Hallo,
hab da ne verständnis frage:
für was sind die release einstellungen bei einem Limiter gut?
und kann man diesen irgendwie berechnen?
gruß Patrick
Hallo,
hab da ne verständnis frage:
für was sind die release einstellungen bei einem Limiter gut?
und kann man diesen irgendwie berechnen?
gruß Patrick
naja man kann sagen: je tieffrequenter das signal desto länger muss die release sein damit es zu keiner verzerrung kommt, aber das ist ziemlich kosmetisch!
release besagt einfach (wie bei jedem dynamikprozessor) welche zeitspanne vergehen muss bis das gerät nicht mehr arbeitet praktisch die GR "0" ist
Als 'Release' wird die Zeitspanne bezeichnet, die sich der Limiter nach einer Überschreitung des Schwellwertes (=Threshold) Zeit lässt, wieder auf 0 dB Pegelabsenkung zurückzugehen. Je nach Limitertyp/Implementierung kann dazwischen noch ein Hold sein, also eine gewisse Zeitdauer, die zwischen Schwellwertüberschreitung und beginn der Releasezeit vergeht.
Durch Wahl einer langen Releasezeit kann man mit einem Peaklimiter durchaus auch einen gewissen Schutz vor zu hohem Durchschnittspegel erreichen. Umgekehrt sinkt bei kurzem Release unter Umständen der Crestfaktor des Signals, da der Limiter nach den Peaks zu schnell wieder aufmacht und so im schlimmsten Fall nur die Signalspitze kappt. Im Extremfall kommt hinten dann halt ein Rechecksignal raus -> klingt schlecht und dürfte nicht der gewünschte Effekt sein.
Wikipedia hilft übrigens auch weiter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Limiter
http://de.wikipedia.org/wiki/Kompressor_%28Musik%29
Greets,
N-Dee
Also kurz gesagt,
zu lange Release-Zeit -> pumpt
zu kurze Release-Zeit -> zerrt
Hier gilt es, ein gesundes Mittelmass zu finden, manche Limiter (im Softwarebereich z.B. L2 von Waves) bieten auch ein automatische, sich dem Musiksignal anpassende Release-Steuerung (ARC - AutomaticReleaseControl)
Ich verwende z.B. bei Jugend-Disco-Betrieb hinter dem Pult gerne eine Kombination aus (ziemlich) langsam arbeitendem Kompressor (lange Attack- und Release-Zeit) und schnellem Peak-Limiter. Erstes schützt davor, Endstufe oder Limiter bei Dauervollgas in den "zerrenden" Bereich zu fahren und der Limiter kappt die Spitzen, für die der Kompressor zu lange braucht, z.B. wenn der "DJ" den Fader mir einem Ruck hochzieht.
Man muss allerdings ein wenig rumexperimentieren, bis man die optimale Einstellung gefunden hat, jedes Gerät verhält sich da anders.
P.S.: Pumpen tritt bei der Kombination
-> kurze Attack- (Limiter meist ~=0), lange Release-Zeit <-
auf, da das Gerät bei jedem Peak (BD, Snare, usw.) runterregelt und dann wieder hochziehen muss. Im extremsten Fall bracht der Limiter genau so lange, bis der nächste BD-Schlag kommt. Im Dancebereich wird das übrigens manchmal als Stilmittel im Mastering benutzt.
AudioBo: mit 'langem Release' meinte ich nicht ein paar Millisekunden, bis die nächste Bassdrum kommt. Eher sowas wie 2-4 Sekunden. Darunter machts nur Sinn, wenn man den Limiter wirklich nur für die Peaks einsetzt. Um das Pumpen etwas abzuwenden, haben manche Limiter einen Hold - beim Ultradrive sinds glaub ich unveänderlich 100 ms, was Sinn macht. Bei massivem Überfahren leidet der Klang so oder so - der Limiter soll in dem Fall ja als Schutz und nicht als Klangverbesserung dienen.
Greets,
N-Dee
Das Problem dabei ist ja, dass das Signal bedingt durch einen kurzen Peak, z.B. kurz den falschen Kanal zu weit hochgezogen und direkt wieder korrigiert oder ein starker Knackser auf der Vinylplatte, dazu führt, dass der Limiter 2 sek. lang dicht macht. Deshalb mache ich das lieber zweistufig wie beschrieben. Selbst bei einem selbsternannten "DJ", der zwischendurch plötzlich über 25dB hochgezogen hat, hatte ich damit vergleichsweise saubere Ergebnisse (wenn man von dem völlig übersteuerten Mixer mal absieht).