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Kleine Bühne - extremer Pegel

  • martin
  • 4. August 2005 um 23:48
  • martin
    Beiträge
    3.234
    • 4. August 2005 um 23:48
    • #1

    Hallo,

    Sorry, hab jetzt mal nicht die Suchfunktion bemueht... :D

    Also ich bin ja gerade dabei, wieder auf die andere Seite der Signalkette zu wechseln (Gitarre in ner Punkband) und vergess dabei mein ganzes gutes Benehmen... 8)

    Das Problem, dass ich ja schon frueher mal angesprochen hatte - ich brauch erstens ein paar bier und zweitens, Pegel ohne Ende. Sprich ein JCM900 an einer 4x12 läuft volles Rohr. Das Ding macht den gewuenschten Sound nun mal erst, wenn man den Übertrager in die Sättigung faehrt. Dachte schon an nen modeling amp via DI ins Pult. Das löst aber das eigentliche Problem nicht, dass wir einfach einen brachialen Bühnenpegel brauchen damit es "funkt". OK und in dem zusammenhang wollt ich mal die Cracks fragen, laesst sich sowas auf kleinen Bühnen irgendwie realisieren ohne den Mann am mischpult zur Verzweiflung zu treiben? In ear ist auch nicht wirklich eine Lösung, weil ich gern in Feedback Orgien schwelge und auch der Drummer fest zulangt.

    Monitor ist eigentlich nur fuer den Saenger noetig.

    Das Grundproblem ist also abartiger Pegel auf kleiner Bühne. Sowas kenn ich von meinen Sprachbeschallungen naturgemaess nicht. Laesst sich also die midlife crisis gebeutelte Altherren Punkband technisch irgendwie in den Griff kriegen? Ausser Drums und Guit einfach nicht abzunehmen (hatten wir auch schon) :D

    danke
    martin

  • mikee mike
    Beiträge
    1.329
    • 5. August 2005 um 01:41
    • #2

    Oh je :) Hört sich nach dem Alptraum eines jeden FOH Technikers an.

    Hatte erst letztens 4 Bands an 2 Tagen. Ich sag dir ganz ehrlich meine Meinung. Leute die denken, nur der Bühnenpegel entscheidet über den Klang, sind von meiner Sicht aus nicht zu retten. Ist kein Angriff gegen dich, ich glaube dir ja auch, das dein Verstärker erst ab einer bestimmten GAIN Stellung toll klingen mag. Aber viel ist auch nur "Gefühl". So nach dem Motto "wenn ich schon so ne riesen Combo habe muss ich die auch zeigen".

    Das dabei der Frontsound auf kleinen Locations total untergeht bzw schrecklich wird, sehen die meisten einfach nicht. Wenigstens bist du einer der Sorte, die es scheinbar noch merken ;)

    Bei den 4 Bands die wir hatten haben sich auch alle toll daran gehalten, bis auf die 1. am 1. Tag. Die hat auf der Bühne so ein Brett gefahren das vorne nicht mehr viel zu retten war.

    Location war ein kleines Zelt zwischen 2 Häusern. Wir hatten z.B. auch das Schlagzeug mit Double Base voll abgenommen. Effektive hätte aber das Drumset mit leichter Base und Blechverstärkung locker ausgereicht.

    Also entweder leiser drehen und dem Mann am FOH, der dir sagt, das es akzeptabel klingt glauben, oder das Brett fahren. Für dich mag es vllt dann gut und annehmbar klingen, aber du kannst dir fast sicher sein, das in solch kleinen Locations dann einiges anderes untergeht bzw matschig klingt !

    EDIT: Hat dein Topteil nicht nen Modi Schalter mit Low Power Modus ?

  • martin
    Beiträge
    3.234
    • 5. August 2005 um 07:23
    • #3

    morgen,

    Der 900ter hat keinen low power Modus. Koennte einen Vox Modeling Amp nehmen, den kann man bis auf 2x1W runterschalten und dabei immer noch die Enstufe bratzen lassen :D
    Das wirds dann wohl auch werden. Hatte irgendwo die Hoffnung dass es da einen mir unbekannten Trick gibt...

    Da gehts auch weniger ums rumprollen. Irgendwie machts spielen bei solchen pegeln mehr Spass. Und die Spielerei mit dem Feedback geht leise wohl auch nimmer.

    Schade drum, aber danke.

    cu
    martin

  • druid314
    Beiträge
    902
    • 5. August 2005 um 08:27
    • #4

    http://www.amptone.com/marshallpowerbrake.htm


    Verwende ich seit Jahren, klingt für meine Ohren sehr annehmbar, betreibe das Dinge in Absekung um -10db bis -15 db, das langt und ist noch immer recht laut. Zu leise eingestellt, klingts halt nicht mehr, da Speaker auch "verzerren" müssen.

    Für Bühnen aber ideal.

    Ist offiziell in Marshall-Liste nicht mehr drinnen, da Wolf in der Klangfarbe kanns dir aber bestellen.


    Jetzt braucht nur der Drummer seinen "Drescher"-Stil zügeln, und alles wird gut...

  • Jeremy
    Reaktionen
    106
    Beiträge
    1.491
    • 5. August 2005 um 08:45
    • #5

    Du hast nicht ein, sondern zwei Probleme:

    • Der von Dir gewünschte Klang entsteht erst, wenn das Topteil beginnt, die Zunge rauszustrecken, und
    • Du brauchst auf der Bühne das große Tier, dass Dir pausenlos in den Rücken springt, damit Du Dich wohlfühlst.


    Für 1. gibt es verschiedene Lösungen, angefangen von den kleinen Simulatoren über verschiedene Power-Brakes bis hin zum voll eingekapselten Lautsprecher im schalldichten Case (kein Witz, das gibt's wirklich: Ein Lautsprecher in einem Case, komplett mit festeingebautem Mikrofon ... da kommt auf der einen Seite das Lautsprecher- und auf der anderen Seite das Mikrofonkabel ran).

    Bei 2. sieht es schon schlechter aus. Da musst Du nämlich hart an Dir selber arbeiten. Wenn das nicht klappt, dann muss ich Euch schweren Herzens halt unterstellen, dass Ihr Euer Ding eigentlich nur für Euch selber und nicht für das Publikum macht. Dann seid auch so konsequent und haltet Euch vom Publikum fern, bleibt im Proberaum und werdet taub und glücklich.

    Nicht böse gemein, auch wenn es sich so anhört.

    --
    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • soundworx
    Profi
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    748
    • 5. August 2005 um 09:24
    • #6

    Jeremy hats eigentlich schon auf den Punkt gebracht:

    Du musst Dich ganz einfach entscheiden, was Dir wichtiger ist:

    a) Die letzten 5% Verbesserung für Sound und Feeling für Dich persönlich, die aber dazu führen, daß das Publikum eine "akustische" Katastrophe erlebt oder
    b) ein Kompromiss in der Lautstärke, der dazu führt, daß Euer Publikum einen geilen Gig erlebt.

    Oder anders ausgedrückt: Für wen spielst Du? Für Dich oder das Publikum?
    Und mal ketzerisch gefragt (wie schon so oft): Hört das Publikum überhaupt bei dem Brei der dann entsteht, daß Dein Amp jetzt voll in die Sättigung geht???

    Marcus

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist, daß es in der Theorie keinen Unterschied gibt...

  • Campfire
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    3
    Beiträge
    1.356
    • 5. August 2005 um 09:36
    • #7

    Ich sehe hier auch weniger ein Problem des FOH-Technikers (wenn ihr um die Lautstärke wisswt dann verlangt ihr eben entsprechendes Frontholz und dann bekommt der das schon halbwegs brauchbar hin auch wenn er mit gehörschutz mischt), allllerdings ist der resultierende Pegel nicht nur Gesundheitsschädlich, sondern ist einem Großteil des Publikums einfach zu laut, habe schon mehrmals erlebt dass kleinere Clubs von bestimmten Bands einfach aufgrund der Lautstärke leergespielt wurden.
    Tip für dich: ev. auf 1oder 2x 12" im Wedgegehäuse umsteigen, von der Seite direkt aufs Ohr richten, dass müsste erst mal reichen (oder ev. die 4x12er seitlich und direkt auf Ohrhöhe stellen und dann sehr nah dranstehen, so Ohr-Lautsprecher ca. 50 cm, das dann wieder in kombination mit obiger Powerbrake)

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

  • martin
    Beiträge
    3.234
    • 5. August 2005 um 10:06
    • #8

    Hallo,

    OK, dann dank erstmal fuer die ausführlichen Statements.

    Jeremy hat mit Punkt 2 leider voellig recht. das ganze ist mehr eine Gaudiaktion und wir belästigen das Publikum auch nur alle 12-13 jahre :D

    Das ganze ergibt sich grad guenstig, weil wir halt wieder zu spielen begonnen haben, der Alex, ein guter Freund hier aus dem Forum eine potente Anlage bereitstellen kann und wir einfach mal wieder Vollgas drauf losspielen wollen. Ich moecht nur den Alex nicht gleich vor eins der groessten Probleme stellen (high gain Komplexler an der Gitarre).
    Tu mir da ein bissl schwer, weil ich immer von einem Extrem ins andere falle. Als Techniker wuerd ich nach Moeglichkeit den Gitarristen via Tonelab und DI ins Pult schicken und er hoert sich nur uebern Monitor. Bin ich selbst betroffen als Gitarrist, haett ich natuerlich am liebsten Motorhead pegel auf der Bühne...
    Tatsaechlich bin ich grad auf der Suche nach billigen Les Paul Kopien, weil es immer gleich Kleinholz gibt.

    Ist eh noch ein bissl zeit, ich werd mal versuchen schon beim proben ein bisschen Disziplin zu üben.
    Das Argument mit Club leerspielen hat schon was.

    danke
    martin

  • medimax
    Beiträge
    364
    • 5. August 2005 um 11:37
    • #9

    Hi!

    Also meine Lösung von der Gitarristen-Seite aus gesehen wäre die Powerbrake sowie eine geviertelte 4x12er (also, einfach einen Speaker Deiner jetzigen Box nachkaufen und in eine Holzkiste stecken - nehme an das wird ein Celestion V30 sein). Das ist schonmal leiser, treibt den Amp trotzdem in die Sättigung und der Speaker kotzt auch schon. Ich denke, rückkoppeln wird es trotz geringerer Lautstärke auch noch.

    Aus Techniker-Sicht sehe ich es eigentlich immer so, dass die Band mit übermäßiger Bühnenlautstärke Ihre Schwächen verdeckt (und wenns der Sänger ist :D ). Wenn ich IRRE LAUT spielen muss, damit das Feeling rüberkommt, dann fehlt was an anderer Stelle. Gegen laut spielen ist ja nichts einzuwenden, aber gegen Gehörschädigende Pegel schon. Da finde ich, sollte man an anderen Sachen arbeiten - z.B. am Timing. Wenn es groovt tönt es auch schon bei wesentlich geringerer Lautstärke.

    VG Sebastian

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 5. August 2005 um 11:59
    • #10

    Also, ich verstehe das so: Das ist nicht nur eine KLangfrage, das soll auch einfach laut sein.(?)

    Das würde ich vom Publikum abhängig machen. Wenn die genauso wie ihr auf der Bühne ( :D ) besoffen glücklich rumhopsen, egeal , was man noch hören kann, dann würde ich vorher kurz mit dem Tekki sprechen (Tenor:"Sorry, das gehört so, mach Dir nix draus) und stumpf vollgas geben.
    Das ist eben Party und muss auch mal sein.

    Es hilft auf jeden Fall eine Menge, die 4x12 seitlich auf die Bühne zu stellen, so dass sie nicht direkt ins Publikum brettert. Wenns darum geht, dass einfach nur die Pappe ordentlich fliegen soll, habe ich auch schon mehrere lagen Perser-Teppich vor dem Lautsprecher drapiert. Das entschärft den Bühnenlärm enorm und der Kreisch lässt sich mit dem Mikro unterm Teppich gut abnehmen. Das ganze sieht auch schööön vintage aus.

    Zitat

    wollt ich mal die Cracks fragen, laesst sich sowas auf kleinen Bühnen irgendwie realisieren ohne den Mann am mischpult zur Verzweiflung zu treiben?


    Verzweiflung ist Einstellungssache. Klar lässt sich sowas realisieren. Das wird leider tausendfach gemacht: Die Band kloppt wie Tier, kein Mensch hört noch den leicht zerrenden Gesang und kein Hahn kräht danach.
    Nur das Umweltamt überlegt, ob man sowas nicht unter Strafe stellen soll.


    Grüße
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • mikee mike
    Beiträge
    1.329
    • 5. August 2005 um 14:26
    • #11

    Grundsätzlich scheinen wir uns ja alle einig zu sein :D
    Die Idee mit dem Power Soaker hatte ich gestern nacht leider nicht, war wohl die Müdigkeit ;)

    Es gab auch mal einen Power Killer von Conrad. Allerdings weiß ich nicht, ob sie diesen noch im Programm führen. Das wäre eine preiswerte Alternative um das ganze mal anzutesten. Bei gefallen gibt es dann eine vielzahl teurerer Geräte.

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