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kurze verständnisfrage: Impedanz des LS bei Clip

  • EDE-WOLF
  • 20. Mai 2007 um 17:21
  • EDE-WOLF
    Beiträge
    1.780
    • 20. Mai 2007 um 17:21
    • #1

    Ich habe eine kurze Frage:

    Ich gebe ein Sinussignal auf einen Lautsprecher.
    Das ding hat eine gewisse Impedanz bei besagter Frequenz.

    (lassen wir an dieser stelle spulenerwärmung etc außer acht)

    Treibe ich dieses Sinus nun ins clipping, erhöht oder verringert sich die impedanz?

    Einerseits kann man das Clipping als hochfrequenteren Klirr verstehen, dementsprechend steigt der Widerstand

    Andererseits kann man (so wird es ja vielfach behauptet) die "geraden kanten" als eine art gleichstrom verstehen, ergo müsste die impedanz sinken.....


    Grund für diese Frage:
    Ein SAE Dozent erklärte mir die gefährlichkeit eines Clippings für Subwoofer damit, dass durch diesen "Gleichstrom" eben die Impedanz kurzfristig auf "Re" sinkt und dementsprechend höherer Strom fließt, der eben zum grillen führt....

    Ich persönlich halte die erklärung für ziemlichen unsinn....

    ich könnte maximal noch die position verstehen, die sagt, dass das "verharren" der membran zu kühlungsproblemen führt....

  • montesuma
    Beiträge
    948
    • 20. Mai 2007 um 18:12
    • #2

    Was er meint, ist nicht die Impedanz, die Sorgen macht, sondern das

    Zitat

    Wodurch ein rechteckiges Sinussignal entseht

    Wenn Du ein Sinussignal bis zum clippen bringst, dann entsteht annähernd ein Rechtecksignal. Es ist zwar immer noch eine Wechselspannung, jedoch wird die Lautsprecherspule vom negativen "und" dem positiven Rechtecksignal warm. Wenn Du also - nur als Verständnis - die negative Halbwelle nach oben kippen würdest, hast Du annähernt volle Gleichspannung in der Höhe was die Endstufe als Versorgungsspannung her gibt. Und das ist ca 1/3 mehr, als ein "echtes" Sinussignal, das doch noch kleine Pausen zwischen den Spannungsspitzen hat.

    Ein kleines Clipping schaded eigentlich nicht so wirklich, die steigende und Fallende Flanke des Signals ist immer noch recht schräg. Wenn das Signal jedoch so übersteuert ist, daß beim clipping nicht nur die Spitze weg geschnitten wird, dann sind die steigenden und sinkenden Flanken fast senkrecht...

    Zum Thema Impedanz:

    Beim clippen schwingt der Lautsprecher unregelmäßig und arbeitet mit den Spannungen unkontrolliert "mit" oder "dagegen". Je nachdem ändert sich die Impedanz nach "oben" oder nach "unten".

  • niggles
    Profi
    Reaktionen
    843
    Beiträge
    4.313
    • 20. Mai 2007 um 18:36
    • #3

    Der frequenzabhängige, induktive Teil eines komplexen Widerstandes (=Impedanz) wird in der Tat bei Gleichstrom (f=0 Hz) zu 0. Damit wird die komplette Leistung in Wärme umsetzt - zumindest kurzzeitig.
    So viel zur Theorie, in der Praxis wirken da immer mehrere Faktoren zusammen. So kann "Clipping" auch mechanisch auftreten (Erreichen von Xmax vor dem Scheitelpunkt des Signals, ab diesem Zeitpunkt sinkt der Wirkungsgrad ebenfalls auf Null). Auch die Gehäusebauform spielt hier eine Rolle - langhubende Direktstrahler können die erheblichen Gleichstromanteile von überfahrenen Endstufen durch die bessere Kühlung weit besser verdauen als kurzhubige, auf Wirkungsgrad getrimmte Hornsysteme.
    Die hochfrequenten Klirranteile haben im Vergleich zu diesem Effekt viel weniger Energie, in der Praxis sind sie im Bass also zu vernachlässigen.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • sw474
    Gast
    • 21. Mai 2007 um 18:20
    • #4
    Zitat von "EDE-WOLF"

    Ein SAE Dozent erklärte mir die gefährlichkeit eines Clippings für Subwoofer damit, dass durch diesen "Gleichstrom" eben die Impedanz kurzfristig auf "Re" sinkt und dementsprechend höherer Strom fließt, der eben zum grillen führt....

    Von der Theorie her völlig richtig erklärt. In dem Moment wo sich die Membrane (Spule im Luftspalt des Magneten) nicht mehr bewegt, entsteht keine Gegeninduktion mehr, dadurch sinkt die Impedanz auf Re.

  • sebastian
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.078
    Marktplatz Einträge
    2
    • 21. Mai 2007 um 19:29
    • #5

    Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen?
    Wenn ich mir das Signal gedanklich in einen Art Sinusstoß und
    Gleichanteil zerlege, kann ich die !Definition! nachvollziehen.
    Würde eine FFT die Definition unterstützen ? Wenn ja was käme
    sinngemäß raus?

    Grüße
    Sebastian

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 21. Mai 2007 um 20:37
    • #6

    sebastian
    Zunächst einmal kannst Du ein beliebiges Signal in mehrere Sinussignale zerlegen ... d.h. es zählt für den gesamten Strom die (frequnezabhängige) elektrische Impedanz und anliegende Spannung ("bei den jeweiligen Frequenzen"). :wink:

    Andererseits kommt bei einem Rechtecksignal durch die steile (Anstiegs-) Flanke die Masseträgkeit (d.h. Schwingspule mit Membran folgt dem elektrischen Signal nicht schnell genug ...) ins Spiel, was kurzzeitig zu einem hohen Strom führt, der im Extremfall nur durch Re begrenzt wird. :)

  • sw474
    Gast
    • 24. Mai 2007 um 23:54
    • #7
    Zitat von "Sound-Klinik"

    sebastian
    Zunächst einmal kannst Du ein beliebiges Signal in mehrere Sinussignale zerlegen ... d.h. es zählt für den gesamten Strom die (frequnezabhängige) elektrische Impedanz und anliegende Spannung ("bei den jeweiligen Frequenzen"). :wink:

    Andererseits kommt bei einem Rechtecksignal durch die steile (Anstiegs-) Flanke die Masseträgkeit (d.h. Schwingspule mit Membran folgt dem elektrischen Signal nicht schnell genug ...) ins Spiel, was kurzzeitig zu einem hohen Strom führt, der im Extremfall nur durch Re begrenzt wird. :)

    Noch besser erklärt!

    Stefan

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