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Hochtöner defekt, Klärung der Schuldfrage ???

  • audio-pip
  • 14. November 2005 um 16:01
  • Geschlossen
  • audio-pip
    Beiträge
    1.412
    • 14. November 2005 um 16:01
    • #1

    Hallo zusammen,

    Habe anfang des Jahres ein billig-Soundsystem verbaut. (DAP Boxen)
    Es war das einzige was noch in das Preislimit gepasst hat.
    Jetzt haben die Jungs es geschafft 7 von 8 Hochtonern bei einer Liveveranstaltung zu zerstören. Es wurde mir gesagt das es ein feedback gab und dann ruhe im Hochton war. (irgendwo logisch...)
    Die Anlage war durch einen Behringerkontroller eigentlich gesichert so das nix passieren konnte. Jedoch sollte ich den Kontoller offen lassen das man gegebenenfalls noch etwas änder könne.
    Der Chef da sagt am Kontoller wäre nix gemacht worden und es sei meine Schuld das die HT´s kaputt sind weil es ja so billige sind und außerdem hätte ich den Kontoller ja so einstellen können das nix passiert.
    Meine Argumentation geht dahin: Schwingspule schwarz, Schuld beim Betreiber, des weiteren weiß ich nicht wer noch am kontroller gespielt hat...

    Bin ich jetzt im unrecht?

    Sebastian

  • timotimo
    Profi
    Beiträge
    2.252
    • 14. November 2005 um 16:10
    • #2

    1. Bei einer Passiv-Box wird ein Behringer-Controller den Hochtöner nicht schützen (auch kein anderer Controller).

    2. Gehört das wohl ins Party-PA-Forum.

  • audio-pip
    Beiträge
    1.412
    • 14. November 2005 um 16:14
    • #3

    Bitte erläutere mir dein 1. etwas näher...
    Wieso kann ein Kontoller den Hochtöner nicht schützen?

    Danke!

  • songe creux
    Profi
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    626
    • 14. November 2005 um 16:17
    • #4

    Naja, das kommt d´rauf an würde der Jurist sagen. Kernpunkt der Streitfrage dürfte die Gegenüberstellung der Begriffe `Fehlbedienung´ und ´Fehlplanung` sein. Auch wenn das Budget einen engen Rahmen vorsieht, die Anforderung an das Produkt sich in diesem jedoch nicht realisieren lässt, ist es ein Planungsfehler. Hat jemand am Controller gespielt und signifikante Sicherheitsänderung angestellt, musst Du ihm beweisen, dass er, wenn er nach dem Gau alles wieder original gestellt hat, etwas für den Schaden ursächlich verstellt hat.
    Typische Situation der Branche, der eine hat kein Geld, möchte aber trotzdem dicken Backen, einer wittert den Auftrag nach der Devise: `wird schon gehen` und zum Schluss gibt´s Streit - normal. Besser wäre gewesen, a) das Billigzeug nicht zu verbauen und b) den Controller zu sperren. Allerdings gibt es keine absolute Sicherheit in der Anwendung, aber gewissenhafte Vorsorge und Beratung, ein großer Teil der Dienstleistung.

    >>> Und Controller vor passiven Boxen, schützen bei richtiger Einstellung die ganze Box, also auch den Hochtöner.

  • databass.ch
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    1
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    1.197
    • 14. November 2005 um 16:38
    • #5
    Zitat von "audio-pip"

    Bitte erläutere mir dein 1. etwas näher...
    Wieso kann ein Kontoller den Hochtöner nicht schützen?

    Danke!

    Das Problem ist, das ein Hochtonlautsprecher wesentlich weniger Leistung verkraftet als ein Tief/Mitteltöner. Beispiel: 300W bei 200Hz sind für die Box verm. kein Problem, 300W bei 10kHz und der HT mach Winkewinke. (Zahlen sind nur Beispiele)
    Wenn du den Limiter jetzt so eingestellt hast, dass er auf 300W begrenzt, kann ein Feedback bei der richtigen/falschen Frequenz trotzdem den Hochtöner zerstören. Um das ausschliessen zu können, müsstest du einen frequenzabhängen Limiter haben oder den Limiter soweit runterregeln, dass die Box nur max 100W abbekommen kann.

  • audio-pip
    Beiträge
    1.412
    • 14. November 2005 um 16:46
    • #6

    Also wenn ich dich richtig verstehen, habe ich den Betreiber falsch beraten und hätte bei einem solchen Buget die Finger lassen sollen.
    Es sei denn ich könne dem Fremdtechniker den Eingriff in den Kontoller nachweißen, was aber eher nicht möglich ist...
    So jetzt ist es aber schon zu spät für eine solche Einsicht, und ich muss mich mit dem unzufriedenen Kunde ärgern.

    Sprich, ich bin in der Bringeschuld für meinen Kunde und sollte zusehen das ich die Boxen wieder in Ordnung bekomme.

    Richtig?

    ...Sebastian

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 14. November 2005 um 16:47
    • #7

    MHh war das nicht so, dass sich nach 6 monaten die beweislast umkehrt?
    mann ich hätte mal in der rechtskunde vorlesung etwas besser aufpassen sollen :(

    eine rückkopplung ist in meinen augen eine fehlbedienung die mit einem controller ohne weiteres nicht in den griff zu kriegen ist.
    zumindest würde ich so argumentieren. damit lassen sich auch dicke 2" treiber mit 4" membran zerstören wenn man es "richtig" anfängt.

  • timotimo
    Profi
    Beiträge
    2.252
    • 14. November 2005 um 17:26
    • #8
    Zitat von "databass.ch"

    Das Problem ist, das ein Hochtonlautsprecher wesentlich weniger Leistung verkraftet als ein Tief/Mitteltöner. Beispiel: 300W bei 200Hz sind für die Box verm. kein Problem, 300W bei 10kHz und der HT mach Winkewinke. (Zahlen sind nur Beispiele)
    Wenn du den Limiter jetzt so eingestellt hast, dass er auf 300W begrenzt, kann ein Feedback bei der richtigen/falschen Frequenz trotzdem den Hochtöner zerstören. Um das ausschliessen zu können, müsstest du einen frequenzabhängen Limiter haben oder den Limiter soweit runterregeln, dass die Box nur max 100W abbekommen kann.

    Genau so hatte ich das gemeint und sehe ich das auch. Ausnahme: Du betreibst die Box aktiv, also mit extra Endstufe (und dann auch Limiter in der Weiche) in jedem Weg.

    Ich würde auch sagen: Fehlbedienung. Klar, andere Boxen hätten es vielleicht überlebt. Wie groß ist der Schaden? geschätzte 200 Euro? Lohnt sich da ein Rechtsstreit?

  • audio-pip
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    1.412
    • 14. November 2005 um 17:37
    • #9

    Der Wert von neuen Chalotten liegt noch weit darunter, die Holländer meinten wohl VK 12,60 plus Versand.
    Da lohnt sich kein Rechtsstreit...

    Nur es kann dann ja jederzeit wieder passiern das die Teile fliegen und da will ich mich eben absichern das es nicht zum Fass ohne Boden wird.

    ...Sebastian

  • leisedunkel
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    157
    • 14. November 2005 um 18:13
    • #10

    Also sorry,
    bei Treibermembranen für 12,60 würde ich mir die Box nichtmal ins Wohnzimmer setzen!!!

  • Jonnytrance
    Gast
    • 14. November 2005 um 18:20
    • #11

    Zum absichern:
    1. Behringer durch dbx ersetzen, oder externe FBD einsetzen.
    2. Falls bei Behringer bleiben sollte: Dyn EQ einsetzen, Hicut ab ca. 18 Khz, Limiter "strenger" einstellen, Controler sperren.

  • f8274
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    • 14. November 2005 um 18:38
    • #12

    audio-pip: Objektive Fehlbedienung. Dein Kunde ist offenbar Laie und hat nicht nur bei der Wahl seiner "Hifianlage", sondern auch nochmal bei der Wahl seiner "Künstler" ins Klo gegriffen.

    In toto ist hierdurch klar geworden, dass man auf solche Geschäfte verzichten sollte. Wozu Beratung etc., wenn der Kunde nur Cents für eine Beschallung ausgeben möchte mit der er erwartungsgemäß auf Dauer nicht zufrieden sein kann?

    M.E. erweist man solchen Interessenten eher einen Dienst, wenn man ablehnt. Er wird sich jetzt wohl auch nochmal sein Budget überdenken, aber wohl nicht mehr bei Dir (Schund) einkaufen.

    Das Thema HT bei Quäken geschossen, die man nichtmal als Hifibox durchgehen lassen möchte, wollen wir aber zukünftig im Party-PA-Forum besprechen.

    Wg. Ersatzansprüchen würde ich mir an Deiner Stelle keine Sorgen machen.

    Danke & Gruß,
    f8274

  • audio-pip
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    • 15. November 2005 um 13:24
    • #13

    Vielen Dank an Oliver,

    der nochmal kurz aufgeschlossen hat. thx!!

    Also ich habe mich mit dem Kunde geeinigt, es wurden neue Hochtöner bei mir bestellt die auch die nötige Qualität haben.
    Der Fremdtechniker bau die Teile ein und erstellt auch das nötige Kontrollersetup. Somit übernimmt er auch die Garantien für seine Einstellungen.
    Ich gehe davon aus das der Behringer kontoller nicht mehr lange in verwendung sein wird und gegen eine Aktivfrequenzweiche und einen 31-Band EQ getauscht wird. Da der fremdtechniker mit dem Behringer nicht so zurecht kommt. Was dann nun mit Limitern etc. wird ist mir ein Rätzel.
    Aber zudem nicht mehr mein Bier.

    Ich für meinen Teile lerne daraus das ich einen solchen Low-Budget-Auftrag in Zukunft nicht mehr annehmen kann, da ich die Betriebssicherheit von "billig-Material" nicht garantieren kann, da sie nicht gegeben ist. Mal ganz davon abgesehen das der Schaden durch ein Feedback erzeugt wurde.

    Vielen Dank für die zahlreichen guten Tips!

    ... Sebastian

    OK, kann wieder geschlossen werden...

  • databass.ch
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    • 15. November 2005 um 13:51
    • #14
    Zitat von "audio-pip"

    Ich gehe davon aus das der Behringer kontoller nicht mehr lange in verwendung sein wird und gegen eine Aktivfrequenzweiche und einen 31-Band EQ getauscht wird.

    Seh' ich jetzt den Sinn nicht umbedingt, ausser:

    Zitat von "audio-pip"

    Da der fremdtechniker mit dem Behringer nicht so zurecht kommt.

    (Wobei, so eine Hexerei ist doch das auch nicht...)

    Hab ich das richtig verstanden, dass ihr andere Hochtöner in die DAP Kisten schraubt? Ob das eine gute Lösung ist... :roll: (wegen Abstimmung der internen Frequenzweiche und Laustärkeverhältniss Mid/Hi, etc) Ich hätte eher das Geld für die neue Aktivfrequenzweiche und die Hochtöner gespart und gleich neue Tops besorgt. Was sind das momentan für welche?

  • songe creux
    Profi
    Beiträge
    626
    • 15. November 2005 um 13:52
    • #15
    Zitat von "audio-pip"

    ... Ich für meinen Teile lerne daraus das ich einen solchen Low-Budget-Auftrag in Zukunft nicht mehr annehmen kann, da ich die Betriebssicherheit von "billig-Material" nicht garantieren kann, da sie nicht gegeben ist.

    Das freut mich zu hören, dass Du zu dieser Einsicht gekommen bist. Herzlichen Glückwunsch!

  • f8274
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    4.858
    • 15. November 2005 um 16:19
    • #16

    So, jetzt kennen wir das vorläufige Ende dieses Vorfalls.

    Ich denke, ein dbx 224 AFS (sehr flinker Feedback Eliminator mit 24 Filtern je Kanal) hätte den Schaden verhindert, ein EQ dagegen nur, wenn er die Feedback-Frequenz runtergezogen bekommen hätte - in Eurem Anwendungsfall würde ich also eher auf eine automatische Lösung a la feedback eliminator in Verbindung mit Limiting setzen.

    Weiter in Richtung dieses Themas bitte im Party-PA-Forum diskutieren, danke!

    Gruß Oliver

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