ZitatMal zum Nachdenken: Vor ca. 25 Jahren habe ich mit einer Tanzband in der Bremer Stadthalle (ca. 3000 Gäste) über eine Gesangsanlage von Dynacord (Eminent II, 80 Watt, Röhrenverstärker, mono, mit Bandecho "Super 76") gespielt.
Die LS-Boxen (damals hieß das noch nicht "PA" ... ) hatten mehrere Breitband-LS (nur für Gesang, Akkordeon, Orgel), Schlagzeug lief noch ohne Mics, E-Bass und Git. hatten (größere, schwerere ...) Amps und Boxen.
Über den Klang oder eine zu geringe Lautstärke hatte sich damals (komisch, oder ?) niemand beschwert ... und wir bekamen - ungekürzt ! - sogar die vereinbarte Gage und wurden dann trotz erbärmlicher Unterdimensionierung (nur 0,08 kW für Gesang) für weitere Jobs engagiert.
So etwas kann auch heute noch sehr gut klingen - wenn die akustischen Proportionen stimmen und das Publikum die notwendige Disziplin aufbringt, nämlich hinhört und zuhört ![]()
Der Mensch hat ZWEI Ohren; daher ist er auf schlüssige Laufzeitunterschiede angewiesen, um sich beim Hören wohl zu fühlen. Aus genau diesem Grund ist ein Symphonieorchester in der Philharmonie ein einmaliges akustisches Erlebnis, an das die Wiedergabe des gleichen Ereignisses über die beste High – End – Anlage der Welt trotz aller Bemühungen nicht im Entferntesten heranreicht.
Die Linearray – Technologie reduziert Laufzeitunterschiede auf das technisch machbare Minimum – und wird gerade deshalb oft als zwar „klar“ und „sauber“, gleichzeitig aber auch als „klinisch“, „unnatürlich“, oder „unmusikalisch“ klingend empfunden. Wohlgemerkt von Menschen, die mit Beschallung überhaupt gar nichts zu tun haben, und die daher völlig unvoreingenommen ihre subjektive Wahrnehmung schildern.
Daran, dass die Stereobanane das Ende der Entwicklungsgeschichte der Beschallungstechnik darstellt, mag ich – u.a. unter diesem Aspekt – deshalb längst nicht mehr glauben.
Mit freundlichem Gruß
BillBo