleichen technischen Zusammenhang allerdings für eine Kino-Lautsprecher Anwendung beschrieben hat.
    Ich finde das technisch ausgesprochen interessant.
    Kannst Du dazu allgemein zugängliche Literatur empfehlen?


    Du findest sowas auch in Literatur - siehe Unibibliotheken - über physikalische Akustik (eine Buchempfehlung hab ich sogar auf meienr Website unter "Literatur" angegeben - konkret ist es der "Meyer-Neumann"), wo eine recht grundlegende Abhandlung über Richtquarakteristika bei LS enthalten ist.

    Wie bei Mikrofonen kann man dies entweder über (rückseitige) "Halbdurchlässigkeiten" oder durch Überlagerung verschiedener (d.h. mindestens 2 !) LS-Chassis realisieren (ich verwende letzteren Ansatz).

  • michael beyer
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    • 22. Juli 2009 um 19:14
    • #48

    Mit "Sprachbeschallung in Halle - wie würdet ihr das machen??" hat es ja nun nicht mehr viel zu tun. Vielleicht wollen ja noch andere was dazu beitragen, öffnet doch einen neuen Thread, denn hinter diesem Titel vermutet ja keiner dieses Thema.

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 22. Juli 2009 um 20:11
    • #49
    Zitat von "Michael Beyer"

    Mit "Sprachbeschallung in Halle - wie würdet ihr das machen??" hat es ja nun nicht mehr viel zu tun.


    Doch, weil gerade bei tiefen Frequenzen die Nachhallzeiten in Hallen und Kirchen recht lang sind und (i.d.R. zu schmale) Schallzeilen in horizontaler Richtung hier keine nennenswerte Richtwirkung haben.

    Zitat von "Michael Beyer"

    ... denn hinter diesem Titel vermutet ja keiner dieses Thema.


    Eine gute Sprachverständlichkeit in halliger Umgebung hängt vom Anteil des Direktschalls ab. Ohne schallabsorbierende Maßnahmen geht sowas auf größere Distanzen nur mit akzeptabler Richtwirkung (und die möglichst schon im Grundtonbereich). :wink:

  • michael beyer
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    2.136
    • 22. Juli 2009 um 20:19
    • #50

    Das ist mir schon alles klar. Aber wenn ich die erste Seite öffne und lese, dann vermute ich zumindest dies nicht auf Seite 4, na wenn ihr unter euch bleiben wollt noch viel Spaß, ich mach das Licht aus :wink:

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 22. Juli 2009 um 20:58
    • #51
    Zitat von "Michael Beyer"

    Aber wenn ich die erste Seite öffne und lese, dann vermute ich zumindest dies nicht auf Seite 4 ...


    Hab diesen Thread leider zu spät bemerkt. :wink:

  • michael beyer
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    2.136
    • 22. Juli 2009 um 21:12
    • #52

    Dachte nur, dass es für andere interessant ist mitzulesen und vielleicht noch mehr dazu was beitragen könnten wenn es besser auffindbar ist.

  • Mechwerkandi
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    • 23. Juli 2009 um 08:26
    • #53
    Zitat von "Sound-Klinik"


    Wie bei Mikrofonen kann man dies entweder über (rückseitige) "Halbdurchlässigkeiten"...


    Den Ansatz hat damals Isophon verfolgt.
    Die Gehäuse waren für eine definierte Eckmontage gebaut, und zwar so, das die Gehäuse-Rückseite auf etwas Abstand zur Wand hing. Bestückung 3x AlNiCo Breitband oval ~30x20 cm plus zwei ~8 cm Konushochtöner.
    Die Rückseite war aber nicht geschlossen, sondern als Lattenkonstruktion ausgeführt, wobei die Zwischenräume mit Fliegendraht verspannt und mit Polsterwatte ausgestopft waren. Der Gehäusedeckel schloss mit der Mauerecke ab, der Schall wurde dann zwischen Box und Wand nach unten geführt und trat in einer Öffnung unterhalb der Schallwand aus.

    Ich hatte zuerst vermutet, das sei eine Art Resonator-Gehäuse, bis ich die Kopie des Artikels in den Manuals gelesen habe.
    Wirklich tricky...

  • FF
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    • 23. Juli 2009 um 09:19
    • #54

    Funktioniert die nach der Theorie einfachste Lösung, Kombination von Dipol und Monopol, in der Praxis nicht? Denn das wäre ja extrem einfach zu realisieren, ohne auf definierte Wandabstände nach hinten etc. angewiesen zu sein...

    Sound-Klinik schrieb von "Überlagerung verschiedener (d.h. mindestens 2 !) LS-Chassis"; ich gehe mal davon aus, dass er auch 2 unterschiedliche Gehäuseprinzipien meint, oder? Zumindest denke ich, dass die seitlichen Öffnungsschlitze an seinen Gehäusen nicht nur als Tragegriffe dienen :wink: Nur mit verschiedenen Chassis in gleichen Gehäusen dürfte noch keine cardioide Abstrahlung möglich sein.

    Gruß FF

  • Mechwerkandi
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    • 23. Juli 2009 um 10:16
    • #55

    Ich kann mir vorstellen, das, seinerzeit von Isophon sicherlich auch unter einer völlig anderen Intention verfolgte Konzept, auch ohne notwendige Montagesituation in einem Gehäuse unterzubringen.
    Das ist ein rein technischer Ablauf.

    Der Hintergedanken besteht ja IMHO darin, eine gerichtete Abstrahlung auch im Bereich der Tiefmitten darzustellen.
    Hohe Frequenzen focussieren ist nicht schwer. :wink:

    Nachsatz:
    Ich habe noch einen älteren Beitrag andernorts gefunden, in dem sich der Autor offenbar dem Aufbau auch messtechnisch genähert hat.
    http://www.audioavid.com/wbb2/thread.php?threadid=1824&threadview=0&hilight=cardioid&hilightuser=0&page=1
    Leider ist der Thread etwas zerrissen, aber er kommt zu dem Schluss, das man sich die Richtwirkung mit einiger Zunahme an Klirr (Zitat: "Faktor 10 zu einer CB") einhandelt. Ausserdem bleibt ein bestimmter Rest an notwendiger Montageposition.

    Das scheint also formal nicht so ohne zu sein.

    Ich möchte auch zu bedenken geben, das die teilweise Unterdrückung rückseitiger Schallanteile nur die eine Seite der Medaille ist. Reflektionen/Hall anderswo im Raum bleiben unverändert.

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    7.900
    • 23. Juli 2009 um 17:34
    • #56
    Zitat von "FF"

    ... ich gehe mal davon aus, dass er auch 2 unterschiedliche Gehäuseprinzipien meint, oder? Zumindest denke ich, dass die seitlichen Öffnungsschlitze an seinen Gehäusen nicht nur als Tragegriffe dienen :wink: Nur mit verschiedenen Chassis in gleichen Gehäusen dürfte noch keine cardioide Abstrahlung möglich sein.


    Die Schlitze werden in der Tat (akustisch) nur von einem der beiden Tiefmitteltöner "gesehen". :wink:

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