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D8 und geführte Lasten

  • Manuel001
  • 7. Mai 2006 um 23:16
  • Manuel001
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    73
    • 7. Mai 2006 um 23:16
    • #1

    Hallo,
    nach SR 2,0 sind ja geführte Lasten wie z.B. Sleeveblock sog. besondere Lastfälle und bedürfen einer Lastmessung.
    Sind also hier nur C1 Motoren mit Unterlastüberwachung zulässig, auch wenn sie nur zum Hochfahren eines Karres oder Daches genutzt werden, und dann totgehängt werden?

    MfG Manuel

  • ADMIN
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    • 7. Mai 2006 um 23:56
    • #2

    Es gab ja auf der PLS diese Diskussionsrunde zu den VPLT-Standards, und dort tendierte das Podium zu der Ansicht, D8 sei ja weitgehend unproblematisch, da steht ja keiner drunter, mehr als Sachschaden kann da ja nicht passieren.

    Ich mache da mal generell ein Fragezeichen dahinter.

    Bei den geführten Lasten stellt sich zusätzlich die Frage, wie man da Sekundärsicherungen anbringt, wenn sich da keiner drunter aufhalten darf. Bockleiter neben dem Tower?

    Daneben mal folgender Gedankengang (Gefährdungsanalyse ist ja derzeit in Mode...): Wir ziehen einen Traversenrahmen hoch, beim Hochziehen verkantet die Sache, in's Rigg kommen erhebliche Torsionskräfte, irgendwo bekommt die Sache einen Knacks weg, kommt aber noch nicht runter. Wird dann in die Sekundärsicherung gehängt. Anschließend wird dann beispielsweise ein Linearray hochgezogen, und nun kommt's zum Desaster.

    Sichtprüfung zwischen Anbringen der Sekundärsicherung und Anbringen weiterer Lasten ist erst einmal nirgends vorgesehen.


    Von daher würde ich zu der Auslegung tendieren, dass auch bei D8-Motoren und geführten Lasten (genauso wie bei statisch unbestimmten Systemen) eine Lastmessung nötig ist. Und zwar jetzt nicht irgendwo eine Lastmessdose und irgendwo steht ein Laptop rum, vielleicht schaut ja jemand drauf, sondern eine Steuerung nach DIN EN 61508 - also im Prinzip eine C1-Anlage. Den Aufschrei der Branche wollte man wohl vermeiden und hat etwas "unscharf" formuliert. Das schafft allerdings das Problem nicht aus der Welt, sondern verlagert es auf die Diskussion nach einem Schadensfall (wenn dann Leute in schwarzen Roben Sätze schreiben wie "der Beklagte hätte erkennen müssen"...).

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Manuel001
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    73
    • 8. Mai 2006 um 11:42
    • #3

    Gibt es eine Möglichkeit eine Lastmessung bei D8 Motoren, in unserem falle Caimaster, nachzurüsten, ohne eine komplette C1 anlage zu verwenden?

    MfG Manuel

  • Sven M
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    • 8. Mai 2006 um 11:54
    • #4

    Natürlich, Kraftmessdosen aus der Industrie benutzen (Sicherheitsfaktor beachten!)
    Zum Beispiel die Jungs von Dart vertreiben so etwas.

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • ADMIN
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    • 8. Mai 2006 um 19:34
    • #5
    Zitat von "Manuel001"

    Gibt es eine Möglichkeit eine Lastmessung bei D8 Motoren, in unserem falle Caimaster, nachzurüsten, ohne eine komplette C1 anlage zu verwenden?

    1.) Prinzipiell ja

    2.) Meiner Ansicht nach müsste die Lastmessung in die Steuerung eingebunden werden. Der dafür nötige Aufwand ist ganz erheblich.

    Wie schon oben geschrieben, das ist etwas unscharf formuliert

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Sven M
    Profi
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    • 8. Mai 2006 um 20:49
    • #6

    ADMIN:
    In wie weit soll deiner Meinung nach die Lastmessung in die Steuerung eingreifen?
    - Notaus bei überlast?
    - Nachregeln eines Zuges (oder partielles abschaltung des überlasteten?)

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • Manuel001
    Beiträge
    73
    • 8. Mai 2006 um 22:09
    • #7

    Überlast ist ja nicht so das Problem denke ich. Eher Unterlast. Eim Motor fährt eher aus der Last, als das drei andere überlastet wären.
    Nachregeln geht nicht, da D8 Motoren nicht für regelbare Geschwindigkeit gedacht sind.

  • Sven M
    Profi
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    • 8. Mai 2006 um 22:24
    • #8

    ..ich kann aber doch den überlasteten Motor stoppen bis der überlastfall vorbei ist oder nicht (alles nur ein Gedankenspiel, ich halte da nix von).
    Ich will ja nur mal des Admins Meinung lesen.

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

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  • chrickel
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    • 9. Mai 2006 um 09:34
    • #9
    Zitat von "Sven M"

    ..ich kann aber doch den überlasteten Motor stoppen bis der überlastfall vorbei ist oder nicht (alles nur ein Gedankenspiel, ich halte da nix von).
    Ich will ja nur mal des Admins Meinung lesen.

    Auch wenn ich nicht gefragt wurde, schreibe ich mal meine Meinung dazu:
    Um das zu integrieren, hat die Steuerung schon die Komplexität von Cyberhoist erreicht....

    Stell' Dir folgendes Szenario vor:
    Rig fährt an n Punkten runter. Ein Motor ist aus irgendwelchen Gründen viel zu langsam, n-1 Motoren fahren brav weiter runter und das System hängt bald nur noch an besagtem Motor. Dadurch wird der Motor überlastet, Deine Steuerung schaltet ab und wartet, daß er nicht mehr überlstet ist. Wie lange denn? Bis die Flasche aus dem Dach kommt? 8)

    By(t)e,
    Chrickel
    http://www.chrickel.eu

  • Sven M
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    • 9. Mai 2006 um 10:07
    • #10

    Richtig Chrickel, ich halte da auch gar nichts von. Ich habe es nur so formuliert weil ich das auch nochmal aus anderem Mund hören wollte.

    und..du darfst doch immer antworten.

    Eine Regelung kann man meiner Ansicht nach nur mit Frequenzumrichter und Drehgeber machen. Dann sieht aber auch der Motor etwas anders aus. Die Steuerung auch:-)

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

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  • ADMIN
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    • 10. Mai 2006 um 02:40
    • #11
    Zitat von "Sven M"

    ADMIN:
    In wie weit soll deiner Meinung nach die Lastmessung in die Steuerung eingreifen?
    - Notaus bei überlast?
    - Nachregeln eines Zuges (oder partielles abschaltung des überlasteten?)

    Notaus bei Überlast? Ich fahre das Rigg runter, ein Motor bekommt - warum auch immer - Überlast, ich schalte ab und bekomme da noch eine Stoßkraft oben drauf? Das kann's ja wohl nicht sein...

    Am Rande: In der VA-Technik sind 1-Tonnen-Züge Standard, und 30cm-Truss (FD 34 und Konsorten). Das hält so in etwa das dreifache von dem aus, was in der Belastungstabelle steht, dann kommt es runter (etwas früher oder später, je nach dem, wie gut das Alu und der Schweisser waren und wie mutig der Hersteller mit seiner Belastungstabelle). Manchmal kommt es schon beim doppelten Wert runter. Bevor der Zug wegen Überlast abschaltet, kracht mir schon das Rigg zusammen.

    Der SR 2.0 macht mit der Lastmessung ein Fass auf und lässt es dann offen rumstehen... Wenn man so die üblichen Verdächtigen fragt, dann kommen die mehr oder weniger direkt auch zu der Aussage, dass das eigentlich "C1-Anlage" heisst.

    Wenn wir den Fall mal so durchdenken, wie nach einem Schadensfall ein Gutachter da dran gehen könnte:

    1.) Wenn der SR 2.0 überhaupt als relevant angesehen wird, dann steht da zu den Details der Lastmessung nichts drin. Also bemüht man sich um weitere Erkenntnisquellen.

    2.) Man wird fündig in der DIN 56950 (Veranstaltungstechnik - Maschinentechnische Einrichtungen - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung)

    3.) Diese wiederum verweist explizit auf die DIN EN 61508 ("Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme"). Bei genauer Betrachtung sind wir da bei einer SIL 3-Steuerung, mit allem, was da so dranhängt. Notaus bei Überlast wird da bei Weitem nicht reichen.

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