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Leistungsbedarf von Verstärkern

  • Anonymous
  • 7. November 2001 um 23:10
  • Anonymous
    Gast
    • 7. November 2001 um 23:10
    • #1

    Bitte verzeihen sie meine untechnische Ausdrucksweise, aber von der Tontechnik habe ich überhaupt keine Ahnung und nur eine allgemeine Frage:

    Beim Lesen der verschiedenen Beiträge habe ich mich um oft über den Leistungsbedarf der Lautsprecheranlagen gewundert, daher meine Verständnisfrage:
    Irgendwo im Forum war von einer "kleinen Anlage" von 12-14KW die Rede. Betrifft diese Angabe nur die Musikleistung, oder zieht dieser Verstärker dann auch 14KW aus dem Stromnetz? Dann wären ja auch die Stromkosten ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

    Oder liege ich ganz falsch und aufgrund dem niedrigen Strom am verstärkerausgang wird das Netz nur mit wenigen Watt belastet?

    Ich hoffe, sie können meine Wissenslücke füllen und ich würde mich über eine recht ausführliche (evtl. mit formeln?) antwort freuen.

    Vielen Dank
    sagt
    Frank W.

  • ADMIN
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    • 8. November 2001 um 10:22
    • #2

    Nehmen wir zunächst einmal an, alle Verstärker würden permanent Sinus-Dauerleistung abgeben. Dann wird - grob über den Daumen - 12 kW an an den Lautspercherausgängen und 6 kW als Abwärme an den Endstufentransistoren abgegeben. Hat das Netzteil einen Wirkungsgrad von 90%, dann muß man etwa 20 kW an elektrischer Energie reinstecken. (Wo soll die Leistung auch sonst herkommen, wir haben hier ja kein perpetuum mobile....)

    Nun wird diese Leistung jedoch nicht permanent abgefordert, sondern die übertragene Musik ist sehr impulshaltig. Je nach verwendetem Signal dürfte die gemittelte Leistung (das, was für die Stromrechnung interessiert, nicht aber für die Dimensionierung der Sicherungen !) zwischen 1 und 5 kW liegen.

    Nehmen wir jetzt einmal den Disco- statt dem Konzerteinsatz (weil da die Betriebsdauer länger ist) und rechnen mit einer Einsatzdauer von 10 Stunden, dann fallen da maximal 50 kWh Arbeit (so die korrekte physikalische Größe) an, die Stromkosten liegen also in der Größenordnung von 15,- DM. Im Vergleich zum Mietpreis einer solchen Anlage absolut vernachlässigbar.

    Nehmen wir weiter an, die Sache ist kombiniert mit einer Lichtanlage von 8 großen Scannern und 48 kW konventionellem Licht. Die Metalldampflampen der Scanner ziehen dauernd Strom, bei einem 1200-Brenner kann man mit 1,5 kW Leistungsaufnahme rechnen, dann sind wir bei 12 kW für 8 Scanner. Beim konventionellen Licht sind nicht dauernd alle Lampen an, teilen wir die Anschlußleistung mal durch 8, dann haben wir 6 kW (gemittelte) Dauerleistung. Kommt dann noch eine Nebelmaschine dazu, vielleicht noch ein Strobe, dann liegen wir bei 20 kW, am Abend also bei 200 kWh und Stromkosten von rund 60,- DM. Auch das bringt noch keinen um.

    Jetzt rechnen wir noch die Sache "ökologisch": Mit so einer Anlage versorge ich 3000 Leute. Würden die alle zu zweit 10 Stunden lang vor dem Fernseher sitzen, dann habe ich 1500 Einheiten zu je 100 W (Fernseher, Video, kleine Lampe) und somit 1500 kWh Arbeit (im Vergleich zu 250 kWh Licht und Ton.... Okay, die Lichtanlage könnte auch doppelt so groß sein, dann wäre es im Vergleich zu 450 kWh Licht und Ton).

    Ist es jetzt energiesparender, wenn alle in die Disco gehen? Wenn sie gehen würden, dann ja. Wenn sie fahren (was ja fast alle tun), dann habe ich geschätzte 1500 Fahrten, angesetzt mit vorsichtigen 20 Minuten für eine Strecke (also 40 Minuten hin und zurück) und einer durchschnittlichen Motorenleistung von 10 kW. Dies ergibt dann eine Arbeit von 10 000 kWh, also 40 mal so viel, wie ich für Licht und Ton brauche.... (oder, bei doppelt so großer Lichtanlage, 20 mal so viel)


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: ADMIN am 2001-11-08 10:29 ]</font>

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • MIKE
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    • 8. November 2001 um 12:45
    • #3

    Ich muss sagen das der Anonymus das sehr gut erklärt hat. Muss allerdings noch dazusagen, das es bei den Endstufen auch soetwas wie einen Lastmittelwert gibt.

    Dieser nennt sich Duty Cycle und ist mit der Effizients der Endstufe zu verrechnen.

    Wer die Formel haben möchte einfach MIKERAUCHFLEISCH@gmx.de

    Ich schiikce Sie Euch dann zu.

    Daraus ergibt sich dann eine Aufgenommene Leistung.

    Denn normaler weise gibtes keine Musik die einen Duty Cycle von über 90 % hat.

    MFG
    Mike

    Anfragen bitte an MIKERAUCHFLEISCH@gmx.de

  • Anonymous
    Gast
    • 8. November 2001 um 13:49
    • #4

    Vielen Dank für Ihre ausführlichen (und überaus anschaulichen) Erklärungen!

    Wieder ein Rätsel gelöst!

    Frank W.

  • test
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    • 14. Januar 2002 um 18:03
    • #5

    da kann man ja mal nur seinen hut ziehen admin!
    es gibt aber immer wieder leute die sich mal über die stromkosten so ihre gedanken machen. ich habe sie dann auch immer nach der anzahl ihrer auf stand by befindlichen geräte gefragt. sie waren dann oft etwas erschrocken ob des stromverbrauchs

    http://www.crystal-hannover.de
    Beschallung, Beleuchtung, LED technik
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