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Tschernobyl und was wir daraus lernen können

  • ADMIN
  • 22. April 2006 um 13:02
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    • 22. April 2006 um 13:02
    • #1

    Ich lese gerade einen interessanten Artikel auf spiegel.de . Nein, wir betreiben keine Atomkraftwerke, aber ganz ungefährlich ist's in der Veranstaltungstechnik nicht, und einiges von dem, was dort zu finden ist, lässt sich durchaus übertragen:

    Zitat von "spiegel.de"

    Der Psychologe Dörner hält das, was vor 20 Jahren im Leitstand des Reaktors geschah, für kaum verwunderlich. Beispielsweise die Nichtbeachtung von Sicherheitsvorschriften. Dies komme nicht nur in Tschernobyl vor, sondern auch in westlichen Atomkraftwerken und in der Chemischen Industrie. Arbeitspsychologen und Unfallforscher hätten ihm berichtet, dass die Umgehung von Sicherheitsvorschriften "gang und gäbe" sei.

    Wir haben es ja immer so gemacht

    Solche Regelverletzungen, die ja in der Regel die Arbeit erleichtern, bürgerten sich nach dem ersten Verstoß immer mehr ein. Sie würden zur Methode, schreibt Dörner im Buch "Die Logik des Misslingens", zur Gewohnheit. Schließlich habe man es ja immer so gemacht.

    Auch die Selbstsicherheit der Bedienmannschaft, sie galt als ein gut eingespieltes Team angesehener Experten, deren Reaktor mehr Stunden pro Jahr am Netz war als andere, hat das Unglück begünstigt. Der Reaktor sei nicht "analytisch", sondern "intuitiv" betrieben worden.

    Die Mannschaft habe zu wissen geglaubt, womit man zu rechnen habe. "Alles, was geschah, haben die Operateure bewusst gemacht und offenbar aus der vollen Überzeugung heraus, richtig zu handeln," konstatiert der Psychologe.

    Hinzu kamen Zeitdruck und womöglich ein weiteres gruppendynamisches Phänomen: das sogenannte "Groupthink". In einer Gruppe von Fachleuten gebe es die Tendenz, sich selbst zu bestätigen, alles richtig und gut zu machen, schreibt Dörner. Kritik in der Gruppe werde "implizit durch Konformitätsdruck" unterbunden.

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    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

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    Insomnia
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    • 24. April 2006 um 10:08
    • #2

    Routine ist ja auch einer der größten Verursacher von Arbeitsunfällen.
    Wobei ich jetzt keineswegs Tchernobyl als Arbeitsunfall abtun will.
    Aber das sollte man sich immer wieder mal vor Augen halten.


    Insomnia

  • karel noon
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    • 24. April 2006 um 13:06
    • #3

    Danke Admin für diesen beitrag, er regt zum nachdenken über das alltägliche handeln an, und vielleicht entdeckt der ein oder andere (oder auch ich :D ) etwas das zwar keinen GAU auslößt, aber vielleicht doch nicht ganz so korrekt ist.

    ein beispiel aus meiner erfahrung: ein tech sagt selten zu einem anderen etwas über den sound, obwohl ich das als sehr nützlich empfinde ein feedback zu bekommen.
    mir ist kritik immer lieber als unangebrachtes schulterklopfen, jeder macht fehler, und wenn man es selber nicht merkt dann müssen es andere merken.

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

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  • Hitower
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    • 1. Mai 2006 um 14:43
    • #4

    Hi

    Hab einen Bericht im TV gesehen, wo Arbeitern im Stahlbau (Schmelzofen) ein Rotationsprinzip existiert, so das die Arbeiter nicht immer die Selben Sachen machen! Das soll die "Routine" mindern!

    Mein Vater der im Schichtbetrieb an einem Flughafen arbeitet hat ähnliches Rotationsprinzip!

    Gruß
    Daniel

    Fachkraft in Hamburg...

  • hausmeister
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    • 18. Mai 2006 um 21:26
    • #5
    Zitat von "mediennutte"


    ein beispiel aus meiner erfahrung: ein tech sagt selten zu einem anderen etwas über den sound, obwohl ich das als sehr nützlich empfinde ein feedback zu bekommen.
    mir ist kritik immer lieber als unangebrachtes schulterklopfen, jeder macht fehler, und wenn man es selber nicht merkt dann müssen es andere merken.

    Das sehe ich genauso ! Auf das wie kommt es an. Hab letztens wieder nen Babysitterjob gemacht mit nem Tech der auch als FOHler Stadien gemacht hatte. Zitat "sag mir was wenn dir was auffällt " . Im Gegensatz zu machen 3klassigen Techs bei denen man lieber 3 Meter weiter hinten steht........

    Das mit dem immer so gmacht höre ich leider auch viel zu oft... lieber mal kurz mit 4 Augen gucken und Fehler vermeiden !

    Kollegiale Grüße Michael

    Wo is na des Hirn........endlich ONLINE !


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  • karel noon
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    • 18. Mai 2006 um 23:12
    • #6

    odfer um es mal zu vertiefen: wenn ich ein störgeräusch höre, dann fange ich in der regel an systematisch (zumindest wenn es nichts "typisches" für ein bestimmtes instrument ist) die kanäle durchzugehen, wenn dan dem babysitter schneller auffält das es der kanal ganz rechts ist, während ich links noch suche, warum soll er mir das nicht sagen? und warum soll ich dann zickig reagieren?
    ich werde nur besser wenn ich meine eigene arbeit analysiere, und von anderen analysiert und beobachtet werde. und besser werden kann man immer, perfekt ist keiner von uns.

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  • hausmeister
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    • 19. Mai 2006 um 11:28
    • #7
    Zitat von "mediennutte"


    ich werde nur besser wenn ich meine eigene arbeit analysiere, und von anderen analysiert und beobachtet werde. und besser werden kann man immer, perfekt ist keiner von uns.

    Da bin ich voll bei dir allerdings gibt es immer wieder welche die meinen sie sind "the Godfather of Mixing" und nur sie haben den richtigen Sound .... Uns sie machen alles richtig. Im Team geht es immer besser. Aber Teamwork hat als Grundvoraussetzung das alle Teammitgleider das auch wollen :)

    Grüßelis

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