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Frequenznutzung weltweit

  • lisa f.
  • 8. Juli 2017 um 10:19
  • Online
    lisa f.
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    • 8. Juli 2017 um 10:19
    • #1

    Ich dachte mir ich starte diesen Thread um länder/region abhängige Richtlinien zur Drahtlos Mikrofonie/IEM zu sammeln. Hintergrund ist

    a) hatte letztens eine Show hier in NZ die mit einem UR4D P8 Rig anrückte - was hier seit über 2 Jahren nicht mehr nutzbar ist

    b) Stolperte ich grade über Pyrotechnikers Antwort zu Frequenznutzung in Luxemburg, und dacht hey, warum nicht die Info nehmen und erweitern?

    Also falls Interesse und Wissen vorhanden stellt doch bitte eine Antwort ein mit

    Land: Welches Spektrum ist erlaubt für "uns", was sind die Richtlinien, Links zu weiterführenden Informationen/Lizensbeantragung etc., was eben Länderspezifisch ist.

    Ich denke für alle die international touren und/oder planen wäre das recht hilfreich.

    Ich kopiere und sammel das dann in einem Beitrag, damit es übersichtlicher bleibt, Länder alphabetisch (deutscher Name)

    Deutschland:

    (kompletter Artikel von simonstpauli)

    - Anmeldefrei:
    * 32,475 - 34,325, 36,610 - 38,125 (beide für unsere Zwecke wohl eher untauglich.

    * VHF 174-230 MHz

    * LTE 800 Duplexlücke 823-832 (sinnvolerweise noch 4 MHz Schutzband zum Uplink (ab 832) freihalten, zum Downlink hat man bereits 2MHz Schutzband berücksichtigt)

    * ISM 863-865 - ziemlich überlaufen

    * LTE1800 Duplexlücke 1785 - 1805

    - Mit Anmeldung:

    * 470 - 608 MHz

    * 614 - 703 MHz (in ein paar Jahren etwas weniger, durch LTE700, Schutzband zum Uplink)

    * 733 - 823 MHz (ab 790/791 LTE800 downlink, später LTE700)

    * 1452 (1492) - 1518 nur in geschlossen Räumen nutzbar, bis 1492 auf LTE1500 Downlink achten

    Luxemburg:

    Neuseeland:

    - z.Zt (2017) keine Lizenzvergabe, alles anmeldefrei:

    * 174 - 230 MHz

    * 510 - 606 MHZ (secondary user to DTV)

    * 622 - 698 MHz (secondary user to DTV, 2017 no transmitter active)

    * 502 - 510 MHz low output

    * 819 - 824 MHz (short range devices, not limited to Radio microphones)

    * 864 - 868 MHz (short range devices, not limited to Radio microphones)


    Es gibt weitere kleine "short range devices" Blöcke. Standard ist die Nutzung von 510 - 698 (exclusive 606 - 622)

    -> Table of Radio Spectrum Usage NZ

    -> GUL Short range devices

    -> Table of DTV usage NZ

    Einmal editiert, zuletzt von lisa f. (12. Juli 2017 um 22:24)

  • simonstpauli
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    • 8. Juli 2017 um 15:50
    • #2

    Grob zu Deutschland:

    Anmeldefrei:

    32,475 - 34,325

    36,610 - 38,125 (beide für unsere Zwecke wohl eher untauglich. Dazwischen Grubenfunk mit bis zu 6W ERP, Modellflieger-Fernsteuerungen und militärische Anwendungen mit noch mehr Leistung. Ich habe hier keine aktuelle Hardware gefunden)
    VHF 174-230 MHz (inzwischen eine echte Alternative mit moderner Hardware, z.B. Shure ULX-D)

    LTE 800 Duplexlücke 823-832 (sinnvolerweise noch 4 MHz Schutzband zum Uplink (ab 832) freihalten, zum Downlink hat man bereits 2MHz Schutzband berücksichtigt)
    ISM 863-865 - ziemlich überlaufen, weil hier viele verschiedene Anwendungen funken dürfen
    LTE1800 Duplexlücke 1785 - 1805 (geringere Reichweite, höhere Anforderungen an Antennenkabel und Antennenkonzeption)

    WLAN 2400 - 2483,50MHz - sehr wenig Platz, sehr viele verschiedene Nutzer. Für Kurzstreckenanwendungen und Anwendugen mit sehr wenig Kanälen, die weltweit einsetzbar sein sollen, durchaus eine Option.

    Mit Anmeldung:

    470 - 608
    614 - 703 (in ein paar Jahren etwas weniger, durch LTE700, Schutzband zum Uplink)
    733 - 823 (ab 790/791 LTE800 downlink, später LTE700)
    - dort bleibt dann nach LTE700-Ausbau wahrscheinlich genau die Duplexlücke 733 - 758, wieder mit Schutzband im Kopf
    1452 (1492) - 1518 nur in geschlossen Räumen nutzbar, bis 1492 auf LTE1500 Downlink achten. Ich kenne noch keine Hardware in diesem Band.

    Kanal 38 (608 - 614) ist für Radioastronomie freigehalten.
    In Großbritannien wiederum wird für Kanal 38 eine "shared licence" für drahtlose Mikrofonie vergeben. Die Radioastronomen wurden nach Australien geschickt. Das scheint in Großbritannien sehr beliebt zu sein, Leute nach Australien zu schicken...

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

    Einmal editiert, zuletzt von simonstpauli (10. Juli 2017 um 12:30)

  • madmax
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    • 12. Juli 2017 um 17:45
    • #3

    Was hat das mit der Radio Astronomie auf sich und warum schickt man die nach Australien?

    Never stop a running System

  • simonstpauli
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    • 12. Juli 2017 um 21:32
    • #4
    Zitat von madmax

    Was hat das mit der Radio Astronomie auf sich und warum schickt man die nach Australien?

    Bei der Radioastronomie werden Radiowellen aus dem Weltall untersucht. Unter Anderem versucht man damit, außerirdische Intelligenz zu finden (SETI).

    Da diese Art der Frequenznutzung eine passive ist, sind jegliche anderen Dienste auf der Erde störend. Man hat sich irgendwann mal darauf geeinigt, im UHF-Spektrum einen Kanal frei zu lassen, um der Radioastronomie eine Chance zu geben, die schwachen Signale aus dem Weltall zu analysieren.

    Im Zuge der Frequenzneuordnung (LTE) hat man in Großbritannien diesen freien Kanal aufgegeben und uns zugewiesen. In Australien ist Kanal 38 noch frei, deshalb die "Verbannung" der englischen Radioastronomen nach Australien. Ich fand es damals aufgrund der Geschichte von Australien lustig.

    Auch in anderen Frequenzbereichen gibt es für die RA geschützte Spektren, damit die überhaupt arbeiten können.

    Eine kurze Erklärung der Probleme mit Störstrahlung:
    https://www.mpifr-bonn.mpg.de/601872/probleme

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

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