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Unternehmensbewertung

  • nikita
  • 6. Juli 2007 um 11:04
  • nikita
    Beiträge
    83
    • 6. Juli 2007 um 11:04
    • #1

    Wie bewerte ich mein Unternehmen richtig ?
    Welche Aspekte fließen in die Bewertung ein ?
    Ich will eine Unternehmensbewertung für unseren Dienstleistungsbetrieb erstellen.
    Mir ist nur nicht so gnz klar, was alles in die Bewertung hineingehört.
    z.B: Kundenkartei - für einen Dienstleister ja nicht unwichtig -
    kann man das mit einem Wert beziffern ? Wenn ja, wie gehe ich vor ?

    Mal abgesehen von unserem Firmenwagen und der Büroausstattung gibt es ja keine materiellen Werte...
    Welchen Wert kann ich den für Büroausstattung und KfZ veranschlagen ? Ich nehme mal an,
    dass der Neupreis nicht so ganz richtig wäre.... :oops:

    Ich danke euch für die Antworten.

    Gruß aus Hannover,

    Nikita :)

    GeBa Serviceteam A. Germuth & A. Badenhop GbR / Beermannstr. 18 / 12435 Berlin
    Mail: info@gebaserviceteam.de / Fax: 03212 / 1146273

  • kalledingdong
    Beiträge
    49
    • 6. Juli 2007 um 12:34
    • #2

    Also, ich vermute mal,

    das man für die "Hardware"´-sachen den aktuellen Buchwert aus der Anlagenbuchhaltung nimmt.
    Das wäre ja der rechnerische Zeitwert nach Steuergesetz.

    Ich hätte mal im Studium besser aufpassen sollen. :roll:

    Prinzipiell gibt es aber verschd. Möglichkeiten ein Unternehmen zu bewerten. Je nachdem, was du damit bezweckst.

    Kleines Beispiel:
    Maschine X ist lt. Tabellen 20 Jahre abzuschreiben.
    Anschaffungspreis: 100.000
    Jetzt sind 10 Jahre um.
    Wenn du liniar abschreibst, wäre diese noch 50.000 Wert.

    Aber du kannst das Unternehmen nach der sog. Liquidationsmethode bewerten, und da stellst du fest, ... das die Maschine keiner mehr will, da es jetzt CNC - Maschinenen gibt.
    Somit kannst du die Maschine nicht mehr mit 50.000 bewerten obwohl sie noch in deinen Büchern steht.

    Und das sind nur 2 von ich glaube 5 Bewertungsmethoden.

    Ich fürchte, deine Frage ist nicht ohne weiteres zu beantworten.
    (Ich weiß jetzt aber auch nicht, wann man welche Methode anwendet)

    Greetz
    Karsten

  • johbk
    Verifiziert
    Beiträge
    51
    • 6. Juli 2007 um 12:38
    • #3

    Hallo Annika,

    das Thema Unternehmensbewertung ist nicht wirklich unkomplizert, und versorgt an einigen Universitäten ganze Lehrstühle mit reichlich Arbeit.

    Die Frage ist, für welchen Zweck Du die Bewertung brauchst.
    (Das geeignete Werkzeug für den entsprechenden Verwendungszweck ... )

    Man kann unterscheiden zwischen Zerschlagungswert
    => bildlich gesprochen, Du machst den Laden zu, verkaufst jedes Teil einzeln, bedienst die Gläubiger, der Rest gehört Dir.
    Hierbei werden die Vermögensgegenstände des Unternehmens mit ihrem aktuellen Buchwert herangezogen (Neupreis abzg. Abschreibung) sowie die Schulden des Unternehmens mit ihrem aktuellen Buchwert.
    Alles, was sich nicht "versilbern" lässt (bei einer Kundenkartei fraglich), ist zum Zerschlagungsstichpunkt wertlos

    und dem Fortführungswert
    => bspw. Unicredito kauft Hypovereinsbank ...
    Hierbei sieht man sich an, was das zu bewertende Unternehmen zukünftig an Erträgen bringen kann.
    Mithilfe verschiedender Rechenmodelle versucht man, die zukünftigen Erträge abzuschätzen (unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren ... )
    und diese auf den aktuellen Tag, im Beispiel das Übernahmedatum einer anderen Firma, zu diskontieren (quasi den heutigen Preis zukünftiger Erträge unter Berücksichtigung der Zinsen/Zinsentwicklung abzusehen).
    Die Kundenkartei fließt hier, wie alle Vermögensgegenstände, ebenso ein wie der Firmenwagen. Man betrachtet man das Unternehmen als ganzes, da die Bewertung ja auf die Erzielung künftiger Erträge abzielt; hierbei erlangen natürlich auch immaterielle Vermögensgegenstände, auch solche die nicht buchhalterisch erfasst sind, Wert, u.U. sogar sehr hohen (Markenname "Coca Cola", nicht gerade für nen Vierteldollar zu haben :D ).
    Nebenbei bemerkt, eine Unternehmensbewertung ist sehr viel Aufwand, und auch nicht gerade billig.

    Banken und andere Finanzdienstleister bieten ebenfalls sogenannte Unternehmensbewertungen an, verwenden jedoch oft wesentlich einfachere Rechenmodelle oder sogar eine Mischung aus beiden Modellen.

    Ich hoffe, Dir damit weitergeholfen zu haben, solltest Du mehr über das Thema wissen wollen, kann ich Dir gerne eine Literaturliste zukommen lassen.

    Grüße,

    Johannes

    btw: Da Ihr eine Personengesellschaft seid, ist ein Unternehmensverkauf sowieso nicht möglich

    Lieber Blödeleien als blöde Laien ...

  • nikita
    Beiträge
    83
    • 6. Juli 2007 um 13:27
    • #4

    Danke für die Antworten - eine Literaturliste wär echt nett.
    Der Zweck ist eigentlich der - dass es mich einfach interessiert wo wir im Endeffekt gerade stehen und ich eventuell mit den Daten (+ Konzept usw.) die Bank überzeugen will, mir ein bisschen Geld zu pumpen... :roll: Hab da nämlich gerade 'ne Idee.... :D

    GeBa Serviceteam A. Germuth & A. Badenhop GbR / Beermannstr. 18 / 12435 Berlin
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  • mringhoff
    Profi
    Reaktionen
    6
    Beiträge
    5.262
    • 6. Juli 2007 um 20:27
    • #5

    schau mal hier, das gleiche Thema hatten wir vor ein paar Monaten schon mal:
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=60300

    Als Dienstleister wirst Du dann wohl eher den Ertragswert ermitteln.

    Ansonsten würde ich mich für Deinen Zweck (Banken überzeugen) diesbezüglich weniger reinsteigern. Die Banken bewerten das dann schon selbst, je nach Obligohöhe müssen die von Deiner Firma sowieso ein Rating erstellen.
    Wichtig für die Banken wären eher: aktuelle Zahlen (Jahresabschlüsse, BWAs) vom Steuerberater, sowie eine detaillierte Beschreibung Eurer neuen Ideen samt Umsatz/Ertragskalkulation für die nächsten rund 3 Jahre.
    Wenn das alles rundum stimmig ist und nicht zu beschönigend, dann weckt das das Vertrauen des Kreditentscheiders.

    Wenn Du mit einer selbst erstellten Firmenbewertung kommst, wird die grundsätzlich mal angezweifelt und nachgerechnet. Üblicherweise rechnen Banken eher Konservativ und schon denkt die Kreditfachkraft, daß sich da wieder jemand "schönrechnet" und sucht nach weiteren Unstimmigkeiten.

    Ansonsten hilft das vielleicht, wenn Du nicht nur eine, sondern 1-2 weitere Banken aufsuchst, und Dir Angebote erstellen lässt.
    Also nicht hingehen und fragen, ob man mal Geld haben darf, sondern die Banker um ein "gutes Angebot" bitten, evtl. auch gerne mal die Hausbank mit dem günstigen Angebot der Konkurrenzbank konfrontieren.
    Das weckt den Geschäftstiger im Banker. Der denkt dann eher an seine Margen und weniger ans Kreditrisiko :)
    (Eine gewisse Mindestbonität natürlich vorausgesetzt - und natürlich abhängig von der benötigten Darlehenshöhe)

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