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Gehörschädigungen: Rechtliches, Vorschriften

  • moser7
  • 15. Juni 2002 um 17:16
  • moser7
    Beiträge
    914
    • 15. Juni 2002 um 17:16
    • #1

    Hallo!

    Also wie schon in HighEnd Discomixer beschrieben lässt sich anhand unserer neuen Seeburg K2 Tops nun auch in grösseren Veranstaltungen reell Gehörschädliche Pegel erreichen. Für Live nicht interessant, da hat man ja selbst den Pegel in der Hand, aber für die Discoveranstaltungen auf denen Möchtegern DJ´s enthemmt von Ihrer unglaublichen Performance den Master hochreissen, irgendwie wichtig. Ich hab keine Lust, eventuell mal irgendwann verantwortlich zu sein, wenn jemand mit einem Lebenslangen Gehörschaden daherkommt, und Kohle sehen will. Ich kenne alleine zwei Leute, einer davon hat seinen Gehörschaden auf der Eröffnungsfeier einer Disco davongetragen. Irrreperabel. Lebenslang.

    So, wie sind denn da nun die Vorschriften?
    Welche Maximalpegel dürfen denn in einer mobilen Discoveranstaltung sein?

    Wie siehts mit Konsequenzen aus, wenn der DJ trotzdem lauter macht, und was passiert?

    Hat von Euch jemand einen echten Limiter mit Messmikro im Einsatz (z.b.Outline Domina etc?)der dann auch gnadenlos runterregelt?
    Also etwas, das vor dem Controller sitzt, und nicht nur den Signalpegel, sondern die reelle Lautstärke der PA misst, und schützend eingreift.

    Die DJ´s wissen gar nicht, dass sie Körperverletzung betreiben mit Ihrer Solautwiesgeht-Macherei! Da man mit solchen Chaoten darüber nicht wirklich reden kann, bleibt meist keine ander Wahl ausser drastischen Massnahmen.

    Nichts ist auch mal ganz erfrischend.

  • phil
    Beiträge
    912
    • 15. Juni 2002 um 19:39
    • #2

    Dazu fällt mir derzeit nur die BG Vorschrift "Lärm" ein... (BGV B 3)
    ist allerdings nicht speziell auf Veranstaltungn / Discos bezogen...


    Phil

  • Kracky
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    2
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    12.055
    • 15. Juni 2002 um 19:44
    • #3

    Also ich sehe es mal so, sicher kann meine PA gehörschädigungen herbeiführen die durch unsachgemäßen Gebrauch verursacht werden, aber ich bin schließlich nur der Verleiher, was mit meinen Geräten angestellt wird kann ich nicht beeinflussen. Auf gut deutsch, ich trage keine Verantwortung für das Verhalten des Veranstalters, und genau so steht das in den AGb´s die jeder Veranstalter mit dem Lieferschein den er mir unterschreiben muß anerkennt. Bin ich den das Kindermädchen für den DJ? Ne..

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • Anonymous
    Gast
    • 15. Juni 2002 um 20:08
    • #4

    bei mir hängt im disoc bereich immer ein mulitband konmpressor mit limiter dran, da kann der dj noch soviel den gain aufdrehen (master ist in der regel immer auf voll aufgedreht)

  • pm-acustics
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    24
    Beiträge
    3.542
    • 15. Juni 2002 um 20:29
    • #5

    Hi, all !!

    Auch ich sehe bedenklich in die Zukunft was das Gehöhr unser Jugend betrifft.
    Gerade bei Dj-Events fahren wir (oder besser die Djs)fast ständig Pegel, die jenseits von gut und böse liegen.
    Auf jedem Mietvertag lassen wir uns gegenzeichnen, das wir für Gehörschäden usw. keine Haftung übernehmen. Wenn wir auf der Veranstaltung anwesend sind spiele ich auch schon mal "menschlicher Limiter" in dem ich dem DJ auf die Finger klopfe !
    DJ kennen meist nur die "digitale Beschallung", d.h. :Anlage aus oder Vollgas !!
    Ich finde auch das es an der Zeit ist das endlich gesetzliche Grenzwerte eingeführt und auch überwacht werden. !

    Alternativ können wir natürlich auch alle so weitermachen und verkaufen den Kids nachdem wir ihre Ohren zu Grunde gerichtet haben auch noch die passenden Hörgeräte :smile:
    "Doppelt verdient, könnte man es auch nennen "

    P.S: Habt ihr mal versucht den Kids einen Artikel wie Hearsave (Gehörschutz) o.ä. zu verkaufen ?? Bisher bin ich nur belächelt worden !

    Sautaube Grüße

    Sven

    PISA! die Freiheit nehme ich mir ! ;)

  • Kracky
    Profi
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    12.055
    • 15. Juni 2002 um 20:53
    • #6

    Kleines Nachwort zu meinen Posting noch, meine Jungs tragen alle wärend der Veranstaltung gehörschutz, darauf bestehe ich, was der Veranstalter mit den Gästen macht ist nicht mein Kompetenzbereich. Meine endstufen haben alle Ihren Limiter sowie meine Frequenzweiche, die ich vorher einstelle, danach kommt da keiner mehr dran. Vorschrift ist auf jedenfall für jeden Verleiher, seine Angestellten mit Gehörschutz zu versorgen und darauf zu achten das dieser getragen wird, denn hierfür ist man wirklich verantwortlich.

    Nochwas, es ist definitiv zu laut wenn mein Seniorchef beim Soundcheck Gleichgewichtsstörungen bekommt und zu zittern anfängt :wink:

    Zu den Signalcontrollern, diese mögen recht und schön sein, aber durch ein solches Gerät in der Anlage wird nicht nur der Pegel sondern auch der Klang geschnitten. Lieber ein DB Messgerät und die Anlage nach vorheriger Durchsage kurz voll ausfahren und dann den Limmiter drehen bis die gewünschte max. Lautstärke erreicht ist. Das ist die 100% Methode. Danach limiter abschließen und gut. Übrigens es funktioniert auch zuerst voll aufzudrehen und danach bescheid zu sagen, hat aber meist mit Ärger zu tun!

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Kracky am 2002-06-15 21:03 ]</font>

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • Spleener
    Verifiziert
    Beiträge
    222
    • 16. Juni 2002 um 10:55
    • #7

    Hallo, ich hab hier nen Link zur Leitentscheidung um die es wohl geht...

    http://www.versicherungsnetz.de/News/Meldung.asp?Meldung=415

    mfG

    Peter

  • PA-Peter
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    7.614
    • 16. Juni 2002 um 12:10
    • #8

    ...was soll man dazu sagen??

    In Zukunft dafür Sorge tragen, daß in 2m Entfernung vom PA-Turm Pegel von <90dB(A) herscht!
    Also Kollegen, ich empfinde das als Quatsch!!
    Ich habe mal mit einem Veranstalter mehrere Techno-Veranstaltungen gemacht, bei denen groß am Eingang ein Schild hing, daß der Lautstärkepegel in der Location gesundheitsschädlich sein KANN!
    Es wurden u.a. kostenlos Gehörschutz verteilt, wobei immer noch (bzw. wieder) auch die mögliche Gesundheitsschädigung hingewiesen wurde.
    Das komplette Personal vor Ort trug natürlich Gehörschutz!!
    Ich denke mal, daß unter diesen Gesichtspunkten der Veranstalter von rechtlicher Seite abgesichert sein müßte, oder??
    P.S. wir tragen übrigens alle den ELACIN!

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • Anonymous
    Gast
    • 16. Juni 2002 um 12:59
    • #9

    Das ist uns als Rentcompany doch völlig gleichgültig!
    Wenn wir ein Stadtfest mit 2 x 16kW beschallen ist es vor der Bühne superlaut, und nach 30 metern wird es leiser!
    Wer nun meint vorne stehen zu müssen soll es machen. Genauso ist es im Indoorbereich. Wo laut gerockt wird, fallen einem schon mal die Ohren ab. Das ist doch überall so! Mir ist es völlig egal was die Besucher machen. Jeder kann sich alleine fortbewegen und stellt sich dahin wo er meint, daß es für ihn persönlich erträglich ist. Solange der Sound richtig amtlich und fett ist, ist alles ok. Plärrt das Holz unerträglich rum, ist der Krach unangenehm - dann kann man eh besser woanders hingehen.
    Also, was solls!
    Stefan

  • PA-Peter
    Profi
    Beiträge
    7.614
    • 16. Juni 2002 um 14:30
    • #10
    Zitat


    Anonymous schrieb am 2002-06-16 12:59 :
    Das ist uns als Rentcompany doch völlig gleichgültig!
    Wenn wir ein Stadtfest mit 2 x 16kW beschallen ist es vor der Bühne superlaut, und nach 30 metern wird es leiser!
    Wer nun meint vorne stehen zu müssen soll es machen. Genauso ist es im Indoorbereich. Wo laut gerockt wird, fallen einem schon mal die Ohren ab. Das ist doch überall so! Mir ist es völlig egal was die Besucher machen. Jeder kann sich alleine fortbewegen und stellt sich dahin wo er meint, daß es für ihn persönlich erträglich ist. Solange der Sound richtig amtlich und fett ist, ist alles ok. Plärrt das Holz unerträglich rum, ist der Krach unangenehm - dann kann man eh besser woanders hingehen.
    Also, was solls!
    Stefan

    Alles anzeigen


    Tja Stefan, das ist doch das Problem.
    Wie man der Urteilsbeschreibung gut entnehmen kann, hat die Klägerin keine Mitschuld bekommen!! OBWOHL sie vor den Boxen stand und woanders hätte hin gehen können!!!
    Da ist doch das Problem: Wenn Du derjenige bist, der für die Lautstärke verantwortlich ist, mußt DU das Verantworten können!
    Der Veranstalter wird die Kosten (im o.a. Fall immerhin ca. 4500,- €) auf Dich abwälzen (er wirds auf jeden Fall versuchen)!

    Da mache ich mir lieber Gedanken, wie ich sowas verhindern kann (das ist ja auch der vielgerühmte "Full-Service", sowas mit dem VA zu besprechen und ihn darauf hinzuweisen!)....

    In diesem Sinne

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • lextrax
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    • 16. Juni 2002 um 17:25
    • #11

    hi folks,

    ich hab in meinen AGB´s drin, dass ich nur für die Bestellung der beschallung zuständig bin und der gesamtpegel auf verantwortung des veranstalters eingestellt wird. reisst dann der dj noch immer die fader hoch, muß er folgeschäden mit dem veranstalter klären.

    gruß alex

  • Anonymous
    Gast
    • 16. Juni 2002 um 17:33
    • #12

    Huch, da braucht also nur jemand eine Klage anzuleiern, er höre ab dem Tag xy des Konzertes schlecht (nachweisen kann es eh niemand) und streicht 4500.- Euro ein?
    Schneller kann keiner Geld einsacken, also auf zur großen Verklagungsaktion gegen uns Beschaller!
    Mal im Ernst, daß gibt es also wirklich? Wie soll ich mir das denn in der Praxis vorstellen? Beim Open Air mit 5000 Leuten darf es vorm Wing keine Pegel oberhalb soundsoviel db geben? Komische Realität - wird beim besten Willen nie gehen. Oder wir verkaufen alles Holz und bauen zwischen den Besuchern ganz viele Kirchenboxen auf. Da kann man dann ja auch etwas hören und alle bleiben ohne Ohrenprobleme!
    In diesem Sinne - auf eine erfreuliche Zukunft nach schweizerischen Maßstäben, die Eidgenossen müssen sich schon lange mit diesem Zustand anfreunden.
    Und ich hatte schon die Investition in weitere Directorstacks geplant......
    Stefan (der nun viel Geld spart...hihihi)

  • Online
    Christian Engel
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    • 16. Juni 2002 um 18:14
    • #13

    wer von euch trägt gehörschutz beim mischen und wenn ja, welchen? ich habe schon mehrere probiert, immer hat mich das unglaublich beim mischen behindert...

    Wenn's nicht rockt isses für'n Arsch...

  • Farad
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    • 16. Juni 2002 um 21:04
    • #14

    auch wenn ich wenig mische...

    Ultratech vom Gehörakustiker.


    Kaum beeinträchtigung der Hörkurve. Ist recht auffällig, wenn man aber die stopsen hinten mit nem Seitenschneider kappt sind se noch unauffällig dazu.

    kosten glaub ca 25€ gibts auch immer wieder beim Thomann.

    Mfg, farad

  • Farad
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    • 16. Juni 2002 um 21:10
    • #15

    ... noch was:

    Gehörschutz ist das letzte! Wenn man selbst für die Lautstärke verantwortlich ist, hat mans in der Hand! Ists so laut, dass es bei kurzer Einwirkung schon schädlich ist, isses einfach kacke. Das darf meiner Meinung nach nicht sein. Auch nicht direkt vor der Bühne. Ist es so laut, dass man es ohne ständig Angst zu haben aushalten kann und es richtig freude macht, wenn die Bassdrum rummst, dann isses ok. Leichtes Taubheitsgefühl danach nehm ich gern in Kauf, wenns dafür einfach viel fetter klingt.
    Nicht alle Besucher tragen Gehörschutz oder wollen es tragen! Ich gehör auch meistens dazu! Wer Geld für n Konzert zahlt, der will einfach weit vorne sein, einfach weil er die Band sehen will, nichtmal unbedingt, weils da noch n dB lauter ist als weiter hinten. Ihn deswegen zum Gehörschutz zu zwingen, find ich nicht ok.

    Das hier ist aus der Sicht eines Konzertbesuchers geschrieben, und nicht eines Veranstalters! Klaro, wenn man das jeden Tag oder zumindest öfter als alle zwei Wochen macht, siehts nochmal ganz anders aus. Da würd ich das Zeug auch ständig tragen, sicher.


    MfG, farad

  • PA-Peter
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    • 16. Juni 2002 um 22:33
    • #16

    ...wie schon gesagt, ich trage den ELACIN!
    Problem: Du mußt ihn viele Stunden tragen, bis Dein Gehirn die fehlenden Frequenzen "ersetzt", also auch schon beim Aufbau!
    Trotzdem empfehle ich tatsächlich beim Mischen das Zeuch nicht zu tragen!!
    Die Schwierigkeit ist wirklich den richtigen Pegel zu erwischen!

    Ich mische so, daß ich den Pegel gut aushalte...

    PA-Peter
    ****
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  • phil
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    912
    • 16. Juni 2002 um 22:38
    • #17
    Zitat


    Ich mische so, daß ich den Pegel gut aushalte...


    Das probl.ist, dass man meist so weit von der bühne entfernt steht, dass der pegel am foh zwar ok, vorne aber viel zu hoch ist....

  • PA-Peter
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    • 16. Juni 2002 um 22:43
    • #18

    das stimmt allerdings.
    Aber was soll man machen?
    Wenn Du mit Gehörschutz mischst, wird das ja eigentlich noch schlimmer!
    Ich versuche eigentlich mit dem FOH nicht weiter als 30m vor der Bühne zu stehen!
    Dazu immer die PA fliegen, oder so hoch stacken, daß sich niemand vor die MF oder HF-Speaker stellen kann!
    ...wobei das auch immer ein Drahtseilakt ist. Jedoch kann man Down- oder Nearfills leiser drehen!

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • Detlef
    Profi
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    611
    • 16. Juni 2002 um 22:55
    • #19
    Zitat

    Es wurden u.a. kostenlos Gehörschutz verteilt, wobei immer noch (bzw. wieder) auch die mögliche Gesundheitsschädigung hingewiesen wurde.
    Das komplette Personal vor Ort trug natürlich Gehörschutz!!

    Hallo,

    mal so betrachtet:
    Wir Soundmenschen geben ein Vermögen für pegelstarkes Material aus.
    Der Veranstalter gibt viel Geld für eine grosse Beschallungsanlage aus.
    Das Publikum und das komplette Personal tragen Gehörschutz.
    Sind wir denn eigentlich alle vollkommen durchgeknallt ?

    Grüsse

    Detlef

  • phil
    Beiträge
    912
    • 16. Juni 2002 um 23:10
    • #20
    Zitat


    Sind wir denn eigentlich alle vollkommen durchgeknallt ?

    IMHO "JA"!!!

    Phil

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