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Lautstärkeregler oder Endstufenleistung?

  • juri
  • 13. März 2007 um 23:30
  • juri
    Beiträge
    126
    • 13. März 2007 um 23:30
    • #1

    Hi!

    Ich habe 2 dB Opera Modular 215 und wie auch bei allen anderen aktive Topteilen, hat man an der Hinterseite einen Regler.

    Jetzt war ich mir heute einen SUB 15 kaufen und habe mal den Verkäufer gefragt warum er bei den Boxen den Regler voll aufdreht und habe ihm gesagt das meine auf ca. 80Prozent laufen, da sonst der Clip kommt.

    Er meinte das sollte immer voll aufgedreht sein und den Rest macht man am Mischpult.

    Bei mir läuft immer alles im grünen Bereich aufm Mixer. Die eigentlich Frage ist ob man mit diesem Regler die Endsufe aufdreht oder die Lautstäke des Signals ändert.

    Dreht man die Endstufe damit voll auf, kommt es ja ers später zum Clip, sollte man damit die Signalstärke vor der Endstufe ändern, dann kommt man schnller ins Clip als bei voll aufgedrehtem Regler.

    Falls das jemand verstanden hat, kann mir das mal jemand erklären?

    Go with the flow!

  • Janko
    Profi
    Beiträge
    318
    • 13. März 2007 um 23:56
    • #2

    Im Endeffekt hast du recht, auch wenn du den Hintergrund möglicherweise noch nicht ganz verstanden hast.

    Endstufen haben einen festen Verstärkungsfaktor, so auch bei deiner Aktivbox. Das bedeutet, die maximale Leistung, welche deine Endstufe abgeben kann, ist immer die gleiche. Der Drehknopf regelt lediglich eine Vordämpfung, die sich vor dem Endstufeneingang befindet. Zu deutsch: Die Stellung des Drehknopfes gibt vor, mit wieviel Signalpegel am Mischpultausgang du die Endstufe anfahren mußt, um diese volle Leistung zu erreichen.

    Dein Mixer liefert "im grünen Bereich" auf der Aussteuerungsanzeige bereits soviel Pegel, daß deine Aktivbox schon eine leichte Dämpfung durch den Eingangsregler braucht (80% statt 100%), um nicht zu clippen.

    Aus technischer Sicht empfiehlt es sich, den Eingangsregler an deiner Aktivbox so einzustellen, daß sie gerade noch nicht ins Clipping kommt, wenn dein Mischpult den größtmöglichen Ausgangspegel abgibt, bei dem es noch nicht verzerrt (das ist meist dann der Fall, wenn die Aussteuerungsanzeige am Mischpult gerade noch nicht in den roten Bereich schlägt - aber "finde" diesen Punkt lieber im Hörtest). Auf diese Weise sind Mischpultausgang und Endstufeneingang optimal aneinander angepasst und du kannst den verzerrungsfreien Aussteuerungsbereich deines Mischpultes optimal ausnutzen. Nebenbei minimiert dies auch das Rauschen deiner Box in Signalpausen.

    Ich habs so einfach wie möglich ausgedrückt, wenns noch Fragen gibt, nur zu.

    Janko

    "Lauter" ist nicht "besser"

  • juri
    Beiträge
    126
    • 14. März 2007 um 15:42
    • #3

    Nein Danke, war perfekt.

    Genau so hatte ich mir das auch gedacht. Also war der Verkäufer wohl mal wieder nicht ganz so kompetent.

    Danke!

    Go with the flow!

  • Volker Holtmeyer
    Profi
    Reaktionen
    57
    Beiträge
    3.792
    Termine
    13
    • 14. März 2007 um 18:56
    • #4

    Da möchte ich den Verkäufer aber mal in Schutz nehmen. Prinzipiell würde ich auch empfehlen, die Eingangsempfindlichkeit der aktiven Lautsprecher voll aufzudrehen. Somit hat man alle Möglichkeiten und braucht nicht befürchten, dass etwa der Ausgang der Mischers zerrt.

    Punkte die im speziellen Fall dagegen sprechen wären:

    a. Bei einer Überdimensionierung der Anlage für die entsprechende Anwendung kann mit einer geringeren Eingangsempfindlichkeit die Dynamik (im Sinne von Störgeräuschabstand) verbessert werden.

    b. Die Eingangsempfindlichkeit könnte so justiert werden, dass Vollaussteuerung genau bei der Anzeige von 0 dB am Mischpult ist.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • juri
    Beiträge
    126
    • 14. März 2007 um 20:00
    • #5

    Naja, das kann nehmen wie man möchte. Als mobiler Discjockey möchte ich das meine Anlage bei 0 dB am Mixer auf knappes Limit der Boxen eingepegelt ist.
    Wer hat denn Lust immer die Boxen zu beobachten ob sie clippen wenn man lauter macht.

    Go with the flow!

  • Janko
    Profi
    Beiträge
    318
    • 14. März 2007 um 20:29
    • #6

    Das ist ja der "Trick": Du entscheidest, bei welcher Aussteuerung auf deinem Pult deine Aktivboxen voll ausgesteuert sein sollen, und justierst den Eingangsregler der Boxen entsprechend. Den noch vorhandenen Headroom kannst du dann auf der Aussteuerungsanzeige deines Mischpults ablesen und mußt nicht dauernd "auf die Boxen gucken". Das funktioniert auch sehr zuverlässig. Wenn dabei eine "krumme" Stellung des Eingangsreglers an den Boxen herauskommt, empfiehlt es sich natürlich, diese mit einem Edding-Punkt oder einem Aufkleber zu markieren.

    Ob man sein System nun so einstellt, daß 0dB am Mixer "Vollgas" bedeuten, oder ein anderer, beliebiger Wert, ist natürlich Geschmacksfrage. Ich wollte es nicht unnötig komplizieren und habe nur die Methode beschrieben, mit welcher die Systemdynamik voll ausgenutzt wird (Mischpult und Aktivbox beginnen im Zweifel gleichzeitig zu zerren).

    Der Verkäufer hatte natürlich nicht völlig unrecht, aber in deinem Fall (immer das gleiche Pult an den gleichen Aktivboxen) kann man die Pegel ganz spezifisch anpassen, es wird ja nichts anderes angeschlossen.

    So, und jetzt hab einfach Spaß mit deiner Mucke! :wink:

    Janko

    "Lauter" ist nicht "besser"

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