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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Frequenzweiche ohne Widerstände

  • Dirk Hahn
  • 17. Oktober 2005 um 23:55
  • Dirk Hahn
    Verifiziert
    Beiträge
    1.138
    • 17. Oktober 2005 um 23:55
    • #1

    Hat jemand mal den Versuch gestartet, eine Passivweiche für eine 2-Wege Kombi zu entwickeln, die ohne Widerstände für die Bedämpfung des Hochtontreibers auskommt? Mich würde eure Erfahrung aufgrund eigen gemachter Erfahrungen sehr interessieren.

    Grüße
    Dirk

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

  • daniel taake
    Profi
    Beiträge
    4
    • 29. Oktober 2005 um 00:01
    • #2

    Moin Dirk
    Ja, sowas gibts :wink: JBL, KEF und Andere haben hin und wieder
    mit Übertragern experimentiert. Und weil die das gemacht haben, habe ich auch mal versucht.
    Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber der zweite Hauptsatz der Thermodynamik hatte auch schon in den 80' Jahren Berechtigung.
    Wenn also der Übertrager zu klein war, wurde es leise und verzerrt; wenn die Verzerrungen nachließen, konnte man sich sich für den Gegenwert des Übertragers eine Endstufe kaufen.
    Die nötige Aktivweiche fiel dann schon nicht mehr ins Gewicht :D
    Gruß, Daniel

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 29. Oktober 2005 um 06:15
    • #3

    Moin,

    Übertrager?? Ein Hersteller der ein A.I.C. Cassis einsetzt hat in einer Aktivbox den Hochtontreiber mittels Übertrager angeschlossen, ich denke immer noch ich habe den englischen Holpertext falsch verstanden.

    @ Dirk Hahn, du meinst den unterdimensionierten C, also den Betrieb des Treibers auf der abfallenden 6 dB- Flanke? Ja, habe ich mit Ringstrahlern schon gemacht. Allerdings hat mich da Berndt Stark draufgebracht der das als Korrekturtuning beschrieben hat. (bei 12dB HT halber C) ich habe das solange weitergetrieben bis 2 CP 22 mit dem E120 halbwegs zusammengespielt haben. Da ich die Box gerade vom jetzigen Besitzer zurückgeliehen hatte wegen der Stromkopplungsgeschichte und das erste mal eine Terzanalyser- "Messung" machen konnte: Das ging schon OK und die Ringstrahler leben bis heute ohne Ausfall und haben schon einiges erlebt. Ist glaube ich eine stumpf auf 4 kHz berechnete 18 dB Weiche mit stark reduzierten Cs. Wobei die Ringstrahler in Reihe geschaltet sind und mit den resultierenden 16 Ohm ja ohnehin schon vorangepasst.
    Ich habe mit BMS 4552ND( :oops: )experimentiert um die Wirkung der Vorwiderstandsgeschichte auf Hochtontreiber zu erforschen. Der BMS reagiert empfindlich auf den 6 Ohm Vorwiderstand, klingt kratzig. Seither bezweifle ich, daß mit Passivweichen und Spannungsteilern überhaupt gute Ergebnisse zu erzielen sind. Jedenfalls der BMS, mit seiner extrem Partialschwingungsarmen Ringmembrane lebt geradezu von totaler Dämpfung, die passiv nicht erreichbar ist. Wie das bei Kalottenmembran- Treibern klingt habe ich nicht getestet.

    Zumindest denke ich, daß man beim Weichendesign nicht nur auf den Amplitudenschrieb starren sollte, sondern auch mit der Dämpfung spielen sollte, was ja auch mit einem Spannungsteiler in der Weiche machbar ist. Man muß die Weiche ja nicht auf 16 Ohm bei einem 16 Ohm Treiber berechnen und dann Spannungsteilern, man kann die Weiche ja auch auf 8 Ohm berechnen und mit dem Spannungsteiler eine 8 Ohm Last bauen und schon ist die Dämpfung größer.
    Wie auch immer, ich mache alles aktiv und spiele dann mit der Dämpfung, die Versuche mit den 12ND610 klangen gut mit 6 Ohm Vorwiderstand.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 31. Oktober 2005 um 18:55
    • #4
    Zitat von "Hörnli"

    Zumindest denke ich, daß man beim Weichendesign nicht nur auf den Amplitudenschrieb starren sollte, sondern auch mit der Dämpfung spielen sollte, was ja auch mit einem Spannungsteiler in der Weiche machbar ist.

    ... also: Widerstände machen eine Weiche nicht besser oder schlechter.
    Es gibt Situationen, wo ein Parallelwiderstand zur Bedämpfung eines passiven Hochpassfilters - im positiven Sinne - Wunder wirkt.
    Und wer sich den Impedanzschrieb einer "passiv mehrwegigen" PA-Kiste und den Spannungsverlauf an den Chassis nicht anschaut, hat selbst Schuld ...

    Ebenso gibt es diese"Spannungsteiler", die - mit dem Taschenrechner "entwickelt" - dann eher klangliche (und leistungsmässig auch ...) Probleme machen können.

    Auch gibt es Spulen, die (aufgrund des Kernmaterials) schon bei für PA-Verhältnisse moderaten Leistungen Klirren ... oder bei zu hohen R die elektrische Güte des Treibers "zum Teufel gehen lassen".

    Ein Patenrezept gibts nicht ... man muß beim Weichenentwickeln einfach nur "gut aufpassen". :wink:

  • JF
    Verifiziert
    Beiträge
    2.934
    • 31. Oktober 2005 um 18:59
    • #5

    Man wird um einen Parallel-R um die Impedanz zu glätten wohl nicht herum kommen und ein Vor-C, um den Frequenzgang glatt zu ziehen, ist auch nur ein frequenzabhängiger WIDERSTAND. Sprich ob ich einen R mit einem C überbrücke oder einen kleinen C nehme - beides muss bei X kHz gleich stark absenken -> gleich starker Widerstand.

    Man kann also nur passiv mit eben passiver Entzerrung (ob da jetzt ein R oder ein C dämpft ist ja nun egal) mit aktiv und absolut gleichem Frequenzgang vergleichen - und das hab' ich noch nicht gemacht, da gar nicht so einfach möglich.

    lg
    JF

    p.s.: Sehr hochohmige Treiber, die man aktiv per EQing boostet wären natürlich auch eine Möglichkeit - aber halt so nicht am freien Markt erhältlich (und die Hochohmigkeit macht ja wieder andere Problemchen ...)

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 31. Oktober 2005 um 20:26
    • #6
    Zitat von "JF"

    Man wird um einen Parallel-R um die Impedanz zu glätten wohl nicht herum kommen und ...

    ... gerade bei einigen Horntreibern kann auf einen Parallelwiderstand oft nicht verzichtet werden, weil sich sonst (hohe ...) Impedanzmaxima im elektrischen Impedanzverlauf sehr störend im Schallpegelfrequenzverlauf "wiederfinden". :?

    Aber dies ist nur ein Thema von vielen, welches man bei einer Weichenentwicklung (besser ...) beachten sollte ... :wink:

  • Dirk Hahn
    Verifiziert
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    1.138
    • 13. November 2005 um 00:25
    • #7

    Die schalldruckmässige Anpassung des Hochtontreibers an einen Tiefttöner lässt sich m.E. sehr simple durchführen. 12 dB imLowpass sind hinreichend, 24 dB Highpass sind nahezu erforderlich, um Pegel und Phase zu optimieren. Meiner Erfahrung erzeugen solch aufgebaute Filter wesentlich höhere dynamische Pegel.

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

  • Sound-Klinik
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    • 13. November 2005 um 11:36
    • #8
    Zitat von "Dirk Hahn"

    Die schalldruckmässige Anpassung des Hochtontreibers an einen Tiefttöner lässt sich m.E. sehr simple durchführen. 12 dB imLowpass sind hinreichend, 24 dB Highpass sind nahezu erforderlich, um Pegel und Phase zu optimieren. Meiner Erfahrung erzeugen solch aufgebaute Filter wesentlich höhere dynamische Pegel.

    ... viele Wege führen bekanntlich nach Rom ... ich selbst arbeite mit einer sich im Laufe der Jahre sehr gut bewährten Vorgehensweise, mit der ich - und meine Kunden - gut klarkommen. Sicher gibt es auch andere Verfahren, die vergleichbare Ergebnisse ermöglichen

    Wichtig ist einfach die sinnvolle Einbeziehung von Filtereigenschaften der verwendeten Treiber (denn: kein "real existierender" Treiber verhält sich ideal und muß daher "hier und da" entzerrt werden ...).

    Aber letztendlich zählt dann sowieso das Gesamtergebnis (Klang, Abstrahlverhalten, leistungsmässige Dimensionierung ...) der gewählten Abstimmung ...

  • Dirk Hahn
    Verifiziert
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    1.138
    • 17. November 2005 um 23:57
    • #9

    Hallo Manfred,

    ich glaube, dass du die Basisfrage nicht richtig verstanden hast.

    Also noch ein mal: Filterschaltungen mit üblicher Dämpfung durch Widerstände gegen Filter, die ohne R´s auskommen. Und diese im Vergleich zu testieren. Vielleicht habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt. Dann sorry dafür.

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

  • Thomas
    Verifiziert
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    10.847
    • 18. November 2005 um 07:05
    • #10

    ganz ohne reellen widerstand gehts oft aber nicht.

  • Sound-Klinik
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    • 18. November 2005 um 08:08
    • #11
    Zitat von "Dirk Hahn"

    Also noch ein mal: Filterschaltungen mit üblicher Dämpfung durch Widerstände gegen Filter, die ohne R´s auskommen. Und diese im Vergleich zu testieren. Vielleicht habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt.

    ... das funktioniert aber nicht bei allen Kombinationen ... die verwendeten Chassis/Treiber/Hörner müssen dann auch so zusammen passen, daß es pegelmässig mit einem Filternetzwerk, welches ausschließlich aus Spulen und Kondensatoren besteht, funktioniert.

    Ich habe sicher auch mal Kombinationen gemacht, wo ich dann ggf. mit nur einem Widerstand klarkomme - bei einem Abhörmonitor hatte ich auch schon mal keine Widerstände.

    Man sollte immer versuchen, ein Netzwerk mit möglichst wenig Bauteilen aufzubauen - nicht um Bauteile zu sparen (bei Industriejobs sicher auch ... :wink: ), sondern primär, um Verluste (Wärme) und klangliche Nachteile - so weit möglich - zu vermeiden.

    Prinzipiell legt man den zu treibenden Aufwand für das Filternetzwerk in dem Moment fest, wo man sich für bestimmte Lautsprecher in einem Projekt entscheidet.
    Und wenn z.B. ein Mittelhochtontreiber im Übertragungsbereich eine ausgeprägte Impedanzspitze hat, wirst Du - damit sich diese nicht im Wiedergabefrequenzverlauf bemerkbar macht - einfach einen Parallelwiderstand verwenden müssen.

    Der grundsätzliche Ansatz, möglichst wenig - resistive - Verluste (d.h. Wärme ...) zu produzieren, ist aber sicher - gerade bei PA-Systemen - richtig ...

  • Dirk Hahn
    Verifiziert
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    1.138
    • 25. April 2006 um 02:14
    • #12

    Hallo Hörnli,

    es stimmt genau, der C1 ist nicht der frequenzselektive, sondern der pegelstellende C.

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 25. April 2006 um 16:48
    • #13

    ... der nächste bahnbrechende Schritt wären dann supraleitende Lautsprecherschwingspulen (ob das wohl funktioniert ??) ... :wink:

  • Dirk Hahn
    Verifiziert
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    1.138
    • 11. Mai 2006 um 00:48
    • #14

    Ich weiss, dass hierbei selbst erfahrene Konstrukteure neue Wege finden müssen. Es geht nicht immer, jedoch erschreckend häufig.

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

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