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Das Inkassosystem MediaFinanz - Erfahrungen?

  • Mnyut
  • 9. Juli 2006 um 16:33
  • Mnyut
    Beiträge
    2.329
    • 9. Juli 2006 um 16:33
    • #1

    Bin durch eine getätigte eBay Auktion auf diese Firma aufmerksam geworden. Hört sich ja prinzipiell "nett" an:

    • Effektives Inkasso ohne Kostenrisiko.
    • Keine Mindesthöhe Ihrer Forderungen.
    • ausgefeiltes Mahnsystem (per Post, Email, SMS, Telefon und Anwalt).
    • Telefonisches Mahnwesen nötigenfalls bei jeder Forderung, auch bei Kleinstforderungen.
    • Leistungsfähige Schnittstellen von der Forderungsübergabe bis zur Rückmeldung.
    • Keine Negativpauschalen oder Mitgliedsbeiträge.
    • Absolute Transparenz, die es Ihnen erlaubt, jederzeit den aktuellen Sachstand abzufragen.

    Hat hier jemand mit der Firma schon Erfahrungen sammeln können?

    Im Internet habe ich nur Betroffene (also zahlungsunwillige Kunden) gefunden, die über die Firma gejammert haben, was mich als Auftraggeber ja aber ned weiter stört :D.

  • schallereignissortierer
    Profi
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    1.578
    • 9. Juli 2006 um 17:28
    • #2

    Wenn man mal davon absieht, das Inkasso Büros NULL rechtliche Relevanz haben -und die Kosten im Zweifelsfall auch gar nicht vom Schuldner bezahlt werden müssen- , kann man sich natürlich ein solches nehmen.

    http://www.sfz-mainz.de/dateien/abhand…kassokosten.htm

    Der Schuldner ist doch eh nach 30 Tagen im Verzug, insofern könnte man ihn auch selber Mahnen:

    http://dejure.org/gesetze/BGB/286.html

    Gut, bei den meisten wird ein Inkasso Schreiben schon was bewirken, nur sollte der Schuldner stur sein, hilft das garnix und Du bleibst auf den Inkasso Kosten sitzen.

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • Mnyut
    Beiträge
    2.329
    • 9. Juli 2006 um 17:42
    • #3
    Zitat von "schallereignissortierer"

    [...] sollte der Schuldner stur sein, hilft das garnix und Du bleibst auf den Inkasso Kosten sitzen.


    Dazu schreiben sie ja:

    Zitat

    Wer trägt die Inkassokosten, wenn der Schuldner diese nicht begleicht?
    Sollten wir einmal trotz aller Bemühungen außergerichtlich eine Ihrer Forderungen nicht vollständig einziehen können, stellen wir die aufgelaufenen Inkassokosten nicht Ihnen, sondern weiterhin Ihrem Schuldner in Rechnung.
    [...]

    Das macht die Sache ja, wie ich finde, interessant. Man hat erstmal so gut wie keine Arbeit mit dem Geldeintreiben und ich bekomme den vollen Betrag der bei mir offen ist.
    Ob die ihre Inkassoleistung dem Schuldner in Rechnung stellen dürfen oder nicht ist mir egal. Das Problem sollen sie selber lösen.

    Natürlich wende ich mich erst mal persönlich per Telefon/eMail o.ä. an den Schuldner, aber wenn das nix hilft ist das doch eine recht einfache Möglichkeit...


    Da ich aber von Recht keine Ahnung hab... was heist im Anschluss mit dem oben zitierten von mir

    Zitat

    Dazu treten Sie uns Ihren Anspruch auf Erstattung der Inkassokosten gemäß § 4 Abs. 2 RVG an Erfüllung statt ab.

    Quelle


    :?:

  • test
    Profi
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    Marktplatz Einträge
    4
    • 9. Juli 2006 um 17:52
    • #4

    was nützt das beste inkasso büro, wenn der schuldner kein geld hat oder dickfellig alles aussitzt?
    leider wird in d der schuldner in fast jedem belang bevorzugt :cry:

    http://www.crystal-hannover.de
    Beschallung, Beleuchtung, LED technik
    Trussing, Line Arrays

  • dagobert
    Beiträge
    810
    • 9. Juli 2006 um 18:11
    • #5

    Aber man sollte keine Möglichkeit auslassen, und wenn sie noch kostentransparent ist spricht ja mal garnix dagegen!

  • Mnyut
    Beiträge
    2.329
    • 9. Juli 2006 um 18:12
    • #6

    test: Das mag sein! Wenn man aber garnix dagegen unternimmt, wird es immer noch mehr zahlungsunwillige geben. Und wenn man dann auf so einfache weise "druck" auf die Schuldner ausüben kann, warum nicht nutzen?

    edit: dagobert war schneller :D


    Deswegen -> hat jemand erfahrungen mit dieser Firma gemacht?

  • schallereignissortierer
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    1
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    1.578
    • 9. Juli 2006 um 18:20
    • #7
    Zitat von "test"

    was nützt das beste inkasso büro, wenn der schuldner kein geld hat oder dickfellig alles aussitzt?

    Ebent, das ist das Problem, kann man auch hier nochmal nachlesen:

    http://www.vonderwehl.de/SEITE/HTML/pun…eischalten.html

    [edit]Nur wenn der Schuldner nicht zahlt muss man sich eh einen Anwalt nehmen. Diese zusätzlichen Kosten sind dann vom Schuldner zu zahlen, allerdings die vorherigen Inkasso Kosten nicht. Denn auch der Gläubiger hat eine Schadensminderungspflicht und darf keine unnötigen Kosten produzieren.

    Kosten reiner Inkassobüros sind nicht unbedingt einem Gläubiger von einem Schuldner zu ersetzen: Nach ständiger Rechtsprechung des Amtsgerichts Saarbrücken sind Inkassokosten nicht erstattungsfähig, da der Gläubiger gegen seine Schadensminderungspflicht verstößt, wenn er die Forderung zur Beitreibung an ein Inkassoinstitut gibt. Erstattungsfähig sind allerdings diejenigen Gebühren, die auch entstanden wären bei Beauftragung eines Rechtsanwalts. ( AG Saarbrücken v. 11.08.1998 Az.: 36 C 44/98, nicht veröffentlicht ).
    Inkassobürokosten sind nicht zu ersetzen, wenn der Schuldner erkennbar zahlungsunwillig oder zahlungsunfähig ist.
    „Wer die Bereitschaft der Rechtsanwälte zum Inkasso nicht nutzt und sich für das teurere Angebot der Inkassoinstutute entscheidet, muss die entstehenden Mehrkosten selbst tragen. Kommt es anschließend zum Prozess, können die Inkassokosten idR nicht zusätzlich zu den Rechtsanwaltskosten beansprucht werden, da der Gläubiger zur Schadensminderung den Rechtsanwalt sogleich hätte beauftragen können.“. (Düss OLGZ 87, 494, Karlsr Rpfleger 87, 422, Dresd NJW-RR 94, 1139, Jena OLGNL 94, 107, LG Rottweil 94, 266, LG Berlin BB 96, 290, Peter Jur Büro 99, 174).

    http://gesetz.blogg.de/eintrag.php?id=28

    Nicht das hier der Verdacht aufkommt, ich wollte dem Schuldner Argumente liefern wollen. Es entspricht nur der gängigen Rechtsprechung.

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • Mnyut
    Beiträge
    2.329
    • 9. Juli 2006 um 22:13
    • #8

    Das mag alles richtig sein, aber wie gesagt: wenn man auf so einfache weise "druck" auf die Schuldner ausüben kann, warum nicht nutzen? Lassen sich die eigenen Nerven schonen und Arbeit machte es auch nicht wirklich, zumindest solange nicht bis man mit der Sache vor Gericht ist.

    Kosten tut der "Service" von Mediafinanz ja angeblich nur den Schuldner was.
    Deshalb immer noch die Frage: Hat wer schon damit Erfahrungen gemacht? Wurden (meist) die vollen Außenstände eingetrieben? Mediafinanz hat wirklich nix davon einbehalten? Bei nichterfolg wirklich keine Einschränkungen/Verpflichtungen für einen selber?

  • mringhoff
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    • 10. Juli 2006 um 11:12
    • #9

    Leider kann ich Dir auch keine Erfahrungsberichte mit Inkassounternehmen geben.

    Aber grundsätzlich: ein Inkassounternehmen ist kein Factoringunternehmen. Das heißt, die Jungs versuchen nur Deine Forderung einzutreiben, natürlich so, daß Du nichts bezahlen musst, sonst hätten die Inkassounternehmen kaum noch Kunden. Verdient wird am Schuldner.
    Factoringunternehmen kaufen Forderungen komplett auf (gegen eine Provision), d.h. danach hast Du als Gläubiger zwar etwas weniger Geld, dafür ist die Sache gegessen. Vielleicht rührt daher der Gedanke, daß man glaubt, auch ein Inkassounternehmen behält sich von der Forderung etwas zurück...

    Inkassounternehmen treiben nur ein. Und zunächst erstmal die eigenen Gebühren :) Natürlich wird von einer Teilzahlung erstmal die Gebühren abgezogen und soweit weiter eingetrieben bis alles (Gebühren und Forderung) beglichen ist. Wenns dumm läuft und der Schulder immer nur wenige EUR flüssig hat, werden permanent die Inkassogebühren eingetrieben und Deine Forderung muss warten...

    Für Dich bedeutet das zwar kein (Kosten-)Risiko. Jedoch sollte man bedenken, welchen Kunden man ein Inkassounternehmen auf dem Hals hetzt. Die Gebühren sind nicht ohne und der Umgangston sicherlich nicht der freundlichste. Wenn Dir also an dem Kunden nichts mehr liegt, dann warum nicht. Vergiss aber nicht, daß es auch negative Mundpropaganda gibt...

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  • mringhoff
    Profi
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    • 10. Juli 2006 um 11:23
    • #10
    Zitat von "Mnyut"


    Mediafinanz hat wirklich nix davon einbehalten? Bei nichterfolg wirklich keine Einschränkungen/Verpflichtungen für einen selber?

    Der "Trick" ist der mit den Gebühren!

    Erst werden vom Schuldner die Gebühren eingefordert und zwar in der Höhe, wie es das Inkassounternehmen bestimmt. Wenn dann nichts mehr für die Forderung übrigbleibt, dann kommen sie halt ein zweites / drittes / viertes etc. Mal. "Offiziell" behalten Inkassounternehmen nichts von der Forderung ein, aber im schlimmsten Fall quetschen sie aus einem armen Schuldner ein Haufen Gebühren raus und geben Dir dann die Forderung als nicht eintreibbar wieder zurück...
    Wenns dumm läuft, dauert das länger als Dir lieb ist und der Schuldner inzwischen eine EV abgibt.

    Aus Deiner Sicht könnte es also sein, daß es besser gewesen wäre, Du hättest selbst das Mahnewesen übernommen und zielstrebig durchgeführt, als wenn sich eine andere Firma (Inkassounternehmen) das restliche Geld vom Schuldner schnappen würde...

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