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Trusscaree 10x10x3,5m - Verstrebungen ?

  • Magic
  • 30. Juli 2006 um 10:01
  • Magic
    Verifiziert
    Beiträge
    652
    • 30. Juli 2006 um 10:01
    • #1

    Hi,

    wir möchten gerne bei der nächsten VA auf der Tanzfäche ein Carre Maße: 10m (L)x10m (B) x3,5m (H) aus Eurotruss FD 34 bauen.
    Belastung ca.: 4x 6er Bar's PAR 64 CP 61, 14x Movingheads 250 er

    Wie muss ich die Ecken verstreben (Pipes ect.) ? 3 Stück pro Ecke ist schon klar, aber welche Länge ?
    Sollte die man mit 2 Doppel-Couplern pro Traverse (also 4x pro Pipe), oder reichen jew. zwei pro Verstrebung ?

    Gruß Dirk

    The Show must go on ...

  • chrickel
    Profi
    Beiträge
    454
    • 30. Juli 2006 um 11:17
    • #2

    Also aus dem Bauch heruas würde ich sagen, daß zwei Verstrebungen völlig ausreichen. Ein Coupler pro Verbindung sollte reichen. Die Länge am Besten so wählen, daß Du den Cornerblock überbrückst - sollte mit 1,5m-Pipes machbar sein.
    Und selbstverständlich werden die Streben eingesetzt, bevor Lasten eingebracht werden.

    By(t)e,
    Chrickel
    http://www.chrickel.eu

  • Christoph
    Profi
    Beiträge
    166
    • 31. Juli 2006 um 19:01
    • #3

    Tach zusammen,

    von Eurotruss gibt es Diagonalstreben vorgefertigt. Die haben zur Systemgeometrie passende Längen, und sehen wesentlich besser aus als irgendwelche drangeschraubten Pipes. Die genaue Bezeichnung habe ich gerade nicht parat; bei Interesse kann ich die morgen aber mal nachschauen.

    Grüße

    Christoph

    Christoph Ginzel
    Meister für Veranstaltungstechnik

    COMA media GmbH

    cginzel@comamedia.de

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 31. Juli 2006 um 22:08
    • #4

    Also theoretisch brauchst du diese Streben gar nicht. Je nach System und Bauteilen musste das ganze auf Tragfähigkeit untersuchen und gucken ob die Ecken halten.
    Diese Streben kann man zur Stabilisierung einbringen, halten muss es von alleine.

  • Magic
    Verifiziert
    Beiträge
    652
    • 31. Juli 2006 um 22:44
    • #5

    Besten Dank schoneinmal für Eure Antworten.

    @Privateer: Ist schon klar, das die Traverse das aushalten muss. Wir haben schon mal ein kleineres Carre gebaut, ohne Verstrebungen, hat schon ordentlich "gewackelt" :(

    Gruß Dirk

    The Show must go on ...

  • Volker
    Profi
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    321
    Beiträge
    2.051
    • 1. August 2006 um 13:09
    • #6

    ich halte wenig von Rohren mit Doppelcouplern, das bei der kleinsten Hebelwirkung das Rohr gemütlich im Coupler verschoben wird. So fest kann man die Schrauben eigentlich garnicht anziehen. Ich wäre da auch mehr für die speziellen Rohre mit Geleneken und Coupler am Ende. Hier kann sich nur noch der Teil an der Traverse ggfs. bis zum nächsten Brace verschieben, aber nicht mehr alle Teile der Verbindung.

    Ich würde aus optischen Gründen ein Viereck diesr Größe auf mindestens 4 Meter Innenmaß aufbauen.

  • hink
    Beiträge
    383
    • 1. August 2006 um 18:56
    • #7
    Zitat von "Volker"

    ich halte wenig von Rohren mit Doppelcouplern, das bei der kleinsten Hebelwirkung das Rohr gemütlich im Coupler verschoben wird. So fest kann man die Schrauben eigentlich garnicht anziehen.

    Ich weiß nicht wer z.B. Camco Bühnen rechnet und TÜVt aber ich will mal behaupten das da Windverbände dieser Art im Baubuch stehen. Also Rohr in Doppelschelle. Was soll sich denn da unter welchen Lasten verschieben??

    Verwundert ch

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 1. August 2006 um 21:06
    • #8

    Sowas haste schonmal zu einem ähnlichen Thema geschrieben...bitte schick mir diese Statik mal...das interessiert mich brennend. Mir reicht auch nur diese eine Seite.
    Mal sehen ob diesmal was draus wird.

  • Volker
    Profi
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    321
    Beiträge
    2.051
    • 1. August 2006 um 22:39
    • #9

    ich bin kein Statiker, daher lasse ich auch gerne jemanden das Gegenteil beweisen.

    Mein Ansatz ist folgender:
    Einmal unterstellt, zwei Rohre, mit denen eine Drittes über doppelcoupler verbunden ist bewegen sich, dann muss die Kraft ja irgendwohin.
    Das schwächste Glied dabei ist die Verbindung Coupler/Rohr. Die Verbindung kommt aber ingesamt 4x vor, wenn ein Rohr einfach mit Doppelschellen seitlich an der Truss befestigt wird. Es kann sich folglich entweder eine Schelle an der Traverse verschieben, oder aber die Schelle an der Traverse hält und damit wirkt die ganze Traverse im Moment der Bewegung als Heben auf die Verbindung Coupler/Rohr. Einmal unterstellt der erste Coupler hält auch noch, drück das Versteifungsrohr dann in den Coupler am anderen Ende wieder zur Traverse. Sollte dieser wider Erwarten auch noch halten, ist wieder der Übergang Rohr/Traverse gefährdet.
    Ich komme nicht aus dem Gerüstbau und weiss daher nicht genau, ob Gerüstschellen uneingeschränkt geeignet sind für die um die Kraft abzufangen, die ein seitlich eingeschobenes Rohr einbringt. Stahlschellen evtl. aber Alu auf Alu ?
    Bei der Version mit den Spezialrohren und dem Gelenk und lediglich einem Coupler pro Ende ist die Kraftübertragung deutlich anders und es gibt weniger mögliche Fehlerquellen.
    Wie auch immer, wenn jemand was fundiertes weiss immer her damit, ich habe ja auch nur mitgeteilt, dass ich mich mit der 2. Alternative deutlich wohlerfühle, vor allem wenn die ganze Konstruktion abends auch noch warm wird und evtl. Feuchtigkeit (Schweiss) kondensiert.

    Viele Grüße,
    Volker

  • hink
    Beiträge
    383
    • 2. August 2006 um 10:54
    • #10
    Zitat von "Privateer"

    Sowas haste schonmal zu einem ähnlichen Thema geschrieben...bitte schick mir diese Statik mal...das interessiert mich brennend. Mir reicht auch nur diese eine Seite.
    Mal sehen ob diesmal was draus wird.

    Weiß ich. Hattest Du mich damals drum gebeten? Sorry. Bin Ende des Monats wieder für die entsprechende Bude unterwegs und werd schauen.

  • Stephan Graeske
    Profi
    Beiträge
    1.217
    • 3. August 2006 um 16:34
    • #11

    Gehen wir mal davon aus, dass das Diagonal-Rohr im Coupler und die Traverse im Coupler fest sitzen und nicht verrutschen. Daraus folgt, dass die Kraft als Scherkraft auf den Bolzen / Schraube zwischen den beiden Couplern wirkt.

    Frage: Welcher Kraft kann ein Doppel-Coupler bei einer solchen Belastung standhalten?

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • bergmann
    Beiträge
    163
    • 5. August 2006 um 23:49
    • #12
    Zitat

    Frage: Welcher Kraft kann ein Doppel-Coupler bei einer solchen Belastung standhalten?

    Der Bolzen wird größtenteils auf Schub beansprucht. Der Anteil der Biegebebeanspruchung sollte aber nicht vernachlässigt werden!

    Die zulässige "Scherkraft" ist näherungsweise das 0,7-fache der zulässigen "Zugkraft". (Bei Stahl)


    Die schwächste Stelle ist nach wie vor die Klemmverbindung zwischen Coupler und Pipe, da hier nur eine Axialkraft auftritt!
    Im Gegensatz zu den dafür vorgesehenen Corner-Braces, dort tritt Axialkraft nie alleine auf! Die im Corner-Brace auftretende Stabkraft teilt sich in der Axial- und Tangentalrichtung zum Rohr im Klemmverband auf, wobei die Tangentialkomponente (zusammen mit der Vorspannkraft der Couplerschraube) die Schelle an das Gurtrohr presst --> die zulässige Axialkraft steigt proportional mit der Stabkraft an.
    Ist die Tangentialkomponente nicht vorhanden (wie bei der Pipe mit Doppelschelle), bleibt die zulässige Axialkraft konstant, auch wenn die Stabkraft in der Pipe steigt! Die zulässige Axialkraft ist nur noch vom Anzugsmomment der Couplerschraube abhängig.

    ...u.A. ist daher der "optimale" Winkel fürs Corner-Brace immer 45Grad, da das Verhältss zwischen Stabkraft und Axialkraft genauso groß ist wie das Verhältniss zwischen Stabkraft und Tangentialkraft (--> Winkelfunktionen: Richtungscosinus(45) = sqrt(2)/2).

  • Urs
    Beiträge
    184
    • 13. August 2006 um 23:29
    • #13

    Also die 45 Grad sind schon ein guter wert, bloß ist die Frage was bricht zuerst? Ich glaube in dem Fall gehts der verwendeten Scharube an den Kragen, die Belastbarkeit wird entscheidend sein. Aber da kann man dann vielleicht auch eine 14.8 reindrehen wenn denn gerade eine da ist. Das sollte man am besten im Versuch testen(Zwei rohre mit Doppelcoupler verbinden und in die Zerreißprobe = 2 LKWs). Ich denke das hier die mögliche Reibung über der maximalen Scherkraft liegt.
    Mit 0,7 zu rechnen ist im übrigen ziemlich waghalsig hier liegst du mit 0,45 wohl eher auf der richtigen Seite habe das gerade im Dubbel nachgeschlagen. Die 0,45 stammen von 50 CrV 4 (niedriglegierten Stahl)

    Ing. M.Sc. Urs Obernolte

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 16. August 2006 um 00:28
    • #14

    Ich möchte mal einen sehr schlauen Mann zitieren:
    "Sagt nie etwas falsches, denn das Falsche prägt sich genau so ein, wie etwas Richtiges."

    Das Verhältnis von zul. Normalkraft zu zul. Querkraft einer Schraube fällt je nach Festigkeit unterschiedlich aus. Eine 4.6 verträgt z.B. mehr quer als normal. Bei einer 10.9 ist dann ganau anders rum.
    Ausserdem muss noch beachtet werden: Passschraube (Niet)--> Lochspiel? Vorspannung?

    Urs:

    Ich glaube nicht, dass die Schraube maßgebend wird. Soweit ich das richtig im Kopf habe, werden bei Swivel-Couplern M12 verbaut, in mind 8.8, macht am Gewinde Va,r,d = 36,79 kN. Zul. also ca 25 kN. Das sollte wohl reichen ;)

  • Urs
    Beiträge
    184
    • 22. August 2006 um 11:23
    • #15

    Die Zahlen geben nicht das Verhältnis zwischen Querkraft und Normalkraft an...

    Nach Din 267 Teil 3 werden Schraubenwerkstoffe nach Festigkeitsklassen unterteilt, die mit zwei Zahlen, die durch einen Punkt getrennt sind, bezeichnet werden, z.B. 5.8 8.8 10.9, Die erste Ziffer gibt dabei 1/100 der Werkstoff-Bruchfestigkeit Rm in N/mm² an, die zweite Ziffer das 10fache des Streckgrenzenverhältnisses Re/Rm bzw Rp0,2/Rm. Das Produkt beider Zahlen gibt demnach nach Multiplikation mit 10 die Werkstoffmindeststreckgrenze in N/mm² an.

    Die Abscherkräfte liegen nun doch darunter, ich würde die Coupler einfach nach den mit ihnen zulässigen Werten nutzen, aber die Frage ist immernoch offen was zuerst nach gibt. Meiner Meinung nach könnte dies auch die Schraube sein....

    Ing. M.Sc. Urs Obernolte

  • Urs
    Beiträge
    184
    • 22. August 2006 um 11:31
    • #16

    Richtwerte laut Roloff/Matek
    Zulässige Kräfte in der oben beschriebenen Schraube:

    Axial "Verschraubungsrichtung" : 25kN
    Quer "Abscherung" : 5kN

    Ing. M.Sc. Urs Obernolte

  • Stephan Schewe
    Profi
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    543
    • 22. August 2006 um 21:01
    • #17
    Zitat von "Urs"

    Die Zahlen geben nicht das Verhältnis zwischen Querkraft und Normalkraft an...

    Nach Din 267 Teil 3 werden Schraubenwerkstoffe nach Festigkeitsklassen unterteilt, die mit zwei Zahlen, die durch einen Punkt getrennt sind, bezeichnet werden, z.B. 5.8 8.8 10.9, Die erste Ziffer gibt dabei 1/100 der Werkstoff-Bruchfestigkeit Rm in N/mm² an, die zweite Ziffer das 10fache des Streckgrenzenverhältnisses Re/Rm bzw Rp0,2/Rm. Das Produkt beider Zahlen gibt demnach nach Multiplikation mit 10 die Werkstoffmindeststreckgrenze in N/mm² an.

    Glaube du hast da was falsch verstanden.
    Mit meinem Satz über die inkorrekte Angabe eines Verhältnises meinte ich diesen hier:

    Die zulässige "Scherkraft" ist näherungsweise das 0,7-fache der zulässigen "Zugkraft". (Bei Stahl)

    Die Bedeutung der Festigkeitsklassen bei Schrauben sind mir gut bekannt.

    Weclhe Schraube meinst du mit "oben beschrieben". Du sprichst oben von vielen verschieden Klassen und nennst keine Größe.

  • Urs
    Beiträge
    184
    • 22. August 2006 um 21:13
    • #18

    Anscheinend hast du das mit den Schrauben leider nicht richtig verstanden. Deine Deutung der Festigkeitsklassen ist einfach falsch, kannste in jedem Maschienenbaubuch nachlesen, das sollte in jedem Konstruktionselementekapitel erwähnt sein. Als Referenz-Schraube nahm ich die deine: M12 8.8

    Ing. M.Sc. Urs Obernolte

  • Stephan Schewe
    Profi
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    543
    • 22. August 2006 um 23:46
    • #19

    Wo habe ich anhand der Klassen etwas gedeutet?

  • Urs
    Beiträge
    184
    • 23. August 2006 um 09:11
    • #20
    Zitat

    Das Verhältnis von zul. Normalkraft zu zul. Querkraft einer Schraube fällt je nach Festigkeit unterschiedlich aus. Eine 4.6 verträgt z.B. mehr quer als normal. Bei einer 10.9 ist dann ganau anders rum.

    Ing. M.Sc. Urs Obernolte

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